Die Umwelt geht uns alle an!

Umweltgeschichte

Auch wenn der Mensch schon immer von Natur umgeben war, auch wenn der Mensch durch seine Aktivi­täten seine Um­welt schon immer stark ver­änderte, be­gann man erst in den 1960er Jahren wahr­zu­nehmen, dass mit dem mensch­lichen Ein­fluss auf die Um­welt größere Pro­bleme ver­bunden sein könnten, denen man mittels einer Umwelt­politik be­gegnen müsse.

Die Umweltgeschichte in Österreich prägten Ereignisse wie der Öl­preis­schock von 1973/74 und 1979, die Volks­ab­stimmung über das AKW Zwentendorf 1978 und das Konrad-Lorenz-Volks­be­gehren in Zu­sammen­hang mit der Be­setzung der Hain­burger Au 1984/85. Öko­logische Themen wurden zu ernst­zu­nehmenden Dis­kussions­punkten. Diese Ver­änderung der Wahr­nehmung spiegelte sich nicht nur in der politischen Land­schaft Öster­reichs durch den Ein­zug der „Grünen Alternative“ 1986 in den National­rat wider, sondern eben­so in der euro­päischen und inter­nationalen Politik. Heute zählen öko­logische Fragen zu den wichtigsten global dis­kutierten Themen. Die Um­welt geht uns alle an, so­wohl als Einzel­person als auch als Teil der Welt­be­völkerung.

AKTUELL – 40 Jahre Abstimmung gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf!

Am 5. November 1978 wurde in Österreich über die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf abgestimmt. 
Bei dieser ersten bundesweit durchgeführten Volksabstimmung in Österreich stimmten 50,47 % gegen eine Inbetriebnahme des Kraftwerkes.
Als Folge wurde im öterreichischen Parlament im Dezember das Atomsperrgesetz beschlossen, durch welches der weitere Bau von Atomkraftwerken in Österreich verboten wurde. 

Im Rahmen des "Gedenkjahres 2018" erinnert die Österreichische Mediathek an diese umweltpolitische Wende in der österreichischen Geschichte und präsentiert Medienquellen rund um "40 Jahre Zwentendorf" im  Rahmen einer neuen Onlineausstellung. DIe Aufnahmen stehen für Bildugnszqwecke dauerhaft online zur Verfügung. 

 

Darum geht’s

1985 (wiederverlautbart 1994) wird Umwelterziehung mittels Grund­satz­er­lasses als fächer­über­greifendes Unter­richts­prinzip fest­gelegt. Auch in den Lehr­plänen für Ge­schichte und Politische Bildung sind öko­logische Frage­stellungen fest ver­ankert. So soll dieses Themen­paket eine Möglich­keit bieten, die Ur­sprünge der öster­reichischen Umwelt­politik im Unter­richt auf­zu­arbeiten und gleich­zeitig bei den Schülerinnen und Schülern ein öko­logisches Be­wusst­sein zu schaffen. Diverse Materialien bieten die Möglich­keit, je nach ge­wünschtem Aus­maß eine Unter­richts­stunde, mehrere Ein­heiten oder einen Schwer­punkt zum Thema zu gestalten.

1. Einstieg in das Thema Umweltpolitik (Arbeitsanregungen)

Diese Einheit soll die Schüler/innen für das Thema Umwelt sensibilisieren. Sie eignet sich als Ein­stiegs­sequenz für ver­schieden­ste um­welt­ge­schicht­liche und um­welt­politische Themen, die im An­schluss daran folgen können. Die Schüler/innen setzen sich ver­stärkt damit aus­ein­ander, wie sie ihre eigene Umwelt wahr­nehmen, re­flektieren über die Zu­sammen­hänge von Um­welt und Ge­schichte bzw. Politik und be­schäftigen sich mit öko­logischen Frage­stellungen ihres Lebens­be­reichs. Den Ab­schluss bildet ein Bei­trag von Friedens­reich Hundert­wasser aus dem Jahr 1984 zu den Themen Um­welt­schutz und Um­welt­be­wusst­sein.

