Am Schauplatz

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Beiträge dieses Mediums

Abenteuer eines Kammerjägers
[Probleme mit Küchenschaben und deren Vernichtung]
Mitwirkende: Schüller, Christian
Datum: 1997.04.15 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-03183 V/03183 c
Die Abkassierer
Datum: 2005.01.25 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-08017
Abschied vom Elend
Eine brasilianische Tänzerin hat eine Ballettschule für die Armen gegründet, die zugleich als Lebensschule fungiert
Datum: 2001.04.17 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-06222
Abschied vom Paradies
Kleingärtner mußten dem Ausbau einer angrenzenden Bahn weichen
Mitwirkende: Liska, Peter [Reporter/in]
Datum: 1999.11.30 [Sendedatum]
Schlagworte: Natur ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Signatur: V-04608
Absturz auf Raten
Delogierung wegen nicht bezahlter Miete
Mitwirkende: Schüller, Christian
Datum: 1995.09.12 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-02740 V/02740 c
Die Abzocker
Datum: 2010.10.08 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: 12-07691
Ärger im Paradies
Mitwirkende: Kovarik, Julia [Reporter/in]
Datum: 2011.09.23 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Signatur: 12-08342
Ein Afghane für alle
Abdul Staniksai, der Afghanistan vor dreißig Jahren verlassen hat und sich seit 20 Jahren um Afghanen in Österreich kümmert
Mitwirkende: Gordon, Robert [Reporter/in]
Datum: 2001.10.09 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-06270
Albtraum Heim
Mitwirkende: Grabner, Christine [Reporter/in]
Datum: 2012.11.09 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Esoterik ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Signatur: 12-09163
Inhalt: Jahrzehntelang wurden Kinder in österreichischen Heimen geschlagen und vergewaltigt. Alle schauten weg. Doch jetzt melden sich immer mehr Ex-Heimkinder bei den Medien. 'Am Schauplatz' bleibt am Thema dran: Ein Mann der 20 Jahre obdachlos war, berichtet über brutale Quälereien in Erziehungsanstalten der Stadt Wien. Und eine ehemalige Erzieherin vom Wilhelminenberg will sich bei ihren damaligen Schützlingen entschuldigen.
Allein auf der Welt
Datum: 2006.01.03 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Signatur: 12-03081
Inhalt: Sie sind noch halbe Kinder und haben schon mehr gesehen als so mancher Erwachsene, Jugendliche Flüchtlinge, die alleine ihre Heimat verlassen haben. Was von ihrer Familie übrig blieb, haben sie zurück gelassen. Was auf sie zukommt, ist mehr als ungewiss ...
Alles für die Firma
Wie gefährlich ist der Kontakt mit Asbest wirklich und was ist aus den Arbeitern geworden
Mitwirkende: Gordon, Robert [Reporter/in]
Datum: 2002.03.12 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-06383
Alles für Hochwürden
Hapfs - die Hausangestellten von Pfarrern
Mitwirkende: Lazar, Helga [Reporter/in] , Liska, Peter [Reporter/in]
Datum: 2001.10.23 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-06265
Alles Paletti!
Datum: 2008.01.25 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Soziales ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Signatur: 12-04292
Inhalt: [Senderinformation] Sie tragen schicke Kleidung, besitzen Mobiltelefone und manche von ihnen fahren sogar schöne Autos. Doch hinter der scheinbar sorglosen Fassade verbergen sich Schulden, Arbeitslosigkeit und psychische Probleme - die "neue Armut"
Alles Powidl
Datum: 2004.04.20 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-08114
Alles probiert
Menschen, die für Geld alles Mögliche an sich ausprobieren lassen, von Medikamenten bis zu käuflichem Sex
Datum: 1999.03.02 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-04511
Alles steht in den Sternen
Warum gehen Menschen zum Astrologen? Und hilft ihnen das, was sie dort erfahren, wirklich weiter?
Datum: 2011.12.02 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Esoterik ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Signatur: 12-08472
alpha-Österreich: Albtraum Einbruch
Mitwirkende: Resetarits, Peter [Präsentator/in] , Kadlec, Kim [Gestaltung] , Lackner, Heidi [Gestaltung]
Datum: 2014.05.23 [Sendedatum] 2013 [Jahr des Copyright]
Schlagworte: Gesellschaft ; Straftaten ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Signatur: E52-01243_K01, E52-01243 e52-01243
Inhalt: Geplünderte Gräber, Wohnungseinbrüche, gestohlene Autos, Banküberfälle - in Österreich wächst die Angst vor Kriminalität. Schuld daran sollen Banden aus dem Osten sein. Es gebe zu wenig Polizei, klagen die Betroffenen. Immer mehr Gemeinden schreiten zur Selbsthilfe, gründen Bürgerwehren oder engagieren private Sicherheitsdienste. Aber ist die Lage wirklich so schlimm? Und sind tatsächlich die Ostbanden schuld? "Am Schauplatz" hat sich auf die Suche nach Antworten begeben und dabei erstaunliche Entdeckungen gemacht.
alpha-Österreich: Nie mehr Schule
Mitwirkende: Gordon, Robert [Gestaltung]
Datum: 2016.05.03 [Sendedatum] 2015 [Jahr des Copyright]
Schlagworte: Gesellschaft ; Bildung ; Bildung und Schulwesen ; Zivilgesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: Eine kleine, aber wachsende Zahl von Familien in Österreich versucht, ohne Schule auszukommen. Sie nützen ein Schlupfloch im österreichischen Schulpflicht-Gesetz, das häuslichen Unterricht erlaubt. Diese Möglichkeit hat sogar deutsche Eltern nach Österreich gelockt, nur um der Schule zu entgehen, wie die ORF-Reportage "Nie mehr Schule" von Robert Gordon zeigt.
Alte Liebe
Liebe und Sex über 70?
Mitwirkende: Langbein, Kurt [Reporter/in] , Plank, Doris [Reporter/in]
Datum: 1999.05.04 [Sendedatum]
Typ: video
Signatur: V-06403
Am Schauplatz [2025.01.30]
Das Geschäft mit dem guten Gewissen
Datum: 2025.01.30 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Menschen, die sich wohltätig engagieren und deren unterschiedliche Beweggründe.

Vorweihnachtszeit ist Spendenzeit. 25 bis 30% des jährlichen Aufkommens werden in diesen Wochen gespendet. Besonders populär sind dabei Kinderhilfe und Tierschutz. Ob gemeinnütziger Krampus -Verein, Promi-Punschen von und mit Marika Lichter für den Verein „Wider die Gewalt“, oder große Hilfsorganisationen wie die UNICEF: sie alle buhlen um die finanzielle Gunst der Österreicherinnen und Österreicher.

Einer von ihnen ist Rene Tarmastin, Präsident des „Kiwanis“ Serviceclubs in Villach. Der rein männliche Club hat früher mit Glühwein und Keksen um Spenden gekämpft, heuer setzt man auf Austern und Champagner. Der Kärntner ist mit dem weihnachtlichen Sammeln jedenfalls zufrieden: „Es ist perfekt gelaufen.“ Aber auch abseits von Schaumwein und Luxusessen engagieren sich Helferinnen und Helfer, um Geld für soziale Projekte zu sammeln. Es sind mehrere hundert Millionen Arbeitsstunden, die Ehrenamtliche Jahr für Jahr leisten. Das Schauplatz-Team war in Salzburg mit Renate Schuster und Franz Bauer unterwegs. In einem der Winterquartiere der Caritas erzählen sie von ihrer Arbeit: „Ich denke, wenn man Geld spendet, ist das auch sehr gut. Aber noch deutlich besser ist es, wenn man sich persönlich einbringt.“

Am Schauplatz Reporterin Constanze Grießler war in Wien, Niederösterreich, Kärnten und in der Steiermark unterwegs. Sie hat Prominente und Nicht – Prominente bei Punschständen und Hunde beim Charity- Fotoshooting beobachtet und war im Zirkus Roncalli, als ein Spendenscheck für die Hochwasserhilfe übergeben wurde. Dass es beim Spenden noch Luft nach oben gibt, sagt Christoph Jünger, der Geschäftsführer von UNICEF Österreich: „Die Österreicherinnen und Österreicher titulieren sich gerne als Spendenweltmeister. Das sind wir definitiv nicht.“
Am Schauplatz [2025.09.04]
Frau Annemarie und der Gemeindebau
Datum: 2025.09.04 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Konflikte, Migration und Veränderungen im Wiener Gemeindebau

Frau Annemarie ist 82 Jahre alt und lebt im zwölften Bezirk im Gemeindebau. Fast täglich geht sie in den Sozialmarkt, um für zwei ältere Nachbarinnen einzukaufen. Sie ist hilfsbereit und aufgeschlossen - zumindest dort, wo sie sich zugehörig fühlt. Migrant: innen begegnet Frau Annemarie mit Argwohn. „Der Großteil spricht kein Deutsch und niemand sagt Bitte und Danke.Alles für die Ausländer wird gezahlt von meinem Steuergeld!“ ärgert sich Frau Annemarie.

Im angrenzende Liebknechthof haben Mieter: innen Unterschriften gesammelt – sie fordern, dass die Tore zu ihrem Gemeindebau zugesperrt werden und nur mehr Bewohner: innen mit Schlüssel hineinkommen. Sie fühlen sich von migrantischen Jugendlichen belästigt, erzählen sie, weil sie laut und frech sind und ihren Müll nicht wegräumen. Eine ehemalige Hausbesorgerin spricht aus, was sich hier viele denken: „Wir haben das ganze Land aufgebaut und gespart und jetzt bekommen es die Fremden. Wir haben kämpfen müssen für unsere Gemeindebau-Wohnungen“. Viele Mieter: innen des Liebknechthofs leben an der Armutsgrenze und müssen jeden Cent umdrehen.

Der Steinbauer-Park gleich gegenüber ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche aus der Nachbarschaft. „Wenn die alten Bewohnerinnen aus dem Gemeindebau mehr Respekt hätten, wären wir auch freundlicher“, sagen Jugendliche auf einer Parkbank, „stattdessen hören wir immer Scheiß-Ausländer und Scheiß-Muslime.“

Im Norden der Stadt in Wiens größtem Gemeindebau der Großfeldsiedlung lebt Frau Brigitte. Sie verbringt viel Zeit im Hof mit migrantischen Kindern und Jugendlichen. Dafür wird sie auch oft angefeindet, erzählt sie. „Für mich sind das keine Tschuschen-Kinder, sondern Kinder. Jeder verlangt von den Neu-Österreichern, dass sie sich an uns anpassen, aber niemand zeigt ihnen, wie wir eigentlich sind“, sagt Frau Brigitte.

Am Schauplatz-Reporterin Julia Kovarik zeigt in ihrer Reportage, warum das Zusammenleben der Kulturen im Wiener Gemeindebau so schwierig ist.
Am Schauplatz [2024.10.17]
Irgendwann bleiben wir dann dort
Datum: 2024.10.17 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Ein Reportage über das Auswandern ins Pensionisten-Paradies Kroatien

Pensionisten, die ihren Lebensabend daheim vor dem Fernseher verbringen - das war einmal. Sonne, Strand und Meer sind jetzt im Alter angesagt. Für die romantische Idee vom Häuschen mit Meerblick an der kroatischen Adriaküste lassen viele ihr Leben in Österreich hinter sich. Steigende Lebenshaltungskosten, traditionell kalte Winter und immer größere gesellschaftliche Konflikte würden den Abschied nicht schwer machen, sagen ausgewanderte Seniorinnen.

Ortschaft Kali auf der Insel Ugljan: Die meisten pensionierten Österreicher, die nach Kroatien auswandern, zieht es an die Küste oder auf kroatische Inseln.

Doch der Traum an der Adria entpuppt sich mancherorts als Alptraum. So auch bei einem pensionierten Ehepaar aus der Steiermark, das seinen Lebensabend entspannt an der kroatischen Küste verbringen wollte. Es kam anders. Schwarzbauten vor der Haustür, ein abgefackelter PKW und körperliche Attacken sind Teil eines Krimis, den das Paar in seiner neuen Wahlheimat erleben musste.

Die Am Schauplatz-Reporterinnnen Kim Kadlec und Isabella Purkart haben pensionierte Österreicher und Österreicherinnen mit der Kamera quer durch Kroatien begleitet und zeigen, auf welche Probleme die Ausgewanderten stoßen.
Am Schauplatz [2025.08.07]
Jedes Jahr Lignano
Datum: 2025.08.07 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Ein Badeort zwischen Tutto Gas und Traditionsurlaub
Für viele Österreicherinnen und Österreicher ist es ein Ritual: Einmal im Jahr nach Lignano fahren. 2024 kamen 760.000 Gäste in den Badeort, ein Drittel - 250.000 – war aus Österreich. Saisonauftakt und eines der stärksten Wochenenden ist jedes Jahr Pfingsten: Auch heuer strömten wieder 20.000 junge Österreicher und Österreicherinnen nach Lignano Sabbiadoro, um dort mit reichlich Alkohol unter dem selbsternannten Motto „tutto gas“ zu feiern. Die Stadt erlässt jedes Jahr strengere Regeln, um die Partygäste im Zaum zu halten und andere Urlauberschichten nicht zu vergrämen. Denn Abseits von Pfingsten ist der Badeort vor allem bei Familien und älterem Publikum beliebt.

„Wenn wir Ende Jänner die Zimmer freigeben, ist Pfingsten sofort ausgebucht“, erzählt der Salzburger Thomas Winter, der seit fünf Jahren die Pension Imperia in Lignano betreibt. Über das lange Wochenende hat er ausschließlich Gäste aus Österreich, die zum Feiern kommen. Untertags geht es an den Strand, abends auf die Piazza Fontana, wo zwei österreichische Polizisten die italienischen Beamten unterstützen. „Die Hemmungen fallen mit dem Alkoholkonsum“, sagt die Wiener Polizistin Cornelia.

Der gebürtige Wiener Gerhard kommt schon seit er geboren ist nach Lignano – heuer bereits das 60. Jahr in Folge. Gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth geht es immer an den Strand von Lignano Pineta. Die beiden sind stets gut ausgerüstet – von der Personenwaage bis hin zu klappbaren Matratzen. „Das ist mein Urlaubsort, aber nicht länger als 14 Tage“, erklärt Gerhard. Anders die Kärntnerin Sibylle – sie ist vor fünf Jahren nach Lignano übersiedelt und fühlt sich bereits als Italienerin.

Am Schauplatz Reporterin Nicole Kampl zeigt Lignano während und abseits von Pfingsten und geht der Frage nach, warum jedes Jahr so viele Österreicherinnen und Österreicher in den Badeort strömen.
Am Schauplatz [2025.10.30]
Mieter raus
Datum: 2025.10.30 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Tourismus ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Wenn Mieter ihre Koffer packen müssen, weil Touristen einziehen.

Touristen mit Rollkoffern prägen zunehmend das Bild vieler Wiener Wohngegenden. Gleichzeitig kämpfen langjährige Mieterinnen und Mieter um ihre Wohnungen. Immer mehr Wiener Apartments werden zu Ferienunterkünften umgewandelt – viele davon ohne Genehmigung. Denn Kurzzeitvermietungen an Touristen sind für Eigentümer deutlich profitabler als Mietverträge aus den 80iger Jahren.

Schlüsselkästen mit Zahlencodes sind zum Symbol dieser Entwicklung geworden. Oft sind sie irgendwo im Haus versteckt, meistens im Keller. „Irgendwie müssen die Touristen ja ins Haus kommen – wir finden die Kästen immer“, sagt Lukas Kupresak von der Baupolizei. Die Baupolizei ist im Dauereinsatz. Frühmorgens, wenn die Touristen noch schlafen, kontrolliert das neue Referat für Kurzzeitvermietung Häuser, in denen statt Mietern Gäste ein- und ausgehen. „Das ist ein Geschäft ohne Rückgrat. Die Dreistigkeit kennt keine Grenzen – bis wir klopfen.“

In einem Zinshaus in Wien Brigittenau sind von einst dutzenden Mietparteien nur noch acht übrig. Der Rest wurde nach und nach durch Ferienwohnungen ersetzt. Für die verbliebenen Bewohner wird das Leben zur Belastungsprobe: Lärm, ständiger Wechsel, Verlust von Gemeinschaft – und gezielte Schikanen. Der Lift darf nur von Touristen benutzt werden, Kellerabteile werden gekündigt, es hagelt Klagen. „Ich fühl mich wie ein Mieter zweiter Klasse. Man will uns loswerden, weil wir im Weg sind“, sagt Frau B., die seit vielen Jahrzehnten hier lebt.

Am Schauplatz-Reporterin Julia Kovarik begleitet die Kontrolleure bei ihren Einsätzen – und spricht mit jenen, die zurückbleiben: den Altmietern.
Am Schauplatz [2024.07.18]
Wohnen wo es laut ist
Datum: 2024.07.18 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die oft unlösbar scheinenden Probleme mit dem Lärm.

Nichts stört Menschen in ihrer Nachbarschaft so sehr wie Lärm. Wo es laut ist, sind Konflikte programmiert. Die Konzertlocation Arena ist eine Wiener Institution. Jahrzehntelang hat es kaum jemanden gestört, wenn hier laute Konzerte stattfanden. Bis dann vor einem Jahr insgesamt 1200 Wohnungen direkt gegenüber bezogen wurden. „Wenn die Arena spielt, spüre ich im Estrich, dass der Boden vibriert“, sagt ein Nachbar. Wer hier herzieht sollte wissen, dass in unmittelbarer Nähe oft lauter musiziert wird. Und dennoch gingen 24 Lärmbeschwerden bei der für Veranstaltungen zuständigen MA36 ein. Die Stadt reagierte, eine neue Musikanlage wurde um 600.000 Euro angeschafft. Trotz neuem Soundsystem gibt es aber weiter Beschwerden.

