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| Vernichtung
| im NS Regime

Vernichtung

im NS Regime



Stigmatisierung

Die jüdische Bevölkerung wird gezwungen einen Judenstern zu tragen. Wien 1941.
Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria


   Die millionenfache Ermordung derer, die laut NS-Ideologie nicht dem Bild des von ihr propagierten "Rasseideals" entsprachen, war ein zentraler Pfeiler des nationalsozialistischen Regimes. 
   Der Antisemitismus war keine Geisteshaltung, die sich erst nach dem Anschluss 1938 manifestierte; antisemitische Strömungen reichen bis weit in die Monarchie und die 1. Republik zurück. Man griff hier teilweise auf, was latent schon vorhanden war, doch der Schritt hin zum industriell organisierten Massenmord entsprang der nationalsozialistischen Herrschaft selbst.  
   Der Weg zur Vernichtung war von stufenweiser Radikalisierung geprägt, gedeckt durch gesetzliche Maßnahmen: "Arisierung"- also der Raub jüdischer Vermögenswerte, Ausschluss von Jüdinnen und Juden aus dem Bildungssystem und dem Berufsleben, Zwang in die Emigration unter Zurücklassung des Vermögens, Ghettoisierung, Deportation und Vernichtung: Über 65.000 österreichische Jüdinnen und Juden wurden in den Konzentrationslagern ermordet. 
   Gleiches geschah mit den in Österreich lebenden Roma und Sinti: nach Stigmatisierung als "Asoziale" und Arbeitslagern kam die Vernichtung, der mehr als die Hälfte der in Österreich ansässigen Roma und Sinti zum Opfer fielen. 
   Nicht "rassisch" begründet, aber den Biologismen des NS-Staates unterworfen, war die Euthanasie, die systematische Ermordung geistig und körperlich behinderter Menschen. Zentrum des Euthanasieprogramms in Österreich war Schloss Hartheim, OÖ, wo rund 20.000 Opfer ums Leben kamen.

Hetzausstellung

HetzausstellungPlakat zur antisemitischen Hetzausstellung "Der ewige Jude". Sie befand sich in der Wiener Nordwestbahnhalle. August 1938.

Diese, im 2. Bezirk gelegenen Halle (Taborstraße 89-93), wurde im 2. Weltkrieg durch Bombentreffer zur Ruine, und wurde danach abgerissen.
Mit freundlicher Genehmigung: bildarchivaustria/ÖGZ

Arthur Seyß-Inquart bei der Eröffnung der Ausstellung "Der ewige Jude". Wien, Nordwestbahnhalle, 30. Juli 1938. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 6-00755


Am 2. August 1938 wurde in der Wiener Nordwestbahnhalle die Ausstellung "Der ewige Jude" eröffnet (die schon 1937 in München gezeigt wurde), die der Bevölkerung das von der NS-Ideologie gezeichnete Bild "des Juden" vorführen sollte. Der Besucher/innenzustrom war groß und der Standort war - im Sinne der NS-Inszenierung - nicht zufällig gewählt: Dieser Stadtteil Wiens wies vor dem Holocaust einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil auf. Parallell zu Hetzkampagnen liefen auch die so genannten "Arisierungen", die widerrechtlichen Aneignungen jüdischer Vermögenswerte.

NS-Pogrom "Reichskristallnacht" in Wien, Reportage von Eldon Walli. 10. November 1938. (Ausschnitt). Österreichische Mediathek, 6-00755


In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 fanden in Wien, wie auch in zahlreichen anderen deutschen Städten die Novemberpogrome, in der NS-Propaganda auch "Reichskristallnacht" genannt, statt. In Wien wurden zahlreiche Juden ermordet, jüdische Geschäfte geplündert und die Synagogen verwüstet. Diese Reportage berichtet aus dem 2. Wiener Gemeindebezirk, einem Bezirk mit traditionell hohem jüdischen Bevölkerungsanteil und spiegelt die aufgeheizte Stimmung in der Bevölkerung wider.

Brundibar und die Kinder von Theresienstadt. Hörfunksendung, Österreich 1, 1998. Österreichische Mediathek, 11-00548


Brundibar, die Oper des tschechischen Komponisten Hans Krása (1899 - 1944), die den Sieg von Kindern über einen bösen Drehorgelmann - Brundibar - zum Inhalt hat, wurde im KZ Theresienstadt für die dort internierten Kinder, die diese Oper über 50 Mal aufführten, zu einer Flucht aus der erdrückenden Realität. Die Tatsache, dass musikalische Aufführungen in einem Konzentrationslager, hier dem zeitweilig als "Musterlager" geltenden Theresienstadt, stattfanden, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele der Protagonisten und auch der Komponist selbst, letztendlich der Ermordung zum Opfer fielen.

On the Elimination of the Jews in Europe. Bericht der deutschen BBC. 24. 12. 1942. Österreichische Mediathek, E01-01060


Dieser Bericht der deutschen BBC aus dem Jahr 1942 gibt in nüchternen Zahlen ein erschreckend klares Bild der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und den von Deutschland besetzten Gebieten und zeigt, dass das Ausmaß der Vernichtung schon vor Kriegsende bekannt war.