1.1) Persönliches Brainstorming
Jede Schülerin und jeder Schüler erhält ein leeres Blatt im Format A3. Dieses wird in vier Felder unterteilt:

  • Meine Umwelt
  • Umwelt und Geschichte
  • Umwelt und Politik
  • Fragen, Probleme, Gedanken in Bezug auf die Umwelt

Die Schüler/innen füllen die vier Felder mit ihren persönlichen As­so­zi­ati­onen, wobei jeder Teil in einer anderen Form gestaltet wird. Welcher Zu­gang für welches Feld ge­wählt wird, können sich die Schüler/innen aus­suchen.

  • Mindmap / Cluster
  • Zeichnung / Grafik / Schaubild / Comic
  • Gedicht oder andere kreative Textform
  • sachlich formulierte Sätze

1.2) Ausstellung
Die Blätter werden an der Pinnwand befestigt. Die Schüler/innen sehen sich die Werke ihrer Klassen­kolle­ginnen und ‑kollegen an.

1.3) Lehrer/innen-Schüler/innen-Gespräch / Fachgespräch
Die Ausstellung wird evaluiert, besonders gelungene Beiträge werden her­vo­rge­hoben. Die ge­nannten Fakten und Ideen leiten ein Fach­ge­spräch zwischen Schülern, Schülerinnen und dem Lehrer bzw. der Lehrerin ein. (siehe „Leit­faden Fach­ge­spräch Um­­welt­­ge­­schichte“)

1.4) Abschluss: Hörübung und Argumentationstraining
Die Schüler/innen hören den Ausschnitt aus dem Mittagsjournal vom 19. Juli 1984, in dem Friedens­reich Hundert­wasser über seinen Bei­trag zum Um­welt­schutz spricht.

Im Anschluss an die Sendung werden den Schülerinnen und Schülern fünf Aus­sagen präsen­tiert (auf Folie, Kärt­chen, der Tafel, mittels Beamers …). Jede Schülerin und jeder Schüler sucht sich eine Aus­sage aus und unter­mauert diese mit zwei bis drei Argu­menten.

00:59:50 [00:49:13 bis 00:56:02]
Gespräch mit Friedensreich Hundertwasser

aus dem Mittagsjournal vom 19. Juli 1994

Vorschläge für mögliche Aussagen:

  • Ich denke (nicht), dass Kunst und Umweltschutz gut zusammenpassen, weil …
  • Ich finde (nicht), dass es die Pflicht von jedem bzw. jeder ist, sich mit Umweltschutz zu beschäftigen, weil …
  • Ich teile die Meinung Hundertwassers (nicht), dass unsere Welt kaputt und leer ist, weil …
  • Ich stimme der Aussage Hundertwassers (nicht) zu, dass sich jeder Mensch sein Paradies schaffen muss, weil …
  • Ich finde die Philosophie, die Hundertwasser mit seinem Haus zum Ausdruck bringen will, (nicht) interessant, weil …

1.5) Zusatzaktivitäten
Variante a: Besuchen Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern die Homepage des Hunder­twasser­hauses: http://www.das-hundertwasser-haus.at

Variante b: Die Schüler/innen berechnen ihren ökologischen Fußabdruck. Anleitung, Infos und Rechner finden sich unter: http://www.mein-fussabdruck.at

2. Autofreie Tage als Reaktion auf den Ölpreisschock (Arbeitsanregungen)

Diese Einheit eignet sich als Einstiegssequenz für einen größer angelegten Themen­block rund um die be­gin­nen­de Um­welt­politik der 1970er Jahre, aus­ge­löst durch den so­genannten „Öl­preis­schock“ 1973. Ebenso kann sie für das Thema Mobilität her­an­gezogen werden. Aus­gehend von einem Bei­trag der Austria Wochen­schau vom 25. Jänner 1974 be­fassen sich die Schüler/innen mit dem so­genannten „autofreien Tag“ auf sach­licher und auf metho­discher Ebene (Filman­alyse). Der Bogen wird bis in die Gegen­wart ge­spannt, wobei die Schüler/innen die multi­perspektivi­schen Hinter­gründe und Ziel­setzungen dieser Aktionen ver­stehen sollen. Eine Aus­ein­ander­setzung mit dem eigenen Mobilitäts­ver­halten wäre wünschens­wert.

