Zur Flashversion
Dies ist eine Seite ohne Flash-Inhalte. Für eine Wiedergabe mit vollständigem Design und Abspielmöglichkeiten für Audio- und Videodateien benötigen Sie das Flashplayer-Plugin. Sie können es hier downloaden.
This is a web page without flash elements. For replay of complete content and audio or video files you need the latest Flash Player plug-in. You can download it here.
NS-Zeit
Propaganda im Alltag
Arbeit, Frauenbild und Rassenwahn

Autobahnbau in Österreich
Adolf Hitler beim Spatenstich zum Reichsautobahnbau in Österreich. Walserberg bei Salzburg, am 7. April 1938.
Bis zum Baustopp wegen Arbeitskräftemangels 1942, waren nur 16,8 km Autobahn fertiggestellt. Erst 1954 wurde wieder weitergebaut.
Propaganda war während der NS-Zeit in einem bis dahin nie dagewesenem Maß Teil des Alltags. Man wusste um die Bedeutung politischer Agitation, sichtbares Zeichen dafür war das eigens eingerichtete "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" unter Joseph Goebbels. Thematisch beschränkte man sich im Kern auf wenige, stark emotionalisierte Themen. Im Zentrum stand eine mythologisierte "Volksgemeinschaft" gepaart mit einem "Führerkult" und dem gezielten Aufbau von Feindbildern: Der Antisemitismus spielte dabei eine Sonderrolle, aber auch der politische Gegner wurde Ziel propagandistischer Verleumdung.
Erstmals in der Geschichte wurden die zensurierten und gleichgeschalteten Massenmedien derart massiv für Zwecke politischer Propaganda genutzt, der "Volksempfänger", ein leistbares Radiogerät für breite Bevölkerungsschichten, spielte dabei eine große Rolle.
Propaganda umfasste alle Altersgruppen: Besonders umworben wurde die Jugend, die - in Vereinigungen wie Hitlerjugend (HJ) oder Bund deutscher Mädchen (BDM) zusammengeschlossen - nationalsozialistischen Erziehungsidealen unterworfen wurde.
Aufnahme in die Hitlerjugend
Feierliche Aufnahme der zehnjährigen Mädchen und Buben ins Deutsche Jungvolk (DJ), die Kinderorganisation der Hitlerjugend. Hier beim Absingen des Liedes der HJ. 19. April 1943. Ort unbekannt.
Von 14. bis 18. Jahren waren die Buben in der Hitlerjugend (HJ) und die Mädchen beim Bund Deutscher Mädel (BDM).
Robert Bader: Aufruf an die Wiener Arbeiter, Nationalsozialisten zu werden. Schilderung seines Weges vom kommunistischen Arbeiter zum Nationalsozialismus. 1938. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-38006
Die Gewinnung der Arbeiterschaft für den Nationalsozialismus erfolgte vor allem durch angekündigte Beschäftigungsvorhaben der neuen Machthaber. Man behauptete, die NS-Ideologie beinhalte die Erfüllung zentraler Anliegen der Arbeiterschaft - eine Argumentationslinie, die durch den Einsatz eines Arbeiters, der früher Kommunist gewesen war, glaubwürdiger erscheinen sollte.
Erster Spatenstich zum Bau der Autobahn Salzburg-Wien. Adolf Hitler, Salzburg/Wals, 7. April 1938. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-38015
Wenn noch heute - in Verdrehung historischer Tatsachen - von "guten" Seiten des Nationalsozialismus gesprochen wird, dann ist es vor allem das Wirtschaftsprogramm dieser Zeit, das hervorgehoben wird. Tatsache ist, dass die Arbeitslosigkeit - wie fast überall sonst auch - sank, dies aber fast ausschließlich durch Ausbau jener Wirtschaftszweige erreicht wurde, die der Kriegsvorbereitung dienten, was letztendlich zu Not und Zerstörung führte.
Der Autobahnbau kam 1942 wegen Arbeitskräftemalgel zum Erliegen, bis dahin wurden in Österreich lediglich rund 17 Kilometer fertig gestellt. Der Ausbau der Westautobahn wurde erst 1954 wieder aufgenommen.
Vortrag eines nationalsozialistischen "Rassewarts" vor NSDAP-Mitgliedern. Linz, 1940. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-40003
Dieser Vortrag von Walter Groß über die nationalsozialistische Rassen- und Bevölkerungspolitik, gehalten 1940 in Linz, war für die interne Parteischulung gedacht und zeigt sehr gut die menschenverachtende NS-Diktion.
Ansprache an die Jugend. Adolf Hitler, April 1939. (Ausschnitt) Österreichische Mediathek, E01-00142
Wie in zahlreichen anderen Reden steht auch hier ein mythologisierter Kampf im Mittelpunkt, auf den vor allem die Jugend vorbereitet werden sollte. Die Erzeugung dieses - fehlgeleiteten - Gemeinschaftsgefühls war ein entscheidender Punkt der Propaganda, besonders zur Gewinnung junger Menschen.