Zur Flashversion

Dies ist eine Seite ohne Flash-Inhalte. Für eine Wiedergabe mit vollständigem Design und Abspielmöglichkeiten für Audio- und Videodateien benötigen Sie das Flashplayer-Plugin. Sie können es hier downloaden.
This is a web page without flash elements. For replay of complete content and audio or video files you need the latest Flash Player plug-in. You can download it here.

Zum Staatsvertrag | 1945 | Last der Vergangenheit | Standorte | Innenpolitik | Besatzung | Wiederaufbau | Alltag | Radio | Literatur | Musik | Kunst, Wissenschaft | Sport | 15.5.1955 Burgtheater | Lesungen | Literatur im Radio | Kabarett

Literatur

Lesungen

1 | 2 | 3 | 4 


Literaturzeitschrift Plan 1945

Titelblatt der Zeitschrift "Plan". 1. Jahrgang, Oktober 1945.
© Plan, ÖNB


   Charakteristisch für die literarische Produktion der Nachkriegszeit ist das Nebeneinander von Alt und Jung und die Gleichzeitigkeit von formstrenger, "traditioneller" und progressiver Literatur. Deshalb ist auch der Begriff einer "Stunde Null" in der österreichischen Literatur mehr als fragwürdig. Von beiden "Gruppen", eine davon die so genannte "Wiener Gruppe", ebenso wie von Exilautor/inn/en werden Beispiele hörbar gemacht. Allen Vertreter/inne/n gemeinsam ist die, vor allem in der unmittelbaren Nachkriegszeit, vornehmliche Publikation in Zeitschriften, die zum Teil auch aus Gründen des Papiermangels als Ort des Austauschs und der Publikation gewählt wurden. Der bereits in der Vorkriegszeit begonnene und zur Einstellung gezwungene "Plan" wurde von Otto Basil zum Leben wiedererweckt. Ilse Aichinger - "Die größere Hoffnung" erschien 1948 in Buchform - veröffentlichte hier ihren berühmten "Aufruf zum Mißtrauen". Hermann Hakel machte sich um die Zeitschrift "Lynkeus" verdient, Ernst Schönwiese gab das "Silberboot" heraus. Um erwähnte Schriftsteller, ebenso wie um Hans Weigel, Rudolf Felmayer, Ernst Jirgal und Albert Paris Gütersloh bildeten sich literarische Zirkel. Charakteristisch und auch am Inhalt der Zeitschriften erkennbar, war der Hunger nach Literatur, die von den 1930er Jahren bis 1945 nicht nach Österreich dringen konnte, es sei denn im Verborgenen, was immer auch mit Gefahr verbunden war. Gleichzeitig wurden in den Zeitschriften Werke vieler heute bekannter Autorinnen und Autoren erstmals veröffentlicht. Nachgereicht, zum Teil auch aus rechtlichen Gründen, werden in dieser erweiterbaren Ausstellung zur Zeit nicht online gestellte Hörbeispiele, wie etwa zur Diskussion um den Brecht-Boykott in Österreich, Jean Cocteau als Hörspielautor und weitere Autorinnen und Autoren, die das literarische Nachkriegsösterreich ebenso wie die hier Präsentierten mitprägten, z. B. Otto Basil, Berthold Viertel, Paul Celan, Theodor Kramer, Fritz Hochwälder und Albert Drach, um nur einige zu nennen. 
   Die verschiedenen Standpunkte zur österreichischen Nachkriegsliteratur können hier in diesem Rahmen sicher nicht erschöpfend behandelt werden. Im Zentrum steht vielmehr die akustische Aktualisierung des sprachlichen Kunstwerks. Exemplarisch werden Vertreter/innen der österreichischen Nachkriegsliteratur in Autorenlesungen vorgestellt, ergänzt durch literaturtheoretische bzw. literaturhistorische Überlegungen von Protagonisten dieser Zeit. Hiebei ist anzumerken, dass es kaum Aufnahmen literarischer Werkmitschnitte gibt, die tatsächlich aus dem Nachkriegsjahrzehnt stammen. Eine Ausnahme bilden in diesem Rahmen die Hörbeispiele von Ingeborg Bachmann, die historischen Mitschnitte der Burgtheateraufführungen von der Wiedereröffnung im Oktober 1955 und die Hörspiele des Senders Rot-Weiß-Rot. Im Kapitel Autorenlesungen wurden Aufnahmen verwendet, in denen aus in der Nachkriegszeit publizierten Werken gelesen wurde, oder aus Werken, die auf diesen Zeitraum Bezug nehmen. Da die Grenzziehung von 1955 im literarischen Bereich willkürlich ist, wird diese mit manchen literarischen Beispielen auch durchbrochen, z. B. mit der Lesung von Konrad Bayer oder mit Helmut Qualtinger, der seinen, gemeinsam mit Carl Merz verfassten "Herrn Karl" verkörpert. Allen Kapiteln im Bereich Literatur gemeinsam ist, dass die Einteilung in nummerierte Endseiten rein technischer Natur ist und daher jede inhaltliche Wertung ausschließt. 
   Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie

Gerhard Jagschitz zu Literatur und Kunst. Interview am 2. Dezember 2004. Österreichische Mediathek, V-10955

© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz

Hilde Spiel


Die österreichische Literatin Hilde Spiel (1911-1990) im Jahr 1955.
© Mit freundlicher Genehmigung: ÖNB/Niggemeyer

