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Österreichs immaterielles Kulturerbe - Von Brauch und Spiel

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Catalog slip

Title Österreichs immaterielles Kulturerbe - Von Brauch und Spiel
Authors and Contributors Venier, Alexandra [Gestaltung]
Domnanovich, Stefan [Gestaltung]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Date 2026.11.02 [Sendedatum]
Keywords Kultur ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Type video
Format DOV [Digitales Original Video]
Language Deutsch
Signature E52-47331

Information

Content

[Senderinformation] Die Dokureihe widmet sich Bräuchen, Fertigkeiten und Traditionen, die nicht in Museen aufbewahrt, sondern von Menschen gelebt und weitergegeben werden.

Was tun, wenn der Winter nicht weichen will, Kinder an ihre guten Vorsätze erinnert werden müssen und die Weinernte eingebracht ist? Österreich kennt darauf seit Jahrhunderten eine ebenso einfache wie kreative Antwort: Man rastet aus!

In der Folge „Von Brauch und Spiel“ stellt Regisseurin und Produzentin Alexandra Venier mit ihrem Team drei Traditionen aus unterschiedlichen Regionen vor: das Öblarner Krampusspiel in der Steiermark, das Blochziehen in Fiss in Tirol und den Perchtoldsdorfer Hiataeinzug in Niederösterreich.

Das Öblarner Krampusspiel ist kein gewöhnlicher Krampuslauf, sondern eines der letzten steirischen Volksschauspiele. Wenn Luzifer predigt, der Tod an die Vergänglichkeit erinnert und der heilige Nikolaus die Höllenbrut in ihre Schranken weist, treffen christliche Belehrung, vorchristliche Rituale und Theaterdonner aufeinander. Die Texte des Spiels wurden über Generationen mündlich weitergegeben.

In Fiss wird der Winter mit schwerem Gerät vertrieben: Alle vier Jahre ziehen rund 60 Männer einen etwa 30 Meter langen und sechs Tonnen schweren Zirbenstamm auf einem Schlitten durch das Dorf. Begleitet wird der „Bloch“ von Hexen, Bärentreibern und weiteren Figuren.

Die kunstvollen Masken schnitzt der Fisser Bildhauer Siegfried Krismer; die Frauen des Dorfes schminken und kostümieren die Darsteller und verfassen Gstanzln über die Ereignisse der vergangenen Jahre.

Der Perchtoldsdorfer Hiataeinzug erinnert an die Weinhüter, die einst die reifenden Trauben bewachten. Höhepunkt des Erntedankfests ist die mehr als drei Meter hohe und rund 80 Kilogramm schwere „Pritschn“. Der Pritschnträger muss sie durch den Ort tragen und dabei immer wieder rotieren lassen. Nach der Festmesse werden die Missgeschicke des vergangenen Jahres in Gstanzln besungen.

Ob als Volksschauspiel, winterliches Ritual oder Erntedankfest: Die Bräuche bleiben lebendig, weil Menschen ihre Rollen übernehmen, Wissen weitergeben und gemeinsam dafür sorgen, dass das Spiel von Neuem beginnen kann.

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