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Zum Staatsvertrag
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1945
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15.5.1955
Befreiung und Besetzung
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Sichtbarkeit der Besatzer
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Erleichterung und Ungeduld
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Abzug
Besatzung
Befreiung und Besetzung
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Entwicklung der Besatzungszonen
Die Innenstadt von Wien (1. Bezirk - weiß) wurde von allen vier Besatzungsmächten verwaltet. Daher die "4 im Jeep".
Kontrollen wurden hauptsächlich von den sowjetischen Soldaten (bis Juni 1953) durchgeführt.
Die Besatzungszonengrenzen folgten nicht immer genau den Grenzen der Bundesländer, sondern orientierten sich oft an Verkehrswegen wie Bahnlinien.Grafik: Peter Rumpelmayer
Österreich wurde im Laufe der letzten Kampfhandlungen ab Ende März 1945 von den vier Alliierten - Franzosen, US-Amerikanern, Briten und Sowjets - besetzt. Die mit der Befreiung verbundene Freude, die von vielen Österreichern empfunden wurde, verwandelte sich aber nach einsetzenden Plünderungen und Vergewaltigungen, besonders in den sowjetisch besetzten Gebieten, rasch in das Gegenteil. Nach einem Zonenabkommen wurden die Besatzungsgebiete im Juli 1945 noch abgeändert. Diese Zonengrenzen, die quer durch Österreich gingen, insbesondere durch Großstädte wie Wien und Linz, wurden teilweise streng kontrolliert und konnten nur mit gültigen Identitätsausweisen passiert werden. Die Präsenz der Besatzungssoldaten innerhalb der verschiedenen Zonen war sehr stark von der Truppenstärke der Alliierten abhängig. Das Bild der Besatzer blieb daher sehr unterschiedlich. Einerseits waren sie durch ihre Aktivitäten ein gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Faktor, andererseits gab es weiterhin Verschleppungen und Angst vor möglicher Willkür.
Durch die andauernder Besatzung mit nur wenig Hoffnung auf endgültige Freiheit, schlug dann großteils der Dank für die große Unterstützung des Aufbaus der österreichischen Infrastruktur langsam in Ungeduld um. Der Kalte Krieg verzögerte vorerst eine Einigung. Es kam aber zu einer merkbaren Entspannung und nach und nach zu Erleichterungen. So wurden die Kontrollen an den Zonengrenzen im Juni 1953 aufgehoben und die Besatzungskostenbeiträge gestrichen.
Nach der Ratifizierung des langersehnten Staatsvertrags im Juli 1955 wurde der Alliierte Rat aufgelöst. Der Abzug der teilweise schon reduzierten Truppen ging voran und war bis Ende Oktober abgeschlossen.
Gerhard Jagschitz zur Befreiung und Besetzung Österreichs durch die vier Alliierten. Interview am 2. Dezember 2004. Österreichische Mediathek, V-10955
© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz
Siegesparade

Siegesparade der vier Alliierten anlässlich des 1. Jahrestages der Deutschen Kapitulation am 8. Mai 1946 unter Beteiligung österreichischer Regierungsvertreter am Stalinplatz (heute Teil des Schwarzenbergplatzes) abgehalten.
© Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖGZ
Die sowjetischen Truppen befreien Wien

Die 3. Ukrainische Front in Wien. April 1945. Beim Militärfahrzeug links handelt es sich um ein "M3A1 Armored Scout Car" aus US-Produktion, das an die Sowjetunion geliefert wurde. Beim Fahrzeug rechts handelt es sich um einen deutschen Schützenpatzer (Sd. Kfz 251)
© Mit freundlicher Genehmigung: ÖGZ/APN (Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte, Wien - Bildarchiv)
Die Befreiung Tirols durch die US-Truppen. Brigitte Hübner erinnert sich. Interview von Herbert Link 2004. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, V-10952
Brigitte Hübner (1945: 7 Jahre alt)© Mit freundlicher Genehmigung: Brigitte Hübner und Herbert Link
Rede des amerikanische Repräsentanten in Österreich, General Mark Clark anlässlich des 1. Jahrestages des Kriegsendes am 8. Mai 1946. (Ausschnitt mit Übersetzung). Österreichische Mediathek, 9-03940.
An diesem arbeitsfreien Feiertag wurde um 11 Uhr eine Siegesparade der vier Alliierten unter Beteiligung von österreichischen Regierungsvertreten am Stalinplatz (heute Teil des Schwarzenbergplatzes) abgehalten. Anschließend Defilierung der Truppen auf der geschmückten Ringstraße. Ein weiterer Höhepunkt war die Festsitzung der österreichischen Volksvertretung (Nationalrat und Bundesrat) unter Teilnahme der Oberbefehlshaber der Besatzungsmächte und des Bundespräsidenten Karl Renner.
Salzburg wird zur Offenen Stadt erklärt. Radioaufruf des deutschen Oberst Hans Lepperdinger vom 4. Mai 1945. (nachgesprochen 1965) Österreichische Mediathek, E06-00134
Oberst Hans Lepperdinger (1905-1984) war Kommandant der deutschen Truppen in Salzburg. Angesichts der Sinnlosigkeit eines weiteren Kampfes übergab er die Stadt kampflos den US-Truppen (eben eine "offene", das heißt nicht verteidigte Stadt). - Der Radioaufruf ist in seinem Original leider nicht erhalten. Wahrscheinlich wurde er überhaupt nicht festgehalten. - Nach dem Krieg wurde Lepperdinger zum Ehrenbürger von Salzburg ernannt.
Die Situation in Wien 1945. Die Sowjetischen Truppen kommen und danach auch die Westalliierten. Erinnerungen von Gerhard Jagschitz und Otto Podingbauer. Interview von Herbert Link 2004. (Ausschnitte). Österreichische Mediathek, V-10952
Erst nach dem 1. Kontrollabkommen (4. Juli 1945) besetzten die Truppen der westlichen Alliierten verschiedene Bezirke des bis dahin sowjetisch verwalteten Wien.
Gerhard Jagschitz (1945:5 Jahre alt), Otto Podingbauer (1945: 16 Jahre alt)© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz, Otto Podingbauer und Herbert Link
Nach der Befreiung - die Gewalttaten. Die sowjetischen Truppen in Wien. Heinrich Kainz erinnert sich (1945: 13 Jahre alt). Interview von Georg Griensteidl. 21. Juni 2004 (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, E10-00006.
Erst nach dem 1. Kontrollabkommen (4. Juli 1945) besetzten die Truppen der westlichen Alliierten verschiedene Bezirke des bis dahin sowjetisch verwalteten Wien.
Heinrich Kainz (geboren 1932). Jurist. Sekretär von Julius Raab als Präsident der Wirtschaftskammer.© Mit freundlicher Genehmigung: Heinrich Kainz und Georg Griensteidl.
Die Situation in Tirol und die Strategien des Überlebens. Eine Frau erinnert sich. Interview. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 9-03901
Die US-Truppen hielten Tirol bis zum 1. Kontrollabkommen (4.Juli 1945) besetzt und wurden dann von den Franzosen, die schon in Vorarlberg waren, abgelöst.