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Literaturzeitschrift Plan 1945
Titelblatt der Zeitschrift "Plan". 1. Jahrgang, Oktober 1945.© Plan, ÖNB
Charakteristisch für die literarische Produktion der Nachkriegszeit ist das Nebeneinander von Alt und Jung und die Gleichzeitigkeit von formstrenger, "traditioneller" und progressiver Literatur. Deshalb ist auch der Begriff einer "Stunde Null" in der österreichischen Literatur mehr als fragwürdig. Von beiden "Gruppen", eine davon die so genannte "Wiener Gruppe", ebenso wie von Exilautor/inn/en werden Beispiele hörbar gemacht. Allen Vertreter/inne/n gemeinsam ist die, vor allem in der unmittelbaren Nachkriegszeit, vornehmliche Publikation in Zeitschriften, die zum Teil auch aus Gründen des Papiermangels als Ort des Austauschs und der Publikation gewählt wurden. Der bereits in der Vorkriegszeit begonnene und zur Einstellung gezwungene "Plan" wurde von Otto Basil zum Leben wiedererweckt. Ilse Aichinger - "Die größere Hoffnung" erschien 1948 in Buchform - veröffentlichte hier ihren berühmten "Aufruf zum Mißtrauen". Hermann Hakel machte sich um die Zeitschrift "Lynkeus" verdient, Ernst Schönwiese gab das "Silberboot" heraus. Um erwähnte Schriftsteller, ebenso wie um Hans Weigel, Rudolf Felmayer, Ernst Jirgal und Albert Paris Gütersloh bildeten sich literarische Zirkel. Charakteristisch und auch am Inhalt der Zeitschriften erkennbar, war der Hunger nach Literatur, die von den 1930er Jahren bis 1945 nicht nach Österreich dringen konnte, es sei denn im Verborgenen, was immer auch mit Gefahr verbunden war. Gleichzeitig wurden in den Zeitschriften Werke vieler heute bekannter Autorinnen und Autoren erstmals veröffentlicht. Nachgereicht, zum Teil auch aus rechtlichen Gründen, werden in dieser erweiterbaren Ausstellung zur Zeit nicht online gestellte Hörbeispiele, wie etwa zur Diskussion um den Brecht-Boykott in Österreich, Jean Cocteau als Hörspielautor und weitere Autorinnen und Autoren, die das literarische Nachkriegsösterreich ebenso wie die hier Präsentierten mitprägten, z. B. Otto Basil, Berthold Viertel, Paul Celan, Theodor Kramer, Fritz Hochwälder und Albert Drach, um nur einige zu nennen.
Die verschiedenen Standpunkte zur österreichischen Nachkriegsliteratur können hier in diesem Rahmen sicher nicht erschöpfend behandelt werden. Im Zentrum steht vielmehr die akustische Aktualisierung des sprachlichen Kunstwerks. Exemplarisch werden Vertreter/innen der österreichischen Nachkriegsliteratur in Autorenlesungen vorgestellt, ergänzt durch literaturtheoretische bzw. literaturhistorische Überlegungen von Protagonisten dieser Zeit. Hiebei ist anzumerken, dass es kaum Aufnahmen literarischer Werkmitschnitte gibt, die tatsächlich aus dem Nachkriegsjahrzehnt stammen. Eine Ausnahme bilden in diesem Rahmen die Hörbeispiele von Ingeborg Bachmann, die historischen Mitschnitte der Burgtheateraufführungen von der Wiedereröffnung im Oktober 1955 und die Hörspiele des Senders Rot-Weiß-Rot. Im Kapitel Autorenlesungen wurden Aufnahmen verwendet, in denen aus in der Nachkriegszeit publizierten Werken gelesen wurde, oder aus Werken, die auf diesen Zeitraum Bezug nehmen. Da die Grenzziehung von 1955 im literarischen Bereich willkürlich ist, wird diese mit manchen literarischen Beispielen auch durchbrochen, z. B. mit der Lesung von Konrad Bayer oder mit Helmut Qualtinger, der seinen, gemeinsam mit Carl Merz verfassten "Herrn Karl" verkörpert. Allen Kapiteln im Bereich Literatur gemeinsam ist, dass die Einteilung in nummerierte Endseiten rein technischer Natur ist und daher jede inhaltliche Wertung ausschließt.
