1968 - Ereignisse international

Das Jahr 1968 war weltweit geprägt von Protesten unterschiedlicher Intensität der jüngeren Generation gegen ein veraltetes Bildungssystem, gegen ein rückständiges Gesellschaftsbild und gegen den Vietnamkrieg. Überschattet wurde das Jahr von der Ermordung der Leitfigur der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den USA, Martin Luther King, und des US-Präsidentschaftskandidaten Robert Kennedy. Trotz erster Verhandlungen zwischen den USA und Nordvietnam in Paris dauerte der Vietnamkrieg noch einige Jahre an.

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Jahresrückblick auf Studentenproteste international

In Europa war Paris im Mai 1968 Brennpunkt heftiger Studentenproteste für verbesserte Studienbedingungen und eine liberalere Gesellschaft, gegen eine konservativ-autoritäre Regierung und eine kapitalistische Konsumgesellschaft, mit deren Anliegen sich weite Teile der Bevölkerung und Gewerkschaften nicht nur wegen des harten Vorgehens der Polizei solidarisierten. Ein mehrwöchiger Generalstreik legte Frankreich weitgehend lahm, höhere Löhne und der Rücktritt der Regierung wurde gefordert. Staatspräsident Charles de Gaulle drohte Ende Mai mit Verhängung des Ausnahmezustands und rief für Juni 1968 Neuwahlen aus, die von den konservativen Gaullisten hoch gewonnen wurden.

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Studentenproteste in Paris

und Generalstreik

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Feiern zum 1. Mai

in Berlin

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Nichts passiert in Mexiko-Stadt?
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Studentenproteste in Mexiko

Massaker an Studenten

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Studentenproteste in Japan

Universität in Tokio besetzt. Schwere Zusammenstöße mit der Polizei

Studentenproteste

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Der Mai 1968

in Paris

Schon vor 1968 begannen Protestaktionen wie das Free Speech Movement in Kalifornien, das freie Rede und Forschung an den Universitäten forderte. Auch in Japan, Polen, den Niederlanden, Spanien und anderen Ländern kam es zu Protestbewegungen gegen verkrustete Strukturen an den Universitäten und in der Gesellschaft sowie gegen den Vietnamkrieg. In Mexiko-Stadt wurde im Oktober 1968 von Polizei und Militär an mehreren Hundert friedlich demonstrierenden Student/innen ein Blutbad angerichtet, zehn Tage vor der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in dieser Stadt.

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Attentat

auf Rudi Dutschke

In Westdeutschland wurde den Student/innen, die sich gegen das rückständige und undemokratische Universitätssystem wandten, große Ablehnung von reaktionären Medien entgegengebracht. Zersplitterte Gruppen einte die Empörung über den Tod des Studenten Benno Ohnesorg, der im Juni 1967 bei Ausschreitungen während einer Demonstration gegen den persischen Schah in Berlin von einem Polizisten erschossen wurde. Besonderes Feindbild der Presse des Springer-Konzerns war der Studentenführer Rudi Dutschke, der in der aufgeheizten Stimmung einem Schussattentat zum Opfer fiel, das er nur knapp überlebte und an dessen Spätfolgen er 1979 starb.

Der Pastor Martin Luther King jr. war seit den 1950er Jahren bis zu seiner Ermordung der wichtigste Repräsentant der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung, die sich gegen die herrschende rassistische Diskriminierung und für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung in den USA einsetzte. Anfang April 1968 sprach sich King vor Demonstranten in Memphis, Tennessee, zum wiederholten Male für Gewaltlosigkeit aus. Am 4. dieses Monats wurde er ebendort in einem Hotel erschossen. Diese Nachricht löste Unruhen in vielen Städten der USA aus.

Ermordung von Martin Luther King und von Robert Kennedy

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Jahresrückblick

Martin Luther King und Robert Kennedy ermordet

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Stimmen zu Martin Luther Kings Ermordung

Die Stimme Amerikas, Deutscher Dienst 

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Schwarzer Dienstag

Trauertag in New York am Tag des Begräbnisses von Martin Luther King

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Reportage über die Beisetzung

von Martin Luther King in Atlanta

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In memoriam

Robert Kennedy

Robert Kennedy war der jüngere Bruder des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, den er in dessen erfolgreichen Präsidentschaftswahlkampf 1960 unterstützte und in dessen Kabinett er Justizminister wurde. Nachdem er 1964 unter Präsident Johnson nicht Vizepräsident wurde, kandidierte er 1968 für das Präsidentenamt. Nach Vorwahlsiegen in einigen Bundesstaaten erlag Kennedy am 6. Juni 1968 einem Schussattentat.

Vietnamkrieg

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Erste Verhandlungen

in Paris zwischen USA und Nordvietnam im Mai 1968

Militärisch, nach monatelangen Kämpfen, eine Katastrophe für Hanoi, brachte die Tet-Offensive politisch die Entscheidung des Krieges. Der TV-Journalist und Sprecher Walter Cronkite, „The Most Trusted Man in America“, sprach im Fernsehen aus, was viele Amerikaner dachten, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen war. Der demokratische US-Präsident Lyndon B. Johnson verzichtete auf eine Wiederkandidatur und Richard M. Nixon, Kandidat der Republikaner, gewann die Wahl mit dem Slogan der „Vietnamisierung“ des Krieges, dem schrittweisen Abbau der US-Militärpräsenz im Land.

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Berichte über Kämpfe

und Entlaubungen im Vietnamkrieg

1968 brachte für den Vietnamkrieg gleichzeitig Höhe- und Wendepunkt. Mit seit 1965 stetig steigender Militärpräsenz im Land, zu Jahresbeginn 1968 fast 500.000 US-Soldaten, wurde die amerikanische Öffentlichkeit langsam der Versicherungen aus dem Weißen Haus und dem Pentagon, über einen baldigen Sieg, müde. Tet – das vietnamesische Neujahrfest am 30. Jänner 1968 - brachte die bis dahin größte Offensive des Viet Cong und der nordvietnamesischen Truppen in Südvietnam.