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Zum Staatsvertrag | 1945 | Last der Vergangenheit | Standorte | Innenpolitik | Besatzung | Wiederaufbau | Alltag | Radio | Literatur | Musik | Kunst, Wissenschaft | Sport | 15.5.1955 1943 | 1945 | 1946/1947 | 1948/1949 | 1950/1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955

Zum Staatsvertrag

1955

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15. Mai 1955

Die Politiker zeigen sich der im Belvederepark wartenden Menge und grüßen vom Balkon: (von links nach rechts) der französische Botschafter Roger Lalouette, Außenminister Leopold Figl, Antoine Pinay (französischer Außenminister), Wjatscheslaw Molotow (sowjetischer Außenminister), Harold Macmillan (britischer Außenminister), US-Außenminister John Foster Dulles und Bundeskanzler Julius Raab. . Schloss Belvedere, Wien. Sonntag 15. Mai 1955. 12:15 Uhr
© Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖNB/USIS

Das Neutralitätsgesetz


   8. Februar 1955: Der sowjetische Außenminister Molotow deutet die Bereitschaft zum Abschluss des Staatsvertrages an, will Österreich aber nicht von der deutschen Frage getrennt wissen. 
   16. März 1955: Die Bundesregierung erklärt, dass Österreich nicht die Absicht habe, militärischen Bündnissen beizutreten oder Militärstützpunkte auf österreichischem Territorium errichten zu lassen. 
   24. März 1955: Bundeskanzler Raab wird von der sowjetischen Regierung nach Moskau eingeladen, um über den Staatsvertrag zu verhandeln. 
   11. April 1955: Eine Regierungsdelegation mit Bundeskanzler Raab (ÖVP), Vizekanzler Schärf (SPÖ), Außenminister Figl (ÖVP) und Staatssekretär Kreisky (SPÖ) reist nach Moskau. 
   12. bis 14. April 1955: Verhandlungen zum Staatsvertrag in Moskau. 
   15. April 1955: Das Ergebnis der Verhandlungen wird dokumentiert (aber noch nicht veröffentlicht): Festlegung der Zeitpunkte für den Abzug der Besatzungstruppen, freie Verfügbarkeit über die USIA-Betriebe, Ölfelder und DDSG, Abgeltung von 150 Millionen Dollar in Warenlieferungen. Ankunft der österreichischen Delegation in Vöslau bei Wien. 
   2. bis 12. Mai 1955: Die Wiener Botschafterkonferenz erzielt eine völlige Übereinstimmung hinsichtlich des Staatsvertrages. 
   14. Mai 1955: Die Außenminister der Siegermächte streichen auf Antrag Außenminister Figls den Passus, der von einer Kriegsschuld Österreichs spricht, aus dem Vertrag. 
   15. Mai 1955: Unterzeichnung des Staatsvertrages im Belvedere. 
   7. Juni 1955: Zustimmung des Nationalrates zum Staatsvertrag. Entschließung über die Neutralität Österreichs. 
   27. Juli 1955: Der Staatsvertrag tritt in Kraft. 
   26. Oktober 1955: Der Nationalrat beschließt das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität Österreichs. 
   5. November 1955: Das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität tritt in Kraft. 
   14. Dezember 1955: Aufnahme Österreichs in die UNO. 
   

Gerhard Jagschitz über den langen Weg zum Staatsvertrag. Interview am 30. November 2004. Österreichische Mediathek, V-10953


© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz

1. Bundesheerparade


Am Montag, den 26. September 1955, hielt der ehemalige Grenzschutz der Gendarmerie und nun erste Abteilung des neuen Bundesheeres die erste Parade am Heldenplatz und am Inneren Burgplatz ab. Der Bundespräsident Theodor Körner schreitet die Front am Inneren Burgplatz ab.
© Mit freundlicher Genehmigung: ÖGZ/Cermak

Erste Parade des ehemaligen Grenzschutzes der Gendarmerie und nun erste Abteilung des neuen Bundesheeres am Heldenplatz und im inneren Burghof der Wiener Hofburg. Rede des Bundespräsidenten Theodor Körner (SPÖ). Montag, 26. September 1955. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 4-01476


Die Soldaten trugen damals noch die blaugraue Gendarmerieuniform. Theodor Körner (1873-1957). Offizier und Politiker. Generalstabschef der 1. Isonzo-Armee im 1. Weltkrieg. Bundesratsmitglied 1924-34 und Bundesratsvorsitzender 33-34. Nationalratsabgeordneter 1945-51. Bundespräsident 1951-57.

Nationalratsdebatte zum Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität. Bundeskanzler Julius Raab. Parlament. 26. Oktober 1955. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-55024


Julius Raab (1891-1964) Nationalratsabgeordneter 1927-34 und 1945-64. Minister für Handel und Verkehr 1938, Staatssekretär für öffentliche Bauten 1945. Bundeskanzler 1953-61.
© Mit freundlicher Genehmigung: Parlamentsdirektion

Nationalratsdebatte zum Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität. Nationalratsabgeordneter Max Stendebach (WdU). Parlament. 26. Oktober 1955. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-55024


Max Stendebach (1892-1984) Nationalratsabgeordneter für die Wdu und FPÖ 1953-59.
© Mit freundlicher Genehmigung: Parlamentsdirektion

Nationalratsdebatte zum Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität. Nationalratsabgeordneter Lujo Toncic-Sorinj (ÖVP). Parlament. 26. Oktober 1955. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-55025


Lujo Toncic-Sorinj (geb. 1915) Nationalratsabgeordneter 1949-66. Außenminister 1966-68.
© Mit freundlicher Genehmigung: Parlamentsdirektion

Nationalratsdebatte zum Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität. Nationalratsabgeordneter und Bürgermeister von Linz Ernst Koref (SPÖ). Parlament. 26. Oktober 1955. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-55024


Ernst Koref (1891-1988). Nationalratsabgeordneter 1930-34 und 1945-58, Mitglied des Bundesrates 1958-62 und Linzer Bürgermeister 1945-62.
© Mit freundlicher Genehmigung: Parlamentsdirektion

Ergänzung zum Neutralitätsgesetz. Herbert Grubmayr. Interview von Georg Griensteidl am 9. Juni 2004. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, E10-00004


Herbert Grubmayr (geboren 1929) Jurist und Diplomat. Botschaftssekretär in Moskau 1955-58, Sekretär von Bundeskanzler Raab 1958-61, Botschaftssekretär in Mexiko und Botschafter in Moskau 1985-90.