Aufbrüche und Umbrüche: Die 80er-Jahre in persönlichen Erinnerungen

In Zusammenarbeit mit dem Ausstellungszentrum Schallaburg für die Ausstellung “80er - Grenzen waren gestern.” begab sich die Sammlung MenschenLeben auf eine biografische Spurensuche zu den 1980er-Jahren.

Die 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts waren ein in vielerlei Hinsicht spannungsgeladenes und ereignisreiches Jahrzehnt. International markierten die 1980er einen letzten Höhepunkt des Kalten Krieges, bevor die Öffnung des Eisernen Vorhangs und der Fall der Mauer 1989/90 das Ende des Ost-West-Konflikts einläutete. Innenpolitisch war diese Zeit nach der Ära der SPÖ-Alleinregierungen mit Bundeskanzler Bruno Kreisky ab 1983 von wechselnden Regierungskoalitionen und einem Erstarken des Rechtspopulismus unter Jörg Haider und der FPÖ geprägt. Mit der Wahl von Kurt Waldheim (ÖVP) zum Bundespräsidenten setzte 1986 eine hitzige Debatte über dessen Kriegsvergangenheit ein, bei der eine Übernahme der moralischen Verantwortung Österreichs an den NS-Verbrechen zunehmend eingemahnt wurde.

Christian Schreibmüller beim Interview in der Österreichischen Mediathek, 2025 ©
Christian Schreibmüller beim Interview in der Österreichischen Mediathek, 2025

Gesellschaftlich gesehen zeigten sich die 80er bewegt und aktivistisch: Die neuen sozialen Bewegungen und Protestkulturen, die zum Teil auf die 68er-Revolution zurückgingen, forderten einen Wandel und wollten alte, verkrustete Gesellschaftsstrukturen aufbrechen. Diese zivilgesellschaftlichen Strömungen traten unter anderem für die Emanzipation von Frauen, die Anerkennung von Schwulen und Lesben, alternative Lebens- und Arbeitsformen, für Frieden und Abrüstung oder auch für Umweltschutz und die Abkehr von Atomenergie ein. Das wachsende ökologische Bewusstsein – insbesondere nach den Protesten gegen die Kraftwerkserrichtung in der Hainburger Au und der Atomkatastrophe von Tschernobyl – manifestierte sich auch in der Gründung der Grünen Partei und deren erstmaligem Einzug in den Nationalrat im Jahr 1986.

Und was macht die 80er vielleicht auch so besonders?
Interviewfrage

Vertiefungen in die Sammlung MenschenLeben

Die Sammlung MenschenLeben hat keine thematischen Einschränkungen. Das macht sie vielfältig, lebendig und einzigartig. Kooperationen mit Institutionen und Forscher:innen bereichern MenschenLeben durch Interviews mit spezifischen Schwerpunkten und Perspektiven. Mit dieser laufend wachsenden Onlineausstellung möchten wir vertiefende Einblicke in die Sammlung bieten.

Erika Thümmel im Interview bei der Präsentation von persönlichen Erinnerungsstücken, 2025 ©
Erika Thümmel im Interview bei der Präsentation von persönlichen Erinnerungsstücken, 2025

In elf lebensgeschichtlichen Videointerviews, die die Sammlung MenschenLeben mit Personen mit unterschiedlichsten biografischen Hintergründen geführt hat, wurde den Geschehnissen und dem Zeitgeist der 1980er nachgespürt. Bemerkenswert an dieser Interviewreihe erscheint, dass viele Themen, die die Menschen bereits in den 80ern beschäftigt haben, nichts an Aktualität und Relevanz verloren haben. So werden in den Interviews immer wieder Bezüge zu heute hergestellt, indem etwa auf die Klimakrise eingegangen wird oder angesichts der vielen weltweiten Krisenherde Parallelen zur Kriegs- und Atomkriegsgefahr im Kalten Krieg gezogen werden.

