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| Südtirolkonflikt
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Südtirolkonflikt

Stationen

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Unterschriftenaktion

Außenminister Figl mit seiner Frau während einer Unterschriftenaktion in Innsbruck für die Wiedervereinigung Südtirols mit Österreich. In der Mitte im Hintergrund der damalige Landeshauptmann Karl Gruber. Innsbruck 1946.
Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖNB


   Über viele Jahrzehnte hinweg schwelte zwischen Österreich und Italien der Konflikt um Südtirol. 1919 wurde im Vertrag von St. Germain entgegen den von US-Präsident Wilson proklamierten "14 Punkten", darunter das Selbsbestimmungsrecht der Völker, die Abtretung Südtirols an Italien festgehalten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhebt Österreich 1946 auf der Pariser Außenministerkonferenz vergeblich Anspruch auf Südtirol.  
   Am 5. September 1946 unterzeichnen der italienische Ministerpräsident Alcide de Gasperi und der österreichische Außenminister Karl Gruber das "Pariser Abkommen" (Gruber-De Gasperi-Abkommen), in dem der Provinz Bozen Autonomie und den Südtirolern Gleichberechtigung mit den Italienern zugesprochen wird. 1947 beschließt Italien die Zusammenlegung der Provinz Trentino mit Südtirol, die zu einer italienischen Mehrheit in der neu geschaffenen Region führt. 1948 erhält die Region Trentino-Alto Adige ein Autonomiestatut. Österreich protestiert, dass durch diese Vorgehensweise das Pariser Abkommen nicht eingehalten wurde. 1960 bringt Österreich die Südtirol-Frage vor die UNO, deren Generalversammlung am 31. Oktober eine Südtirolresolution annimmt, in der Österreich und Italien zu weiteren Verhandlungen über die Durchführung des Pariser Abkommens aufgefordert werden. In den 1950er und 1960er Jahren kommt es immer wieder zu Sprengstoffanschlägen, Terror- und Gewaltakten, die die Verhandlungen zwischen Österreich und Italien nachteilig beeinflussen. Im Herbst 1969 nimmt die Südtiroler Volkspartei die Lösung eines 137 Maßnahmen umfassenden "Pakets" und eines "Operationskalenders" von 13 Punkten an. Die Außenminister Kurt Waldheim und Aldo Moro geben im November 1969 in Kopenhagen ein Communiqué heraus, das die Verwirklichung von Paket und Operationskalender in einem Zeitplan festlegt. 1972 tritt ein neues Autonomiestatut für Südtirol in Kraft. Erst zwanzig Jahre später sind alle Punkte des "Südtirolpakets" verwirklicht und der Streit über Südtirol zwischen Österreich und Italien formell beigelegt. Im Juni 1992 überreichen die UNO-Botschafter Österreichs und Italiens dem UNO-Generalsekretär Boutros-Ghali die "Streitbeilegungserklärung".

Franz Gschnitzer

Franz GschnitzerDer Jurist, Universitätsprofessor und ÖVP-Politiker an seinem Schreibtisch im Juli 1954.

Gscnhitzer war 1946/47 und 1947/48 Rektor der Universität Innsbruck. Außerdem war er Präsident des Obersten Gerichtshofes des Fürstentums Liechtenstein und 1956-1961 Staatssekretär im Außenministerium. Er übte bestimmenden Einfluß auf die österreichische Südtirol-Politik aus.
Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖNB/USIS

Bericht des Bundesministers für Auswärtige Angelegenheiten Leopold Figl über den Stand der Südtirolverhandlungen und Nationalratsdebatte über den Bericht. Ausschnitt. Wien, 4. März 1959. Österreichische Mediathek, 4-02946.


Während des Konflikts strahlte ein Südtiroler Geheimsender u. a. Appelle aus. Österreichische Mediathek, 4-02946


Nationalratsdebatte über das Südtirol-Problem. Ausschnitt. Wien, 9. Februar 1961. Österreichische Mediathek, 4-2946.


Franz Gschnitzer (1899-1968), Jurist, war zu dieser Zeit Staatssekretär (ÖVP) im Außenministerium.

Interview mit Außenminister Kurt Waldheim. Walter Greinert (Gestaltung). Ö1-Abendjournal vom 1. Dezember 1969. Ausschnitt. Österreichische Mediathek, ja-691201.


Bericht über die Regierungserklärung und Parlamentsdebatte zu Südtirol. Helmut Pfitzner. Ö1-Abendjournal vom 15. Dezember 1969. Ausschnitt. Österreichische Mediathek, ja-691215.