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Radiohörendes Ehepaar. März 1952.© Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖNB/USIS
Der Sender
Unmittelbar mit der Besetzung des ehemaligen Deutschen Reiches und somit auch des österreichischen Staatsgebietes, begannen die vier Alliierten auch den wichtigen Machtfaktor der Medien unter ihre Kontrolle zu bringen. Beim Rundfunk bedeutete das die Gründung von vier Sendergruppen, aufbauend auf den teilweise zerstörten Sendeanlagen und Bürogebäuden und einen Rückgriff auf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die schon vor und im Krieg für den Rundfunk gearbeitet hatten. Die Sendergruppe West in Dornbirn und Innsbruck unter französischer Aufsicht, die Sendergruppe Alpenland mit den Sendern in Graz, Klagenfurt und Schönbrunn in der britischen Zone, Radio Rot-Weiß-Rot, der amerikanische Sender in Wien, Salzburg und Linz und die RAVAG (Radio Verkehrs AG) mit dem Sender Radio Wien der unter sowjetischer Kontrolle stand. Neben diesen Rundfunksendern, die für die Österreicher deutschsprachige Programme sendeten, unterhielten die vier Großmächte aber auch Soldatensender für ihre Truppen in Österreich. Besonders der amerikanische - Blue Danube Network (BDN) - wurde wegen der modernen Musik bei vielen österreichischen Jugendlichen sehr beliebt.
Alle Sender waren mehr oder weniger von den zuständigen Militärbehörden abhängig. Die Amerikaner, aber auch die Briten, hatten schon langjährige Erfahrung im Umgang mit diesem Medium, was sich in der Programmgestaltung manifestierte. Außerdem stellten sie meist den Führungsstab im Sender und mussten nicht jene offensichtliche Zensurpolitik betreiben, wie es bei den Sowjets mit der RAVAG der Fall war, die von Österreichern verwaltet wurde. Diese Einflussnahme beim Rundfunk, wie auch in anderen Medien, war ein wichtiges Mittel im Kalten Krieg zwischen Ost und West.
Im Laufe der letzten Besatzungsjahre wurden UKW-Sender in Betrieb genommen, viele restriktiven Maßnahmen aufgehoben und bis zum Abzug der Besatzungsmächte die verschiedenen Sender nach und nach der öffentlichen Verwaltung übergeben.
Gerhard Jagschitz zum Medium Rundfunk während der Besatzungszeit. Interview am 2. Dezember 2004. Österreichische Mediathek, V-10954
© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz
General Geoffrey Keyes

Der amerikanische Hochkommissar für Österreich, General Geoffrey Keyes, anlässlich der feierlichen Eröffnung des neuen Linzer Studios der Sendergruppe Rot-Weiß-Rot im Linzer Studio am 15. Jänner 1950. Neben ihm wahrscheinlich der Redakteur oder Dolmetscher, der die Übersetzung spricht. Im Hintergrund sind anwesende Politiker zu erkennen.
© Mit freundlicher Genehmigung: ÖNB/USIS
Radioansprache des amerikanischen Hochkommissars für Österreich, General Geoffrey Keyes, anlässlich der feierlichen Eröffnung des neuen Linzer Studios der Sendergruppe Rot-Weiß-Rot. Englisch mit anschließender Übersetzung. Linz, am 15. Jänner 1950. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, Sammlung Rot-Weiß-Rot, 9-03813
Guided tour
Englische Führung|In addition to the broadcast for the occupying soldiers, the four allied nations ran and controlled public radio-stations, since this media was also an important source of power. These were the broadcasting group West in "Dornbirn" and "Innsbruck" , which was under French control; the broadcasting group "Alpenland" with the stations in "Graz", "Klagenfurt", and "Schönbrunn", which was in the British zone; Radio "Rot-Weiß-Rot" , the American broadcasting station in Vienna, and the RAWAG (Radio Verkehrs AG) which was under Soviet control.
A speech broadcast via radio of the American commissary for Austria, General Geoffrey Keyes, at the opening of the new studio of the broadcasting station "Rot-Weiß-Rot" in Linz. In English with German translation. Linz, 15th,Jan., 1950. (Clip). Österreichische Mediathek, Sammlung Rot-Weiß-Rot, 9-03813
Vorstellung des amerikanischen Besatzungssenders Rot-Weiß-Rot. Ton zum wahrscheinlich zerstörten Beitrag der Wochenschau "Welt im Film" Nr. 169 aus dem August 1948. Österreichische Mediathek, 9-03915
"Welt im Film" war eine von den Amerikanern und Briten gemeinsam produzierte Wochenschau, deren Beiträge teilweise in Deutschland und Österreich hergestellt wurden und in Österreich zwischen 1946 und 1949 in den Kinos lief.
Die Sendergruppe Rot-Weiß-Rot wurde von deutschsprachigen Amerikanern mit Radioerfahrung im Auftrag der US-Armee aufgebaut. In Salzburg wurde ein regelmäßiger Sendebetrieb für die Bevölkerung in der amerikanischen Besatzungszone Österreichs organisiert. RWR-Salzburg sendete ab 6. Juni 1945. Die Sendungen wurden von Linz und anfangs auch noch Innsbruck übernommen. Ab August war die Redaktion in Linz und ab September das RWR-Studio Wien sendebereit. Die Salzburger Zentrale befand sich anfangs in einem improvisierten Studio im Landestheater und übersiedelte im Sommer in das Franziskanerkloster. Die Linzer Zweigstelle adaptierte Räume im Linzer Landhaus.
Über die Propaganda im amerikanischen Besatzungssender Rot-Weiß-Rot. Wolf Harranth. Interview mit Peter Ploteny. Wien, den 27. Mai 2004 (Ausschnitt) Österreichische Mediathek, E10-00001
© Mit freundlicher Genehmigung: Wolf Harranth
Verlautbarung im Rundfunk anlässlich der Übergabe der RWR-Sender Linz und Salzburg in die Verwaltung des Österreichischen Rundfunks. 15. März 1954. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 9-03938
Am 7. März 1954 24 Uhr beenden RWR - Salzburg und Linz ihre Ausstrahlung. Ab 8. März 0:00 übernimmt diese das österreichische 2. Programm.Am 15. März werden die Rundfunkanlagen der öffentlichen Verwaltung übergeben.
Über den Kalten Krieg und die Kultur im Nachkriegs-Wien. Thaddäus Podgorski bei einer Podiumsdiskussion im Wiener Rathaus anlässlich der Ausstellung: "Kulturelle Visitkarten". Wien, 30. November 1999. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 11-00878
Thaddäus Podgorski (geboren 1935). Rundfunkjournalist, Autor und Schauspieler. Journalist bei RWR und beim ORF-Fernsehen, 1972 Chefredakteur, 1986-90 Generalintendant des ORF. © Mit freundlicher Genehmigung: Thaddäus Podgorski