Ausschnitte aus diesen Interviews werden zudem in der im April 2026 eröffneten Ausstellung „80er - Grenzen waren gestern.“ auf der Schallaburg (Niederösterreich) gezeigt.

Interviewsituation mit Georg Clam-Martinic auf der Burg Clam, 2025 ©
Interviewsituation mit Georg Clam-Martinic auf der Burg Clam, 2025

Lebensgefühl und Zeitgeist

Die 80er-Jahre sind „in“ – so könnte man das allgemein große Interesse bzw. die Nostalgiewelle rund um diese Dekade auf den Punkt bringen. Egal ob in der Popkultur oder der Geschichtsrezeption: Die 1980er scheinen trotz der damaligen tiefsitzenden Angst vor Atomkrieg und Umweltbedrohungen eine gewisse Sehnsucht nach einer vermeintlich heileren Welt zu bedienen - gerade im Vergleich zu den vor allem ökonomisch eher als krisenhaft wahrgenommenen 70er-Jahren.

Auch in den elf MenschenLeben-Interviews wurde – unabhängig von den jeweiligen Biografien – ein überwiegend positives Bild von dieser Zeit gezeichnet. Viele der Interviewten verbinden die 80er mit einer Aufbruchstimmung und sprechen von einer prägenden Zeit mit neuen Möglichkeiten, die sich damals sowohl gesellschaftlich als auch im eigenen Leben aufgetan haben.

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"Das, was damals so war, war das Aufeinanderprallen der alten Lebensformen mit den neuen Lebensformen"

Die Juristin, Psychotherapeutin und Theologin Rotraud A. Perner spricht über die 80er-Jahre und die Themen, die in dieser Zeit im psychosozialen Bereich aufgekommen sind.

Es war eine Zeit, wo man auch viel ausprobieren konnte
Gertraud Bogner
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"Da sind so Impulse gekommen, wo man gemerkt hat, das Land ist gar nicht so blöd"

Die Biolandwirtin und Aktivistin Maria Vogt beschreibt den von den 68ern inspirierten neuen Geist und die neuen Entwicklungsmöglichkeiten am Land in den 1980er-Jahren.

Maria Vogt auf ihrem Biobauernhof in Obersdorf, Ende der 80er-Jahre ©
Maria Vogt auf ihrem Biobauernhof in Obersdorf, Ende der 80er-Jahre
Es war eine Erntezeit, wo man vieles geerntet hat, was in den 70er-Jahren gepflanzt wurde
Rotraud A. Perner
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"Das Grundfeeling der 80er war halt auch ein anarchisches"

Christian Schreibmüller (Autor, Kulturveranstalter und ehemaliger Akteur der Wiener Alternativ- und Freiraumszene) ordnet das Lebensgefühl der 1980er im Vergleich zu anderen Jahrzehnten ein.

Aufnahme aus dem autonomen Kultur- und Kommunikationszentrum Gassergasse (GAGA), 1981-1983 ©
Aufnahme aus dem autonomen Kultur- und Kommunikationszentrum Gassergasse (GAGA), 1981-1983
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"Es war eigentlich auch das Gefühl einer gewissen Solidarität"

Gertraud Bogner, Ethnologin und Leiterin des Kunstraums Buchberg, erinnert sich an die Kunstszene und die grüne Bewegung der 80er-Jahre.

Gertraud und Dieter Bogner (l.) im Kunstraum Schloss Buchberg am Kamp ©
Gertraud und Dieter Bogner (l.) im Kunstraum Schloss Buchberg am Kamp

