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Die Zauberflöte (1791)
1 2 3 Zauberflöte

Kostümentwurf Königin der Nacht (Wien, ca. 1798 zu einer Fortsetzung der Zauberflöte „Das Labyrinth“ nach einem Libretto von Emanuel Schikaneder)
Die am 30. September 1791 erstmals aufgeführte Zauberflöte wurde sofort zum größten Erfolg innerhalb von Mozarts Opernschaffen, der sich auch nach seinem Tod fortsetzte. Komponiert wurde die Oper für eine Wiener Vorstadtbühne, dem Theater auf der Wieden, im Besitz Emanuel Schikaneders, des Librettisten und ersten Papagenos der Zauberflöte.
Gründe für die Popularität des Werkes liegen in der Verbindung von Volksstück und Mysterientheater aber auch in der Aufführung in deutscher Sprache, die einer raschen Verbreitung Vorschub leisteten. Die vordergründige Leichtigkeit trägt dazu bei, dass die Zauberflöte bis heute eine der populärsten und meistaufgeführten Opern der gesamten Opernliteratur ist.
Viel diskutiert wurde über den Symbolgehalt der Zauberflöte, begünstigt durch mythologische Elemente und die teilweise widersprüchlichen Charakterzüge der Hauptpersonen. Im Blickpunkt des Interesses steht vor allem die Durchdringung der Oper mit freimaurerischen Elementen. Mozart war selbst Mitglied der Freimaurerloge "Zur Wohltätigkeit", in die er 1784 aufgenommen wurde und die Anfang 1786 nach dem Freimaurerpatent Joseph II., das Logenzusammenlegungen zum Zweck einer besseren obrigkeitsstaatlichen Kontrolle vorsah, in die Loge "Zur Neugekrönten Hoffnung" eingegliedert wurde. Mozart nahm aktiv am Leben der Logen teil, widmete ihnen Kompositionen, am bekanntesten die Maurerische Trauermusik KV 477, und knüpfte dort soziale Kontakte zu Auftrags- und Geldgebern.
Mögen auch Anklänge an die Freimaurerei, unter anderem in den Initiationsriten gleichenden Prüfungen der Protagonisten zu finden sein, letztendlich ist die Zauberflöte eine Mischung aus unterschiedlichsten Gedanken und Quellen: den Feen- und Geistermärchen Christoph Martin Wielands, mit dem Mozart persönlich bekannt war, modischen Strömungen, wie dem Interesse an Kultur und Geschichte Ägyptens, Ideen der Aufklärung, komödiantischen, volkstheaterhaften Elementen - und, wie jedes Kunstwerk, dem Geist seiner Zeit, was hier auch eine uns heute seltsam erscheinende Charakteristik der Geschlechter, wie sie im Gegensatz Sarastro - Königin der Nacht zu Tage tritt, einschließt.
Emanuel Schikaneder

Christoph Martin Wieland, Lulu und die Zauberflöte. Sprecher: Paul Kraker. Audio - MP3.
Christoph Martin Wieland (1733 - 1813). Schriftsteller. Die in der Märchensammlung "Dschinnistan oder Auserlesene Feen- und Geistermärchen" erschienene Erzählung "Lulu und die Zauberflöte" bildet einer der Textgrundlagen, die Schikaneder für sein Libretto verwendete.
Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte, KV 620. Bei Männern welche Liebe fühlen. Emmy Bettendorf (Sopran), Gerhard Hüsch (Bariton). Audio - MP3. OeM 2-40487
Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte, KV 620. Dies Bildnis ist bezaubernd schön. Leo Slezak (Tenor). Audio - MP3. OeM 2-27446
Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte, KV 620. O ewge Nacht. Helge Rosvaenge (Tenor). Audio - MP3. Oem 2-13346