In der Reihe The Archivist’s Choice erzählen Mitarbeiter:innen der Österreichischen Mediathek monatlich von ihren ganz persönlichen Archiv-Highlights, Aha-Momenten und Lieblingsaufnahmen, die ihnen bei ihrer Arbeit in einem der größten Medienarchive Österreichs begegnen.
Medienarchivar:innen evaluieren, sortieren, schlichten, digitalisieren, katalogisieren, beschreiben, speichern, präsentieren, skartieren – und haben dabei mit überraschenden, einzigarten, besonderen oder auch ganz alltäglichen Aufnahmen zu tun. The Archivist's Choice versammelt einige davon und präsentiert jeden Monat einen neuen und persönlichen Einblick in die Sammlungen der Österreichischen Mediathek.
„Ich muss nur lachen“, sagt Hilde Menzel, wenn sie daran denkt, was die heutige Jugend alles nicht mehr isst. Denn sie selbst isst ohne Weiteres zwei Tage alten Spinat und Schwammerln, auch alter Kartoffelsalat hat ihr nie geschadet, und Wasser trinkt sie kaum. Und recht hat sie: Schließlich steht sie zum Zeitpunkt des Interviews im 100. Lebensjahr, lebt mit Unterstützung ihrer Pflegerin in der eigenen Wohnung und erledigt ihre Einkäufe zum Teil noch selbst.
Tina Plasil-Laschober liebt Geschichten – in Büchern, im Theater und im richtigen Leben, und darf sich seit über 17 Jahren in der Oral History-Sammlung MenschenLeben mit lebensgeschichtlichen Erzählungen und Erinnerungen beschäftigen.
Dieses 2018 von Katharina Sacher geführte lebensgeschichtliche Interview wurde ausgewählt, da es den meistgehörten und meistvorgespielten Audioausschnitt der Sammlung MenschenLeben enthält. In dieser Passage schildert Hilde Menzel, wie sie ihren späteren Ehemann kennenlernte. Ihre sehr individuelle Art des „Männer-Castings“ wirkt zunächst wie eine rein persönliche, humorvoll dargebrachte Erinnerung, eröffnet zugleich aber zeithistorische Einblicke ins Alltagsleben im letzten Kriegsjahr in Wien. Dadurch spiegelt dieser Ausschnitt einen der zentralen Merkmale von Oral History wider: Die enge Verflechtung von individuellen Erfahrungen mit zeittypischen Ereignissen. Dieses Zusammenspiel macht narrativ-biografische Interviews zu einer wichtigen Forschungsquelle.
Hilde Menzel wurde 1919 in Wien geboren, wo sie ihr gesamtes Leben verbrachte. Nach vier Jahren Volksschule und vier Jahren Bürgerschule besuchte sie die Handelsakademie. Berufliche Erfahrungen sammelte sie zunächst in einem Delikatessengeschäft, später in einem jüdischen Verlag, der nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gezwungen war zu schließen. Nach ihrer Heirat und der Geburt ihrer beiden Kinder war sie als Hausfrau und Mutter tätig. Ein zentrales Thema ihres Interviews ist die Armut der Nachkriegszeit: Eindrücklich schildert sie das sogenannte „Hamstern“, um die Versorgung ihrer Familie sicherzustellen.
Hilde Menzel erzählt vom Kennenlernen ihres Ehemanns im Wien um 1944/19
Hilde Menzel blickt auf die schwierigen Jahre der Nachkriegszeit zurück und schildert die Umstände, unter denen sie sich auf ihre Kinder vorbereitete.
Lebensgeschichten müssen nicht außergewöhnlich oder spektakulär sein, um für die Oral History von Bedeutung zu sein. Gerade alltägliche Erinnerungen eröffnen differenzierte Einblicke in Lebensrealitäten und gesellschaftlichen Wandel vergangener Zeiten. Hilde Menzel erzählt von ihrem „Grabeland“ am Wolfersberg, von der „Sesselfrau“ im Stadtpark, vom „Fassldippler“ und vom „Zigaretten-Arretierer“, sowie von Spannungen mit der sudetendeutschen Schwiegermutter.
