Tauromachie und Tragödie. Anmerkungen zum spanischen Stierkampf
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Catalog slip
| Title | Tauromachie und Tragödie. Anmerkungen zum spanischen Stierkampf |
| Playing time | |
| Authors and Contributors |
Rollhäuser, Lorenz [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Date |
1991.09.07 [Sendedatum] |
| Keywords | Gesellschaft ; Feature ; Tiere ; Brauch ; Radiosendung-Sendematerial |
| Type | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung] |
| Signature | 9-33505 |
| Complete work/Series | Hörbilder |
Information
Content
"Tauromachie" ist ein Fremdwort, das hierzulande nur wenige verstehen dürften, seine Übersetzung, "Stierkampf", kennt dagegen jeder. Im Gegensatz zu Spanien, wo Stierkämpfe vor einem begeisterten Publikum zelebriert werden, empfindet man bei uns solche Veranstaltungen weithin als grausame Tierquälerei. Das war auch hierzulande nicht immer so. In einem Buch über deutsche Opferbräuche bei Ackerbau und Viehzucht heißt es: "In Stadtsteinach fand bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts am Faschingsdienstag die sogenannte Farrenhetze statt, d.h. man hetzte einen jungen Stier auf den Marktplatz und durch die Straßen des Städtleins solange mit Hunden, bis er zusammensank und sich ohnmächtig von den Rüden zerfleischen ließ. Das grausame Spiel endete damit, daß die Metzgerburschen den abgehetzten Stier schlachteten und das Fleisch unter die Armen verteilten." In abgemilderter Form kann man in spanischen Dörfern bei der örtlichen Fiesta noch heute Ähnliches erleben; die klassische spanische Form des Stierkampfs entwickelte sich im Lauf des 18. Jahrhunderts und mit ihm der Torero als Star und Volksheld. Dabei ist die Bezeichnung "Stierkampf" durchaus problematisch und verdeckt eher, daß im Kern der Corrida ein Opferritual steckt.