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One Flash of Eating Gods - A Haitian Voodoo Ceremony

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Title One Flash of Eating Gods - A Haitian Voodoo Ceremony
Title addition Alle Götter essen - Eine Haitianische Voodoo-Zeremonie
Playing time 00:12:20
Contributors Keller, Wittigo [Wiss. Verfasser/in]
Kremser, Manfred [Wiss. Verfasser/in]
Manafi, Said [Regie] [GND ]
Manafi, Said [Kamera] [GND ]
Österreichisches Bundesinstitut für den Wissenschaftlichen Film [Produzent]
Date 1986 [Aufnahmedatum]
Place Wien [Produktionsort]
Keywords Wissenschaft und Forschung ; Gesellschaft ; Ethnologie ; Religion ; Malerei ; Festakte ; Tiere ; Tanz ; Volksmusik - Musik zu bestimmten Anlässen ; Dokumentation ; Wissenschaftlicher Film ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme
Spatial classification Haiti
20. Jahrhundert - 80er Jahre
Type video
Format VKADB [Videokassette, DigiBeta]
Numbers P 2048
Language Deutsch
Deutsch+Englisch
Signature Österreichische Mediathek, vx-03193_01_k02, vx-03193_01_k01
Media type MPG-Videodatei

Information

Content

„Anhand zweier Sequenzen einer Voodoo-Zeremonie, die in der ekstatischen Trance gipfeln, sowie zweier kosmologischer Bilder der naiven haitianischen Malerei erhält der Betrachter Einblick in die Grundstruktur des Voodoo-Kults. Die Machart des Films läßt außerdem eine direkte Konfrontation auf der Erfahrungsebene „Anwesenheitserlebnis“ zu, was dem Grundanliegen, der Aufnahmesituation, und letztlich der Edition des Filmes entspricht. Für eine adäquate Erlebnisintensität empfiehlt es sich daher, den Film in möglichst großer Laufstärke vorzuführen.“ (Zeitschrift Wissenschaftlicher Film; Nr. 40; Jahr Juni 1989; Seite 51)
Voodoo gehört neben Shango, Umbanda, Macumba und Candomblé zu den bedeutendsten synkretistischen Kulten Afroamerikas. Der Film zeigt eine Zeremonie (Nago-Ritus), welche in einem Voodoo-Tempel („Hounfour“) abgehalten wird. Zu sehen sind in Rot gekleidete, männliche und weibliche VoodoopriesterInnen („houngan“ und „mambo“). Alkohol wird aus einer mit Pailletten besetzten Opferflasche getrunken und in den Raum ausgespien. Danach folgt „Twirling“, einem Begrüßungsakt. Charakteristisch für eine Voodoo Feier sind die Opfergaben von Alkohol und Tieren. Die typischen Mehl- Ritualzeichnung („vèvè“) dienen der Beschwörung der „loas“ (spirits) und helfen diesen, auf den Zeremonienplatz herabzusteigen. Die Trommel ist dabei ein ständiger Begleiter des Verlaufs der Zeremonie. Die Ritualrassel („asson“) dirigiert dabei die Kommunkation zwischen „mambo“ (der Voodoopriesterin) und den Göttern. Ein Tieropfer macht das fortgeschrittene Stadium der Zeremonie deutlich und lädt die „Ioas“ ein. Gezeigt wird ein Gemälde von Verard VALCIN („Voodoo Ceremony“; 1963), welche die Kosmologie des Vodoo schildert. So findet sich in der waagrechten stets das irdische Dasein wieder, während in der senkrechten (repräsentiert durch die Mittelsäule des Zeremonieplatzes) sich das Himmlische wiederspiegelt. Ein weiteres Gemälde „Erde, Himmel und Hölle“ cvon Prefète DUFFAUT erklärt die 7 Phasen am spirituellen Weg des Voodoo. 1) So symbolisierte ein irdisches Tor mit Kreuz, dass Leben und den Tod. 2) „Wegspiralen“ symbolisieren die Kraft. 3) Eine Kreuzung dient als Prüfung zur Wahl der Wege/ Welten. 4) Bestreitbare Himmelsleitern führen zu den kosmischen Eingangstoren. Dabei gelangt man zur 5) Unterwelt, die erdengleich, jedoch qualvoller, ärmer und vom Bösen beherrscht wird. Oder man gelangt zum 6) Himmel als Paradies, der lieblicher, reicher und vom Guten beherrscht wird. Für den Haitianer kann das Leben somit beides zugleich sein, Paradies oder Hölle, je nach Wahl seines Weges. (Zeitschrift Wissenschaftlicher Film; Nr. 40; Jahr Juni 1989; Seiten 51-62)