Hilde Menzel legt Wert auf ihr Äußeres, verweigert es bis heute, Hosen zu tragen, und hat gepflegte Fingernägel. Sie war immer schon gerne in Gesellschaft – so hat sie auch heute noch einen genauen Wochenrhythmus: Montags trifft sie Freundinnen, dienstags spielt sie Bauernschnapsen, mittwochs Bridge usw.
In der Verschriftlichung mögen diese Details unscheinbar wirken, aber vorgetragen mit der unverwechselbaren Stimme und Sprache von Hilde Menzel entfalten sie ihre besondere Qualität: Die Zuhörenden tauchen in Hilde Menzels Lebenswelt ein und genießen einen köstlichen Ohrenschmaus. Darum gilt: Nicht lesen – hören! Denn das macht Oral History aus.
Musik – insbesondere vertraute Aufnahmen – kann Erinnerungen aktivieren: Bilder und Szenerien entstehen im Kopf, bis hin zu Gerüchen.
Plötzlich ist man wieder Kind und hört in der elterlichen Wohnung eine Platte ihrer Schellacksammlung.
Oft braucht es genau diese eine spezielle Aufnahme, um in diese Erinnerungswelten mit all ihren Assoziationen einzutauchen.
Marion Jaks ist Archivarin in der Österreichischen Mediathek und schildert anhand einer persönlichen Erfahrung, wie Musik Erinnerungen wecken kann und Vergangenheit plötzlich wieder spürbar macht.
Für meinen Vater war Schuberts An die Musik unauflöslich mit der Stimme von Lotte Lehmann verknüpft. Als Kind hatte er immer wieder eine Schellackplatte seiner Eltern gehört. Diese Aufnahme prägte sich ihm ein und wurde zu einem wichtigen Begleiter in seinem Leben. Später spielte er An die Musik selbst nach Gehör am Klavier. Als Kind habe ich mit ihm dieses Stück gesungen, während er uns begleitete. Das Lied wurde Teil einer gemeinsamen Erinnerung.
Das letzte Mal hörten wir An die Musik gemeinsam im Spital. Mein Vater war bereits weit an Demenz erkrankt und konnte nicht mehr Klavier spielen. Vieles war verlorengegangen. Doch dieses Lied kannte er noch. Und es war nicht irgendeine Fassung – es war die Stimme von Lotte Lehmann, ihre Interpretation, die Erinnerung und Emotion auslöste, und ihn wieder in diesen Moment zurückholte.
Die Sammlung verschiedener Interpretationen ist daher nicht nur für die Musikwissenschaft relevant. Sie hält Erfahrungsräume offen, in denen Musik weiterwirken kann: als Erinnerung, als Trost und als Verbindung zwischen Menschen – selbst dann, wenn vieles andere verlorengeht.
mit Lotte Lehmann (Sopran]) und Paul Ulanowsky (Klavier)
Die Bestände der Österreichischen Mediathek sind nicht nur Dokumente musikalischer Aufführungspraxis. Sie sind Teil des gesellschaftlichen Gedächtnisses. Unterschiedliche Interpretationen eines Liedes wie An die Musik bewahren nicht nur stilistische Vielfalt, sondern ermöglichen individuelle Erinnerungsbindungen – oft über Generationen hinweg.
Indem sie diese Stimmen bewahrt, bewahrt die Österreichische Mediathek auch die Möglichkeit, dass Musik Erinnerung bleibt.
Mit dem Reaktorunfall im Atomkraftwerk in Tschernobyl, auf dem Gebiet der heutigen Ukraine, ereignete sich vor rund 40 Jahren, am 26.4.1986, die folgenschwerste Nuklearkatastrophe seit jeher. Auf der siebenstufigen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse wurde dieser Vorfall als erstes Ereignis in die höchste Kategorie „katastrophaler Unfall“ eingestuft.
