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Karl Schranz' "Triumphzug" in Wien

Ö1 Abendjournal. Ausschnitt. Sprecher und Gestaltung: Roland Machatschke. Bundeskanzler Kreisky empfängt den Skirennläufer Schranz am Ballhausplatz. 8. Februar 1972. Österreichische Mediathek, ja-720208.

Karl Schranz wurde am 31. Jänner 1972 vom Internationalen Olympischen Komitee von den Olympischen Winterspielen in Sapporo ausgeschlossen, nachdem er dort bereits das Training aufgenommen hatte. Maßgeblich betrieben wurde diese Entscheidung vom betagten US-amerikanischen Präsidenten des IOC, Avery Brundage, der als eigensinnig bekannt war. Der Ausschluss des dreifachen Weltmeisters und zweifachen Weltcup-Siegers wurde unter anderem mit "der Art und Weise, mit der er [Schranz] seinen Namen und seine Fotografie zu Reklamezwecken verwendete", begründet. Brundage wollte an Schranz so etwas wie ein Exempel zu Gunsten des längst nicht mehr vorhandenen Amateur-Status der Olympioniken statuieren. Die Vorwürfe an Schranz hätten auch auf viele andere Olympia-Teilnehmer und -Teilnehmerinnen zugetroffen. Die heftigen österreichischen aber auch internationalen Proteste gegen diese Entscheidung blieben erfolglos. Karl Schranz kehrte als "Märtyerer" am 8. Februar nach Österreich zurück und wurde von hunderttausenden, empörten Menschen empfangen, die ihn bejubelten. Erwin Ringel mahnt in seinem Vortrag aber auch das Gespenstische, Furchtbare und die "entsetzliche Wirklichkeit" dieser Jubel- und Massenszenen am Wiener Ring und Heldenplatz ein.