2.1) Filmvorführung
Die Schüler/innen sehen die erste Minute des Videos ohne Ton, mög­lichst als Voll­bild, damit Titel und Katalog­zettel nicht zu sehen sind.

Anschließend werden folgende Fragen an die Schüler/innen gerichtet:

  • Mit welchen Schlüsselwörtern können Sie beschreiben, was in dem Film zu sehen ist?
  • In welcher Zeit könnte der Film Ihrer Einschätzung nach spielen?
  • Welcher Titel könnte zu diesem Filmausschnitt passen?
  • Welche Fragestellungen ergeben sich aus diesem Beitrag?

2.2) Filmanalyse
Nun sehen die Schüler/innen den gesamten Film mit Ton, dazu erhalten sie das Arbeits­blatt „Auto­freier Tag in Öster­reich“ dessen Fragen sie in Einzel- oder Partner/innen­arbeit be­ant­worten. Da­nach werden Klein­gruppen ge­bildet. Die Schüler/innen ver­gleichen ihre Lösungen; falls es Differenzen gibt, kann das Lösungs­blatt heran­ge­zogen werden.

00:02:50
Autofreier Tag in Österreich

aus der Austria Wochenschau vom 25. Jänner 1974. [Ausschnitt]

2.3) Lehrer/innen-Input – Lehrer/innen-Schüler/innen-Gespräch
In Anschluss an die Filmanalyse bietet sich die Gelegenheit, näher auf die Fakten zum Öl­preis­schock ein­zu­gehen und die be­ginnende Energie­krise zu themati­sieren. Es sollte er­wähnt werden, dass eine weitere Aus­wirkung neben dem auto­freien Tag und der Ge­schwindig­keits­be­grenzung die Ein­führung der „Energie­ferien“ (heute „Semester­ferien“) war.

2.4) Zusatzaktivität
In Kleingruppen von drei bis vier Schülerinnen bzw. Schülern wird jeweils ein Werbe­plakat für eine Aktion, die das Mobi­litäts­be­wusst­sein an der Schule steigern soll, ge­staltet.

  • Welche generellen Aussagen sollen durch das Plakat trans­portiert werden?
  • Welche Informationen sind für eine reibungslose Durch­führung der Aktion not­wendig?
  • Mit welchen Mitteln (Farben, Bildern, Slogans, …) können die Mit­schüler/innen am besten für diese Aktion be­geistern werden?

Die Plakate werden präsentiert und nach zuvor festgelegten Kriterien (z. B. optische Ge­stalt­ung und Kreativität, Realisier­bar­keit, Trans­port der eigent­lichen „Message“) evaluiert. Eventuell wird eine Gewinner­gruppe er­mittelt. Im Ideal­fall könnte eines der Projekte um­ge­setzt werden.

3. Österreich und die Atomkraft: das Beispiel Zwentendorf (Arbeitsanregungen)

