Zur Flashversion
Dies ist eine Seite ohne Flash-Inhalte. Für eine Wiedergabe mit vollständigem Design und Abspielmöglichkeiten für Audio- und Videodateien benötigen Sie das Flashplayer-Plugin. Sie können es hier downloaden.
This is a web page without flash elements. For replay of complete content and audio or video files you need the latest Flash Player plug-in. You can download it here.
Zum Staatsvertrag
|
1945
|
Last der Vergangenheit
|
Standorte
|
Innenpolitik
|
Besatzung
|
Wiederaufbau
|
Alltag
|
Radio
|
Literatur
|
Musik
|
Kunst, Wissenschaft
|
Sport
|
15.5.1955
Von Rationierung zu Konsum
|
Arbeit und Leben
|
Freizeit
Alltag
Von Rationierung zu Konsum
| 1 | 2 | 3

Wünsche
Kind vor einer Spielzeugauslage. Wien 1954.© Mit freundlicher Genehmigung: ÖGZ/Cermak
Der Alltag ist schwer zu fassen, da er einerseits viele private, selbstgestaltete Lebensbereiche umfasst, andererseits aber auch durch das so genannte öffentliche Leben beeinflusst wird. In Krisenzeiten, wie die Nachkriegszeit eine war, ist der Einfluss (welt)politischer Regelungen auf die individuellen Möglichkeiten der Lebensgestaltung stärker als etwa in Zeiten der Prosperität. Eine Entwicklung von einer katastrophalen Situation bis zum Wirtschaftsaufschwung und politischer Souveränität 1955 ist im Nachkriegsjahrzehnt in Österreich zu beobachten. Charakteristisch für die erste Zeit nach 1945 ist die Not in materieller wie in psychosozialer Hinsicht, die durch Mangelwirtschaft kaum gelindert werden konnte. In Wien hatten zu Kriegsende 270.000 Menschen ihre Wohnmöglichkeit verloren.
Über Kriegserfahrungen wurde privat oder öffentlich kaum gesprochen - nicht nur weil anfangs die reine Überlebenssicherung im Vordergrund stehen musste. Später, in der Begeisterung von Wiederaufbau und Wirtschaftswachstum, wurde diese Thematik auch nicht wirklich behandelt. Der oft gemachte Verweis auf den Status Österreichs als erstes Opfer des Nationalsozialismus reduzierte die Notwendigkeit, sich mit der individuellen und kollektiven Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Die Rückkehr der Männer aus Krieg oder Kriegsgefangenschaft führte, abgesehen von persönlichen und partnerschaftlichen Problemen durch Kriegstraumatisierung, zu einer Verdrängung der Frauen vom Arbeitsmarkt und anderen sozialen Lebensbereichen, die diese in Abwesenheit der Männer ausfüllten und ausfüllen mussten.
Auf den Alltag wirkte sich auch aus, dass in fast allen Lebensbereichen Personen und Umstände aus der Zeit des Nationalsozialismus weiter präsent blieben. Es gab aber auch wesentliche neue Impulse, wie etwa die Zusammenarbeit der beiden in der Ersten Republik so zerstrittenen Lager.
In der ersten Nachkriegszeit war es der Schleichhandel, eine Art Schattenwirtschaft in Form von Tauschhandel vor allem in den Städten, der die materielle Lebensgrundlage großer Bevölkerungsteile sicherte. Dieser wurde auch von den alliierten Truppen mit Ausnahmen von gelegentlichen Razzien zum Teil geduldet. Die Besserung der materiellen Lebenssituation ab etwa 1949 mit der einsetzenden Konjunktur vermehrte die Möglichkeiten der genussvollen Freizeitgestaltung.
Typisch für Vergnügungen war das Ausgehen zum Tanz, das Kino, Theaterbesuche... Gleichzeitig bildete sich eine (im Vergleich zu den 1960er Jahren eher zarte) jugendliche Gegenkultur heraus, die unter anderem in Form der so genannten "Halbstarken" und der "Schlurfs" auftrat.
Der einsetzende private Konsum stützte die sich erholende Wirtschaft und brachte ab Mitte der fünfziger Jahre eine neue, von vielen freudig erlebte "Modernität" mit sich: Motorisierung, Mobilität, "modernes Wohnen", für manche auch die Möglichkeit der "Sommerfrische". Etwas später kamen große Veränderungen im Medienkonsum durch die Ausbreitung des Fernsehens hinzu.
Gerhard Jagschitz zum Alltag in der Nachkriegszeit. Interview am 2. Dezember 2004. Österreichische Mediathek, V-10955
© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz
Schleichhandel am Wiener Naschmarkt

Razzia der amerikanischen Polizei. Wien 1945.
© Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖGZ/Blaha
Schleichhandel. Wolfgang Kudrnofsky. Jugend 1945, Interviews mit Zeitzeugen. ca. 1975. Wolfgang Kos (Interviewer), Österreichische Mediathek, 9-03908
© Mit freundlicher Genehmigung: Wolfgang Kudrnofsky und Wolfgang Kos
Erbsenhilfe. Wolfgang Kudrnofsky. Jugend 1945, Interviews mit Zeitzeugen. ca. 1975. Wolfgang Kos (Interviewer), Österreichische Mediathek, 9-03908
© Mit freundlicher Genehmigung: Wolfgang Kudrnofsky und Wolfgang Kos
Rationierung: Kommentar von Gerhard Jagschitz zu Rationierungsmaßnahmen in der Mangelwirtschaft. 2. Dezember 2004. Österreichische Mediathek, V-10955
© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz
Lebensmittelkarten. (Radiosendung zum Umtausch von Lebensmittelmarken in Schilling). Dezember 1945. Österreichische Mediathek, 4-02944
© Mit freundlicher Genehmigung: Preiser Records
USIA-Schmalz. Thaddäus Podgorski (Einwürfe von Alfred Hrdlicka)." Kalter Krieg und Kultur im Nachkriegswien". Wien, 30. November 1999. Österreichische Mediathek, 11-00878
Auch heute prominente Menschen hatten damals ihre Not und konnten durch Lebensmittelkauf unversehens in berufliche oder politische Schwierigkeiten geraten.© Mit freundlicher Genehmigung: Thaddäus Podgorski und Alfred Hrdlicka