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Journal-Panorama - Kriegsschauplatz Sarajewo: Interview mit Sergej Princip

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Title Journal-Panorama - Kriegsschauplatz Sarajewo: Interview mit Sergej Princip
Title addition Ausschnitt aus dem Ö1-Abendjournal vom 28. Juli 1993 (Beitrag Nr. 12)
Playing time 00:31:37
Contributors Wolf, Armin [Gestaltung] [GND ]
Schwarz, Alfred [Gestaltung]
Princip, Sergej [Interviewte/r]
ORF [Produzent]
Date 1993.07.28 [Sendedatum]
Keywords Gesellschaft ; Krieg ; Straftaten ; Rückblick ; Radiosendung-Mitschnitt
Spatial classification Bosnien-Herzegovina
Jugoslawien
Österreich-Ungarn
Österreich
20. Jahrhundert - 90er Jahre
20. Jahrhundert - 10er Jahre
Type audio
Format TKA [Tonband auf Kern (AEG)]
Language Deutsch
Rights Mit freundlicher Genehmigung: ORF
Link zur gesamten Journalsendung
Signature Österreichische Mediathek, ja-930728_b03_k02
Media type Mp3-Audiodatei

Information

Content

Abendjournal vom 28. Juli 1993 [Ausschnitt, Beitrag 12, Journal-Panorama], Einblendung: Sergej Princip, Nachfahre von Gavrillo Princip, dem Attentäter von Sarajewo, durch dessen Mord am Thronfolger Franz Ferdinand 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach. Sergej Princip, 42 Jahre, Journalist floh 1992 aus Sarajewo nach Wien. Der Serbe ist ein entschiedener Gegner des Krieges und der serbischen Politik, er sieht sich als Bosnier, befürchtet aber dass er das kulturell vielschichtige Bosnien so nie wieder vorfinden werde. In Österreich bekam er aufgrund seiner serbischen Herkunft oder seines Nachnamens nie Ressentiments zu spüren. Die Leute seien einfach über die serbische Politik entsetzt, damit habe er aber kein Problem. Gerade aufgrund seiner multiethnischen Identität werde Sarajewo in den Augen der militärischen Akteure Ziel der Zerstörung zugunsten einer ethnisch homogenen Stadt, die jede Seite für sich beansprucht. Literarische Ausschnitte über das Zusammenleben der kroatischen, muslimischen, serbischen, griechischen und jüdischen Händler am Markt von Sarajewo. Princip betont das Stadt-Land-Gefälle Bosniens: während die Städte wie Sarajewo, Bihac, Jajce oder Srebrenica ethnisch gemischt seien, präsentiere sich eine eigene ländliche Mentalität die abgeschlossener sei: am Land gibt es serbische, kroatische, muslimische Dörfer die jedes für sich blieben und ethnisch segregiert seien. Selbst dort, wo die Dörfer ethnisch gemischt seien, würden die einzelnen Gruppen in unterschiedlichen Stadtteilen leben. So ist Bosnien zwar ethnisch und kulturell vielfältig, am Land, das den größten Teil der Republik ausmacht, sind die Ethnien aber voneinander getrennt. Princip über die Teilungspläne Bosniens: "Ich würde mich als Mensch sehr schlecht fühlen an einem Ort, an dem früher einmal ein anderer gelebt hat und der jetzt mit Blut bedeckt ist", "Ich bin bewusst bei denjenigen geblieben, die verlieren werden,", so Princip, weil ich mich keiner Nationalität zuzählen möchte". Aber er sehe sich nicht als Opfer. Seine 80-jährige Mutter sei noch immer in Sarajewo und versuche seit einem Jahr nur noch zu schlafen, weil sie sich vor Hunger nicht mehr bewegen könne. Nicht nur Granatenbeschuss ermorde die Leute, sondern auch Hunger und Unterversorgung.

Collection history

Sammlung Radio Mitschnitte der Österreichischen Mediathek

Type of recording

Magazinbeitrag - Nachrichtenmagazine

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Metadaten

Location in the digital collection

Keywords

Gesellschaft , Krieg , Straftaten , Rückblick , Radiosendung-Mitschnitt

Part of the collection

Sammlung Radio Mitschnitte der Österreichischen Mediathek
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