Persönliche Auf- und Umbrüche

In lebensgeschichtlichen Interviews werden nicht nur einzigartige persönliche Erinnerungen und Erfahrungen festgehalten, sondern im Gesagten spiegelt sich auch Zeittypisches und der Einfluss der „großen Welt“ auf die Biografien wider. So lassen sich in den für die 80er-Jahre-Ausstellung geführten Interviews auch exemplarische Rückschlüsse auf historische Begebenheiten sowie die gesellschaftlichen und politischen Strukturen jener Zeit ableiten. Die Erzählungen des Ehepaares Zeynep und Bayram Ilhan, die in den 70er-Jahren als „Gastarbeiter“ aus der Türkei nach Österreich gekommen sind, geben einen beispielhaften Einblick in die Geschichte der Arbeitsmigration und stehen stellvertretend für den Lebensweg vieler Migrant:innen, die in den 80er-Jahren in Österreich heimisch geworden sind. Ähnlich verhält es sich bei der Biolandwirtin und -aktivistin Maria Vogt, deren Ideen und Zugang zu Landwirtschaft stark vom Austausch mit anderen Akteur:innen der damaligen Biobewegung geprägt wurden.

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"Da ist die Lebensfreude gekommen, da war ich einfach"

Die Schriftstellerin Zdenka Becker, die 1974 aus der Tschechoslowakei zu ihrem Ehemann nach Österreich gezogen ist, reflektiert über ihre slowakisch-österreichische Identität und die Rolle, die die 80er-Jahre für ihre eigene Biografie gespielt haben.

Zdenka Becker am Anfang ihrer Schriftstellerkarriere in den 1980ern. ©
Zdenka Becker am Anfang ihrer Schriftstellerkarriere in den 1980ern.
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"Irgendwann im Herbst 1981 wurde ich gewählt, und ich habe sie dann eh gefragt, ob sie wahnsinnig sind"

Christian Schreibmüller schildert die Gründung des autonomen Jugendzentrums Gassergasse und erzählt von seiner Wahl zu dessen Obmann.

Ich war dann sozusagen der Berlusconi der Gassergasse
Christian Schreibmüller
Die Gassergasse (GAGA) in der Anfangszeit, 1981 ©
Die Gassergasse (GAGA) in der Anfangszeit, 1981
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"Und wir waren eben eine Truppe, die gesagt hat: 'Nein, das kann es überhaupt nicht sein!'"

Maria Vogt erinnert sich an die Biobewegung der 80er-Jahre und die Umstellung des elterlichen Betriebs auf Biolandwirtschaft.

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"Und wir waren mit unseren Stammkunden wie eine Familie"

Der Pensionist Bayram Ilhan erzählt von seinen Anfängen als Gastronom im Jahr 1980.

Für Österreicher, für Ausländer. Es war nicht so einfach, zusammenzukommen
Zeynep Ilhan
Zeynep und Bayram Ilhan in ihrem Lokal "Kuckucksnest", das die beiden 29 Jahre lang gemeinsam in St. Pölten geführt haben. ©
Zeynep und Bayram Ilhan in ihrem Lokal "Kuckucksnest", das die beiden 29 Jahre lang gemeinsam in St. Pölten geführt haben.
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"Das 'Nest' hat da vielen Österreichern auch die Augen geöffnet"

Zeynep Ilhan spricht über den Zusammenhalt und das Überwinden von kulturellen Barrieren im “Kuckucksnest”.

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"Das hat sich ergeben dadurch, dass Aids auf einmal ein Thema war"

Rotraud A. Perner erzählt vom Tabuthema Sexualität und von ihrer Arbeit in Familien- und Sexualberatungsstellen in den 1980er-Jahren.

Bewegte Zeiten

Rückblickend werden die 1980er oft als eine Zeit der stabilen Ordnungen gesehen. Dabei zeugt gerade die damalige Popularisierung des Protests vom allgemeinen Krisenbewusstsein in diesem Jahrzehnt. Im Schatten des Kalten Krieges und angesichts vielfältiger ökologischer Bedrohungen wie Waldsterben, Ozonloch oder Atomgefahr, waren es besonders die Umwelt- und Friedensbewegungen, die in Österreich imstande waren, die Massen zu mobilisieren und eine Gegenöffentlichkeit zu erzeugen. So gelten die Proteste von 1984 gegen den geplanten Bau eines Donaukraftwerks in der Stopfenreuther Au bei Hainburg als Geburtsstunde der modernen Umweltbewegung. Auch die Friedensbewegung konnte in den 80er-Jahren breite Teile der Bevölkerung erreichen: Zwischen 1981 bis 1983 fanden in Wien und in den Landeshauptstädten mehrere Friedensdemonstrationen mit der zentralen Forderung nach Abrüstung statt. Die Demonstration am 15. Mai 1982 in Wien gilt mit rund 70.000 Teilnehmer:innen als Höhepunkt der Friedensbewegung und war bis zu diesem Zeitpunkt die größte Kundgebung der Zweiten Republik.

