"Aus dem Parlament" – Radioberichterstattung von Nationalratssitzungen in Zeiten der Großen Koalition und der ÖVP-Alleinregierung 1952 bis 1969.

(gefördert vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank)

Laufzeit: 2006 – 2008

Kontakt:

Projektleitung: Mag. Dr. Gabriele Fröschl

Projektmitarbeiterin: Mag. Tina Plasil 


Inhalt:

Das Projekt zielt auf die Erschließung und wissenschaftliche Bearbeitung der Parlamentssendungen des Österreichischen Rundfunks der Jahre 1952 bis 1969. Dieses Material, das in den Archiven der Österreichischen Mediathek liegt, ist eine wesentliche Quelle zu Politik und Mediengeschichte des erwähnten Zeitraumes. Auch der Rundfunk war Teil des Proporzes, was eine direkte Einflussnahme auf die politische Berichterstattung bedeutete. Eine zentrale Funktion innerhalb dieser kam der Sendung „Aus dem Parlament“ zu, in der sorgfältig und parteipolitisch wohlüberlegte Teile von Parlamentsdebatten in Verbindung mit einer erklärenden Moderation ausgestrahlt wurden. Die Auswahl dieser Ausschnitte oblag nicht den Redakteuren alleine: hier kam der Einfluss der beiden Großparteien, insbesonders der jeweiligen Generalsekretariate, zum Tragen, der dafür sorgte, dass die Berichterstattung dem politischen Kräfteverhältnis entsprach. Hier soll eine wissenschaftliche Analyse die Geschichte der Sendungsreihe anhand ausgewählter Themen aufarbeiten. Auch bei diesem Projekt nimmt die Zugänglichmachung der Materialien durch Aufnahme in den Katalog der Österreichischen Mediathek und die Langzeitsicherung durch Digitalisierung eine wichtige Rolle ein. Erstmals soll hier ein Spracherkennungstool im größeren Umfang zum Einsatz kommen, das Audiofiles in einer Volltextversion abbildet und inhaltlich indiziert. Ergebnis werden Erkenntnisse über die Einsetzbarkeit neuer Technologien in der geisteswissenschaftlichen Forschung sein.