Das Medienaufkommen, das dieses Geschehnis zur Folge hatte, war enorm: In der Österreichischen Mediathek findet man unter der Suchabfrage „Tschernobyl“ 877 Treffer im Katalog.
Jasmin Hilbert arbeitet als Assistenz der Leitung in der Österreichischen Mediathek und interessiert sich sehr für Frauen- und Genderthemen, sowie für die mediale Aufarbeitung von historischen Ereignissen – auch wenn diese vor ihrer Geburt stattgefunden haben. Für diesen Beitrag hat sie sich zwei besondere Schmankerln aus den Online-Beständen der Mediathek herausgesucht.
Besonders eindrucksvoll ist ein archivierter Beitrag der Zeit im Bild 1 vom 30.4.1986, vier Tage nach der Katastrophe. Die Aufnahme dokumentiert nicht nur nüchtern das (angenommene) Ausmaß der Zerstörung oder die frühen Reaktionen der Bevölkerung, sondern bietet auch einen Einblick in die damalige technische Ausstattung des ORF-Studios (und einen Blick auf Ursula Stenzel, die man damals noch nicht als ÖVP/FPÖ-Abgeordnete kannte, sondern deren Namen man nur mit dem Journalismus in Verbindung brachte.)
Sendung Zeit im Bild 1 vier Tage nach dem Reaktorunfall
Bezeichnend für viele Beiträge dieser Zeit ist die Art, wie mit widersprüchlichen Informationen und unklaren offiziellen Mitteilungen umgegangen wurde, weshalb auch diese beiden Beiträge ausgewählt wurden.
Die Situation erinnert an die Berichterstattung zu Beginn der Corona-Pandemie, als aufgrund uneinheitlicher Kommunikation von Empfehlungen und tatsächlichen Risiken in der Bevölkerung erhebliche Verunsicherung über angemessene Schutzmaßnahmen herrschte: Die Grundstimmung, nicht mehr zu wissen, was sicher ist und welchem Rat man folgen soll, lässt sich im Beispiel an den Reaktionen der Standler und Besucher:innen des Naschmarkts gut nachhören– auch in teilweise humorvoll-sarkastischem Ton.
Mittagsjournal 1986.05.06
Mittagsjournal 1986.05.06
Was bei der medialen Berichterstattung oft verloren geht: Frauen waren von den Folgen des Reaktorunfalls in besonderer Weise betroffen. Auch über gesundheitliche Folgen hinaus gehören die sogenannten Liquidatorinnen – Frauen, die in Verwaltung, Medizin oder Dekontaminationsarbeiten eingesetzt wurden – zu einer oft übersehenen Gruppe.
Die Atomkatastrophe in Tschernobyl wird auch in der Populärkultur umfangreich aufgearbeitet und liefert Stoff für Literatur, Kunst, Film und Fernsehen. In der vielfach ausgezeichneten HBO Miniserie Chernobyl aus 2019 wird implizit auch auf die Unterrepräsentanz von Frauen in der medialen Berichterstattung eingegangen: Während beispielsweise alle Charaktere der Serie auf realen Personen basieren, wurde die fiktive weißrussische Wissenschaftlerin Ulana Khomyuk stellvertretend für die wissenschaftliche Gemeinde Russlands und als Hommage an alle Frauen erstellt, deren Einsatz und Namen in Vergessenheit geraten sind.
Was ist das Neue an den AV-Medien, das, was andere, ältere Medien wie zum Beispiel Schrift und Buchdruck, nicht können? – Schwer zu beschreiben, aber eigentlich leicht zu zeigen. Sagen wir provisorisch: Das Neue, Einzigartige, ist das, was über das Schriftliche hinausgeht – und hören wir uns Beispiele für dieses „Mehr-an-Information“ an.
Rainer Hubert, ehemalige Leiter der Mediathek, versucht, den besonderen Quellenwert audiovisueller Dokumente anhand von Beispielen hörbar zu machen.
