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Heimkehrer
Heimkehrer am Stadrand von Wien. April 1945.© Mit freundlicher Genehmigung: ÖGZ/APN (Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte, Wien - Bildarchiv)
Triste Ausgangslage
Äußerste Lebensmittelknappheit und eine erheblich blockierte Infrastruktur, die Leben und Arbeiten zu einem Überlebenskampf machten, kennzeichneten die Monate nach Kriegsende. 600 bis 800 Kalorien Lebensmittel pro Tag bedeuteten Unterernährung der Massen. Ein Zehntel aller Wohnungen war ganz oder teilweise zerstört (die Hälfte der Bauschäden allein in Wien). Verkehrsbauten und Produktionsmittel waren so schwer in Mitleidenschaft gezogen, dass das Bruttoinlandsprodukt selbst 1946 erst rund 60 Prozent des Jahres 1937 (oder 1913) erreichte. Viele Männer waren noch nicht zurück oder ins Wirtschaftsleben eingebunden. Auf den Frauen ruhte ein beträchtlicher Teil der Arbeits- und Versorgungslast. Im Vordergrund standen dabei zunächst das Wegräumen der Trümmer und Notstandsmaßnahmen. Allerdings war - dem Mythos "Stunde Null" keinesfalls entsprechend - die wirtschaftliche Substanz im Kern erhalten geblieben. Die Bedingungen waren günstiger als nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, doch war das in der Not des Augenblickes, in einem Rechts- und Sicherheitsvakuum, inmitten von Bombenruinen, bei Fabriksdemontagen und angesichts ortloser Massen von versprengten Soldaten, Flüchtlingen, Ausgebombten - "Displaced Persons" genannt - schwer erkennbar: Zunächst galt es, das unmittelbare Überleben zu sichern. Wiederaufbau war erst fernes Ziel.
Gerhard Jagschitz zu: Wiederaufbau. Interview am 30. November 2004. Österreichische Mediathek, V-10953-55
© mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz
Essen

Ausspeisung für Kinder. Wien 1945.
© Mit freundlicher Genehmigung: ÖGZ/Blaha (Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte, Wien - Bildarchiv)
Harte Frauenarbeit im Nachkriegswien, Interview mit Margarete Hofka, in: ORF-Sendung Mütter, Töchter, Trümmerfrauen, Gestaltung Andreas Novak, 13. Juni 2003. Österreichische Mediathek V-07568
In der unmittelbaren Nachkriegszeit - wie schon während des Krieges - war der Anteil der Frauen am Arbeitsprozess besonders hoch - selbst bei der Arbeit in den Ruinen. - Mit der Rückkehr der Männer aus Krieg und Gefangenschaft wurden Frauen teilweise wieder aus den übernommenen Aufgaben gedrängt, ein Vorgang, der nicht ohne Spannungen vor sich ging.© mit freundlicher Genehmigung: ORF
Zur Nachkriegszeit 1945 bis 1955, Interview mit Herwig Reichenfelser, Interviewer: Georg Griensteidl. Wien, 15. 6. 2004 (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, E10-00005
Zu Kriegsende waren rund 75.000 Wohnungen vollständig und rund 100.000 Wohnungen teilweise zerstört. - Zur "Wohngeschichte" der Zeit gehören - nach dem großen Wohnungsraub vor allem in Wien ab 1938 (die sogenannte "Arisierung") - in den Jahren 1944/5 Einquartierungen von Flüchtlingen, von Ausgebombten und schließlich auch von alliierten Truppenangehören. Dazu zählen Plünderungen von Wohnungen und Geschäften, auch durch die eigene Bevölkerung.
Zur Nachkriegszeit 1945 bis 1955, Interview mit Herwig Reichenfelser, Interviewer: Georg Griensteidl. Wien, 15. 6. 2004 (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, E10-00005
Ernst Koref zur Nachkriegszeit, in: Oberösterreichs Weg in die Freiheit, Schallplatte. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 9-03913
Um die Zeit des Aufräumens der Trümmer und des Beginnes des Wiederaufbaus mit Tondokumenten darzustellen, müssen auch Erinnerungsberichte wie jener des damaligen Bürgermeisters von Linz, Ernst Koref, herangezogen werden. Dokumente direkt aus der Zeit sind dazu sehr rar...
Ulrich Ilg zum Jahr 1945. 5. 5. 1948. (Ausschnitt). Öst. Mediathek, 9-03940
Eine ungewöhnliche frühe Rückschau auf das Kriegsende: bereits 1948.