Ein paar Kilometer weiter sind es Flugzeuge, die für Ärger sorgen. Sommerzeit ist Ferienfliegerzeit - für die Anrainerinnen und Anrainer des Flughafens die schlimmste Zeit. „Wenn ich nachts munterwerde, weiß ich meistens schon welcher Flieger es ist. Zum Beispiel die Sun Express nach Antalya, von der werde ich kontinuierlich geweckt“, erzählt Susanne Laschober. Sie wohnt in Rauchenwarth in Niederösterreich, viereinhalb Kilometer vom Flughafen entfernt. Gemeinsam mit anderen Bürgerinitiativen kämpft sie seit Jahren für ein Nachtflugverbot. Derzeit sind in Wien Schwechat 4700 Nachtflüge pro Jahr erlaubt.

Aber auch in der Steiermark gibt es Lärmprobleme. „Wenn das so weitergeht, sehe ich hier keine Zukunft mehr, weil ich es nicht mehr aushalte“, sagt Eva Reiter aus Leoben. „Meine ganze Lebensqualität ist weg.“ Die Steirerin wohnt neben einem Steinbruch, in dem heuer schon sieben Mal gesprengt wurde. Nicht die Sprengungen seien das Problem, sondern die Bagger- und Bohrarbeiten davor und danach. Die Bürgerinitiative spricht von 150 Lärmtagen im Jahr. Doch der Betreiber betont alle Bescheide einzuhalten. Bei Lärmmessungen wurden bisher keine Übertretungen festgestellt.

In Innsbruck leidet Dagmar Eder wiederrum unter dem Lärm von spielenden Kindern im Rapoldipark. „Ich fange oft zum Zittern an, wenn sie so laut iiiih schreien“, schildert sie. Von ihrer Terrasse blickt Frau Eder direkt auf den Spielplatz, der gerade erst mit einem Bürgerbeteiligungsprozess neu gestaltet wurde. Vor allem der neue Ballspielplatz sei besonders laut. Frau Eder und ihre Nachbarin kämpfen für eine Verlegung ans andere Ende des Parks.

Am Schauplatz-Reporterin Nicole Kampl hat sich quer durch Österreich angesehen, wie Lärm für Konfrontationen sorgt und wie schwierig es ist, alle Interessen unter einen Hut zu bringen.
Am Schauplatz [2025.12.04]
Alltag am Limit
Datum: 2025.12.04 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Alltag ; Preis ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Alleinerziehende zwischen Inflation und Überlastung

Jede fünfte Familie in Österreich besteht aus nur einem Elternteil und hat damit auch nur ein Haushaltseinkommen. Alleinerziehende sind besonders armutsgefährdet und kämpfen mit der alltäglichen Überlastung. „Wenn nur eine Person alles zusammenhält, ist es schwierig“, sagt Violetta. Sie lebt mit ihren vier Kindern im Südburgenland, zwei Söhne sind Autisten. Im Alltag bedeutet das einen vollen Terminkalender: Kindergarten, Schule, Therapien, Fußballtraining, Haushalt, Fahrtendienste usw. „Wenn ich zusammenbreche, bricht alles zusammen“.

In Salzburg ist Silke nach acht Jahren allein mit vier Kindern ausgebrannt. Obwohl sie arbeitet, würde sie ohne Sozialhilfe nicht über die Runden kommen. „Du brauchst heutzutage fast zwei Vollverdiener, damit es sich ausgeht. Und den zweiten habe ich nicht“, sagt sie. Um Geld zu sparen, kauft sie die Grundnahrungsmittel ausschließlich über der Grenze in Freilassing ein.

Die Probleme beginnen bereits nach der Trennung mit der Suche nach einer Wohnung: Im Burgenland hat Alexandra nach der Scheidung als Alleinerziehende keinen Kredit bekommen, um mit den Kindern im gemeinsamen Haus zu bleiben. In Wien hat sich Claudia bei 130 Wohnprojekten beworben und erst über den Verein JUNO eine Wohnung gefunden. JUNO arbeitet gemeinnützigen Bauträgern zusammen, um leistbaren Wohnungen mit passendem Grundriss für Alleinerziehende zu schaffen.

Am Schauplatz Reporterin Nicole Kampl dokumentiert den Alltag von Alleinerzieherinnen in Österreich in permanenter Belastung und zeigt, wie sie über die Runden kommen.
Am Schauplatz [2026.01.08]
Kommissar DNA
Datum: 2026.01.08 [Sendedatum]
Schlagworte: Medizin ; Reportage ; Medizin ; Straftaten ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Wie die Wissenschaft der Polizei hilft komplexe Kriminalfälle aufzuklären.

Dass Tatverdächtige ausgeforscht und überführt werden können, ist ein wesentlicher Verdienst von Wissenschaftlern wie Molekularbiologen, Gerichtsmedizinern oder Pollenanalytikern. Seit den 1990er Jahren wird die forensische Molekularbiologie verstärkt für Strafprozesse vor Gericht eingesetzt. Eine DNA-Spur gilt vor Gericht mittlerweile als wichtiges Indiz. Wie arbeiten Molokularbiologen oder Pollenanalytiker? Wie werden DNA-Spuren gesichert und aufbewahrt? Und wohin entwickeln sich die modernen Analyseformen – Stichwort „künstliche Intelligenz“?

Am Schauplatz Reporterin Gudrun Kampelmüller geht in ihrer Reportage „Kommissar DNA – mit Wissenschaftlern auf Verbrecherjagd“. Österreich war weltweit eines der ersten Länder, das 1997 eine DNA-Datenbank eingeführt hat. Bisher konnten mehr als 45.000 Straftaten nur durch die DNA geklärt werden.

Professor Franz Neuhuber und sein Molekularbiologen-Team konnten beispielsweise in Salzburg jüngst einen Mord und einen schweren Unfall klären. In beiden Fällen tappten die Ermittler jahrelang im Dunkeln. Erst DNA-Treffer führten sie zu Personen, die tatverdächtig waren. „Für mich war es wichtig, dass der Schuldige gefasst wurde, damit er sieht, was er angerichtet hat“, sagt Unfallopfer Anna. Sie wurde von einem unbekannten Mann mit einem Fahrrad niedergestoßen und schwer verletzt am Weg liegengelassen.

Gerichtsmediziner Fabio Monticelli kritisiert, dass viel zu selten Obduktionen angeordnet werden. Nur 1-2 von 100 Toten werden obduziert, sagt der Mediziner und damit würden viele Todesfälle, auch Morde, für immer ungeklärt bleiben. „Ich habe sogar schon erlebt, dass ein Leichenbeschauer eine Schussverletzung übersehen hat, erzählt der Leiter der Gerichtsmedizin in Salzburg.

Die Eltern von Angela D. kämpfen schon seit neun Jahren um die Wiederaufnahme der Ermittlungen rund um den Tod ihrer Tochter in Linz. Die Polizei ging 2017 von einem Suizid aus, die junge Frau sei vom Balkon ihrer Wohnung gesprungen. Freunde und Eltern glauben das aber nicht. Viele Fragen seien noch offen, sagen sie. Unter anderem fand sich eine fremde männliche DNA auf der Wärmeflasche von Angela D. Kann diese Spur helfen, den Fall wieder aufzunehmen?
Am Schauplatz [2024.06.27]
Die Bergretter - Serie und Wirklichkeit
Datum: 2024.06.27 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den harten Alltag alpiner Einsatzkräfte, der als Actionserie ein Fernsehhit ist.

„Unsere Einsätze im normalen Leben sind auch gefährlich, aber es geht ein bisschen langsamer und mit weniger Action ab“, erklärt Heri Eisl von der Bergrettung Ramsau. Er und seine Kollegen begleiten seit vielen Jahren die Dreharbeiten für die Actionserie „Die Bergretter“. Sie sichern die Filmschauspieler im Gebirge oder springen in gefährlichen Szenen also Double ein.

In Deutschland ist die Fernsehserie ein Publikumshit, jetzt hat auch der ORF die erfolgreiche Serie ins Programm genommen. Tausende Fans kommen jedes Jahr nach Ramsau, um beim „Bergretter-Fantag“ oder bei der „Fanwanderung“ die DarstellerInnen und die originalen Drehorte kennen zu lernen. Für die 13.000 Freiwilligen der Bergrettung Österreich sei das ein Imagegewinn, sagt Heri Eisl.

Die echten Bergretter sind an manchen Hotspots übrigens gefordert. Denn immer mehr Menschen strömen in die Berge – zum Teil ohne passende Ausrüstung und Vorbereitung. Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer hat sich den harten Alltag der Bergretter angeschaut und war bei den Dreharbeiten der Erfolgsserie in der Steiermark dabei.
Am Schauplatz [2024.06.06]
Armut ist weiblich
Datum: 2024.06.06 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Frauen ; Soziales ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die Hintergründe, warum immer mehr Frauen in Österreich armutsgefährdet sind.

Mehr als eine halbe Million Frauen in Österreich gelten als armutsgefährdet. Das heißt, sie haben ein pro Kopf Einkommen von unter 1600 Euro monatlich. Besonders betroffen sind Alleinerzieherinnen, Mütter mit vielen Kindern, Mindestpensionistinnen und Frauen die krank sind, oder kranke Angehörige pflegen.

Frauen sind stärker von Armut betroffen, weil sie generell weniger Geld für ihre Arbeit bekommen, oftmals wegen der Kinder nur in Teilzeit arbeiten können und dementsprechend über niedrige Pensionen verfügen. Und nicht selten sind es Frauen, die unbezahlt Pflegearbeit leisten.

Die ehemalige Unternehmerin Astrid E. ist durch den plötzlichen Tod ihres Mannes, einer schweren Krankheit, die sie berufsunfähig machte und die Versorgung einer 15jährigen Tochter mit Trisomie 21 in die, wie sie sie es nennt, „tägliche Armutsverwaltung“ abgerutscht.

Oder Anita G.: die Alleinerzieherin sagt, ihr Arbeitgeber hätte sie unverschuldet in die Armut getrieben, weil er ihr den Lohn nur unregelmäßig bezahlt hätte. Nun hat sie gekündigt und versucht den ausstehenden Lohn gerichtlich einzutreiben. Ohne Gehalt konnte sie aber ihre Rechnungen nicht bezahlen, schon drei Mal wurden ihr und ihrem Kind mit besonderen Bedürfnissen die Delogierung angedroht.

Christine K. wiederum lebt von der Mindestpension. Die ehemalige Büroangestellte hat fünf Kinder auf die Welt gebracht, viele Jahre war sie zuhause, um sich um die Familie zu kümmern. Der Wiedereinstieg in den Beruf mit Mitte 40 ist ihr dann nicht mehr gelungen. Jetzt lebt sie von rund 1300 Euro monatlich – viel zu wenig Geld, um gut über die Runden zu kommen. Nicht zum ersten Mal wurde Frau K. der Strom abgedreht, weil sie die Rechnung nicht bezahlen konnte. „Aber irgendwie wird es schon gehen“, sagt sie, „ich habe mich immer wieder hochgekämpft, auch wenn ich ganz unten war.“

Am Schauplatz Reporterin Gudrun Kampelmüller hat für ihre Reportage mit vielen Frauen gesprochen und sie versucht auch mit Expertinnen zu klären, wie Armutsgefährdung am effektivsten bekämpft werden könnte.
Am Schauplatz [2025.11.20]
In der Verbotszone - Alltag auf den gefährlichsten Plätzen
Datum: 2025.11.20 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Alltag ; Straftaten ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den Alltag an den gefährlichsten Plätzen Wiens.
Soziale Brennpunkte wie der Keplerplatz in Favoriten oder der Praterstern gelten als Hotspots von Gewalt und Kriminalität. Schauplatz-Reporter Ed Moschitz taucht ein in eine Welt voller Regeln, Vorurteile – und alltäglicher Gefahr.

Keplerplatz: Waffenverbotszone mit Konfliktpotenzial
„Sie brauchen sich ja nur umschauen, was hier los ist, seit die alle da sind“, klagt Herr Salvatore (72) auf der Favoritenstraße. Gemeint sind vor allem junge Männer aus Syrien, die sich zwischen Reumannplatz und Keplerplatz aufhalten – Orte, der durch Messerstechereien und Gewalt traurige Bekanntheit erlangten. Seit März 2024 gilt hier eine Waffenverbotszone. Die Polizei kontrolliert mit Überwachungskameras, zieht beinahe jeden zweiten Tag Waffen ein – Bußgelder bis zu 4600 Euro drohen. Neben jungen Syrern, berichten auch zwei Favoritnerinnen über ihre Zeit im Gefängnis wegen Drogen- und Gewaltdelikten. „Einmal Keplerplatz, immer Keplerplatz“, sagen sie.

Alkoholverbot in Floridsdorf
Am Bahnhof Floridsdorf wurde im Februar 2025 ein Alkoholverbot verhängt. Hintergrund: Eine Gruppe von rund 40 Stammgästen – meist österreichische Trinker – fiel durch Belästigungen und Straftaten auf. Heute sitzen einige von ihnen demonstrativ mit Bierdosen vor dem Bezirksamt, das außerhalb der Verbotszone liegt. Christian (54), seit früher Jugend auf der Straße, verteidigt den Protest: „Wir sind Floridsdorfer, das ist unser Amtshaus.“ Viele Anwohner hingegen fühlen sich durch die neu formierte Szene bedroht – und von der Stadtpolitik im Stich gelassen.

Praterstern: Gewalt trotz Verbotszonen
Auch rund um den Praterstern gilt seit 2019 ein Waffen- und Alkoholverbot. Dennoch wurden seither 549 Waffen sichergestellt – 200 davon bei Österreichern. Mike (38) ist seit seinem 14. Lebensjahr Teil der Drogenszene. „Wenn du zur Polizei gehst, bist du ein Wamser“, sagt er. Der Handel mit Substitutionsmitteln sichert hier vielen das alltägliche Überleben.
Ob Alkohol- und Waffenverbotszonen tatsächlich mehr Sicherheit bringen, bleibt umstritten. Kritiker sprechen von Symbolpolitik. Befürworter sehen darin ein Mittel zur Eindämmung von Kriminalität. Fest steht: Strenge Regeln und hohe Strafen verändern zumindest das Bild – wenn auch nicht unbedingt die Realität auf der Straße.
Am Schauplatz [2024.05.16]
Leben ohne Schnitzel
Datum: 2024.05.16 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Ernährung ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den emotionalen Kulturkampf zwischen Veganern und Fleischessern.

Fleisch oder kein Fleisch – das ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern fast schon eine Glaubensfrage. Die Österreicherinnen und Österreicher ticken extrem: Auf der einen Seite liegen sie bei einem Fleischkonsum von fast sechzig Kilo im Jahr europaweit ganz vorne. Auf der anderen Seite gibt es hierzulande im EU-Vergleich die meisten Veganerinnen und Veganer.

Eine davon ist Petra Reingruber, Wirtin aus Hellmonsödt im oberösterreichischen Mühlviertel. Bis vor ein paar Monaten hat sie ihr Gasthaus, den Kirchenwirt, ganz traditionell geführt. Mit Schnitzel und Schweinsbraten ist es seit Anfang des Jahres aber vorbei. „Für mich muss jetzt kein Tier mehr sterben,“ erzählt sie im Interview. Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer war dabei, als Petra Reingruber ihre letzten Schnitzel zubereitet und ein kleines Fest für ihre Stammgäste veranstaltet hat. Und sie hat die GastronominMonate später in ihrem neuen, veganen Lokal besucht.

Während die einen aus Liebe zu den Tieren, der Umwelt oder ihrer Gesundheit auf Fleisch verzichten, lassen sich andere ihr saftiges Schnitzel nicht nehmen. Der Schweindalwirt in Linz veranstaltet regelmäßig Schnitzelpartys. Dort trifft das Schauplatz-Team auf Menschen, die sich ein Leben ohne Schnitzel ganz und gar nicht vorstellen können.
Am Schauplatz [2025.02.06]
Teures Pflaster Salzburg
Mitwirkende: Haselmayer, Beate [Reporter/in]
Datum: 2025.02.06 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Preis ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Wohnungsnot und Reichtum in der Mozartstadt.

Salzburg zählt zu den teuersten Städten Österreichs. „Wer soll sich mit einem normalen Durchschnittseinkommen eine 67-Quadratmeter-Wohnung um 1400 Euro leisten?“, fragt sich Helmut Winter. Der pensionierte ÖBB-Verschieber wohnt in einer günstigen Mietwohnung in der so genannten „Eisenbahnersiedlung.“ Doch damit ist es bald vorbei. Das in die Jahre gekommene Haus soll abgerissen werden und eine neue Mietwohnung am freien Markt kostet deutlich mehr.