Diesen Text lesen ist offenkundig etwas anderes, als jemanden - einen Schauspieler zum Beispiel - diesen Text sprechen zu hören. Eine Tonaufnahme davon enthält daher mehr als bloß den Text des Gedichtes; sie beinhaltet auch die stimmliche Interpretation, die Stimme des Sprechenden. Dies ist ein „Mehr-an-Information“, das nur die AV-Medien aufzeichnen können.
Tonaufnahmen von 1940
Die menschenverachtende Sprache des Nationalsozialismus in der Rede eines „Rassewartes“ in Linz im Jahr 1940: brutale Worte in brutaler Weise gesprochen …
Jede/r kennt sie, jede/r benützt sie: AV-Medien - das sind doch die, bei denen man ein Gerät braucht, um sie abzuspielen oder ein Handy zum Streamen. Filme, Musik und so.
Eine alltagstaugliche Beschreibung vielleicht, hilft aber nicht, sie zu verstehen. Das ist zu menschenbezogen, zu sehr von der Benützung her gedacht. Das ist so, wie wenn man die Tierwelt bloß in essbare und nicht-essbare Tiere einteilen würde. Eine solche Betrachtungsweise bringt uns zu keinem Verständnis der Sache selbst, seien es nun Tiere oder AV-Medien.
Was also ist der Wesenskern der AV-Medien? - Geräte, gewiss! Aber entscheidend ist nicht die Wiedergabe durch Geräte, entscheidend ist, dass zu ihrer Entstehung eine Apparatur vonnöten ist. AV-Medien sind Geräte-geboren.
Was machen diese Geräte? – Sie bilden etwas ab: AV-Medien sind apparativ hergestellte Abbildungen von akustischen und/oder optischen Sachverhalten.
AV-Medien sind apparativ hergestellte Analoga (Abbildungen) von akustischen und/oder optischen Sachverhalten und Abläufen, die übertragen und/oder aufgezeichnet werden.
Das „Mehr-an-Information“ wäre noch offensichtlicher, wenn auch Film, Video, Fotografie herangezogen würde.
Die Onlineausstellung „Tonkonserven“ zeigt Tondokumente aus der Anfangszeit der Tonaufzeichnung und beleuchtet Aspekte wie Technik, Konsum, Emotion und Utopie. Im Kapitel „Literatur“ sind vier historische Aufnahmen des berühmten „Sein oder Nichtsein“-Monologs aus Hamlet von 1902, 1908, 1912 und 1917 zu hören, gesprochen von drei verschiedenen, damals schon international sehr bekannten und durchaus berühmten Schauspielern.
Peter Ploteny vertieft sich unter anderem in die rechtlichen Möglichkeiten der Verwendung von audiovisuellen Medien, hört und sieht gerne historische Tondokumente und Videodokumente.
Adolf von Sonnenthal (1832-1909), der älteste dieser drei Schauspieler, sprach die vorhandene Aufnahme 1908, ein Jahr vor seinem Ableben, auf Platte. Josef Kainz (1858-1910) nahm den Monolog im Jahr 1902 auf und Alexander Moissi (1879-1935) 1912, ein weiteres Mal 1917.
Diesen Aufnahmen gemeinsam ist, dass sie mit rein akustischer bzw. mechanischer Aufnahmetechnik aufgenommen wurden. Das heißt, die Schauspieler dieser vier Aufnahmen sprachen (wie zu dieser Zeit auch Sänger:innen und Instrumentalmusiker:innen, Orchester sangen oder spielten) in einen Trichter, und über eine an einer Membran befestigten Nadel wurden die Schwingungen auf Platte graviert. Erst ab 1925 wurden mit Hilfe der Erfindung des Mikrophons und elektrischer Verstärker die Tonaufnahmen drastisch verbessert.
Alexander Moissi, 1912
Alexander Moissi, 1917
Adolf von Sonnenthal, 1908
Sonnenthal, Kainz, Moissi und viele andere Schauspieler:innen, Sänger:innen, Musiker:innen waren zu dieser Zeit Stars und Berühmtheiten und unternahmen Tourneen mit Auftritten bis nach Russland oder in die USA.