Diese Einheit eignet sich sowohl als Beitrag zum Thema Energiepolitik als auch als Vor­be­reitung für eine Dis­kussion rund um das Thema Atom­kraft. Außer­dem ist es als Fall­bei­spiel für die „Ära Kreisky“ zu ver­wenden oder aber es kann der Schwer­punkt auf die direkte Demo­kratie und ihre Aus­wir­kungen ge­legt werden (siehe auch „Volks­ab­stimmung“ im Rahmen des Themen­pakets Demo­kratie).
Die Schüler/innen be­geben sich auf einen virtuellen Rund­gang durch das Atom­kraft­werk Zwenten­dorf und lernen die Fakten und Hinter­gründe rund um das AKW kennen. Im An­schluss daran recher­chieren sie in aus­ge­wählten Mittags­journal­beiträgen zwischen Juli und November 1978 zur Vor­ge­schichte und Durch­führung der Volks­ab­stimmung; gleich­zeitig be­reiten sie auf inhalt­licher Ebene die an­schließend statt­fin­dende Gruppen­diskus­sion vor. Den Ab­schluss bilden zwei satirische Bei­träge zum Thema Zwenten­dorf.

3.1) Steckbrief zum AKW Zwentendorf
Die Schüler/innen erhalten das Arbeitsblatt „Zwentendorf“. In Einzelarbeit ver­schaffen sie sich einen ersten Über­blick über das AKW und ge­stalten einen Steck­brief zum Kraft­werk. Die Steck­briefe werden an der Pinn­wand arrangiert. Nach dem Ende dieser Themen­ein­heit können die Steck­briefe zu den Arbeits­unter­lagen der Schüler/innen ge­geben werden (Ertrags­sicherung).

3.2) Virtueller Rundgang durch das Kraftwerk
Im nächsten Arbeitsschritt recherchieren die Schüler/innen De­tail­infor­mationen, indem sie sich auf einen vir­tuellen Rund­gang durch das Kraft­werk be­geben: http://www.zwentendorf.com (Tipp: Den vir­tuellen Rund­gang könnten sich die Schüler/innen als Vor­be­reitung auf die nächste Unter­richts­ein­heit auch zu Hause an­sehen.) Zur Sicherung des Lern­er­trags filtern die Schüler/innen einer­seits auf Sach­ebene Infor­ma­tionen aus dem Rund­gang, anderer­seits sollen sie über das Ge­sehene nach­denken und Fragen ent­wickeln, die sich daraus er­geben. Die Infor­ma­tionen und Fragen werden einzeln auf Cluster­karten ge­schrieben und an der Pinn­wand be­festigt.

3.3) Lehrer/innen-Schüler/innen-Gespräch zum AKW Zwentendorf
Die Schüler/innen versammeln sich vor der Pinnwand. In einem Lehrer/innen-Schüler/innen-Gespräch werden

  • die Steckbriefe verglichen und besprochen,
  • die Informationen und Fragen thematisch geclustert
  • die offenen Fragen diskutiert bzw. Lösungsansatze zur Be­ant­wortung der Fragen über­legt.

3.4) Recherche zur Volksabstimmung
Die Schüler/innen bearbeiten in Partner/innenarbeit Punkt 3 des Arbeits­blattes (Volks­ab­stimmung zu „Zwenten­dorf“). Sie er­leben dabei Journal­sendungen als Infor­mations­quelle. Je nach Frage­stellung bzw. Schwer­punkt­setzung können sich in den Tönen unter­schiedliche Ant­worten finden.

3.5) Gruppendiskussion
Die Klasse wird in drei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe bestimmt eine Dis­kussions­leiterin bzw. einen Dis­kussions­leiter. Diese bzw. dieser ist ver­ant­wortlich, dass jede und jeder zu Wort kommt und die Dis­kus­sion in ge­ordneten Bahnen ver­läuft. Außer­dem protokolliert sie bzw. er die wichtigsten Aus­sagen der Dis­kus­sion. Nach dem Ende der Dis­kussions­zeit er­stellt die Gruppe auf Basis der Notizen der Dis­kussions­leiterin bzw. des Dis­kussions­leiters ein Plakat. Das Plakat wird den Mit­schülerinnen und Mit­schülern präsentiert und danach gut sicht­bar im Klassen­raum be­festigt. Eventuell könnte auch ein Foto­protokoll zu den Arbeits­unter­lagen der Schüler/innen bei­ge­fügt werden (Ertrags­sicherung).
Mögliche Diskussionsthemen:

  • Ist es sinnvoll, in einem Fall wie Zwentendorf eine Volks­ab­stimmung an­zu­setzen?
  • Welche Argumente sprechen für, welche gegen Atomkraft?
  • Wie kann der Fall „AKW Zwentendorf“ aus heutiger Sicht beurteilt werden? 