Für den Immobilieninvestor Gerald Hörhan – bekannt als „Investementpunk“ – bedeuten steigende Mieten steigende Einnahmen. Er besitzt knapp 300 Wohnungen in Österreich und Deutschland. In seinem „Betongoldtraining“ vermittelt er, wie man mit kleinen Eigentumswohnungen reich wird. Einer seiner Schüler hat eine 25-Quadratmeter-Wohnung in Salzburg gekauft, die er um mehr als 1000 Euro vermietet. „Wenn zu wenig Wohnraum da ist, können nicht alle zentral leben“, sagt Gerald Hörhan im Schauplatz-Interview. Menschen mit wenig Einkommen empfiehlt er, außerhalb von Salzburg eine Wohnung zu suchen.

Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer trifft in der Festspielstadt auf Menschen, die unterschiedlicher gar nicht sein könnten: Eine obdachlose Frau, die in der Nähe des Hauptbahnhofs in einem Zelt lebt. Einen Luxusimmobilienmakler, der um einige Millionen Euro eine historische Villa verkaufen will. Und einen Stadtbeamten, der gegen illegale Vermietung an Touristen ankämpft.
Am Schauplatz [2025.09.25]
Geschäftsmodell Abzocke
Datum: 2025.09.25 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Konflikte auf privaten Grundstücken zwischen Schikane und echter Besitzstörung.

Der Ärger über Anwalts-Schreiben, die wegen eines schnellen Umdrehens oder kurzen Haltens auf einem Parkplatz mit einer Klage wegen Besitzstörung drohen, ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Wer nicht zahlt, dem droht eine Verhandlung vor Gericht. Anwälte, Autofahrer-Clubs und nun auch die Politik versuchen, dieser Abzocke einen Riegel vorzuschieben. Doch wo handelt es sich um Schikane – und wo um wirkliche Besitzstörung? Ulla Kramar-Schmid und Christoph Seibel sind für die „Am Schauplatz“-Reportage „Geschäftsmodell Abzocke quer durch Österreich gefahren und haben Betroffene besucht.

„Wie ich aussteige, sehe ich die kleinen Schilder, dass du eine Besitzstörungsklage bekommst, wenn du stehen bleibst. Ich schau links, schau rechts, auf jeden Fall bin ich sofort wieder eingestiegen und weggefahren – und hab mir nichts dabei gedacht“, erzählt eine Betroffene, die in Salzburg kurz auf einem schlecht ausgeschilderten Parkplatz neben einem Einkaufscenter gehalten hat. Drei Wochen später hat sie eine Zahlungsaufforderung von 350 Euro erhalten – mit einer Klagsandrohung, sollte sie nicht einzahlen.

Doch es hat sich auch gezeigt: Nicht jede Drohung mit einer Besitzstörungsklage ist Schikane. In Dornbirn etwa wird ein Bauernhof an einer Bundesstraße notorisch als Wendeplatz für PKW und LKW missbraucht. „Man hat mir darum schon den Hund zusammengefahren, denn der Hund ist einem Auto nachgelaufen, weil das war sein Revier. Und es sind drei kleine Kinder da, immer musst du sagen, ihr dürft da nicht vor gehen, weil da sind Autos.“, erzählt die Bäuerin.
Am Schauplatz [2024.04.11]
Die Macht der Investoren
Datum: 2024.04.11 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über umstrittene Luxus-Immobilienprojekte in der Steiermark und Oberösterreich

Das Geschäft mit Immobilien im Luxusbereich boomt allen Krisen zum Trotz. Investoren sind österreichweit auf der Suche nach den schönsten Plätzen. Direkt am See, an der Skipiste oder mitten in den Weinbergen.

Unter maximaler Dehnung der Gesetzeslage werden sensible Landschaften verbaut. So mancher Bürgermeister fürchtet die Macht der Investoren. Um Projekte durchzuboxen, kommen Investoren meist nicht allein, sondern in Begleitung von Anwälten und Pressesprechern und machen recht unverhohlen Druck auf die Lokalpolitiker. Seit Jahren dokumentiert Am Schauplatz Reporterin Nora Zoglauer die abenteuerlichsten Immobilien-projekte. Sie ist in ganz Österreich unterwegs und zeichnet überall ein ähnliches Bild: Mächtige Investoren, überforderte Bürgermeister und verzweifelte Einheimische.

Für die aktuelle Folge von Am Schauplatz ist Nora Zoglauer in die Steiermark gefahren. An der Weinstraße, zwischen Gamlitz und Ehrenhausen, ist fast jeder Hügel verbaut. Bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft haben ehemalige Buschenschanken aufgekauft und Bauprojekte der Superlative errichtet. So mancher Millionär versucht sich jetzt auch als Winzer.
Am Schauplatz [2024.04.04]
Die Sendung mit der Wurst
Datum: 2024.04.04 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Ernährung ; Nahrung ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die Hintergründe warum es immer weniger Fleischhauereien gibt.

Fleischhauer sind in den letzten Jahrzehnten zu einer raren Spezies geworden. Auch in großen Städten gibt es nur mehr eine Handvoll Betriebe, die diesem Handwerk nachgehen. Sie stehen aber nur an der Spitze einer Entwicklung im österreichischen Fleischgeschäft. Die Kleinen werden weniger und die Großen immer größer.

In Eggersdorf bei Graz ist es so, wie es früher einmal war. Der Landwirt Andreas Landgraf hält 80 Schweine, füttert sie mit dem Mais, der ringsum des Hofes auf den eigenen Äckern wächst. Die Äcker wiederum düngt der Bauer mit der Gülle seiner Schweine. Über seine Tiere sagt er: „Sie sind Lebewesen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie geschlachtet werden. Bis dahin will ich, dass es den Tieren gutgeht“. Weil er das Fleisch, bzw. den Speck oder die Wurstwaren selbst vermarktet, funktioniert sein kleiner Betrieb.

Doch es sind leider ein paar Cent pro Kilo Schweinefleisch auf oder ab, die über die Zukunft eines Betriebes entscheiden. Wegen diesem Preisdruck, bei gleichzeitig hohem Investitionsdruck hätten viele Fleischhauer nicht mehr weitergemacht, bzw. keine Nachfolger gefunden, erfahren wir von Robert Buchberger. Er betreibt mehrere Fleischer-Geschäfte in der östlichen Steiermark. Er zeigt uns ein Aktions-Blatt aus dem Jahr 1985. „Man sieht, dass damals ein Kilo Schweinsschulter 59 Schilling gekostet hat. Und kürzlich wurde in einem Großmarkt das Kilo um 3,99 Euro angeboten.“ Fleisch wurde also billiger, im Gegensatz zu den meisten Lebensmitteln am Markt. Das hat viele kleine Mäster dazu gezwungen aufzugeben.

Am Schauplatz Reporter Alfred Schwarzenberger war in Österreich unterwegs und zeigt, warum es immer weniger kleine Fleischhauereien gibt.
Am Schauplatz [2024.03.28]
Viel Arbeit - wenig Personal
Datum: 2024.03.28 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Arbeitslosigkeit ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Warum Fachkräfte auf Dächern und in Bussen fehlen

DachdeckerInnen, ElektrikerInnen und BusfahrerInnen – drei völlig unterschiedliche Berufe, die eines gemeinsam haben: Sie gehören zu den grünen Berufen, die durch die Energiewende und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs immer wichtiger werden. Zehntausende dieser Fachkräfte werden in den kommenden Jahren gesucht, doch schon jetzt fehlt Personal.

Von der Baukrise merken die heimischen Dachdecker derzeit noch wenig: Sanierungen und Wetterkapriolen sorgen für volle Auftragsbücher. Im Salzkammergut sind die Unwetterschäden von Sommer 2021 noch gar nicht behoben, die Menschen leben seit fast drei Jahren mit Planen auf den Häusern. „Bei uns kommt viel zusammen: Es ist ein gefährlicher Beruf, wir sind von der Witterung abhängig und handwerklich muss alles fachmännisch erledigt werden. Man kann in einem halben Jahr keine Fachkraft anlernen“, sagt Herbert Grünauer, Bauleiter bei TDach, einem der größten Dachdeckerbetriebe im Bezirk Gmunden. Die Dachdecker und wenigen Dachdeckerinnen stehen seit 2012 auf der jährlichen Mangelberufsliste in Österreich, das heißt auf eine offene Stelle kommen weniger als 1,5 Arbeitssuchende.

Erstmals auf der Liste stehen heuer acht Berufe aus dem öffentlichen Verkehr - darunter Busfahrerinnen und Fahrer: Jesús Reguera Truco fährt schon die zweite Saison mit dem Schibus in Kaprun. Der Spanier stammt aus Madrid und ist mit Touristenbussen in ganz Spanien unterwegs. Während der Winterpause ist er jetzt in Österreich. „Ich hätte mir nie gedacht, dass ich einmal mit einem Schibus fahre. Es ist schon etwas Besonderes“, sagt der 31jährige. „Ich musste erst einmal lernen wir man auf Schnee fährt.“ In Wien sucht das Familienunternehmen Gschwindl Bus dringend Fahrpersonal. Disponentin Regina Walluch macht gerade den Busführerschein.

Einen Quereinsteiger hat Daniel Kasmader schon als Mitarbeiter, jetzt sucht er Verstärkung. Für den jungen Niederösterreicher ist eine Viertagewoche im Betrieb selbstverständlich: „In den vier Stunden am Freitag kann ich sowieso nicht viel machen. Und bei Notfällen muss ich als Chef dann fahren, es heißt ja nicht umsonst selbst und ständig.“

Am Schauplatz Reporterin Nicole Kampl war in ganz Österreich unterwegs und beleuchtet Ursachen und Auswirkungen des Fachkräftemangels auf den Dächern und Straßen Österreichs. Wer sind die, die heute unsere PV Anlagen installieren oder uns mit dem Bus mitnehmen und woher werden sie in Zukunft kommen?
Am Schauplatz [2024.03.14]
Mein Liebling kriegt alles
Datum: 2024.03.14 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Tiere ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Es ist ein boomender Markt – alles, was man für Hund und Katze kaufen kann: vom veganen, handgemachten Leckerli über die Bio-Fleischtorte hin bis zum Luxusaufenthalt im Hotel, wo sich der Vierbeiner bei Massage und Aromatherapie entspannen kann.

Ein Haustier ist kein Tier, heißt es, sondern ein Freund, ein beseeltes Wesen, ein Familienmitglied, für das auch dementsprechend Geld ausgegeben wird. Schätzungen gehen davon aus, dass 2024 die Ausgaben für Haustierfutter erstmals 650 Millionen Euro übersteigen werden. Derzeit leben in Österreichs Haushalten rund zwei Millionen Katzen und 766.000 Hunde.

Das Leben mit Vierbeinern und die Liebe zu den Haustieren hat sich in den vergangenen Jahren enorm verändert. „Es ist eine ehrliche, faire Liebe – so eine, wie Du sie von Menschen oft nicht bekommst“, sagt Thomas, der eine kranke Zuchthündin von einer Tötungsstation gerettet hat. Und Daniela ergänzt: „den Tieren ist es ganz egal, ob Du gesund oder krank bist, ob du hübsch oder hässlich bist, sie erkennen den Kern deines Wesens.“

Am Schauplatz Reporterin Gudrun Kampelmüller ist dieser unbändigen Tierliebe nachgegangen und sie hat Menschen getroffen, die sich ein Leben ohne Haustier nicht mehr vorstellen könnten.
Am Schauplatz [2025.04.17]
Zurück nach Syrien?
Datum: 2025.04.17 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die ungewisse Zukunft von syrischen Flüchtlingen in Österreich.

Vor zehn Jahren sind zehntausende Menschen aus dem Krieg in Syrien nach Österreich geflüchtet. Viele haben Deutsch gelernt, Arbeit gefunden und ihre Kinder hier in Schulen geschickt. Was passiert jetzt mit den Menschen, nachdem das Assad-Regime gestürzt wurde. Müssen sie jetzt so schnell wie möglich wieder heim, wie österreichische Politiker verlangen? Was bedeutet das für Unternehmen, die sich auf syrische Mitarbeiter in Mangelberufen verlassen? Und wie hat das tödliche Messerattentat in Villach, die Situation verändert? „Am Schauplatz“-Reporterin Tiba Marchetti war in den vergangenen Wochen in ganz Österreich unterwegs, um diese Fragen für ihre Reportage zu beantworten.

Amal Solaiman ist mit ihrer Familie 2015 nach Wien gekommen. Heute ist sie Heimhilfe beim Roten Kreuz. „Ich hätte gern die Sicherheit, hier bleiben zu dürfen,“ wünscht sie sich. Ihr Arbeitgeber wünscht sich das auch, „Wir sind auf die Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen“, sagt er.

In der Küche des Restaurants Papa Joe`s in Schladming arbeiten ausschließlich Syrer. „Sie sind fleißig und zuverlässig – und sie trinken nicht“, schwärmt der Chef Bernd Rüscher. Um seine Mannschaft halten und durchbeschäftigen zu können, ist er heuer von einem Saisonbetrieb zu einem Ganzjahresbetrieb umgestiegen.

Unter den Syrern mit Asylstatus geht dennoch die Angst um, nicht bleiben zu dürfen. „Seit dem Sturz Assads schreiben uns jeden Tag hunderte Leute, und fragen, wie es jetzt weitergeht,“ sagt der Obmann vom Verein Freie syrische Gemeinde. Nach dem tödlichen Attentat in Villach hat der Verein eine Demonstration gegen Gewalt organisiert. „Wir sind gegen Terror, wir sind solidarisch mit den Österreichern.“

„Ich bin auf der Straße auch schon Terroristin geschimpft worden,“ erzählt Salua, die 17-jährige Tochter der Heimhilfe Amal. „Aber die meisten Leute sind sehr nett“, lacht sie. „Ich habe nicht nur eine Heimat, sondern zwei.“
Am Schauplatz [2024.02.29]
Pflege aus Kolumbien
Datum: 2024.02.29 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Gesundheitswesen und medizinische Versorgung ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über dringend gebrauchte Pflegekräfte, die nach Österreich geholt werden.

„Mir tuat der Buckel weh“ – was ihren Patientinnen und Patienten fehlt, versteht die 26-jährige Mariana Morales Avila aus Bogotá manchmal nicht gleich beim ersten Mal. Sie arbeitet seit ein paar Monaten in einem Krankenhaus in Tirol. Hochdeutsch spricht sie mittlerweile gut, aber der Tiroler Dialekt sei wie eine neue Sprache für sie, erklärt sie.

Mariana ist eine von hundertsiebzig kolumbianischen Pflegekräften in Österreich. Weil jährlich 3000 Pflegepersonen fehlen, sollen in den nächsten Jahren hunderte Kolumbianerinnen und Kolumbianer nach Österreich übersiedeln. „Ich bin glücklich, hier zu sein. Österreich ist ein sicheres Land und ich kann hier viel mehr verdienen als in Kolumbien“, erzählt Mariana Morales Avila im Schauplatz-Interview. Traurig macht sie allerdings, dass sie ihren siebenjährigen Sohn seit Monaten nicht gesehen hat. Er lebt bei seinen Großeltern in Bogotá.

Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer ist nach Kolumbien gereist und hat Marianas Familie besucht. In der Millionenmetropole Bogotá hat sie Menschen kennen gelernt, die mit einem Mindestgehalt von umgerechnet vierhundert Euro pro Monat über die Runden kommen müssen. Und Gegenden, die zu den ärmsten und gefährlichsten Bezirken der Megacity zählen.
Am Schauplatz [2024.02.15]
Fall ungelöst
Datum: 2024.02.15 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Manche Kriminalfälle in Österreich bleiben trotz größter Bemühungen ungeklärt.

Die Polizei spricht dann von einem Cold Case. So kommt es vor, dass ein Mensch verschwindet oder zu Tode kommt und niemand weiß, was genau passiert ist. War es ein Unfall oder ein Verbrechen? Ist der Täter noch auf freiem Fuß? „Das Schlimmste ist die Ungewissheit“, sind sich Angehörige einig.

Die Familie kann nicht ausschließen, dass Christa freiwillig verschwunden ist. „Bitte komm einfach zurück, wir sind dir auch nicht böse und reden auch nicht mehr drüber“, sagt Tochter Kimberly.

Am 14. Oktober 2023 verschwand in Linz die 54-jährige Christa. Was man weiß: Sie war in einem Lokal und hat danach bei einem Bekannten übernachtet. Dort soll sie in der Früh die Wohnung verlassen haben. Seit damals fehlt jede Spur. Was ist passiert? „Nach so langer Zeit muss man vom Schlimmsten ausgehen“, sagt Sohn Michael.

Für Mutter Christina ist nicht nachvollziehbar, wie Gloria in die Berge gekommen ist. „Wie ist sie da rauf gekommen? Sie ist nie wandern gegangen, sie wäre nicht mal bei schönem Wetter auf einen Berg gestiegen, aber bei Eis und Schnee mit Stoff-Sneakers?“

In Vorarlberg ist vor fast sechs Jahren die 26-jährige Gloria verschwunden. Zuletzt gesehen wurde sie in der Bank, als sie eine neue Bankomatkarte beantragt hat. Ein halbes Jahr später wurden Teile ihres Skeletts in den Bergen gefunden. Kleidung, Rucksack und Schuhe fehlen bis heute. Die Umstände ihres Todes bleiben rätselhaft. Mutter Christina will wissen, warum ihre Tochter sterben musste. Für die Polizei ist der Akt geschlossen.

