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Literatur
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Ilse Aichinger

* 1921

Die größere Hoffnung.
Ausschnitt; Autorenlesung. Wien, 7.12.1965

Ilse Aichinger, Schriftstellerin. Die Verfolgung durch die Nationalsozialisten von
1938-1945 überlebten Ilse Aichinger und ihre Mutter in Wien – ihre Zwillingsschwester durch eine gerade noch möglich gewesene Flucht. Aichingers Großmutter und die jüngeren Geschwister der Mutter wurden 1942 deportiert und ermordet. 1945 beginnt Ilse Aichinger ein Medizinstudium, das sie 1947 abbricht, um ihren zum Teil autobiographischen Roman "Die größere Hoffnung", erschienen 1948, zu schreiben und sich künftig gänzlich der Literatur zu widmen. Mit Aichingers Text "Das vierte Tor" wird 1945 zum ersten Mal in der österreichischen Literatur etwas über Konzentrationslager veröffentlicht. Ein Jahr später erscheint ihr aufsehenerregender "Aufruf zum Misstrauen". Sie ruft dazu auf, "uns selbst [zu...] misstrauen. Der Klarheit unserer Absichten, der Tiefe unserer Gedanken, der Güte unserer Taten! Unserer eigenen Wahrhaftigkeit müssen wir misstrauen!" 1949 - 1950 war Ilse Aichinger Lektorin beim S. Fischer Verlag; ab 1951 war sie Mitglied der Gruppe 47, die sich 1967 auflöste. Von 1953 bis zu dessen Tod 1972 war sie mit dem Schriftsteller Günter Eich verheiratet. Ilse Aichinger lebte in Deutschland und in Portugal - seit 1988 lebt sie wieder in Wien. Sie schrieb neben ihrem einzigen Roman "Die größere Hoffung" Erzählungen, Hörspiele, Lyrik und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr Schaffen, darunter 1995 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.
Ilse Aichinger war Augenzeugin der Deportation ihrer Großmutter.

Copyright:

Audio: Mit freundlicher Genehmigung von Ilse Aichinger und des S. Fischer Verlags Foto: © Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien

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