3.6) Abschluss der Einheit
Folgende zwei künstlerischen Beiträge eignen sich, um das Thema Zwenten­dorf ab­zu­schließen:

Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube Georg Danzer: Zwententod auf Youtube

00:01:47
Proteste gegen das AKW-Zwentendorf als Kabarettthema

aus einem Kabarett-Abend von Lukas Resetarits vom 26. Februar 1979 [Ausschnitt] 

In Form einer Nachbesprechung der Beiträge können nochmals die Fakten so­wie die unter­schied­lichen Perspek­tiven wieder­holt werden. Dabei kann auch das Thema Kunst und Politik an­ge­sprochen werden: Be­deutung, Sinn­haftig­keit und die Ziele solcher Bei­träge.

4. Hainburg und die Geburtsstunde der Partei „Die Grünen – Die Grüne Alternative“ (Arbeitsanregungen)

Diese Einheit eignet sich einerseits als Beispiel für gelebte Um­welt­politik in Öster­reich, anderer­seits kann sie auch als Teil­aspekt zu einer Ein­führ­ung in die politi­schen Parteien Öster­reichs ver­wendet werden. Ebenso ist sie als Er­gänzung zum Zwenten­dorf-Beitrag dieses Themen­paketes gedacht.

Anhand ausgewählter Töne und Internetseiten in­for­mieren sich die Schüler/innen über das Konrad-Lorenz-Volks­be­gehren und die Be­setzung der Hain­burger Au 1984. Vor diesem Hinter­grund setzen sie sich mit der his­torischen Ent­wicklung der Partei „Die Grünen – Die Grüne Alter­native“ und deren Partei­programm aus­ein­ander.

4.1) Einstieg / Diagnostische Übung
Die Schüler/innen sehen einen „Zeit im Bild“-Beitrag vom 19. Dezember 1984:

00:04:38
Zusammenstöße in der Hainburger Au

Beitrag aus der „Zeit im Bild“ vom 19. Dezember 1984 [Ausschnitt]

In einem Lehrer/innen-Schüler/innen-Gespräch werden Infor­ma­tionen her­aus­ge­arbeitet und Ver­mut­ungen an­ge­stellt, was der An­lass für diese Demons­tration ge­wesen und was passiert sein könnte. Bei dieser Übung kann auch kritisch Stellung be­zogen und über­raschende Punkte können an­ge­sprochen werden. Die Er­geb­nisse werden an der Tafel fest­ge­halten. Durch diese dia­gnos­tische Übung wird klar, welches Vor­wissen bei den Schülerinnen und Schülern bereits vor­handen ist.

4.2) Gruppenarbeit: Erarbeitungsphase
In Vierergruppen erarbeiten die Schüler/innen in einem dia­log­ischen Lern­prozess die Fakten und Hinter­gründe zur Be­setzung der Hain­burger Au und dem Konrad-Lorenz-Volks­be­gehren. Die genauen Arbeits­auf­träge finden sich auf dem Arbeits­blatt „Hain­burger Au“.

4.3) Lehrer/innen-Schüler/innen-Gespräch
In einem Lehrer/innen-Schüler/innen-Gespräch kann die Lehrerin bzw. der Lehrer über­prüfen, ob die wichtigsten Punkte ver­standen wurden. Die Schüler/innen haben die Mög­lich­keit, offene Fragen zu dis­kutieren und per­sönliche Kommentare ab­zu­geben.