Gabi aus Wien ist schon seit 34 Jahren abgängig. Damals war sie 29 Jahre alt und wurde zuletzt bei einem Disco-Besuch gesehen. Ihre Schwester Regina, die jetzt Mitte 60 ist, hat die Suche nie aufgegeben. Völlig überraschend gibt es nun neue Hinweise.

„Am Schauplatz“-Reporterin Julia Kovarik rekonstruiert diese ungelösten Fälle und begibt sich mit den Angehörigen auf Spurensuche.
Am Schauplatz [2024.02.01]
Nur Bares ist Wahres
Datum: 2024.02.01 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den emotionalen Kulturkampf um das Bargeld.

In Österreich ist Bargeld noch immer das beliebteste Zahlungsmittel. Während in skandinavischen Ländern vor allem mit Karte bezahlt wird, wäre der Verzicht auf Münzen und Geldscheine hierzulande unvorstellbar. Die Angst vor der angeblich geplanten Abschaffung von Bargeld ist groß.

Wenn dann in Landgemeinden die örtliche Bankfiliale zusperrt, glauben viele, dass das Ende von Münzen und Euroscheinen bald bevorsteht. Auch Bankomaten verschwinden zunehmend. “Warum nimmt die Politik die Banken nicht in die Pflicht? Wir zahlen hohe Kontogebühren und Zinsen. Die Banken machen Gewinne und wollen uns überhaupt nicht mehr mit Bargeld versorgen“, beschwert sich ein verärgerter Pensionist in Ansfelden (OÖ).

Viele Jugendliche stört die abnehmende Bargeldversorgung nicht. Sie haben oft gar kein Bargeld mehr in der Tasche. Sogar das digitale Bezahlen mit einem in der Hand implantierten Chip wird jetzt vielleicht ein Trend.

Am Schauplatz Reporterin Kim Kadlec hat sich angeschaut, warum die Österreicherinnen und Österreicher nicht auf ihr Bargeld verzichten wollen.
Am Schauplatz [2024.01.11]
Schöner Mann
Datum: 2024.01.11 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den Boom bei Schönheitsoperationen für Männer.

Immer mehr Männer legen sich unters Messer und lassen sich Nase und Augenlider korrigieren, Haare transplantieren oder den Penis verlängern. Ziel ist es, sich schöner, jünger, attraktiver, und männlicher zu fühlen. Wie wichtig ist Schönheit – und was ist Schönheit eigentlich?

Istanbul ist das Mekka für Haartransplantationen, weil der Eingriff viel dort viel günstiger ist als bei uns. Die Haarwurzeln werden vom Hinterkopf entnommen, präpariert und an den kahlen Stellen am Kopf eingesetzt. Diese Arbeit dauert sechs bis zwölf Stunden, je nachdem, wie viele Wurzeln transplantiert werden.

Martin Stiefsohn aus Niederösterreich hat sich jahrzehntelang unwohl gefühlt mit seinen dunklen, geschwollenen Augenringen und den schweren Lidern. „Meine Frau schaut immer so frisch aus, und ich einfach nur müde. Das wollte ich ändern.“ Von der Augenlid-Operation hat er seinen Freunden nichts erzählt. Er ist der Erste in der Runde, der sich „etwas machen lässt.“ Mit dem Ergebnis ist der 48-jährige zufrieden. „Ich fühle mich einfach besser“, lacht er.

Ist eine Intimkorrektur auch eine Schönheitsoperation? Max ist knapp 30 und kann sich nackt im Spiegel nicht anschauen. Er entscheidet sich dafür, seinen Penis verlängern und verdicken zu lassen. Auch wenn es schmerzhaft ist, „das ist es mir wert,“ ist Max überzeugt, „dann muss ich mich in der Sauna oder auf dem FKK-Strand nicht mehr hinter dem Handtuch verstecken – und vielleicht wird ja auch mein Sexleben intensiver“.

In der Türkei kann man in Sachen Schönheit mittlerweile fast alles machen lassen – und das für deutlich weniger Geld als in Österreich. Der Beauty-Tourismus ist ein Millionengeschäft, vor allem in Istanbul, das für Haartransplantationen bekannt ist. Am Schauplatz-Reporterin Tiba Marchetti hat sich in Österreich und in der Türkei ein Bild gemacht und mit Ärzt*innen unt Patienten über das boomende Business gesprochen.
Am Schauplatz [2024.12.05]
Kampf ums Bootshaus
Datum: 2024.12.05 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über dubiose Immobiliengeschäfte am Traunsee

Immobilien an den Salzkammergutseen sind rar und heiß begehrt. In der Regel werden dafür mehrere Millionen Euro gezahlt. Um ein großes Bootshaus in Altmünster und eine Seeliegenschaft samt Seegrund und Bootshaus in Gmunden, wird seit Jahren erbittert vor Gericht gestritten. Der Vorwurf: zwei alte Damen hätten die Immobilien weit unter dem wahren Wert, an einflussreiche- immobilienkundige Menschen veräußert.

Gleich am Ortsanfang von Altmünster am Traunsee ist das sogenannte Fischereck. Die Familien Trawöger und Gaigg betreiben die Fischerei seit über hundert Jahren. Direkt am See besitzen sie mehrere Liegenschaften und Bootshäuser. Christine Mayer-Gaigg war passionierte Fischerin, kinderlos und hatte geringe Schulden bei der Bank. Aus Angst, diese nicht zurückzahlen zu können, verkaufte sie ihr großes Bootshaus und den Seegrund um gerade einmal 324.000 Euro an einen einflussreichen lokalen Unternehmer. Der Unternehmer meint, ein Gutachter hätte den Wert der Liegenschaft unter dem bezahlten Wert der Liegenschaft bewertet. Die Fischerin Monika Trawöger, Alleinerbin der 2021 verstorbenen Christine Mayer-Gaigg, hat den Unternehmer nun geklagt. Sie hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem das Bootshaus und der Seegrund mit zumindest 4 Millionen Euro bewertet werden, also dem knapp Zehnfachen der bezahlten Summe.

In Gmunden, in Toplage, direkt am See, hat Gertrude Neuwirth bis ins hohe Alter ihre Seepension bewirtschaftet. Mit 83 Jahren entschied sie sich dazu, ihr Lebenswerk zu verkaufen. Die Hausbank fädelte den Kontakt zu einer lokalen Immobilienfirma ein. Auf gerade einmal 750.000 Euro wurde dann das große Grundstück samt Bootshaus und Seegrund geschätzt. Während ihre Tochter im Urlaub war, unterschrieb die alte Dame alle Kaufverträge. Jetzt hat die Tochter die Immobilienfirma geklagt. Ihre mittlerweile verstorbene Mutter sei zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung dement und daher nicht mehr geschäftsfähig gewesen und hätte die Grundstücke weit unter dem Wert veräußert, so der Vorwurf von Martina Dimas. Zivilgerichte gaben der Tochter Recht, der Verkauf musste rückabgewickelt werden.

Dieser Fall hatte aber auch strafrechtliche Konsequenzen: zwei Rechtsanwälte, ein Notar und drei Personen aus der Immobilienbranche mussten sich wegen schweren Betrugs jetzt vor Gericht verantworten. Urteile in erster Instanz wurden bereits gefällt.

Am Schauplatz-Reporterin Nora Zoglauer dokumentiert die beiden Immobilienkrimis am Traunsee bereits seit mehreren Jahren.
Am Schauplatz [2023.12.07]
Fluch der Pakete
Datum: 2023.12.07 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die Schattenseiten des Paketbooms.

Die Zahl der Pakete ist vor allem seit der Pandemie explodiert: Vom Tierfutter über Möbel bis hin zu Kleidung wird bestellt, geliefert und teils wieder zurückgeschickt. Allein 2022 wurden 355 Millionen Pakete in Österreich transportiert. Höhepunkt ist jedes Jahr die Vorweihnachtszeit. Für die Zustellerinnen und Zusteller bedeutet das noch mehr Druck und Stress als ohnehin schon üblich. Über die Zustände offen reden, trauen sich nur wenige.

Am Schauplatz Reporterin Nicole Kampl war in ganz Österreich unterwegs und zeigt, unter welchen Bedingungen Paketzusteller:innen auch abseits von Weihnachten arbeiten und welchen Preis Versprechen wie „gratis Lieferung“ tatsächlich haben.
Am Schauplatz [2025.10.02]
Die Supergurus
Datum: 2025.10.02 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die vielen falschen Erfolgsversprechen in der boomenden Coachingszene

Egal ob Reichtum, Persönlichkeit, Gesundheit oder Liebe - für jeden nur erdenklichen Bereich des Lebens gibt es Coaches, die ein erfolgreiches und erfülltes Leben versprechen. Coaching boomt. Man muss nur das richtige Mindset haben, wie es im Fachjargon heißt, die richtige Einstellung, dann schafft man es spielerisch zu Glück und Wohlstand. Immer mehr Menschen vertrauen Coaches und sind bereit in kurzer Zeit tausende Euros zu bezahlen.

Am Schauplatz Reporterin Nora Zoglauer hat in den vergangenen Monaten in der österreichischen Coachingszene recherchiert. Sie hat Investmentpunk Gerald Hörhan getroffen, aber auch Menschen besucht, die auf der Suche nach Glück, Reichtum und Erfolg viel Geld verloren haben. „Die Beschäftigung mit dem verunsicherten „Ich“ ist in unübersichtlichen Zeiten ein lukratives Geschäft geworden“, sagt Ulrike Schiesser, Leiterin der Bundesstelle für Sektenfragen. Einen seriösen- von einem unseriösen Coach zu unterscheiden ist oft kaum möglich, da die Berufsbezeichnung Coach nicht geschützt ist. Jeder kann in Österreich als Coach sein Geld verdienen.

Die pensionierte Lehrerin, Cornelia S. stieß im Internet auf ein Coachingprogramm, das ein erfüllteres Leben versprach. Mit einem speziell entwickelten Gerät sollten verborgene Traumata und Konflikte ausfindig gemacht werden, die einen hindern, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen. In einem Jahr hat sie 23.000 Euro investiert. Funktioniert hat es nicht, sagt Frau S. heute. Das Ganze sei wie eine Gehirnwäsche gewesen.

Die Geschwister Manuel und Melanie R. wollten sich persönlich weiterentwickeln. Beide waren unzufrieden in ihrem Leben, als sie von Markus Streinz, dem selbsternannten Meister des Lebens, hörten. Anfänglich waren sie begeistert von der unverblümten Art des Oberösterreichers. Die beiden schüchternen Geschwister sahen in Streinz ein Vorbild. Doch mit der Zeit sei Streinz immer aggressiver geworden, sagt Manuel R. Anstatt von den Internetcoachings zu profitieren, ging es den Geschwistern immer schlechter. Nach vier Jahren und mehr als 30.000 Euro, entschieden sie ihre Mitgliedschaft in der Liberator Academy zu beenden. Im Zuge der Recherche hat Am Schauplatz Reporterin Nora Zoglauer mit vielen ehemaligen Mitgliedern der „Liberator Academy“ gesprochen, die von einer Welt voller Gewalt und Frauenfeindlichkeit berichten. Einige Opfer haben mittlerweile Anzeige erstattet.
Am Schauplatz [2024.04.18]
Am Markt
Datum: 2024.04.18 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Ernährung ; Nahrung ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage von Ed Moschitz über einen besonderen Wiener Mikrokosmos.

Die Wiener Märkte waren stets ein Abbild gesellschaftlichen Wandels. Bis heute sind sie ein begehrter Arbeitsplatz für zahlreiche Neuösterreicher und zugleich wichtigster Umschlagplatz für ihre Waren. Am Schauplatz Reporter Ed Moschitz war in Wien unterwegs und hat das vielfältige Treiben zwischen Gemüseständen und Kebabbuden über Monate beobachtet.

Frau Rosa wohnt seit den 1970er Jahren beim Wiener Brunnenmarkt. Als sie hier einzog waren die Marktfahrer noch überwiegend Österreicher. Weil die aber oft keinen Nachfolger fanden, wurden die Standplätze meist an Zuwanderer vergeben. Heute arbeiten am längsten Straßenmarkt Wiens Menschen aus 46 Ländern. Auch deswegen wollte die 87-jährige schon vom Marktgebiet wegziehen. Doch eine günstige geräumige Wohnung, die genügend Platz für ihre Teddybären-Sammlung bietet, konnte sie nirgendwo finden. Ihren 200 Stoff-Bären zuliebe sei sie daher geblieben.

Herr Philipp, ein Burgenländer, hat sich am Markt „verirrt“, wie er sagt. Das bunte Treiben hier sei jedoch eine willkommene Zerstreuung von belastenden Erbschaftsstreitigkeiten, die gerade in seiner Familie toben. Seine Mutter ist kürzlich verstorben. „Notariell stehen mir 200-tausend Euro zu, aber ich will eine Million“, zeigt er sich kämpferisch. Damit soll ein Porsche-Sondermodell aus Deutschland geholt werden.

Frau Anna, 69, betreibt in der Markthalle ein kleines „Tschocherl“. Früher hätte sie davon gut leben können, doch nun bleiben ihre Stammkunden immer öfter aus. „Die haben 1500 Euro und zahlen davon 800 Euro Miete, da bleibt denen nichts mehr übrig“, rechnet sie vor. Wenn die Stimmung im Lokal gegen Monatsende zu kippen droht, stimmt sie für ihre Gäste gern Liebeslieder an. Früher, in Polen, war sie professionelle Sängerin, ihre Lieder hat sie sogar schon in Rom für den Papst gesungen.

Am Viktor-Adler-Markt stört manche, dass die österreichischen Standler am Bauernmarkt immer weniger werden. Kaum ein Österreicher ist noch bereit sich das tägliche Auf- und Abbauen der Stände bei jeder Witterung anzutun. Frau Manuela macht diesen Knochenjob seit ihrer Jugend, auch, weil sie keine andere Berufsausbildung hat. Ihre Tochter sollte es besser haben, die hat Matura und sei bereits im Bauwesen tätig. Erst kürzlich musste man wieder mit dem Marktamt um ihren „fixen Standplatz“ feilschen. Mit Erfolg, doch der Frust sitzt bei Frau Manuela tief: „Bis zur Pension noch und hinter mir die Sintflut“, sagt sie. Dass es unlängst am Bauernmarkt zwischen einigen Marktfahrern zu einer handfesten Auseinandersetzung kam, ließ erneut die Wogen hochgehen.
Am Schauplatz [2024.10.31]
Wer rettet den Boden?
Datum: 2024.10.31 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über erfolgreiche Initiativen gegen das ungehemmte Zubetonieren von Äckern und Wiesen.

Nach jeder größeren Überschwemmung schwillt auch die Flut kritischer Wortmeldungen zum Bodenverbrauch an. „Boden darf nicht mehr so oft versiegelt und zerstört werden“ das Lippenbekenntnis teilen alle, aber in der Praxis passiert wenig. Die Inanspruchnahme von Äckern und Wiesen hat nämlich unmittelbar mit unserem Lebensstil zu tun.

Mit der Art wie wir wohnen, einkaufen, uns fortbewegen. Den gewaltigen 110 000 m² an Äckern und Wiesen die täglich von diversen Projekten in ganz Österreich beansprucht werden, stehen geschätzte 415 Millionen Quadratmeter -die Fläche Wiens- an Leerständen gegenüber. Das sind verlassene Wohnungen und Geschäftslokale, die Ortskerne und Innenstädte veröden lassen, und brach liegende Industrieflächen, die der Wirtschaft nicht zur Verfügung stehen.

Statt diese Immobilien verfügbar zu machen, wird weiter neu gewidmet und auf den grünen Wiesen wuchern neue Einkaufszentren und Eigenheimsiedlungen. Am Schauplatz-Reporter Robert Gordon hat betroffene Gemeinden besucht und sich mit Bürgermeistern sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern auf die Suche nach rettenden Ideen gemacht, die die Versiegelung von Grünflächen stoppen könnten.
Am Schauplatz [2023.10.12]
Almen in Gefahr
Datum: 2023.10.12 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die vielfältigen Bedrohungen einer Kulturlandschaft

Derzeit gibt es in Österreich rund 8000 Almen, mit etwa 450.000 Tieren (Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde), die den Sommer über dort weiden. Almen, so sagen viele, sind eine einzigartige Kulturlandschaft, die über die Jahrhunderte durch die landwirtschaftliche Nutzung geprägt wurde. Jährlich sinkt die Anzahl der Almen. Innerhalb von 20 Jahren sind es um 1000 weniger geworden.

Die Gründe dafür sind vielfältig: es fehlt an Personal, das die harte Arbeit auf der Alm verrichten will, es ist wirtschaftlich nicht lukrativ genug, gerade für Nebenerwerbsbauern und – jetzt ist ein neuer Grund dazugekommen - das verstärkte Aufkommen von Bären und Wölfen in der Region. Diese Wildtiere würden die Bestände des Weideviehs enorm dezimieren, sagen die Landwirte und sprechen davon, dass es bald keinen Sinn mehr mache, die Tiere aufzutreiben.

„Am Schauplatz“-Reporterin Gudrun Kampelmüller war in Salzburg, Tirol und Kärnten unterwegs und hat mit Einheimischen und Besuchern über die Faszination „Alm“ gesprochen.
Am Schauplatz [2024.10.03]
Hilfe Touristen!
Datum: 2024.10.03 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Tourismus ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage wie Massentourismus auf immer größeren Widerstand von Einheimischen stößt.