Collection history

Sammlung ÖWF

Notes on the content

Synkretismus meint die Vermischung religiöser Ideen oder Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild. Voraussetzung ist, dass diese Ideen oder Philosophien sich zuvor als inhaltlich voneinander unterschieden abgegrenzt haben und dass sie als religiös-philosophische Teilaspekte auf einen Absolutheitsanspruch verzichten. Synkretismus nimmt vielmehr die Aspekte unterschiedlicher Religionen mehr oder weniger bewusst auf und formt sie zu etwas Neuem. Als Beispiel hierfür fungiert der haitianische „Vodou“ (Vodu, Vodun, Vodoun, etc.). Dieser wird vor allem in Haiti von der haitianische Diaspora praktiziert und glaubt an einen fernen, unbekannten Schöpfergott („bondye“), der jedoch nicht in menschliche Angelegenheiten interveniert. Es sind primär Geister („loa“), die dem „bondye“ dienen. So ist jeder einzelne „loa“ verantwortlich für einen bestimmten Aspekt des Lebens. Um den Alltag zu navigieren, kultivieren „Voduisten“ (jene die Voodoo praktizieren) persönliche Beziehungen mit dem „loa“ durch die Präsentation von Angeboten, die Erstellung von persönlichen Altären und Devotionalien, sowie der Teilnahme an aufwändigen Zeremonien der Musik, Tanz und Besessenheit. „Vodou“ entstand in der französischen Sklavenkolonie Saint-Domingue im 18. Jahrhundert. Die Mehrheit der aus West- und Zentralafrika Sklaven wurde nach Haiti gebracht, mit ihnen auch das Glaubenssystem des Voodoo.

Die Vorgeschichte zu dieser EC Einheit war die Tatsache, dass Said Manafi ein Portrait über Jean-Claude Duvalier drehen wollte und mit einem Vierpersonenteam schließlich nach Port au Prince abreiste. Jean-Claude Duvalier (auch „Baby Doc“ genannt) erschien jedoch nicht zu den Dreharbeiten. Das Fernbleiben Duvaliers liess Manafi umdisponieren. Zusammen mit einem Tontechniker blieb er in Port au Prince und erstellte vor Ort ein Konzept für einen Dokumentarfilm über Haiti. Es entstand ein ca. 40 minütiger Film über Haiti (TV- Fassung). Im Zuge der Dreharbeiten wurde auch eine Vodoo-Zeremonie aufgezeichnet. Charakteristisches Merkmal hierbei ist die situative Kameraführung Said Manafis, bei welcher er dank der Schulterkamer den Bewegungsabläufen der Zeremonie folgt.

Teilnehmende Beobachtung als Forschungsmethode der Ethnologie

Völkerkunde/ Ethnologie

Thematisierung von Tieropfern in den Filmen des ÖWF

Type of recording

Wissenschaftlicher Film

Anmerkungen zur Geschichte des ethnographischen bzw. ethnologischen Films

Technical Notes

Videodigitalisierung an der Österreichischen Mediathek

Location in the digital collection

Keywords

Wissenschaft und Forschung , Gesellschaft , Ethnologie , Religion , Malerei , Festakte , Tiere , Tanz , Volksmusik - Musik zu bestimmten Anlässen , Dokumentation , Wissenschaftlicher Film , Publizierte und vervielfältigte Aufnahme

Part of the collection

Sammlung ÖWF
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