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Russen in Wien
Sowjetische Soldaten auf einem Sherman M4A2-Panzer aus US-Produktion vor dem Naturhistorischen Museum in Wien. April 1945.© Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖGZ/
Wien befreit/besetzt
Als sich das Kriegsende 1944/5 ankündigte, mischten sich Hoffnung und Angst in der Bevölkerung. Viele hielten die Weiterführung des Krieges noch für sinnvoll, viele nicht. Im Vordergrund stand, den Endkampf in der eigenen Heimat und den darauffolgenden unvermeidlichen Wechsel der inneren Verhältnisse zu überleben. - Gegen heftigen nationalsozialistischen Widerstand eroberten die russischen Truppen im April 1945 Ostösterreich, die Westalliierten im Mai den Westen. Die Rolle des antinationalsozialistischen Widerstandes an diesem Geschehen war zwar ehrenvoll, aber nicht mitentscheidend.
Gerhard Jagschitz zu 1945, Interview am 30. November 2004. Österreichische Mediathek, V-10953-55
© mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz
Einmarsch

Einmarsch der Roten Armee in Wien, Kai, April 1945
© Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖGZ/
Aufruf an die Wiener Arbeiter sich gegen die Nationalsozialisten zu wehren, um eine Zerstörung der Stadt zu verhindern, Radioappell des Arbeiterführers Wilhelm Böhm. März/April 1945. Österreichische Mediathek, 99-450001
Diese über Radio - wahrscheinlich über einen Sender der Roten Armee - ausgestrahlte Aufforderung an die Wiener Arbeiter fand vermutlich in der chaotischen Situation des Frühjahrs 1945 keine große Verbreitung. In ihrer Herkunft nicht geklärt, spiegelt diese Tonaufnahme die militärische Situation wider: die sowjetischen Truppen haben gegen heftigen deutschen Widerstand im Februar Budapest und ganz Ungarn erobert, wobei vor allem das stark verteidigte Budapest entsetzliche Zerstörungen erleben musste. Daher der Appell von Wilhelm Böhm, in Wien und Österreich ähnliches dadurch zu vermeiden, dass die Arbeiter den Nationalsozialisten in den Arm fallen und die Städte unverteidigt übergeben. Böhm stellt sich als ungarischer Arbeiterführer vor, verweist aber auf seine Verbundenheit mit der Österreichischen Arbeiterschaft und nennt verschiedene Wiener Fabriken zum Beweis seiner Vertrautheit mit der Situation der Arbeiter in Wien. Zwar ist es zu den von ihm geforderten Aktionen nicht gekommen, doch verfolgte die Widerstandbewegung O5 mit ihrem leider gescheiterten Versuch, Wien friedlich der Roten Armee zu übergeben, den gleichen Gedanken.
Russische Panzer dringen in Wien ein, Nachrichtensendung des amerikanischen Sodatensenders "Annie". 8. (?) April 1945. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-450002
Von den Nachrichten des Soldatensenders "Annie" sind nur kurze Bruchstücke, wahrscheinlich von zwei verschiedenen Tagen, erhalten. Die Darstellung der Geschehnisse um Wien, vor allem aber in Wien selbst zeigt, dass die Informationslage nicht sehr günstig war; vor allem der Widerstand der Bevölkerung gegen die weitere Verteidigung der Stadt wurde - sicherlich auch aus Propagandagründen - übertrieben. Bezeichnend für die komplexe Situation der Programmmacher solcher Soldatensender ist die recht missverständliche Art, in der die deutsche Seite stets als "unsere" angesprochen wird, obwohl klar ist, dass der Sender eben doch auf der "anderen Seite" steht.
Militärische Situation Wiens im April 1945, Radiokommentar, CBS. Ca. 10. April 1945. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, e01-01213
Sowjet-Truppen unter Marschall Tolbuchin haben Wien praktisch eingekreist und versuchen die Stadt zu nehmen, ohne es zu einem Kampf Haus um Haus kommen zu lassen. Guided tour
Englische Führung|The signing of the "State - Treaty" on 15th May, 1955, meant for Austria the final stage in the reconstruction of a free, independent, and democratic nation, after four years of Austro-fascism, seven years of the National Socialist terror regime, and ten years of occupation by the four winning nations of World War II. online.mediathek.at/staatsvertrag is history as a virtual walk through of politics, everyday life, and culture in the first post-war decade. Hundreds of recordings and videos tell not only the facts, but of the environment of this time period. Selected sounds and videos are presented and explained with short texts within a guided tour in English.
From the viewpoint of the United States
Vienna surrounded, 3 min 08 sec, in English
Military situation in Vienna in April 1945, radio-commentary, CBS. Approximately 10th of April, 1945. Österreichische Mediathek, e01-01213
The Democratic Republic of Austria evolved from the military defeat of the Nationalsocialist - German Empire. Right after the occupation respectively liberation of Vienna by the Soviet troops in mid April 1945, a temporary government was formed under Karl Renner, a social-democrat politician, who had already been chancellor of state in 1918. All four Allies finally accepted this government.
Wiener Bahnhöfe und Außenbezirke bereits besetzt. Nachrichtensendung des amerikanischen Sodatensenders "Annie". 8. (?) April 1945. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 9-450002
Von den Nachrichten des Soldatensenders "Annie" sind nur kurze Bruchstücke, wahrscheinlich von zwei verschiedenen Tagen, erhalten. Die Darstellung der Geschehnisse um Wien, vor allem aber in Wien selbst zeigt, dass die Informationslage nicht sehr günstig war; vor allem der Widerstand der Bevölkerung gegen die weitere Verteidigung der Stadt wurde - sicherlich auch aus Propagandagründen - übertrieben. Bezeichnend für die komplexe Situation der Programmmacher solcher Soldatensender ist die recht missverständliche Art, in der die deutsche Seite stets als "unsere" angesprochen wird, obwohl klar ist, dass der Sender eben doch auf der "anderen Seite" steht.
Die Wiener Innenstadt russisch besetzt, Nachrichtensendung des amerikanischen Sodatensenders "Annie", Ausschnitt. Ca. 10. April 1945. Österreichische Mediathek, 99-450002
Von den Nachrichten des Soldatensenders "Annie" sind nur kurze Bruchstücke, wahrscheinlich von zwei verschiedenen Tagen, erhalten. Die Darstellung der Geschehnisse um Wien, vor allem aber in Wien selbst zeigt, dass die Informationslage nicht sehr günstig war; vor allem der Widerstand der Bevölkerung gegen die weitere Verteidigung der Stadt wurde - sicherlich auch aus Propagandagründen - übertrieben. Bezeichnend für die komplexe Situation der Programmmacher solcher Soldatensender ist die recht missverständliche Art, in der die deutsche Seite stets als "unsere" angesprochen wird, obwohl klar ist, dass der Sender eben doch auf der "anderen Seite" steht.