Es wird immer mehr, kürzer und schneller gereist - mit dem Ergebnis, dass manche Ortschaften von Touristen regelrecht überschwemmt werden. „Alles ist hier ist nur mehr für die Touristen, nichts mehr für uns!“ klagen Einheimische, „wenn das so weiter geht, kann man eigentlich nur mehr wegziehen“.

Schon um 8 Uhr früh ankern in Dürnstein sechs Kreuzfahrtschiffe mit je 200 Betten. Nachdem an Board gefrühstückt wurde, geht es für die Gäste zum Landgang in das historische Ortszentrum. Bis zu 1200 Touristen strömen gleichzeitig durch die engen Gassen des 800 Einwohner Ortes.

Dürnstein an der Donau. Rund eine Million Menschen kommen jedes Jahr in den 800 Einwohner Ort. Davon sind ein Drittel Kreuzfahrtschiffgäste, ein Drittel kommt mit Bus und privatem PKW und ein weiteres Drittel mit dem Rad. Nur jeder 10. Gast übernachtet auch in Dürnstein.

Eva wohnt mit ihrer Mutter Hermine direkt an der kurzen Altstadt-Straße. „Die Touristen tun so, als müsste jeder dankbar sein, dass sie da sind. Aber uns bringt der Tourismus nichts außer Unruhe, Müll und Lärm.“ Ein Nachbar ergänzt, „Wenn wir nicht immer alles zusperren, sind die Touristen überall: In unseren Wohnzimmern, in unseren Gärten und Innenhöfen und trinken dort ihren mitgebrachten Kaffee. Die glauben echt, der ganze Ort ist ein Museum!“

Viele in Dürnstein ärgert es, dass die Gäste der Kreuzfahrtschiffe so wenig Geld dalassen und eigentlich nur kommen, um zu fotografieren - und vielleicht manchmal ein Souvenir kaufen. Denn auf den Schiffen ist alles inklusive: Nächtigung, Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

Zu den Touristen der Kreuzfahrtschiffe gesellen sich in Dürnstein noch Rad- sowie Bus- und Individualtouristen. Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr den kleinen Ort an der Donau. Die meisten bleiben nicht lange, nur rund jeder zehnte Tourist übernachtet auch in Dürnstein.

„Vor lauter Touristen haben wir Einheimische uns aus den Augen verloren, unsere Dorfstruktur zerbröselt. Für uns gibt es hier eigentlich fast nichts mehr. Jetzt sperrt auch noch der letzte Nahversorger zu,“ klagt eine Anrainerin.

Trotzdem geht es in Dürnstein im Vergleich zu Hallstatt fast ruhig zu. Nach Hallstatt kommen Schätzungen zufolge rund drei Millionen Besucher: innen im Jahr, das sind an Spitzentagen bis zu 13.000 Touristen – auf 740 Einwohner. „Wir sind am Ende. Wir sind im Tourismus-Burnout!“, sagt Siegrid Brader, die die Bürgerliste „Bürger für Hallstatt“ anführt. Sie kämpft seit Jahren für Besucher-Obergrenzen. An einem Samstag im August blockiert sie mit ihren Mitstreitern die einzige Straße nach Hallstatt, um auf die Not der Einheimischen aufmerksam zu machen. „Die Politik muss endlich etwas tun! Sonst eskaliert die Situation.“, sagt Frau Brader.

Am Schauplatz-Reporterin Julia Kovarik war in Dürnstein und Hallstatt unterwegs und gibt Einblicke in die Auswüchse des Massentourismus und die Folgen für die heimische Bevölkerung.
Am Schauplatz [2024.08.22]
Ein Sommer in der Stadt
Datum: 2024.08.22 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die vielen Facetten und Abenteuer eines Urlaubs daheim.

Wer sich den Sommerurlaub in der Ferne nicht leisten kann, freut sich bei brutalster Hitze über sein kleines Stück Grün. Ob zwischen Balkonblumen, im Schrebergarten oder am Strandufer der Alten Donau, so mancher von ihnen hatte noch nie das Vergnügen je ein Meer kennenzulernen. Am Schauplatz Reporter Ed Moschitz ist diesmal zu Besuch bei Menschen, die ihren Sommer oft schon seit Jahrzehnten in Wien verbringen.

Im Schrebergarten von Herrn Richard, 73, haben sich geschätzte 200 Gartenzwerge angesammelt. So richtig gezählt habe er die noch nie, mit dem Rechnen sei er auch aus der Übung. Sein Leben lang war er Straßenkehrer für die Gemeinde Wien. Früher, als in der Arbeit noch getrunken wurde, musste er beim Kehren oft „auf die Autofahrer aufpassen“. Sogar über die Zehen seien die ihm gefahren. Heute möchte er „nicht mehr dabei sein“, erzählt er: „Na, die Hektik, und die Oberen reden alle mit, auch wenn sie gar keine Ahnung haben.“

41 Jahre war Frau Eva Lehrerin. In der Schule hätte es oft mit „Gsindel“ zu tun gehabt, sagt die 70-jährige: „Mach dir den Dreck selber“, musste sie sich von einem Sechsjährigen sagen lassen. Richtig schlimm sei es dann geworden, als die Kinder der Zugewanderten in die Schulen kamen. Mit ihrer Bedienerin aus Bosnien wäre sie aber seit 40 Jahren sehr zufrieden. Die putze aber nur die Wohnung, von ihrem Häuschen an der Alten Donau erzählt sie ihr nicht.

Herr Christian, 51, wird am Donau-Strandufer von vielen „Präsident“ genannt. Den Sommer habe er immer schon in der Großstadt verbracht: „Ich hab nämlich Angst vorm Fliegen“, erzählt er. Doch es gibt noch ein Problem. Weil er unlängst wegen Alkohol am Steuer erwischt wurde und die 3800-Euro-Polizeistrafe offen ist, fährt der „Präsident“ nun täglich mit einem kleinen Roller zum Strand.

Der Kleingarten von Herrn Walter, 73, ist auf 195 Quadratmeter begrenzt, sein Haus vier mal vier Meter. Er habe nichts Größeres erwischt, ist er enttäuscht: „Wir haben ja nicht die Chancen von Politikern oder ihren Freunden“. Als Bau- und Konstruktionsschlosser hat er Jahrzehnte im Ausland gearbeitet, während seine Frau mit einem anderen Mann das Weite suchte. Heute verbringt der verspielte Bastler viel Zeit im kleinen Hobbykeller, den er ganz nach seinen Wünschen eingerichtet hat.
Am Schauplatz [2023.09.07]
Bienen vor Gericht
Datum: 2023.09.07 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] In Kärnten tobt ein Streit darüber, wie die vom Landesgesetz erlaubte Biene auszuschauen hat. Was auf den ersten Blick nur skurril anmutet, hat seinen Ursprung in den finstersten Kapiteln der Imkerei und wird von den widerstreitenden Parteien mit harten Bandagen geführt.

Die Anhänger einer liberalen Imkerei, die sich ihre Bienen gerne selber aussuchen würden, treffen auf die Verteidiger einer angeblich ursprünglich autochthon entstandenen Biene. Einen Kompromiss scheint undenkbar.

Robert Gordon hat das Minenfeld der Bienen-Rassenlehre betreten und dabei allerlei Überraschendes gelernt.
Am Schauplatz [2024.07.11]
Ein Schnäppchen am See
Datum: 2024.07.11 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über dubiose Immobiliengeschäfte an den Salzkammergutseen, die jetzt auch vor Gericht verhandelt werden.

Grundstücke am Traunsee sind rar und heiß begehrt. In der Regel werden dafür mehrere Millionen Euro gezahlt. Nicht so im Fall von Gertrude Neuwirth. Bis ins hohe Alter bewirtschaftete sie ihre Pension in Toplage, direkt am See. Mit 83 Jahren entschied sich Frau Neuwirth dazu, ihr Lebenswerk zu verkaufen. Die Hausbank fädelte den Kontakt zu einer lokalen Immobilienfirma ein. Auf gerade einmal 750.000 Euro wurde dann das große Grundstück samt Bootshaus und Seegrund geschätzt.

Während ihre Tochter im Urlaub war, unterschrieb die alte Dame alle Kaufverträge. Jetzt hat die Tochter die Immobilienfirma geklagt. Ihre mittlerweile verstorbene Mutter sei zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung schwer dement und daher nicht mehr geschäftsfähig gewesen und hätte die Grundstücke weit unter dem Wert veräußert, so der Vorwurf von Martina Dimas. Mittlerweile gibt es in dieser Causa ein Urteil. Aber dieser Fall hatte auch strafrechtliche Konsequenzen: zwei Rechtsanwälte, ein Notar, ein Gutachter und drei Personen aus der Immobilienbranche müssen sich wegen schweren Betrugs vor Gericht verantworten.

Und es ist auch ein weiterer Fall mit denselben Protagonisten aufgetaucht. Es geht um viele Millionen Euro. In dieser Causa ermittelt jetzt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Insider schließen nicht aus, dass noch weitere Fälle auftauchen.

Am Schauplatz-Reporterin Nora Zoglauer dokumentiert diesen Immobilienkrimi seit zwei Jahren. Sollte es zu einem Schuldspruch kommen, drohen den Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft.
Am Schauplatz [2024.07.04]
Goldgräberstimmung
Datum: 2024.07.04 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die Rückkehr des Bergbaus nach Österreich.

Lithium, Kobalt, Grafit oder Germanium. Das sind nur einige der Rohmaterialien die notwendig sind, um die Energiewende umzusetzen. Doch in der EU werden sie kaum abgebaut. Wir sind nahezu zur Gänze von Rohstoff-Importen aus China, Afrika oder Südamerika abhängig. Mit dem Jahr 2030 soll sich das ändern. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, dass 10% des Verbrauchs von insgesamt 34 so genannter „kritischer Rohmaterialen“, selbst abgebaut werden müssen. Ein ambitioniertes Ziel.

„Österreich ist reich an armen Lagerstätten“, das ist jener Satz, der im Zuge der Dreharbeiten am öftesten zu hören war. Zum ersten Mal von Univ.Prof. Dr. Frank Melcher, er ist Lagerstättengeologe an der Montan-Universität in Leoben: „Wir haben in Österreich etwa 6000 verschiedene Vorkommen von mineralischen Rohstoffen, wie verschiedene Metalle. Viele davon sind in der Vergangenheit beschürft worden, aber es gibt noch viel unentdecktes Potential.“ Die Lagerstätten sind im Vergleich mit jenen zum Beispiel in Afrika eher klein, und somit nicht wirtschaftlich. Doch wenn die EU ihre eigenen Vorhaben ernst nimmt und es auch zu einem Anstieg der Rohstoffpreise kommt, werden sie unter Umständen genützt werden müssen, sagen die Fachleute.

Seit 2011 arbeitet ein australisches Explorationsunternehmen daran, Lithium in der Nähe von Wolfsberg abzubauen. Es sei sehr schwierig in Österreich unter den gegebenen Regularien einen Bergbau zu eröffnen, sagt Dietrich Wanke, der Österreich-Chef der Bergbau-Firma. „Selbst wenn wir hier in Wolfsberg eine sehr lukrative Lagerstätte haben, ist es sehr schwierig in Europa für Bergbau-Projekte Kapital zu erheben“. Ein paar hundert Millionen Euro seien noch notwendig, um das Projekt zu starten, sagt er.

Bergbau ist so wichtig wie Landwirtschaft. Ohne Lebensmittel funktioniert eine Gesellschaft genauso wenig wie ohne Rohstoffe, sagen die Fachleute. Doch das Verständnis dafür sei verloren gegangen. Am Schauplatz Reporter Alfred Schwarzenberger war für seine Reportage „Goldgräberstimmung“ in ganz Österreich unterwegs und befasst sich mit der Frage, was die aktuellen Pläne für ein rohstoffreiches Land wie Österreich bedeuten könnte.
Am Schauplatz [2023.08.03]
Wohnen, wo es günstig ist
Datum: 2023.08.03 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Preis ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Die Mietpreise schießen mit der Inflation in die Höhe – für viele Menschen in Österreich geht das hart an die Grenze des Machbaren.

Was tun, wenn die Mieten nicht mehr leistbar sind - gibt es Alternativen? Am Schauplatz hat sich umgesehen, auf welche Ideen Österreicher:innen gekommen sind und wie sie diese umsetzen – und das nicht erst seit der Mietenkrise.

Die 84 jährige Psychoanalytikerin Ute Karin Höllrigl und die Musikstudentin Eva haben sich sehr schnell gefunden über die Plattform Wohnbuddy. "Ich liebe Blumen und Eva hilft mir beim Einkaufen und beim Dekorieren der Wohnung", erzählt Ute Karin.

„Es ist eine Fügung“, freut sich die 84 jährige Ute Karin Höllrigl. „Seit Eva da ist, habe ich wieder Gesellschaft. Und meine Mietkosten sind jetzt niedriger.“ Die Tiefenpsychologin und die Musikstudentin haben sich über die Plattform „Wohnbuddy“ gefunden, die Menschen, die viel Wohnraum haben, mit jenen zusammenführt, die keinen und wenig Geld haben. Manche Student:innen zahlen fast nichts für ihr Zimmer, dafür übernehmen sie Arbeiten im Haushalt.

In der Linzer Innenstadt gibt es seit acht Jahren das Hausprojekt „Willy*Fred“, bei dem an die dreißig Leute ein ganzes Wohnhaus selbst verwalten. Das Haus gehört der Gesellschaft, die sie gegründet haben. Die Mietpreise gestalten sie selbst. „Das sind je nach Zimmer- oder Wohnungsgröße zwischen 200 und 600 Euro im Monat, mit allen Nebenkosten. Und die Preise steigen nicht“, sagt Sisa, eine der Begründer:innen. Dafür helfen hier alle mit, vom Stiegenhaus-Putzen bis zum Kredite-Verwalten.

Tiba Marchetti hat sich für Am Schauplatz genau angesehen, wo man günstig und zugleich auch schön wohnen kann und hat mit den Mieter:innen über Vor- und Nachteile gesprochen.
Am Schauplatz [2023.07.20]
Woher kommt der Hass?
Datum: 2023.07.20 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Internet ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Hass im Netz - ein Jahr nach dem Suizid der Landärztin Lisa-Maria Kellermayr.

Am 29. Juli 2022 erschütterte der Suizid der praktischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr die Öffentlichkeit: Kellermayr war monatelang Ziel von Hassnachrichten aus der Corona Maßnahmengegner-Szene, nach Mord-Drohungen investierte sie rund 100.000 Euro in Sicherheitsmaßnahmen in ihrer Praxis. „Wir müssen diesen Typen finden und ihn die Kosten zahlen lassen“, sagte sie im Februar 2022 im „Am Schauplatz“-Interview über den Verfasser einer Mord-Drohung. Ein Jahr nach ihrem Tod wurde noch immer niemand ausgeforscht. Der Fall Kellermayer blieb bislang ungelöst und kaum jemand will über die Geschehnisse vor einem Jahr sprechen.

Auch Julia Gruber ist Ziel von Hassnachrichten im Internet geworden. Sie ist Influencerin und hat unter dem Namen „trinksaufmich“ mehr als 29.000 Follower auf Instagram. Mit der Reichweite wächst der Hass. "Ich bekomme Morddrohungen und Vergewaltigungswünsche“, erzählt die gebürtige Niederösterreicherin. Sie ist Kundin des Unternehmens fairesnetz, das Hassnachrichten für Betroffene einklagen will.

Hass im Netz ist vor allem während der Pandemie und rund ums Thema Corona explodiert. In Steyr marschieren trotz dem Ende aller Corona-Maßnahmen noch heute jeden Sonntag dutzende Demonstranten durch die Stadt. Die Spaziergänge sind bis 2025 angemeldet und spalten die Bevölkerung.

„Am Schauplatz“-Reporterin Nicole Kampl rollt für ihre aktuelle Reportage den Fall Kellermayr noch einmal auf: Hat der Tod der Ärztin etwas verändert, mit welchen Schwierigkeiten kämpfen Betroffene von Hass im Netz?
Am Schauplatz [2023.07.13]
Das Bootshaus der alten Dame
Datum: 2023.07.13 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über umstrittene Immobiliengeschäfte am Traunsee.

Grundstücke am Traunsee sind rar und heiß begehrt. In der Regel werden dafür mehrere Millionen Euro gezahlt. Nicht so im Fall von Gertrude Neuwirth. Bis ins hohe Alter bewirtschaftete sie ihre Pension in Toplage, direkt am See. Mit 83 Jahren entschied sich Frau Neuwirth dazu, ihr Lebenswerk zu verkaufen. Die Hausbank fädelte den Kontakt zu einer lokalen Immobilienfirma ein. Auf gerade einmal 750.000 Euro wurde dann das große Grundstück samt Bootshaus und Seegrund geschätzt. Während ihre Tochter im Urlaub war, unterschrieb die alte Dame alle Kaufverträge.

Jetzt hat die Tochter die Immobilienfirma geklagt. Ihre mittlerweile verstorbene Mutter sei zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung schwer dement und daher nicht mehr geschäftsfähig gewesen und hätte die Grundstücke weit unter dem Wert veräußert, so der Vorwurf von Martina Dimas.

Gleich am Ortsanfang von Altmünster am Traunsee ist das sogenannte Fischereck. Die Familien Trawöger und Gaigg betreiben die Fischerei seit über hundert Jahren. Direkt am See besitzen sie mehrere Liegenschaften und Bootshäuser.

