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| NS-Zeit
| Propaganda des Anschlusses | Propaganda und Durchhalteparolen | Propaganda im Alltag

NS-Zeit

Propaganda und Durchhalteparolen

Durchhalteparolen



Sonderveranstaltung der NSDAP

Sonderveranstaltung der Partei im Sportpalast. Blick in die Zuschauerreihen nach der Rede von Minister Goebbels zum "totalen Krieg". Berlin, am 18. Februar 1943.
Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖGZ


   Obwohl die Kriegseuphorie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs deutlich weniger stark ausgeprägt war als zu Beginn des Ersten Weltkriegs, nahmen Krieg und Kriegsvorbereitung einen guten Teil nationalsozialistischer Propaganda ein. Die Ideologie war stark von einem männerbündischen und soldatischen Ideal geprägt, das sich durch alle Parteiorganisationen zog. Der Dienst in der deutschen Wehrmacht war für eine ganze Generation junger Männer in vieler Hinsicht prägend. Konnte man anfangs noch auf einen für Deutschland günstigen Kriegsverlauf verweisen und war z. B. die Kapitulation Frankreichs für viele eine symbolische "Wiedergutmachung" für die Friedensverträge nach dem Ersten Weltkrieg, brachten die Ereignisse an der Ostfront ab 1941 eine langsame Wende. Der rassistische Vernichtungskrieg im Osten wurde von den Beteiligten lange Zeit als gerechter Kreuzzug gegen den Bolschewismus empfunden. Stalingrad brachte dann eine Wende, vor allem in der Wahrnehmung zu Hause - daran änderte auch Kriegspropaganda, wie Goebbels Rede im Berliner Sportpalast, als er zum totalen Krieg aufrief, wenig. 
   Die Demoralisierung der österreichischen Bevölkerung wurde durch die Bombenangriffe ab 1943 noch verstärkt, die Loyalität zum NS-Regime begann zunehmend zu bröckeln, während man andererseits mit der vermehrten Moblisierung letzter Kräfte, darunter auch jugendliche Flakhelfer oder der Volkssturm, den unausweichlichen Untergang um den Preis hoher Opferzahlen hinauszögerte. 
   

Propaganda gegen Kriegsende

Propaganda gegen KriegsendeKlebestreifen an einer Hausmauer, 1945
Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖGZ

Ansprache zum Heldengedenktag (Staatsakt im Lichthof des Zeughauses in Berlin). Rundfunkmitschnitt. Adolf Hitler, 15. März 1942. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 99-42001


Mit fortschreitendem Kriegsverlauf, der der deutschen Armee an der Ostfront herbe Verluste einbrachte, wurde auch die Propaganda immer mehr auf Durchhalteparolen (und in diesem Fall Rechtfertigungen) zugespitzt.

Rede über Stalingrad, Adolf Hitler, 30. September 1942. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, E01-01042


Stalingrad wurde zu einem symbolischen Markstein der militärischen Niederlage der deutschen Wehrmacht. Die Offensive um Staligrad begann im Sommer 1942 und endete im Jänner 1943 mit der Kapitulation der 6. Armee. Rund 150.000 deutsche (und österreichische) Soldaten fielen den Kämpfen, dem Hunger und der Kälte zum Opfer. Nach Stalingrad begann in der Bevölkerung der Glaube an den Sieg Deutschlands - trotz aller Versuche der politischen Propaganda - zu schwinden.

Sportpalastrede. Joseph Goebbels, Berlin, 18. Februar 1943. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, E01-01075


Joseph Goebbels liefert in dieser Rede vor ausgewählten Parteianhängern im Berliner Sportpalast ein Beispiel für Propaganda und Manipulation einer (ohnehin begeisterungsfähigen) Zuhörerschaft und beweist hier abermals sein rhetorisches Geschick. Die Rede, sowie die sorgfältige Inszenierung, die auch akustisch greifbar ist, apelliert, angesichts der katastrophalen Niederlage von Stalingrad, an den Durchhaltewillen der deutschen Bevölkerung.

Vereidigung einer Volkssturmeinheit in Steyr. 12. November 1944. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 6-00755


Als der vom nationalsozialistischen Deutschen Reich begonnene Krieg sich zur Niederlage wendete, wurde die Propaganda auf "Durchhalten", "Heldentum" und ähnliche Phrasen getrimmt. Dies lässt sich an diesem kurzen Ausschnitt aus einer Ansprache bei einer Vereidigung von Volkssturmmännern - sehr alte oder sehr junge Männer - in Steyr erkennen. Auf lokaler Ebene wurde hier der Ton aufgenommen, den z. B. die Radioansprachen von Josef Goebbels anschlugen.

Adolf Hitler spricht am 12. Jahrestag der Machtübernahme das letzte mal im Rundfunk. 30. Jänner 1945. (Ausschnitt) Österreichische Mediathek, 8-29544


Drei Tage zuvor - am 27. Jänner 1945 - wurde das KZ Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit.