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Zum Staatsvertrag | 1945 | Last der Vergangenheit | Standorte | Innenpolitik | Besatzung | Wiederaufbau | Alltag | Radio | Literatur | Musik | Kunst, Wissenschaft | Sport | 15.5.1955 1943 | 1945 | 1946/1947 | 1948/1949 | 1950/1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955

Zum Staatsvertrag

1946/1947




1. Mai

Maifeiern vor dem Rathaus. Wien, 1. Mai 1947.
© Mit freundlicher Genehmigung:bildarchivaustria/ÖGZ/Blaha


   25. April bis 12. Juli 1946: Die Verhandlungen zum Staatsvertrag werden in der Pariser Außenministerkonferenz ergebnislos abgebrochen. 
   10. Mai 1946: Der Alliierte Rat setzt die Besatzungskosten mit 35% des Staatshaushaltes fest. 
   28. Juni 1946: Vertreter des Alliierten Rates unterzeichnen ein neues Kontrollabkommen über Österreich. 
   5. Juli 1946: In der sowjetischen Zone wird die Übergabe des gesamten "Deutschen Eigentums" an die Sowjetunion befohlen, darunter die gesamte Erdölindustrie und die DDSG. 
   10. Juli 1946: Die Amerikaner und wenig später die Engländer und Franzosen kündigen an, auf das "Deutsche Eigentum" verzichten zu wollen. 
   5. September 1946: "Gruber - De-Gaspari - Abkommen" zwischen Österreich und Italien sichert den deutschsprachigen Südtiroler/innen Autonomierechte. 
   29. und 30. Oktober 1946: Eine Geheimsitzung des Nationalrates fordert u. a. die Freiheit und Unabhängigkeit des Landes, die Beendigung der militärischen Besetzung und die Überführung der besetzten Betriebe in das Verfügungsrecht der österreichischen Bundesregierung. 
   3. Dezember 1946: Der Alliierte Rat setzt die Besetzungskosten auf 15% des Staatsbudgets herab. 
   14. Jänner bis 25. Februar 1947: Erste Verhandlungen über den österreichischen Staatsvertrag durch die stellvertretenden Außenminister der vier Siegermächte in London. Von österreichischer Seite nehmen Bundeskanzler Figl (ÖVP), Vizekanzler Schärf (SPÖ) und Außenminister Gruber (ÖVP) teil. Es erfolgt keine Einigung über den Abschluss des Staatsvertrages. Konfliktpunkte sind die Mitschuld am 2. Weltkrieg, Reparationszahlungen und Gebietsansprüche Jugoslawiens. 
   10. März bis 24. April 1947: Die Außenministerkonferenz über den Staatsvertrag in Moskau bringt wenig Fortschritte. Beschlossen wurde nur der Wegfall von Reparationsleistungen. 
   12. Mai 1947: Beginn der Staatsvertragsverhandlungen der Alliierten Kommission in Wien. 
   5. Juni 1947: Rede des amerikanischen Außenministers Marshall vor dem US-Kongress (Marshall-Plan für Europa). 
   21. Juni 1947: Die USA verzichten auf Zahlung der Besatzungskosten durch Österreich. 
   12. Juli bis 22. September 1947: Erste Marshall-Plan-Konferenz in Paris. Österreich wird in die Reihe der Länder, die am Marshall-Plan teilnehmen können, aufgenommen. Die Sowjetunion lehnt Marshall-Plan-Hilfe für die Ostblockstaaten ab. 
   25. November bis 15. Dezember 1947: Die Außenministerkonferenz zum Staatsvertrag in London bringt keine Fortschritte. 
   

Gerhard Jagschitz über den langen Weg zum Staatsvertrag. Interview am 30. November 2004. Österreichische Mediathek, V-10953

© Mit freundlicher Genehmigung: Gerhard Jagschitz.

