Ringparabel
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Die Spuren der Töne
Katalogzettel
| Titel | Ringparabel |
| Titelzusatz |
Adolf Sonnenthal spricht "Die Ringparabel" aus Lessings "Nathan der Weise". |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Sonnenthal, Adolf von [Rezitator/in]
[GND
]
Lessing, Gotthold Ephraim [Text] [GND ] Österreichische Mediathek [Produzent] |
| Datum |
1903 [Aufnahmedatum] |
| Schlagworte | Literatur ; Theater ; Germanistik und Literaturwissenschaften ; Lyrik ; Österreichisch-Ungarische Monarchie ; Religion ; Christentum ; Islam ; Judentum |
| Örtliche Einordnung |
Österreich-Ungarn
|
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] CD [Compact Disc] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 8-30340_k01, 8-30340 |
| Medienart | Mediendatei |
| Gesamtwerk/Reihe | Die Spuren der Töne |
Information
Inhalt
Lessing: Nathan der Weise - 3. Akt: Szene 7
Nathans Antwort für Saladin. Die Ringparabel
Und also, fuhr der Richter fort, wenn ihr
Nicht meinen Rat, statt meines Spruches, wollt:
Geht nur! - Mein Rat ist aber der: ihr nehmt
Die Sache völlig wie sie liegt. Hat von
Euch jeder seinen Ring von seinem Vater:
So glaube jeder sicher seinen Ring
Den echten. - Möglich; dass der Vater nun
Die Tyrannei des einen Rings nicht länger
In seinem Hause dulden wollen! - Und gewiss;
Dass er euch alle drei geliebt, und gleich
Geliebt: indem er zwei nicht drücken31 mögen,
Um einen zu begünstigen. - Wohlan!
Es eifre jeder seiner unbestochnen32
Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Es strebe von euch jeder um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott33
Zu Hilf'! Und wenn sich dann der Steine Kräfte
Bei euern Kindes-Kindeskindern34 äußern:
So lad ich über tausend tausend Jahre
Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich; und sprechen. Geht! - So sagte der
Bescheidne Richter.
Nathans Antwort für Saladin. Die Ringparabel
Und also, fuhr der Richter fort, wenn ihr
Nicht meinen Rat, statt meines Spruches, wollt:
Geht nur! - Mein Rat ist aber der: ihr nehmt
Die Sache völlig wie sie liegt. Hat von
Euch jeder seinen Ring von seinem Vater:
So glaube jeder sicher seinen Ring
Den echten. - Möglich; dass der Vater nun
Die Tyrannei des einen Rings nicht länger
In seinem Hause dulden wollen! - Und gewiss;
Dass er euch alle drei geliebt, und gleich
Geliebt: indem er zwei nicht drücken31 mögen,
Um einen zu begünstigen. - Wohlan!
Es eifre jeder seiner unbestochnen32
Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Es strebe von euch jeder um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott33
Zu Hilf'! Und wenn sich dann der Steine Kräfte
Bei euern Kindes-Kindeskindern34 äußern:
So lad ich über tausend tausend Jahre
Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich; und sprechen. Geht! - So sagte der
Bescheidne Richter.