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00:17:17 video
"Wenn die Frauen etwas Künstlerisches gemacht haben, dann ist es nie so ernst genommen worden"

Die Restauratorin und Künstlerin Erika Thümmel spricht über ihren Zugang zu Feminismus und Emanzipation sowie das Frauenbild in den 1980er-Jahren.

Erika Thümmel (r.), 1986 ©
Erika Thümmel (r.), 1986
Diese furchtbare Propaganda des Kalten Krieges
Erika Thümmel
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"... das war wirklich im Verbotenen, im Geheimen, in einem Hinterzimmer"

Erika Thümmel erzählt von der Friedensbewegung der 80er-Jahre und ihrer Verhaftung in den USA, nachdem sie mit anderen Aktivist:innen in ein Armeedepot eingedrungen war.

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00:09:18 video
"Damals, ist mein Gefühl, war man irgendwie aktiver, politisch"

Der Kulturvermittler und Konzertveranstalter Georg Clam-Martinic spricht über den politischen Aktivismus in den 80er-Jahren, seine Teilnahme an der Besetzung der Hainburger Au und die gewaltsame Räumungsaktion durch die Polizei.

Das waren zum größten Teil wirklich Menschen, die aus der Überzeugung kamen
Dieter Bogner
Zeitungsinterview mit Dieter Bogner über die Au-Besetzung, Falter 1/85
Zeitungsinterview mit Dieter Bogner über die Au-Besetzung, Falter 1/85
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00:20:16 video
"Weil ich dort einfach dafür gesorgt habe, dass alles eben ein geordnetes Chaos ist"

Der Kunsthistoriker und Museologe Dieter Bogner beschreibt seine Rolle bei den Protesten gegen den geplanten Kraftwerksbau bei Hainburg.

Vergangenheitsbewältigung

Die Affäre rund um den von 1986 bis 1992 amtierenden Bundespräsident Kurt Waldheim wegen dessen von ihm verschwiegener Rolle als Wehrmachtsoffizier und sein vermutliches Wissen um Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg, bedeutete einen geschichtspolitischen Wendepunkt in Österreich. Der öffentliche Erinnerungsdiskurs, der sich aus dieser Debatte entspann, führte zu einer Erosion der Opferthese, wonach Österreich als erstes Opfer der nationalsozialistischen Expansionspolitik keine Mitverantwortung für die Verbrechen des NS-Regimes tragen würde. Diese Auseinandersetzung um (Mit-)Schuld und Täterschaft übertrug sich infolge auch ins Private. In den Familien begannen die Nachgeborenen, ihre Eltern und Großeltern nach deren persönlichen Verstrickungen in den Nationalsozialismus zu fragen.

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"Das ist für mich nicht verständlich"

Der frühere Politiker Franz Löschnak kritisiert den persönlichen Umgang von Kurt Waldheim mit den Vorwürfen gegen ihn.

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"Ich glaube, dass das schon eine Befreiungsgeschichte war schlussendlich"

Maria Vogt beschreibt die Auswirkungen der Waldheim-Debatte sowie die Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs und der NS-Zeit in ihrer Familie.

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"... was damals gekommen ist, so eine Aufklärung auch über die Geschichte, über die eigene Geschichte"

Georg Clam-Martinic spricht über seine persönliche Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und das Ende des Schweigens in den 80er-Jahren.