Christine Mayer-Gaigg war passionierte Fischerin, kinderlos und hatte geringe Schulden bei der Bank. Aus Angst, diese nicht zurückzahlen zu können, verkaufte sie ihr großes Bootshaus und den Seegrund um gerade einmal 324.000 Euro an einen einflussreichen lokalen Unternehmer. Der Unternehmer meint, ein Gutachter hätte den Wert der Liegenschaft unter dem bezahlten Wert der Liegenschaft bewertet. Die Fischerin Monika Trawöger, Alleinerbin der 2021 verstorbenen Christine Mayer-Gaigg, hat den Unternehmer nun geklagt. Sie hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem das Bootshaus und der Seegrund mit zumindest 4 Millionen Euro bewertet werden, also dem knapp Zehnfachen der bezahlten Summe.

Am Schauplatz-Reporterin Nora Zoglauer war in den vergangenen Monaten rund um den Traunsee unterwegs und zeigt in Ihrer aktuellen Reportage, mit welchen Mitteln mittlerweile um die begehrten Immobilien rund um den See gekämpft wird.
Am Schauplatz [2023.06.15]
Die drohende Stille
Datum: 2023.06.15 [Sendedatum]
Schlagworte: Natur ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage, über die Gründe, warum Schmetterlinge, Frösche und viele Insektenarten vom Aussterben bedroht sind.

Der Frühling ist die Zeit des großen Tirillierens, Summens und Quakens. Das Leben erwacht und Vögel, Insekten, Lurche widmen sich der Fortpflanzung. Alles wie seit Jahrtausenden? Keineswegs! In den vergangenen Jahren wurden die Warnrufe der Biologen immer lauter: Die Masse der Insekten ist in den vergangenen 50 Jahren um drei Viertel eingebrochen, in der Folge sind Vögel in ähnlichem Ausmaß verschwunden und auch um Frosch-, und Krötenbestände ist es schlecht bestellt. Die Gefahr, dass menschliche Frühlingsgefühle demnächst ohne tierische Begleitmusik auskommen müssen, ist groß.

Man kennt auch die Ursachen dieser Phänomene. Es sind durchweg menschliche Eingriffe in Lebensräume: Gift, zubetonierte Landschaften und agrarindustrielle Monokulturen. Doch gegen all das kann auch etwas getan werden. Der Bauer Walter Watzl etwa hat 35 Hektar Land gepachtet, um seltenen Vögeln und Schmetterlingen einen Lebensraum zu schenken. Was nämlich die Landwirtschaft für Insekten, Vögel und Amphibien übriglässt, reicht nicht für Artenvielfalt.

Und es geht längst nicht mehr ums Verschwinden von Raritäten, sondern auch um den Verlust der Arten, die häufig waren. Robert Gordon und Kameramann Gustl Gschwantner waren für Ihre Am Schauplatz-Reportage unterwegs, um einzufangen, was noch kreucht und fleucht.
Am Schauplatz [2024.05.02]
Der gefährlichste Ort Wiens
Datum: 2024.05.02 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Straftaten ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über das Leben zwischen Reumannplatz und Keplerplatz.

Der Reumannplatz in Wien Favoriten war in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen. Die mediale Aufregung ist groß und die Politik hat reagiert. Seit Ostern gilt in der Gegend ein Waffenverbotsgesetz. Wie reagieren die Anrainer, wie die Platzbesucher und die Gruppen, die sich jeden Tag dort aufhalten? Werden auf dem Keplerplatz, ein paar Meter weiter unten, auch eineinhalb Jahre nach Beginn einer Schutzzone noch Drogen verkauft und konsumiert? Und kann man an diesem gefährlichsten Ort Wiens, wie ihn manche nennen, überhaupt noch normal leben und arbeiten?

„Es ist hier nachts so laut, dass ich im Sommer die Fenster nicht offen lassen kann“, beschwert sich Journalist Dinko, der seit zwanzig Jahren gleich beim Keplerplatz wohnt. „Und wenn Flaschen fliegen, rufe ich die Polizei“. Drogenhandel, Lärm und Schmutz am Platz stören ihn. „Ich lasse mich aber nicht vertreiben“, betont er.

„Was ich gar nicht mag, ist, wenn sie auf die Kirchenwand urinieren“, sagt Pater Matthias, der Pfarrer der Kirche auf dem Keplerplatz. „Das ist immerhin ein Gotteshaus. Im Sommer muss ich mit einem Wasserschlauch alles sauber machen, der beißende Uringeruch ist sonst nicht auszuhalten“, erzählt er.

Der Pfarrer der Kirche auf dem Keplerplatz, Pater Matthias, bemüht sich um gutes Einvernehmen mit den Menschen, die sich rund um die Kirche aufhalten. Manche kommen in die Kirche, um da zu schlafen. „Was ich aber gar nicht mag, ist, wenn sie auf die Kirchenwand urinieren. Das ist immerhin ein Gotteshaus. Im Sommer muss ich mit einem Wasserschlauch sauber machen, der beißende Uringeruch ist sonst nicht auszuhalten“, erzählt er.

Die 31 jährige Carina Ecker hat Angst. Sie ist Badewartin im Amalienbad auf dem Reumannplatz. „In der Mittagspause habe ich einmal einen zornigen Mann beobachtet, der mit einem Messer herumgefuchtelt hat, daneben mehrere Polizisten“, sagt sie. Die Personalvertreter haben bereits eine Dienststellenversammlung abgehalten und wollen weiter protestieren, bis es mehr Polizeipräsenz vor dem Amalienbad gibt.

Beim Würstelstand in der Favoritenstraße, gleich beim Keplerplatz, treffen sich immer dieselben Freunde auf ein Bier. Dass es hier früher, vor zwei oder drei Jahrzehnten, besser war als heute, sagen alle hier Versammelten. Zu viele neue Mitbürger, zu wenig echte Gasthäuser, das sind ihre Kritikpunkte.

Am Schauplatz Reporterin Tiba Marchetti und das Kamerateam waren über Monate in Favoriten und haben mit den Menschen, die seit Jahrzehnten am Keplerplatz und Reumannplatz leben und arbeiten, gesprochen. Aber auch mit jenen, die dort in Gruppen abhängen und lautstark miteinander streiten, Alkohol und Drogen zu sich nehmen, auf den Parkbänken schlafen oder dealen.
Am Schauplatz [2023.05.04]
Das Ende der Nahversorger
Datum: 2023.05.04 [Sendedatum]
Schlagworte: Natur ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage, wie die Teuerung viele kleine Lebensmittelhändler zum Aufgeben zwingt.

In der Krise beklatscht, jetzt vor dem Aus - Erst kürzlich, während des Corona-Lockdowns, wurde deutlich, wie wichtig die letzten kleinen Lebensmittelläden in den Gemeinden für die Bevölkerung sind. Jetzt droht vielen Nahversorgern das Aus. Der Grund: die massiv gestiegenen Energiekosten. Bereits über 600 Gemeinden sind in Österreich ohne Bäckerei, Fleischerei oder Kaufladen. Branchen-Insider sagen, mehr als 1.000 könnten es noch werden.

Alexandra G. musste ihr Lebensmittelgeschäft in Geras (NÖ) Anfang des Jahres schließen. Verantwortlich seien die steigenden Kosten.

Das Ende der Nahversorger trifft die ältere, oft nicht mobile Bevölkerung hart. Sie verliert neben der Einkaufsmöglichkeit auch einen wichtigen Raum für Gespräche und sozialen Austausch. Und: Sperrt der letzte Greißler einmal zu, kommt meist keiner mehr nach. Vielerorts will die Bevölkerung deshalb um ihren Nahversorger kämpfen, zur Not diesen auch als Gemeinschaft wirtschaftlich führen.

Am Schauplatz-Reporterin Kim Kadlec dokumentiert das rasante Greißlersterben in Österreich im Jahr 2023 und zeigt, wie die Menschen in entlegenen Orten mit kreativen Ideen ihre Nahversorger doch noch erhalten wollen.
Am Schauplatz [2023.04.27]
Gebraucht, verkauft, verschenkt
Datum: 2023.04.27 [Sendedatum]
Schlagworte: Natur ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den Boom von Gebrauchtwaren auf Flohmärkten und im Internet

Sammlerinnen und Schnäppchenjäger gab es auf Flohmärkten schon immer. In Zeiten von Teuerung und Nachhaltigkeit ist das Publikum mittlerweile breiter und größer geworden: Die einen können sich das Leben nicht mehr leisten, andere wollen ein Zeichen gegen Konsumrausch und Wegwerf-Mentalität setzen. „Alle Gesellschaftsschichten kommen mittlerweile zu uns, Second Hand ist salonfähig geworden“, sagt Alexander Fässler. Er organisiert mit dem Dornbirner Flohmarkt jährlich den größten karitativen Flohmarkt Österreichs. Nach dreijähriger coronabedingter Pause sind heuer mehr als 40.000 Menschen gekommen, ein neuer Besucherrekord.

Am anderen Ende Österreichs, im burgenländischen Kemeten, wird jeden Sonntag unter freiem Himmel um Schnäppchen gefeilscht. Die Zahl der Ausstellerinnen und Aussteller ist heuer um 60 Prozent gestiegen, die meisten verkaufen privat - oft Dinge, die andere wegschmeißen wollten. „Reich wird man nicht“, erzählt Mindestpensionstin und Standlerin Traude. Sie schätzt den Flohmarkt auch als Treffpunkt. „Wir sind froh, das ist unser Sonntag. Mein Mann ist vor sechs Jahren gestorben. Meine Kinder sind schon groß und außer Haus.“

Der größte digitale Marktplatz in Österreich ist willhaben mit 11 Millionen Anzeigen und 4,6 Millionen Nutzerinnen und Nutzern. Sabine hat seit Jahren hunderte Artikel inseriert und zuhause penibel in Schachteln gelagert. „Mit willhaben kann ich mir die Dinge leisten, für die ich sonst kein Geld hätte“, erklärt sie. Sie reserviert jeden Tag mindestens zwei Stunden für willhaben Geschäfte, im Monat verdient sie damit zwischen 100 und 150 Euro.

Am Schauplatz Reporterin Nicole Kampl hat Flohmärkte, Sammler und willhaben Nutzerinnen von Vorarlberg bis ins Burgenland besucht und zeigt, warum für immer mehr Menschen Waren aus zweiter Hand zur ersten Wahl geworden sind.
Am Schauplatz [2023.04.20]
Leben ohne Kinder
Datum: 2023.04.20 [Sendedatum]
Schlagworte: Natur ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Frauen, die sich bewusst dazu entscheiden, keine Kinder zu bekommen

Offen zu sagen, keine Kinder bekommen zu wollen, ist auch heute noch ein Tabu. Frauen, die sich für ein Leben ohne Kinder entscheiden, werden in jungen Jahren oft nicht ernst genommen oder bedrängt: Du wirst es dir schon noch überlegen. Die Uhr tickt. Kinder zu haben ist das Schönste auf der Welt. Wer kümmert sich um dich, wenn du alt bist - das sind einige der Argumente, die Familie und Bekannte dann gern vorbringen.

Leas Antwort ist klar und unwiderruflich: sie hat sich sterilisieren lassen. „Das war die pure Befreiung“, erzählt die 27-jährige Ordinationsassistentin. „Jetzt kann ich sicher sein, dass sich nichts mehr in mir einnisten und wachsen kann.“ Lea möchte ein freies, selbstbestimmtes Leben führen. Da ist kein Platz für Kinder. Um andere Frauen mit demselben Wunsch zu unterstützen, teilt Lea ihre Erfahrungen in den sozialen Medien, wo sie viele Followerinnen hat.

Schwester Idas Hintergrund für ihren Lebensentwurf ohne Kinder ist ein anderer. Die 29-jährige hat vor zwei Jahren das Gelübde abgelegt, allein für Gott zu leben. Sie ist die jüngste Franziskanerin im Kloster Vöcklabruck in Oberösterreich. „Ich habe nie von einer weißen Hochzeit geträumt“, sagt sie. „Hier in Gemeinschaft zu leben macht für mich Sinn“. Schwester Idas Tag beginnt und endet mit dem Gebet. Dazwischen arbeitet sie in einem Notquartier für Frauen.

Warum haben sich diese Frauen gegen Kinder entschieden, war das für sie immer schon klar, oder gibt es Zweifel? Wie zufrieden leben sie? Am Schauplatz Reporterin Tiba Marchetti hat die Beweggründe eingefangen – sie hat vier Frauen ohne Kinder porträtiert und auch mit Müttern gesprochen, was sie an ihrem Leben lieben und worauf sie verzichten könnten.
Am Schauplatz [2023.04.13]
Vermisst
Datum: 2023.04.13 [Sendedatum]
Schlagworte: Natur ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Jedes Jahr werden in Österreich rund 10 000 Menschen als vermisst gemeldet.

Die meisten tauchen innerhalb weniger Tage wieder auf, nur rund zehn Fälle pro Jahr bleiben ungelöst. Doch wie können Menschen spurlos verschwinden? Wie geht es Angehörigen in so einer Situation, und wie sieht die Arbeit der Polizei aus? Nicht selten steht ein Verbrechen hinter einer langen Abgängigkeit. Eine Spurensuche.
Am Schauplatz [2023.04.06]
Am Rennbahnweg
Datum: 2023.04.06 [Sendedatum]
Schlagworte: Natur ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über das komplexe Zusammenleben in einer Großsiedlung am Rande Wiens.

8000 Menschen und nur eine Adresse: Rennbahnweg 27. Hier, in Wien Donaustadt, steht der größte zusammenhängende Plattenbau der Stadt. Bestückt mit 57 Wohntürmen, die bis zu 16 Stockwerke in den Himmel ragen. Viele hier leben von einem geringen Einkommen und so mancher hat auch eine schwierige Lebensgeschichte. Wohl auch deswegen gilt der Rennbahnweg nicht gerade als die beste Adresse der Stadt.

Inge Thier, 69 und ihr Mann Wolfgang, 68, haben sich am Rennbahnweg verliebt. Im Lift. „Uiuiui hat es gemacht“, erzählt er. So sehr, dass er sich von seiner damaligen Frau gleich scheiden ließ. Das war vor 45 Jahren. Bis heute verbringen die Thiers jede Minute gemeinsam. Egal ob Schnäppchenjagd beim Penny-Markt, kochen oder spazieren gehen. „Wir sind so deppert, dass wir sogar händchenhaltend schlafen gehen.“

Stefan Zampa, 33, ist hier aufgewachsen und ins Drogenmilieu abgerutscht. Heute ist der angehende Sozialpädagoge froh, dass er das alles hinter sich hat. Als „Esperancer“ macht er hier mit Freund Mikael, 20, der sich „Onetakemc“ nennt, Musik, um Jugendliche mit Problemen „auf bessere Gedanken“ zu bringen.

Gerhard Pawlata ist 1979 zum Rennbahnweg gezogen. „Nicht freiwillig“, wie er sagt. Eine andere Wohnung habe man ihm nicht gegeben.

Schauplatz-Reporter Ed Moschitz taucht in die Lebenswelten der Menschen vom Rennbahnweg ein und ergründet die Ursachen für ihr oft schwieriges und ungewöhnliches Leben.
Am Schauplatz [2025.06.12]
100 Jahre Leben
Datum: 2025.06.12 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die Geheimnisse von über 100 Jahre alten Österreicherinnen und Österreichern.

Immer mehr Menschen feiern ihren 100. Geburtstag. In Österreich gibt es derzeit rund 1700 über Hundertjährige, mehr als 85 Prozent davon sind Frauen. Forscher prognostizieren weltweit einen rapiden Anstieg dieser Altersgruppe. So hat sich in Wien beispielsweise die Anzahl der Hundertjährigen innerhalb von 20 Jahren von knapp 200 auf über 400 verdoppelt. Die verbesserte medizinische Versorgung und die sozialen Lebensumstände sind ein wesentlicher Grund dafür, dass Menschen immer älter werden. Am Schauplatz Reporterin Gudrun Kampelmüller hat vier über 100jährige Menschen besucht und nach ihren Lebensrezepten befragt.

Da ist etwa die 105jährige Salzburgerin Barbara Breitfuß, genannt U-Berg-Babsi. Eine ehemalige passionierte Bergsteigerin, die auf Bewegung und Disziplin schwört - mehr als 1000-mal hat sie den Untersberg bestiegen. Oder die 103jährige Aloisia Meissner, genannt „Lucy“ in Kitzbühel. Die Tochter eines Wiener Theaterdirektors kannte Schauspiel-Größen wie Hans Moser oder Paula Wessely noch persönlich. Die elegante Dame sprüht vor Lebensenergie und versucht so oft wie möglich Verwandte und Freunde außerhalb des Pensionistenheims zu treffen. Denn, die sozialen Kontakte und die Gesellschaft von Menschen würden sie „frisch halten“

„Mein Geheimnis sind Bewegung und kein Alkohol“, verrät Gottfried Bistumer, der älteste Schifahrer Österreichs. Er zeigt uns in seiner Kärntner Heimat, wie gut er noch auf den Pisten unterwegs ist. Der 100jährige ist außerdem Orchideen-Liebhaber und spielt seit über 50 Jahren Blitzschach mit seinem Freund Bruno.

