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1949
Wahlplakate zur Nationalratswahl. Plakate der D.U. (Demokratische Union), ÖVP, die um Heimkehrer wirbt und Aufforderung an die Wirtschaftstreibenden zu wählen (Freiheit oder Zwang).Wien 1949.© Mit freundlicher Genehmigung: ÖGZ
Wahlen, Demokratie
Mit dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur 1945 war nicht automatisch ihr Ungeist und Antihumanismus verschwunden. Begriffe wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechte hatten allerdings für manche gerade aus ihrer Gegnerschaft zum Regime eine neue konkretere Bedeutung angenommen. Für viele waren sie aber auch bereits halbvergessen und für die Heranwachsenden unvertraut. Manchen erschien die Erziehung oder Selbsterziehung zu demokratischen Werten auch als "Umerziehung" oder "Amerikanisierung". Tatsächlich waren diese Begriffe im Spannungsfeld des Kalten Krieges neu zu bestimmen und hatte etwa das Wort "Demokratie" in Osteuropa einen entschieden anderen Inhalt als im Westen. Ein in politischen Äußerungen beliebtes Redemuster war dabei, den Österreichern ihre Wertschätzung humanistischer Werte zu bestätigen – "Das österreichische Volk liebt die Demokratie!" - Behauptungen, von denen man wohl hoffte, dass sie selbst zu ihrem Zutreffen beitragen und guten außenpolitischen Eindruck machen würden.
Gerhard Jagschitz zum Thema Standorte, Interview am 30. November 2004. Österreichische Mediathek, V-10953-55
© mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz
Wahl 1949

Bundespräsident Karl Renner bei der Stimmabgabe. 20. September 1949.
© Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖGZ/Blaha
Weihnachtsrede 1949, Karl Renner. Dezember 1949. (Ausschnitt) Österreichische Mediathek, 99-49002
Der Ton von Parlamentsdebatten, Diskussion über die neue Radio-Berichterstattung mit Ausschnitten aus Nationalratssitzungen, Radio Wien. 1953. Österreichische Mediathek, 9-03767
Bei dieser Diskussion über die Frage, ob und wie Parlamentsdebatten im Radio übertragen werden sollen, ist der Inhalt fast weniger interessant als die Form: Offensichtlich haben die "Diskutanten" ihre jeweiligen Beiträge schon vorher sorgfältig vorbereitet, aufgesetzt und aufeinander abgestimmt. Argument und Gegenargument folgen einander daher äußerst rasch und geben dieser Form von "Diskussionssendung" einen ganz anderen Charakter als heutige Wortgefechte haben. Dieser Typus von vorbereiteten Diskussionen hat sich z. B. in der Sendefolge "Pro und contra - unser Filmgespräch" noch viele Jahrzehnte gehalten. - Bemerkenswert ist, dass gerade in dieser sorgfältig gestalteten Pseudodiskussion kritisiert wird, dass Abgeordnete ihre Wortmeldungen speziell auf die Radioübertragung hin ausrichteten.
Unvertrautheit mit demokratischen Spielregeln – Bevorzugung eines Abgeordneten, Ausschnitt aus einer Diskussion im Radio über Kunstfragen. Um 1950. (Ausschnitt) Österreichische Mediathek, Sammlung Rot-Weiß-Rot, 9-03767
Bei diesem Bruchstück aus einer Radiosendung fällt auf, dass der Moderator offenbar das Wort bereits an jemanden vergeben hat, dann jedoch einen sich meldenden Nationalratsabgeordneten erblickt und diesem nun sofort das Wort gibt.
Radiodiskussion über die Frage, ob "Schmutz und Schund" zu unterdrücken sei. Um 1950. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, Sammlung Rot-Weiß-Rot, 9-03720