4.4) Input: Die Entstehung der Partei „Die Grünen – Die Grüne Alternative“
Die Lehrerin bzw. der Lehrer leitet über zur Ent­stehung der Partei „Die Grünen – Die Grüne Alternative“. Aus­gehend von basis­demo­kratischen Be­wegungen rund um Zwenten­dorf und Hain­burg, soli­dari­sieren sich zwei Öko­logie­be­wegungen – die eher konser­vativen „Ver­einten Grünen Öster­reichs“ (VGÖ) und die eher pro­gressive „Alter­native Liste Österreichs“ (ALÖ) – und schließen sich zu einer Partei, der „Grünen Alter­native“ (GA) zu­sammen, die 1986 erst­mals in den Nationa­lrat ein­zieht. Seit 1993 lautet die offizielle Be­zeich­nung der Partei „Die Grünen – Die Grüne Alter­native“.

4.5) Abschluss: Erstellen eines Parteiprofils
Die Schüler/innen setzen sich mit „Den Grünen“ aus­ein­ander und ge­stalten ein Partei­profil: wichtige Punkte des Pro­gramms, die Positionen bei aktuellen politischen Themen, führende Politiker/innen, letzte Wahl­ergebnisse, Logo, Symbole usw. Um keine Partei­politik zu be­treiben, ist dabei auf Sach­lichkeit und Objek­tivität zu achten.

4.6) Zusatzaktivität
„Was wäre, wenn …?“ Die Schüler/innen nennen Themen, die ihnen so am Herzen liegen, dass es sich lohnen würde, über eine politische Initiative nach­zu­denken. 

5. Arbeitsblätter

Fachgespräch zur Umweltgeschichte (Gesprächsleitfaden für Lehrer/innen)
Dieser Leitfaden bietet Impulse für ein Lehrer/innen-Schüler/innen-Gespräch so­wie einen Informa­tions­input zum Thema Umwelt­ge­schichte. Aus­gehend von Leit­fragen, die auf den Er­fahrungs­horizont der Schüler/innen ab­zielen, werden einige wesentliche Punkte der Um­welt­geschichte und der Um­welt­politik auf­ge­listet. Zu­sätzlich werden unter „Fragen, Probleme, Gedanken“ Vor­schläge für eine Gesprächs­ver­tiefung an­ge­boten.

Autofreier Tag in Österreich (Arbeitsblatt)
Neben konkreten Fragen zum Inhalt des Film­bei­trags werden Fragen zur Film­ana­lyse im Sinne der Stärkung der his­torischen bzw. politik­be­zogenen Methoden­kompetenz an­ge­boten. Ab­ge­rundet wird das Arbeits­blatt mit einem ergänzenden Arbeits­auftrag, der einen Gegen­warts­bezug her­stellt.

Autofreier Tag in Österreich (Arbeitsblatt mit Lösungen)
Das Lösungsblatt dient der Lehrerin bzw. dem Lehrer als Über­blick oder/und den Schülerinnen und Schülern als Kontroll­blatt.

Zwentendorf (Arbeitsblatt)
Dieses Arbeitsblatt führt die Schüler/innen durch die Unter­richts­sequenz „Öste­rreich und die Atom­kraft“. Nach einer An­leitung zur An­eig­nung von Global- und Detail­wissen rund um das AKW Zwenten­dorf werden Radio­bei­träge auf­ge­listet, mit­hilfe derer die Schüler/innen Argu­mente pro bzw. contra Atom­kraft heraus­arbeiten sollen. Im Sinne der politischen Urteils­kompetenz wird auf diese Weise eine Basis für die Dis­kussion zum Thema Atom­energie ge­schaffen.

Hainburger Au (Arbeitsblatt)
In dialogischem Lernen erarbeiten die Schüler/innen die Themen­be­reiche Konrad-Lorenz-Volks­be­gehren und die Be­setzung der Hain­burger Au. Dafür stehen ihnen aus­ge­wählte Töne der Mediathek zur Ver­fügung. Die ge­wonnen Informa­tionen dienen als Basis für das weitere Unter­richts­geschehen (Ent­stehung der Partei „Die Grünen – Die Grüne Alter­native“).