Toleranz anderen gegenüber, Zufriedenheit und regelmäßige Besuche beim Friseur- und im Kosmetikstudio, – verrät die 102jährige Anna Ruhs wie man gesund alt werden kann. Denn, auch im hohen Alter dürfe man sich nicht gehen lassen, sagt die Wahl-Wienerin, die vor mehr als 80 Jahren der Liebe wegen aus Köln nach Österreich gezogen ist.
Am Schauplatz [2023.03.16]
Leben ohne Auto
Datum: 2023.03.16 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die weit verbreitete Abhängigkeit vom Auto

Österreich soll bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein – so das Ziel der Bundesregierung. Um das zu erreichen, müssten die Menschen in Zukunft weniger mit dem Auto und mehr mit der Bahn und dem Bus fahren. Diese von der Regierung angestrebte Mobilitätswende geht den Aktivist:innen der Widerstandsgruppe „die letzte Generation“ viel zu langsam voran.

Von einer Mobilitätswende spüren auch die Bewohner:innen von Hönigsberg im steirischen Mürztal nichts. Ganz im Gegenteil - ihre Bahnstation wurde vor mehr als einem Jahr aufgelassen. Die ÖBB haben den Fahrplan optimiert und die am wenigsten genutzte Haltestelle gestrichen, erklärt ein Konzernsprecher.

Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer war quer durch Österreich unterwegs – vom Waldviertel bis nach Tirol. Sie hat Menschen getroffen, die aus Klima- oder Kostengründen gerne auf ein Auto verzichten würden. Doch das scheint abseits der Großstädte oft schwer möglich.
Am Schauplatz [2023.03.09]
Enteignet
Mitwirkende: Kampelmüller, Gudrun [Reporter/in]
Datum: 2023.03.09 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den oft verzweifelten Kampf von Familien gegen Enteignungen

Beim Bau von Stromleitungen in Salzburg und in Oberösterreich wurden hunderte Grundbesitzer enteignet, über ihre Wälder und Wiesen wurden Zwangsservitute für die Freileitungen von Energiekonzernen eingeräumt. Die Bauern wehrten sich mit gerichtlichen Einsprüchen, Gutachten, Demonstrationen und sogar mit Hungerstreik dagegen. Sie finden, dass Freileitungen im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß sind und fordern als ein gelinderes Mittel Erdkabel.

In Golling haben die österreichischen Bundesbahnen die Enteignung der Liegenschaft von Adolf Gründl eingeleitet. Der 500 m2 große Garten und das Haus des 87jährigen Pensionisten mussten einer neuen Unterführung weichen.

Mehr als 400.000 Euro hat Herr Schoberleitner in Rechtsanwälte, Gutachter und Gerichte investiert, um – wie er sagt – gegen eine himmelschreiende Ungerechtigkeit zu kämpfen. Acht Jahre lang hat der 85jährige Pensionist prozessiert.

Reporterin Gudrun Kampelmüller war in ganz Österreich unterwegs und dokumentiert den oft verzweifelten Kampf vieler Österreicherinnen und Österreicher gegen eine Enteignung.
Am Schauplatz [2023.02.23]
Skifahren um jeden Preis
Mitwirkende: Zoglauer, Nora [Reporter/in]
Datum: 2023.02.23 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Klimawandel ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den Millionenaufwand in den größten Skigebieten Österreichs im Kampf gegen den Klimawandel

Bis weit in den Jänner hinein gab es in vielen Wintersportorten ein ähnliches Bild: Grüne Wiesen mit weißen Schneebändern. In vielen, vor allem tiefer gelegenen Skigebieten Österreichs war der Skibetrieb nur möglich, weil die Pisten mit viel Aufwand technisch beschneit wurden. Aber auch in den Gletscherskigebieten ist es mittlerweile zu warm. Im Kampf gegen den Klimawandel wird aufgerüstet.

In den Alpen steigen die Durchschnittstemperaturen schneller als auf dem flachen Land. Das trifft vor allem den Wintertourismus, der allein in Österreich etwa 15 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. In vielen Tälern Tirols sind Hoteliers und Seilbahnen die wichtigsten Arbeitgeber und der dominierende Wirtschaftsfaktor.

„Am Schauplatz“-Reporterin Nora Zoglauer hat über Monate den Skibetrieb am Stubaier Gletscher, am Hintertuxer Gletscher und in Sölden dokumentiert und zeigt, dass für die Absicherung des Millionengeschäfts Skifahren, mittlerweile kein Preis zu hoch erscheint.
Am Schauplatz [2023.02.09]
Das Ende der Bäcker
Datum: 2023.02.09 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Österreichs Bäcker im Kampf gegen Teuerung und Großindustrie

Vor drei Wochen haben in Paris die Bäcker demonstriert. Sie forderten einen Deckel auf die Energiekosten, denn blieben Gas und Strom so teuer, wie in den vergangenen Monaten, dann würde das das Ende ihres Berufsstandes bedeuten. Österreichischen Bäckern geht es da nicht besser. In den vergangenen 12 Jahren hat von 3 Bäckern einer zugesperrt. Heute holen sich die Konsumenten zu 90 Prozent ihr Semmerl und das Brot aus Backshops in Supermärkten oder Tankstellen.

Das Gebäck wird in Massen von Maschinen hergestellt und oft eingefroren, bevor es in den Lebensmittelmärkte aufgebacken wird. Dieser massive Energieverbrauch, ist erst jetzt ein Thema. Auf den Laib gerechnet bäckt man 5000 Brote billiger als 50. Wie kann das Handwerk da überleben?

Aber es gibt Bäcker, die selbst unter den momentanen Bedingungen optimistisch wirken und darauf vertrauen, dass es genügend Menschen gibt, denen nicht egal ist, was sie essen. Am Schauplatz-Reporter Robert Gordon war in großen und kleinen Backstuben unterwegs.
Am Schauplatz [2023.02.02]
1000 mal Am Schauplatz
Datum: 2023.02.02 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Ein Zeitreise mit Peter Resetarits durch 1000 Sendungen zwischen Ischgl, Hallstatt und Wien.

Ungerechtigkeiten, Alltagssorgen und Alltagskonflikte: Darum geht es beim Schauplatz bis heute. Oft fliegen die Fetzen, oft fließen Tränen. Die Idee ist bis heute: Menschen, die in Medien sonst eher weniger zu Wort kommen, reden zu lassen, Mut zu haben Bilder und Szenen unkommentiert zu zeigen, um eine möglichst unverfälschte Lebensrealität einzufangen. Damit wurde „Am Schauplatz“ zu einer der meistausgezeichneten Sendungen des ORF.

Die Themenvielfalt bei „Am Schauplatz“ ist groß. Das Zuseher-Interesse ist nach 1000 Schauplatz-Folgen jedenfalls größer denn je. 2022 haben im Jahresschnitt jede Woche mehr als eine halbe Million Österreicherinnen und Österreicher zugeschaut.
Am Schauplatz [2023.01.19]
Die Lebensmittelretter:innen
Datum: 2023.01.19 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Es wird immer mehr Essen vor dem Müll gerettet, aber im Sozialmarkt fehlt es daran.

Rund eine Million Tonnen Lebensmittel landet in Österreich jedes Jahr im Müll, das meiste davon in privaten Haushalten. Gleichzeitig sind durch die Teuerung immer mehr Menschen armutsgefährdet, der Andrang auf Sozialmärkte steigt. Initiativen zur Lebensmittelrettung boomen und doch kämpfen soziale Einrichtungen mit sinkenden Warenspenden aus dem Handel: Bei der Wiener Tafel waren es 2022 minus 45 Prozent.

„Aus den Supermärkten ist die Ware zum Teil auf Null zurückgegangen“, erzählt Geschäftsführerin Alexandra Gruber. Der Verein rettet seit 1999 Lebensmittel und gibt sie an soziale Einrichtungen weiter.

Verteilen statt wegwerfen ist das Motto des Vereins „Rollende Herzen“ in Salzburg: Mit Bussen werden gratis Lebensmittel zu Menschen in Orte im Pongau, Pinzgau und Tennengau gebracht. „Natürlich merken wir die Teuerung“, sagt Obfrau Tina Widmann. „Zwischen 20 und 25 Prozent mehr Menschen kommen zu uns.“ Vor allem Mindestpensionistinnen kämpfen mit den gestiegenen Preisen.

„Am Schauplatz“-Reporterin Nicole Kampl zeigt die Folgen von Lebensmittelrettung in Zeiten der Teuerung und den schmalen Grat zwischen Nachhaltigkeit und Geschäftsmodell.
Am Schauplatz [2023.06.01]
Hilfe aus Vietnam
Datum: 2023.06.01 [Sendedatum]
Schlagworte: Natur ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über vietnamesische Saisonarbeiter:innen, die in Oberösterreich Radieschen, Chinakohl, Zucchini und Süßkartoffel ernten.

Ein Bund Radieschen kostet im Supermarkt etwas mehr als einen Euro. Damit er frisch im Regal liegt, fangen Va Ry Kim Sa und seine Kolleg:innen spätestens um sechs Uhr in der Früh mit der Ernte an.

Sie arbeiten bei jeder Witterung, in manchen Wochen kommen sie auf sechzig Stunden. Für den 32-jährigen Vietnamesen zahlt sich die harte Arbeit aber aus. „Hier bekomme ich mindestens 1580 Euro im Monat, in Vietnam könnte ich nur 300 Euro verdienen“ erzählt er im Schauplatz-Interview. Und dass es für ihn nicht leicht sei, seine Familie in Vietnam für neun Monate zurückzulassen.

Für Gemüsebauer Ewald Mayr und seinen Sohn Daniel sind ihre vietnamesischen Erntehelfer:innen unverzichtbar. Sie machen mittlerweile achtzig Prozent des Personals aus. „Wir haben keine Österreicher:innen gefunden, die hier am Feld arbeiten wollen“, erklärt Ewald Mayr aus Pupping. Und auch Mitarbeiter aus Rumänien oder Polen seien immer schwerer zu bekommen, weil sie im benachbarten Deutschland mehr verdienen können.

Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer begleitet Ewald und Daniel Mayr auf eine Reise ins vietnamesische Mekongdelta. Die beiden Bauern besuchen ihre Mitarbeiter und lernen neues Personal kennen.
Am Schauplatz [2023.11.09]
Betongold am See
Datum: 2023.11.09 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Bauen ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den Bauboom an den schönsten Kärntner Seen.

25.000 Euro pro Quadratmeter - so viel zahlt man aktuell für eine Wohnung am Millstättersee in Kärnten. Schon bald soll hier ein besonders luxuriöses Projekt realisiert werden. Im Internet wird es bereits fleißig beworben. In Zeiten von Teuerung und Inflation wissen die einen nicht, wie sie finanziell über die Runden kommen und die anderen nicht, wohin mit all ihrem Geld. Betongold scheint in diesen Zeiten noch immer die begehrteste Finanzanlage für Millionäre. Und die größte Wertsteigerung gibt es da, wo es besonders schön ist. Wie in Kärnten, dem seenreichsten Bundesland.

„Am Schauplatz“-Reporterin Nora Zoglauer hat Kärntner Seen bereist, sich aktuelle Bauvorhaben angeschaut und mit Investoren, Bürgermeister:innen und Bürger:innen gesprochen.
Am Schauplatz [2022.11.17]
Weiblich, obdachlos und unsichtbar
Datum: 2022.11.17 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Frauen ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Am Schauplatz Reporterin Nora Zoglauer hat obdachlose Frauen über viele Monate mit der Kamera begleitet.

Etwa ein Viertel der von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen sind Frauen. In der Öffentlichkeit sieht man sie nur selten. Denn viele von Ihnen pendeln von Couch zu Couch, oder begeben sich in gewaltvolle Beziehungen, um nur ja nicht auf der Straße schlafen zu müssen.

„Als Frau ist man versteckt obdachlos, denn eine Frau geniert sich immer mehr als ein Mann. Die Gewaltbereitschaft einer Frau gegenüber ist auch viel größer,“ sagt Renate A. Insgesamt sieben Jahre hat die heute 55-Jährige auf der Straße gelebt. Seit ein paar Jahren arbeitet sie als Betreuerin in einer Wiener Einrichtung für wohnungslose Menschen. Immer mehr Menschen sind es, die auf der Suche nach einem Dach überm Kopf sind. Gerade in der kalten Jahreszeit werden die Wartelisten bei den Hilfsorganisationen immer länger. Verschärft werden die Probleme jetzt zusätzlich durch gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise.

Brigitte V. ist 50 Jahre und lebt mit ihrer kleinen Hündin Amy seit einem Jahr in einer Wiener Obdachloseneinrichtung. Oft ist das Geld so knapp, dass sie sich nichts zu essen kaufen kann. Immer wieder besucht sie deshalb das Neunerhaus Café in Wien-Margarethen. Hier bekommt man für eine freiwillige Spende täglich frisch zubereitetes Essen.

Die 39-jährige Wienerin Pia P. wiederum hat erst seit Kurzem eine kleine Wohnung. Davor schlitterte sie von einer Gewaltbeziehung in die nächste. „Aus Angst davor, auf der Straße zu landen, bin ich eher zu den schlagenden Männern zurückgekehrt“, sagt Pia. „Mir war Gewalt vertrauter als ein liebevoller Partner.“ Oft wurde sie von den Männern aus der Wohnung geschmissen. Auch wenn es kalt war.
Am Schauplatz [2022.11.03]
Kein Doktor für das liebe Vieh
Datum: 2022.11.03 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Tiere ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den Tierärztemangel in Österreich

Bald schon könnten kranke Tiere in Österreich nicht mehr flächendeckend medizinisch versorgt werden. Die österreichische Tierärztekammer schlägt Alarm und fordert die Politik zum Handeln auf. Vor allem im Nutztierbereich sei Tierärtenmangel besonders eklatant. Viele Landtierärzte gehen schon bald in Pension und hinterlassen große Lücken, die kaum mehr gefüllt werden können.

Derzeit gibt es in Österreich etwa 4.000 TierärztInnen, jährlich beginnen rund 220 Personen (80 - 90 Prozent Frauen) mit dem Veterinärstudium, 150 davon schließen ihr Studium ab. Nur 80 Absolvent*innen arbeiten dann tatsächlich als Tierärzt*innen in der Praxis, lediglich 20 davon im Großtierbereich auf dem Land.

Was ist schuld an dieser Entwicklung? Fachleute sehen viele Gründe dafür, unter anderem die schlechte „Work-Life-Balance“ und den großen Druck. Ein weiterer Kritikpunkt: Das Aufnahmeverfahren an der einzigen veterinärmedizinischen Universität in Wien sei zu starr und zu wenig praxisbezogen. Viele der Studierenden hätten kein klares Berufsbild und würden im Alltag scheitern.

Wie hat sich das Berufsbild des Veterinärmediziners im Laufe der Jahre verändert – sowohl am Land als auch in der Stadt? „Am-Schauplatz“-Reporterin Gudrun Kampelmüller war in ganz Österreich unterwegs und dokumentiert die vielfältigen Strategien, um den Tierärztemangel wieder in den Griff zu bekommen.
Am Schauplatz [2022.10.27]
Porno, Porno
Datum: 2022.10.27 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Sexualität ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die vielen Gesichter eines Milliardengeschäfts.

Beim Begriff Pornofilm denken die meisten Menschen an explizite Bilder und illegale Machenschaften - den sogenannten Mainstream-Porno, der auf den großen Gratis-Plattformen im Internet leicht zugänglich ist. Ein Milliardengeschäft. Daneben gibt es aber mittlerweile auch viele andere Pornos.

Thomas Janisch verkauft seit vierzig Jahren Pornofilme mit Handlung auf DVDs in seinem Sexshop in Bad Ischl. „Manche Kunden bevorzugen das, weil sie sich im Internet keine Viren einfangen wollen“, verrät er. Die Vorlieben der Kunden ändern sich wie die Mode: „Derzeit ist die Oma-Serie sehr beliebt. Heiße Omas beim Sex. Ein guter Zuverdienst in der Pension.“

Neben den großen Pornoproduzent:innen, die ihre Filme in Studios drehen, gibt es immer mehr Pornoseiten im Netz, auf denen selbständige Darsteller:innen ihre eigenen Videos veröffentlichen und über Abonnent:innen Geld verdienen. Spätestens seit Corona brummt dieses Geschäft. Robert Royal aus Kapfenberg in der Steiermark, 32, lebt nicht nur davon, er ist auf diese Weise zum Pornostar in der Schwulenszene geworden.

„Ich suche mir aus, was ich mache, ich bin selbstbestimmt und es macht mir Spaß. Im besten Fall habe ich bei der Arbeit auch einen Orgasmus.“

Die Pornodarstellerin Jasko Fide lebt in Berlin und sucht sich aus, bei welchen Produktionen sie mitmacht, von Mainstream bis Femporn. „Wichtig ist mir faire Behandlung und Bezahlung. Und, dass ich jederzeit Stopp sagen kann.“

Bea Blue kommt aus Wien, lebt in Berlin und ist Porno-Filmerin. Derzeit macht sie noch fast alles selbst: von der Kamera über die Regie bis zum Schnitt. Nach der Produktion des Films „Fuck yourself“ holt sie Feedback von ihrer Darstellerin Jasko Fide ein. „Mir ist wichtig, dass alles demokratisch abläuft. Und ich möchte auch Kritik hören.“

Ihre letzte Produktion war ein Masturbations-Film von Regisseurin und Kamerafrau Bea Blue aus Wien. Bea Blue ist in Favoriten aufgewachsen und hat früh begonnen, Pornos zu schauen. „Schon mit 14 habe ich nach guten Pornos gesucht und oft keine gefunden – jetzt mache ich sie selbst“, lacht die junge Frau.