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Gerhard Jagschitz zu Literatur und Kunst. Interview am 2. Dezember 2004. Österreichische Mediathek, V-10955
© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz
Zeitungsartikel

Wiener Zeitung vom 22. Mai 1955. Vgl. Audio H. C. Artmann - Manifest bevor Österreich bewaffnet wurde.
© Wiener Zeitung/ÖGZ
Kriegskrüppel 1955. Ernst Jandl. Autorenlesung. Ausschnitt. Wien, 27. Januar 1982. Österreichische Mediathek, 99-82005
Ernst Jandl (1925 - 2000). Lyriker, Autor von Hörspielen, Dramen und Prosa. Jandl wurde durch die experimentelle Sprachverwendung in seiner Poesie bekannt, die durch seinen Vortrag lebendig wird. 1984 erhielt Ernst Jandl den Georg Büchner-Preis. Ernst Jandl war, auch eigenen Aussagen zufolge, nicht "Mitglied" der Wiener Gruppe.
Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie© Mit freundlicher Genehmigung: Rechtsnachfolge, Verlagsgruppe Random House GmbH Luchterhand Literaturverlag
Manifest bevor Österreich bewaffnet wurde. H. C. Artmann. (Autorenlesung). Wien, 6. März 1984. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-84025
H. C. Artmann (1921 - 2000). Schriftsteller und Übersetzer. 1952 Gründungsmitglied der "Wiener Gruppe", die er 1958 verließ. Von 1973-1978 war H.C. Artmann der erste Präsident der Grazer Autorenversammlung. 1958 erste Buchveroeffentlichung "med ana schwoazzn dintn", eine Sammlung von Gedichten im Wiener Dialekt. Artmann erhielt 1997 den Georg Büchner-Preis.
Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie© Mit freundlicher Genehmigung: Rechtsnachfolge und Otto Müller Verlag
da er sich in bester laune... aus: der sechste sinn. Konrad Bayer. (Autorenlesung Berlin 1962). Ausschnitt. Öst. Mediathek, 8-31329
Konrad Bayer (1932 - 1964)
Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie© Mit freundlicher Genehmigung: Rechtsnachfolge, ÖBV-Klett-Cotta Verlagsgesellschaft m. b. H. Konrad Bayer, Sämtliche Werke. ÖBV - Klett-Cotta, Wien 1985, 1996 und supposé Verlag
ping sagte danke pong sagte danke. Gerhard Rühm (Autorenlesung). Wien, 27. September 1968. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 9-02077
Gerhard Rühm (* 1930). Mitbegründer der Wiener Gruppe. Lebt seit 1964 in Berlin, ab 1975 in Köln. Lehrtätigkeit an der Kunsthochschule Hamburg. Das Ende von "ping sagte danke, pong sagte danke" ["... ein lichtjahr lang ..."] wurde von Gerhard Rühm rezent geändert auf "... eine ewigkeit lang ...". Die mikrokontextuelle semantische Veränderung kann auch eine semiotische Modifikation des Gedichts in seiner Funktion bedeuten.
Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Rühm; Gesammelte Werke, Parthas
Österreichsiche Progressivliteratur nach 1945. Andreas Okopenko. Vortrag. Wien, 10. November 1975. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-75276
Andreas Okopenko (* 1930). Schriftsteller. Lebt seit 1939 in Wien. Verfasst in zum Teil experimenteller Sprachverwendung Gedichte, Dramen, Hörspiele und Erzählungen.
Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie© Mit freundlicher Genehmigung: Andreas Okopenko und Ritter Verlag
Geschichte, Märchen vom Planungsdorf. Friedrich Achleitner. Autorenlesung. Ausschnitt. Wien, 22. November 1975. Österreichische Mediathek, 99-75292
Friedrich Achleitner (* 1930). Schriftsteller, Architekt.
Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie© Mit freundlicher Genehmigung: Friedrich Achleitner