Siegesparade


Siegesparade der vier Alliierten anlässlich des 1. Jahrestages der Deutschen Kapitulation am 8. Mai 1946 unter Beteiligung österreichischer Regierungsvertreter am Stalinplatz (heute Teil des Schwarzenbergplatz) abgehalten.
© Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖGZ

Rede des amerikanische Repräsentanten in Österreich, General Mark Clark anlässlich des 1. Jahrestages des Kriegsendes am 8. Mai 1946. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 9-03940


An diesem arbeitsfreien Feiertag wurde um 11 Uhr eine Siegesparade der vier Alliierten unter Beteiligung von österreichischen Regierungsvertretern am Stalinplatz (heute Teil des Schwarzenbergplatzes) abgehalten. Anschließend Defilierung der Truppen auf der geschmückten Ringstraße. Ein weiterer Höhepunkt war die Festsitzung der österreichischen Volksvertretung (Nationalrat und Bundesrat) unter Teilnahme der Oberbefehlshaber der in Österreich stationierten Besatzungstruppen und des Bundespräsidenten Karl Renner.

Guided tour

Englische Führung|In 1943 the Allies already previewed the independence of Austria in the Moscow-declaration, where they call it a victim of the politics of Hitler, but with co-responsibility for World War II. In 1945 Austria was liberated by the Allied troops, but remained occupied and controlled by the four winning nations. After long negotiations, which were overly prolonged by the beginning of the cold war, Austria became completely independent again through the State- Treaty in 1955. Speech of the American representative in Austria, General Mark Clark, on the occasion of the 1st anniversary of the end of war on the 8th of May, 1946. (Clip). Österreichische Mediathek, 9-03940 This event was a national holiday in Austria. At 11a.m. a victory-parade was held on "Stalinplatz" (part of today’s "Schwarzenbergplatz") by the four winning states under participation of Austrian representatives of government. After this ceremony the troops marched along a decorated "Ringstraße". A further highpoint was the assignment of the representative body of Austrian people (national assembly, upper house of the parliament), under participation of the commanders in chief of the occupying troops stationed in Austria, and the federal president of Austria, Karl Renner.

Übersetzung der Rede des amerikanische Repräsentanten in Österreich, General Mark Clark anlässlich des 1. Jahrestages des Kriegsendes. Diese wurde unmittelbar nach der englischen Ansprache verlesen. 8. Mai 1946. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 9-03940


An diesem arbeitsfreien Feiertag wurde um 11 Uhr eine Siegesparade der vier Alliierten unter Beteiligung von österreichischen Regierungsvertreten am Stalinplatz (heute Teil des Schwarzenbergplatzes) abgehalten. Anschließend Defilierung der Truppen auf der geschmückten Ringstraße. Ein weiterer Höhepunkt war die Festsitzung der österreichischen Volksvertretung (Nationalrat und Bundesrat) unter Teilnahme der Oberbefehlshaber der in Österreich stationierten Besatzungstruppen und des Bundespräsidenten Karl Renner.

US-Außenminister George Marshall bietet Europa wirtschaftliche Hilfe an. Rede an der Harvard University, USA. 5. Juni 1947. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, MK-00074


Diese Hilfe wurde dann als Marshall-Plan-Hilfe oder ERP (European Recovery Program = Europäisches Wiederaufbau-Programm) bekannt.

Über die Situation in Österreich und das Warten auf Friedensverträge und den österreichischen Staatsvertrag. Rede von Bundespräsident Karl Renner (SPÖ) am Ende des Jahres 1946. (Ausschnitt). Östereichische Mediathek, 9-03901


Karl Renner (1870-1950), Jurist und Politiker. 1918-1920 Staatskanzler der 1. Republik. 1945 Erster provisorischer Regierungschef der 2. Republik. 1945-1950 Bundespräsident. Karl Renner war nach dem 1. Weltkrieg Leiter der österreichischen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Saint-Germain (Unterzeichnung am 10. September 1919).