Die geselligen Eigenbrötler. Hilde Spiel. Autorinnenlesung, Ausschnitt. Wien, 1. Oktober 1965. Österreichische Mediathek, 99-65087


Hilde Spiel (1911 - 1990) erfreut sich und ihre Zuhörerinnen und Zuhörer an den Wienern und Wienerinnen. Hilde Spiel. Schriftstellerin, Übersetzerin, Journalistin. Grande-Dame der österreichischen Literatur, lebte von 1936-1963 in London. Hilde Spiel war von 1965 bis 1971 Generalsekretärin, ab 1971 Vizepräsidenten des Österreichischen P.E.N.-Clubs. Ein zentrales Thema in ihrem Schaffen ist die Erfahrung des Exils. Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie
© Mit freundlicher Genehmigung: Rechtsnachfolge, Verlage Ullstein-Heyne-List

Eine Mutter schreit. Franz Theodor Csokor. Autorenlesung, Ausschnitt (Aus: Auf fremden Straßen). Wien, 22. September 1965. Österreichische Mediathek, 99-65085


Franz Theodor Csokor (1885 - 1969). Schriftsteller. Csokor gilt als bedeutender Vertreter des expressionistischen Dramas (Die rote Straße, 1918), Lyriker und Romancier. Csokor emigrierte 1938 aus Abscheu vor dem nationalsozialistischen Regime und kehrte 1946 nach Wien zurück. Aus den Jahren im Exil stammen die autobiographische Schriften "Als Zivilist im Polenkrieg" (1940) und "Als Zivilist im Balkankrieg" (1947). Von 1947 - 1969 war er Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs. Seine humanistische Überzeugung und sein Eintreten für die Menschenrechte spiegeln sich auch in seinen Werken wider. Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie
© Mit freundlicher Genehmigung: Rechtsnachfolge, Ephelant Verlag

Vergebliche Warnung. Manès Sperber. Autorenlesung (Ausschnitt). Wien, 22. November 1975. Österreichische Mediathek, 99-75300


Manès Sperber (1905 - 1984). Schriftsteller, Philosoph, Psychologe. Geboren in Zablotow, heutige Ukraine, gestorben in Paris. 1916 floh Familie Sperber nach Wien, wo Manès Sperber Schüler und Mitarbeiter Alfred Adlers war. 1927 zog er nach Berlin und trat der KPD bei, die er 1937 - bereits im Exil in Frankreich - wegen der Schauprozesse und des stalinistischen Terrors verließ. 1933 floh Sperber vor den Nationalsozialisten nach Frankreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Manès Sperber Philosoph an der Sorbonne, Lektor und Verlagsleiter. Zu seinen wissenschaftlichen Schriften zählen u.a. "Alfred Adler" (1926) und "Zur Analyse der Tyrannis" (1939), zu seinen literarischen Werken u.a. die Romantrilogie "Wie eine Träne im Ozean" (bestehend aus "Der verbrannte Dornbusch", 1949; "Tiefer als der Abgrund", 1950; "Die verlorene Bucht", 1955) und die dreiteilige Autobiographie "All das Vergangene" ("Die Wasserträger Gottes", 1974; "Die vergebliche Warnung", 1975; "Bis man mir Scherben auf die Augen legt", 1977). Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie
© Mit freundlicher Genehmigung: Rechtsnachfolge

Worte an die graue Wand geschrieben. Milo Dor. (Autorenlesung). "Literatur aus dem Jahr Null". Wien, 9. April 1975. Österreichische Mediathek 99-75064


Milo Dor (Milutin Doroslovac) (1923-2005), Schriftsteller, Drehbuchautor und Übersetzer. Geboren in Budapest, wuchs Milo Dor ab seinem zehnten Lebensjahr in Belgrad auf. 1942 wurde er als Widerstandskämpfer zur Zwangsarbeit nach Wien deportiert und 1944 neuerlich verhaftet. Milo Dor schreibt seit 1945 in deutscher Sprache. Nach dem Krieg studierte er Romanistik und Theaterwissenschaft in Wien und war wie Ilse Aichinger u.v.a. Mitglied der "Gruppe 47". Milo Dor war von 1972-1988 Vizepräsident und ab 1988 Ehrenmitglied des Österreichischen P.E.N.-Clubs. Neben zahlreichen literarischen Übersetzungen aus dem Russischen, Serbischen, Kroatischen und Englischen schrieb Milo Dor auch viele Drehbücher zu TV-Filmen. Milo Dor lebt in Wien und Rovinj, erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen, darunter 1989 den Österreichischen Staatspreis für Verdienste um die österreichische Kultur im Ausland. Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie
© Mit freundlicher Genehmigung: Milo Dor

Angst rächt sich. Elias Canetti (Autorenlesung). "Elias Canetti liest aus seinen Werken". Aufzeichnungen 1942 - 48 [hier: Erinnerungen 1945 - 1948]. Wien, 14. November 1965 (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-65109


Elias Canetti (1905 - 1994). Schriftsteller. Geboren in Bulgarien, kam Canetti 1913 nach Wien. 1929 Doktorat in Chemie. 1938 Emigration nach London und Zürich, wo Canetti starb. 1981 Nobelpreis für Literatur. Zur Website der Österreichischen Mediathek: Literaturgalerie
© Mit freundlicher Genehmigung: Rechtsnachfolge und Carl Hanser Verlag: Elias Canetti, Gesammelte Werke Band 4: Aufzeichnungen 1942-1985 Provinz des Menschen / Das Geheimherz der Uhr © 1993 Carl Hanser Verlag, München - Wien