Vorher hat es immer geheißen, Österreich ist das erste Opfer
Georg Clam-Martinic

Oral History-Boom in den 80ern

Die 1980er-Jahre brachten für die damals noch junge - ursprünglich aus den USA kommende - wissenschaftliche Methode Oral History einen enormen Schub. Im Sog der neuen sozialen Bewegungen entwickelten sich unter dem Anspruch einer „Geschichtsschreibung von unten“ neue Wege und Zugänge zu Geschichte, wie etwa lokale Gesichtswerkstätten oder Oral History-Initiativen. Maßgeblich für die Etablierung von Oral History in Österreich wie Deutschland war zudem das Interesse an der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und des Holocaust. Mit dieser Methode konnte die ursprünglich stark auf Täter:innenquellen aufbauende Geschichtsforschung überwunden und den Verfolgten und Überlebenden des NS-Terrors eine Stimme verliehen werden. In diesem Zusammenhang wird auch oft von der „Geburt des Zeitzeugen“ gesprochen, ist doch das Phänomen der Zeitzeugenschaft in der öffentlichen Wahrnehmung nach wie vor untrennbar mit den Aussagen und Berichten der Opfer der Shoah verbunden.

Parallel dazu kam es in der Oral History-Forschung seit Mitte der 80er-Jahre zu einer Weiterentwicklung von Interviewtechniken und Interpretationsmethoden.

Grenzen fallen

Die 80er-Jahre endeten mit einem Jahrhundertereignis: Dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs. Damit war die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Ost-West-Teilung Europas aufgehoben und die Grenzen wurden wieder geöffnet.

Mehr als 40 Jahre lang hatte der Kalte Krieg zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion und ihren jeweiligen Militärblöcken die globalen Machtverhältnisse und damit auch das Leben der Menschen bestimmt. Mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) leitete Michail Gorbatschow als Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion das Ende des Kalten Krieges und den Zerfall des Ostblocks ein. Obwohl dieser „Krieg“ nie offiziell erklärt wurde und das „Gleichgewicht des Schreckens“ bzw. die atomare Pattstellung den ideologischen Gegner eigentlich von einem militärischen Erstschlag abhalten sollte, war die Angst vor einem Atomkrieg auf beiden Seiten stets präsent.

Es ist offenbar den Kombattanten gelungen, den Eindruck zu erwecken, als wäre diese Welt wirklich in der Lage, ohne Weltkriege auszukommen


Frank Löschnak über den Kalten Krieg
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"Ich habe das alles erlebt, diese Euphorie dort"

Georg Clam-Martinic schildert seine grenzüberschreitende Familiengeschichte, die Auswirkungen des Falls des Eisernen Vorhangs auf die Familienbesitzungen in Tschechien und seine Beziehung zu den Menschen dort.

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"Da möchte ich mal hin"

Die in der Tschechoslowakei aufgewachsene Autorin Zdenka Becker spricht über die Bedeutung des Eisernen Vorhangs in ihrem Leben.

Alle haben sich gefreut, dass die Grenzen gefallen sind

Zdenka Becker
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"Es wird ungefähr ein Jahr oder eineinhalb Jahre dauern"

Der ehemalige Innenminister Franz Löschnak erinnert sich an ein Gespräch aus dem Jahr 1989 mit seinem deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble.

Interviews: Isabelle Engels, Valerie Limbach, Michael Maier
Kamera: Michael Maier
Texte und Auswahl: Michael Maier

Eine Kooperation der Sammlung MenschenLeben/Österreichische Mediathek mit der Schallaburg Kulturbetriebsges.m.b.H                                                                                                                                          

 

Die Interviews wurden dem Ausstellungskonzept der Schallaburg Kulturbetriebsges.m.b.H. entsprechend im Format 9:16 (also im Hochformat) aufgezeichnet.
Die vollständigen Interviews können je nach rechtlicher Freigabe entweder im Online-Katalog der Österreichischen Mediathek oder in den Benutzerräumen angehört und angesehen werden.