Als Hörerlebnis und auditives Vergnügen beeindrucken die unterschiedlichen, individuellen Interpretationen dieses berühmten Monologs, auch zB bei Alexander Moissi selbst, einmal 1912 und fünf Jahre später. Diese auch zeitgebundene Mode- und Stilentwicklung lässt sich seit Beginn der Schallaufzeichnung durch das ganze weitere 20. und 21. Jahrhundert bis heute erleben und beobachten.
Josef Kainz, 1902
Am Zenit seines Schaffens gab Billy Wilder seinem langjährigen Freund aus Wiener Tagen, dem Journalisten Friedrich Porges, ein kurzes Interview. Es wirft ein Licht auf Karriere und Arbeitsweise des großen Filmemachers, blickt aber auch zurück auf eine gemeinsame Zeit vor der Emigration in die USA.
Im Fernsehen lief spätabends ein Film von Billy Wilder: The Apartment (1960) spiegelte nicht notwendigerweise die eigenen vier Wände wider, der Audioarchivar Stefan Kaltseis erinnerte sich allerdings daran, vor nicht allzu langer Zeit ein auf Tonband aufgezeichnetes Gespräch mit dem Regisseur digitalisiert zu haben.
„Hier spricht Friedrich Porges aus Hollywood!“ Mit diesen Worten eröffnete der renommierte Filmkritiker stets seine kurzen Beiträge, die er über die USIA (United States Information Agency), einer für Öffentlichkeitsarbeit zuständigen und direkt der US-Regierung unterstellten Behörde, in regelmäßigen Abständen nach Österreich sandte.
Friedrich Porges spielte eine wichtige Rolle als kultureller Vermittler zwischen Europa und der amerikanischen Filmwelt. Nach seiner Flucht aus Wien 1938 setzte er seine Arbeit als Journalist zunächst in Großbritannien, danach in den USA fort.
In einem Interview, das er im April 1960 mit dem ebenfalls in Wien aufgewachsenen und vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten nach Amerika emigrierten Filmemacher und Drehbuchautor Billy Wilder führte, sprechen die beiden auf joviale Weise über Filmprojekte und Sneak Previews, die für die österreichische Zuhörerschaft in ihrer Funktion genau erklärt werden.
Sie erinnern sich aber auch an ihre gemeinsame Zeit bei der Wiener Tageszeitung Die Stunde im Wien der 20er Jahre und sprechen über Aufenthalte Wilders in Europa. Dieser erzählt, jährlich nach Österreich zurückzukehren, um, wie er sagt, in Bad Gastein seinen Sommerurlaub zu verbringen („Da nehm ich meine Bäder.“).
In den Jahren zuvor hatte Wilder mit Werken wie Sunset Boulevard oder Some Like It Hot Filmgeschichte geschrieben und verkörperte dadurch das Beste der goldenen Ära Hollywoods – mit Eleganz, mit Humor, aber auch der Fähigkeit, gesellschaftliche Themen in unterhaltsame Geschichten zu verpacken. Dabei, so Wilder, versteht er sich durchwegs als Filmemacher unterschiedlichster Genres, der nicht einer einzelnen Filmgattung zuzuordnen ist, oder, wie er es ausdrückt: „Ich spring so herum wie das Rössl auf dem Schachbrett“. Er gibt sich bescheiden, sei auch nur deshalb selbst zum Regisseur avanciert, da viele andere seine Drehbücher „vermurkst“ hätten. Man kann das auch Koketterie nennen.
Im Interview schwingt viel unsentimentale Nostalgie mit. Hier treffen sich zwei alte Bekannte, Freunde aus längst vergangenen Tagen: Der Filmkritiker als bewundernder Connaisseur und der am Höhepunkt seines kreativen Schaffens stehende, dabei stets bodenständig gebliebene Filmregisseur. Und beide nehmen die vor ihren Radios sitzenden österreichischen Hörer*innen mit auf eine kleine Reise ins Herz der „Traumfabrik Hollywood“.