Wichtig rund um das Pornfilmfestival Vienna ist das Thema Sex-Positivity – dass Sex spielerisch, wertfrei, ethisch und selbstbestimmt stattfindet – positiv eben.

Am Schauplatz-Redakteurin Tiba Marchetti war bei Porno-Drehs in Berlin, im ältesten Erotikkino Wiens, auf dem Pornfilmfestival Vienna, beim ÖKM - dem Herausgeber des Österreichischen Kontaktmagazins - und hat die Beteiligten gefragt, warum und wie sie arbeiten.
Am Schauplatz [2022.09.29]
Die Rosenheim-Cops in echt
Datum: 2022.09.29 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die erfolgreichen Fernseh-Polizisten und ihre Fans

Seit 20 Jahren ermitteln die Rosenheim-Cops und sie sind Woche für Woche ein Publikums-Hit. Knapp die Hälfte dieser Ära sind „Am Schauplatz“ und die bayrischen Polizisten Sendeplatznachbarn. Es wird also Zeit ihnen einen Besuch abzustatten, hat sich Am Schauplatz-Reporter Alfred Schwarzenberger gedacht.

Wenn in Rosenheim für die Cops gedreht wird, ist das für die Bürger der Stadt längst nichts mehr Besonderes. Dafür drängen sich schaulustige Touristen beim Rathaus, um der Film-Crew beim Arbeiten zuzusehen. Etwa 20 Minuten dauert es, bis aus dem Sitz des Oberbürgermeisters das Fernseh-Kommissariat wird. „Es sind die Figuren und ihre Beziehungen zueinander, die unter anderem den Erfolg der Serie ausmachen“, sagt Cops-Regisseur Werner Siebert.

Eine dieser Ikonen ist Michi Mohr, dargestellt vom Kärntner Max Müller. Er ist einer der wenigen im Ensemble, der von Tag 1 an mit dabei ist. „Zuahuachn und nochmochn“, antwortet Herr Müller verschmitzt auf unsere Frage, wie er es denn schaffe als Kärntner einen Bayern darzustellen. Die Rolle des sympathischen Wasserträgers der Kommissare hat ihm immense Popularität verschafft.

Die Arbeit der echten Rosenheimer Polizisten findet eher abseits der Öffentlichkeit statt. „In Rosenheim passiert weder mehr, noch weniger als in Städten vergleichbarer Größe in Deutschland“, sagt Polizei Hauptkommissar Robert Maurer, den wir auf Streife begleiten. Die Beschaulichkeit schlägt aber nach einem Funkspruch schnell um. Im Nachbarort von Rosenheim ist ein Flugzeug mit zwei Insassen abgestürzt. „Es ist auch unsere Aufgabe Leben zu retten“, sagt der echte Rosenheimer Polizist. Unter Blaulicht und Sirenen rasen wir zum Unfallort.
Am Schauplatz [2022.09.15]
Kampf um Windstrom
Datum: 2022.09.15 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den wachsenden Widerstand gegen den Bau von Windrädern.

Um vom russischen Gas unabhängig zu werden und die Energiewende zu schaffen, investiert die Regierung Milliarden in erneuerbare Energien. Wind soll in Österreich bis 2030 doppelt so viel Strom erzeugen wie jetzt. Dafür werden in den nächsten Jahren hunderte neue Windräder gebaut, so der Plan der Regierung. Doch der stößt auf Widerstand.

Christa Hintermann ist Sprecherin der Bürgerbewegung „Kärntner Berge ohne Windräder“. Sie hat sich gegen den Bau einer Windkraftanlage in den Nockbergen eingesetzt. Mit Erfolg: die Anlage wurde bis heute nicht errichtet. Auch im Waldviertel treten Bürgerinitiativen gegen Windräder auf. Sie wollen damit gefährdete Vogelarten wie den Schwarzstorch schützen.

Andere wiederum kämpfen für Windparks. Gerald Schindl etwa, der Bürgermeister der Waldviertler Gemeinde Amaliendorf-Aalfang. Dort wurden geplante Windräder von den Behörden nicht genehmigt. Unter anderem, weil angeblich gefährdete Seeadler gesichtet wurden.

Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer war quer durch Österreich unterwegs und hat mit Gegnern und Befürwortern gesprochen: Der Kampf um Windstrom erregt die Gemüter – ganz egal, auf welcher Seite man steht.
Am Schauplatz [2022.08.25]
Niemand soll es wissen
Datum: 2022.08.25 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Wie kann es passieren, dass man in Österreich neun Jahre zur Schule geht, Deutsch als Erstsprache hat und nicht lesen und schreiben lernt?

Fast eine Million Menschen in Österreich hat Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Was die wenigsten wissen: Rund die Hälfte davon hat Deutsch als Erstsprache. Darüber geredet wird kaum. Zu groß ist die Scham der Betroffenen. Viele verstecken ihre Schwäche ein Leben lang, in ständiger Angst, dass es jemand bemerken könnte.

Rund eine Viertel Million Menschen in Österreich kann bis auf einzelne Worte gar nicht lesen. So ging es auch der heute 34-jährigen Sandra aus Salzburg. Als sie mit 15 Jahren die Schule abgeschlossen hatte, konnte sie nur ihren Vornamen schreiben. „Wenn ich einen Text angeschaut habe, habe ich nur Punkte, Kugeln und Striche gesehen, die keinen Sinn ergeben haben“. Sandra hat das viele Jahre verheimlicht, sogar vor ihrer Mutter. „Eine meiner beliebtesten Ausreden war, dass ich meine Brille vergessen habe“, erzählt sie. Wenn man nicht lesen kann, ist jede soziale Situation Stress. „Im Nachhinein muss ich sagen, zu Vertuschen nicht lesen zu können, war anstrengender, als lesen zu lernen.“ Seit sie selbst Mutter geworden ist, besucht sie jetzt einen Basisbildungskurs für Erwachsene.

Sophie ist sogenannte funktionale Analphabetin. Sie kann grundsätzlich lesen und schreiben, sobald aber ein Text lang ist, hat sie Probleme, den Sinn zu erfassen. So wie Sophie geht es rund 750 000 Menschen in Österreich. „Ich kann einfach nicht nacherzählen, was ich gelesen haben“, sagt Sophie. Wegen ihrer Leseschwäche hat sie Probleme den Führerschein zu machen und auch bei der Jobsuche. „Wenn man nicht gut lesen, schreiben und rechnen kann, wird man ausgelacht. Ich habe schon viele Freundschaften deshalb verloren“ erzählt die 31-Jährige.

Kurt versucht im Alltag dem Lesen auszuweichen. Beim Einkaufen orientiert er sich an den Bildern auf den Verpackungen. „Schwierig wird es für mich dann, wenn sie die Verpackung ändern, dann finde ich nichts mehr “, sagt Kurt. Kurts Gedächtnis ist exzellent. Er ist gewohnt sich quasi alles zu merken. Nicht nur Käseverpackungen im Supermarkt, sondern auch Termine, Busstationen und Straßennamen. Kurt hatte als Kind nach einem Auto-Unfall lange in der Schule gefehlt. Danach hat er den Anschluss verpasst und nie richtig lesen gelernt. „Für Menschen mit Leseschwäche ist der Alltag anstrengend“, sagt Kurt, „man kann sich nicht schnell etwas aufschreiben oder spontan reagieren.“

Doch wie kann es eigentlich passieren, dass man in Österreich neun Jahre zur Schule geht, Deutsch als Erstsprache hat und nicht lesen und schreiben lernt? Am Schauplatz-Reporterin Julia Kovarik begibt sich auf Ursachen-Suche.
Am Schauplatz [2022.08.18]
Ohne Worte
Datum: 2022.08.18 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Demenz ist eine Krankheit, über die nicht gern geredet wird - obwohl etwa 130.000 Österreicher betroffen sind und sich diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten zumindest verdoppeln könnte. Wie verläuft diese versteckte Volkskrankheit, wie viele Jahre kann man damit gut leben - und wie sieht dieses Leben aus, für die Erkrankten und die Angehörigen? „Solange es geht, bleiben wir zusammen“, sagt Ferry Ebert, 88. Seine Frau Amalia ist 84 und an Demenz erkrankt. Die beiden leben in ihrem Haus in Wien Penzing. Ferry Ebert, manchen als „Automatenkönig“ bekannt, hat bis in die 1990er-Jahre Kondom- und Pez-Automaten an Gasthäuser und Bahnhöfe in ganz Österreich verkauft. Amalia hat daheim den Laden mit 10 Mitarbeitern und zwei Kindern geschupft. Heute steht sie manchmal vor dem Hauseingang, und weiß nicht, wo sie ist. „Die Gedanken entlaufen mir“, sagt sie und lächelt. „Das kann jedem in diesem Alter passieren“. „Ich finde das Wort Demenz nicht passend“, meint Andreas Trubel, „das bedeutet nämlich ohne Geist, und das stimmt einfach nicht“. Herr Trubel war Techniker. Seit er selbst die Diagnose Demenz hat, engagiert er sich in der Selbsthilfe. „Wichtig ist, dass wir so lange wie möglich selbständig sind.“ Am-Schauplatz-Reporterin Tiba Marchetti hat Betroffene und ihre Angehörigen besucht und sich auch verschiedene Einrichtungen angesehen - vom Demenzdorf in Deutschland zum Pflegewohnheim in Wien.
Am Schauplatz [2022.08.11]
Im Reich der Reptilien
Datum: 2022.08.04 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Millionenprojekte an den schönsten Seen des Salzkammerguts

Immobilien an Österreichs Seen sind beliebter denn je. Immer mehr Menschen wollen sich den Traum vom Feriendomizil am Wasser erfüllen. Aber das wird immer schwieriger.

Die wenigen Objekte, die noch zu haben sind, werden rasch verkauft und sind vor allem unerschwinglich teuer. Problematisch ist diese Entwicklung vor allem für die einheimische Bevölkerung. Durch den „Run aufs Betongold“, können sich vor allem junge Menschen das Leben in den Heimatgemeinden kaum noch leisten. Viele müssen wegziehen, die Ortszentren sterben aus.
Eigentlich darf man an den Seen des Salzkammerguts keine weiteren Zweitwohnsitze erwerben. Doch vielerorts werden diese Gesetze geschickt umgangen. Viele Bürgermeister geben an, keine Handhabe gegen die Bauprojekte zu haben und argumentieren mit der notwendigen Belebung des regionalen Tourismus.

Am Schauplatz Reporterin Nora Zoglauer war am Traunsee, Attersee, Wolfgangsee und am Wallersee unterwegs. Wo es jetzt noch Wälder und Wiesen gibt, sind viele große Hotelprojekte geplant.
Am Schauplatz [2022.08.04]
Im Reich der Reptilien
Datum: 2022.08.04 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über die Welt von Krokodilen und Schlangen in Österreichs Privathaushalten
Geschätzte 125.000 Reptilien leben in Österreichs Privathaushalten – der Großteil davon stammt laut Zoofachhandel aus dem Internet oder von Exotenmessen im Ausland. Genaue Zahlen fehlen, weil die Meldepflicht für Wildtiere oft nicht eingehalten wird. Am Schauplatz Reporterin Nicole Kampl hat exotische Haustiere in Österreich aufgespürt und ihre BesitzerInnen getroffen: Was fasziniert sie an Krokodilen, Giftschlangen oder Leguanen? Und welche Probleme bringt die Haltung von Wildtieren in privaten Händen?
Am Schauplatz [2022.07.21]
Mit vollen Batterien
Datum: 2022.07.21 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den Glaubensstreit um das Elektroauto

Laute Motoren und der Geruch nach Benzin. Wenn es nach den Anhängern der Elektromobilität geht, soll das schon bald Vergangenheit sein. Das Batterieauto läuft mit zunehmender Beschleunigung den Verbrennungsmotoren ihren Rang ab. Die aktuellen weltweiten Zulassungsstatistiken sind eindeutig. Dabei hatten Elektroautos mit Akku im Straßenverkehr schon einmal die Nase vorn.

Das ist hundert Jahre her, aber für Sonja und Konrad Metz, die am Stadtrand von Wien ein kleines E-Auto-Museum betreiben, war immer klar: Diese Zeit kommt wieder. Konrad Metz ist schon batteriebetrieben unterwegs gewesen, als die elektrischen Fahrzeuge noch ausgeschaut haben wie rollende Waschmaschinen. Aber erst seit der Amerikaner Elon Musk teure E-Autos bauen lässt, gilt elektrisch fahren als sexy. Der Kult um Tesla gleicht einer automobilen Religion.

Fast könnte man vergessen, aus welchem Grund wieder E-Autos gebaut werden: weil sie das Klima retten sollen. Nur, können sie das? Nein, sagt der Verkehrsplaner Ulrich Leth. Wenn wir Verbrenner einfach durch Batteriefahrzeuge ersetzen, ist für die Welt fast nichts gewonnen. Neue Konzepte müssen her, Autos geteilt werden, Platz geschaffen für Radfahrer, Fußgänger und den öffentlichen Verkehr, dann wären E-Autos ein Element des Fortschritts.

Dem Elektroauto gehört jedenfalls die Zukunft. Darin sind sich die meisten Experten einig. Wie immer diese Zukunft dann auch aussehen wird. Am Schauplatz-Reporter Robert Gordon hat sich umgehört und war bei E-Auto Klubs und Bastlern, die ehemalige Stinker zukunftsfit machen. Und er hat Menschen besucht, die elektrische Mobilität für einen schweren Fehler halten.
Am Schauplatz [2024.05.23]
Ausgeliefert
Datum: 2024.05.23 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Asyl ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage wie skrupellose Geschäftsleute Flüchtlinge mit Wuchermieten in Abbruchhäusern ausbeuten.

Vor fast vier Monaten hat Am Schauplatz-Redakteur Robert Gordon unverhofft Einblick in die katastrophalen Lebensbedingungen syrischer Flüchtlinge in Wien bekommen. Durch gemeinsame Recherchen mit Kollegen aus der Report-Redaktion, hat sich nach und nach die Dimension des Problems herausgestellt: Hunderte Familien leben unter sanitär untragbaren Bedingungen in heruntergekommenen Altbauten und zahlen dabei Mieten für die höchsten Kategorien. Dass sie skrupellosen Geschäftemachern ausgeliefert sind, hat auch mit dem Verlauf der Asylverfahren zu tun.

Für syrische Familienväter beginnen die größten existenziellen Sorgen genau in dem Moment, wo das Warten auf die Anerkennung als Flüchtling ein Ende hat. Denn ab der Zuerkennung des Flüchtlingsstatus müssen sie in kürzester Zeit eine Wohnung für ein gemeinsames Leben mit Frau und Kindern finden, dazu auch gleich Arbeit, um nicht völlig vom österreichischen Staat abhängig zu sein. Diese Notsituation ist für eine Reihe unseriöser Geschäftsleute ein lukratives Geschäftsmodell.

Oft geht es schlicht um Betrug oder um Mietenwucher. Durch einen Zufall ist Schauplatz-Reporter Robert Gordon auf die ersten Opfer dieser Machenschaften gestoßen. Seither berichten alle Medien über die Lebensumstände in den Wiener Horrorhäusern. Gemeinsam mit dem ORF-Journalisten Faris Rahoma, zeigt Am Schauplatz wie die menschenverachtenden Bedingungen entstehen, denen vor allem syrische Flüchtlingsfamilien in Wien oft machtlos ausgeliefert sind.
Am Schauplatz [2022.06.09]
Wer soll das bezahlen - wen die steigenden Preise am meisten belasten.
Datum: 2022.06.09 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Reporterin Beate Haselmayer zeigt, wie die explodierenden Preise viele Menschen vor unlösbare Probleme stellen.

Lebensmittel, Strom, Heizung, Benzin – alles wird immer teurer. Das spüren vor allem jene, die schon vor der Inflation wenig Geld hatten: Alleinerzieher:innen, Pensionist:innen oder Arbeitssuchende. Und obwohl die Politik hektisch an Unterstützungsprogrammen arbeitet, wissen viele Österreicherinnen und Österreicher nicht mehr, wie sie sich Lebensmittel leisten können.

Vor allem am Land sorgen auch die hohen Treibstoffkosten für Probleme, weil viele ohne tägliche Autofahrten Ihren Arbeitsplatz nicht erreichen können. Die Burgenländerin Frau F. ist Alleinerzieherin und arbeitslos. Sie kann sich kein Auto leisten und musste deshalb auch schon Jobangebote ablehnen. Sie spart, wo es nur geht, und vergleicht die Aktionen der Supermarktdiskonter. „Für mich und mein Kind sind am wichtigsten, dass wir ein Dach über dem Kopf haben, Strom und Gas bezahlt sind und dass wir Essen im Kühlschrank haben. Ein Auto ist da nicht möglich“, erzählt sie.

Die Inflationsrate wird mittlerweile auf acht Prozent geschätzt. Experten erwarten, dass die Spitze der Entwicklung noch nicht erreicht ist und die Lebenserhaltungskosten weiter steigen werden. Die Spannungen in der Gesellschaft werden weiter zunehmen.
Am Schauplatz [2022.06.02]
Der Weizenkrieg
Datum: 2022.06.02 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Warum der Ukrainekrieg die Preise für Brot in astronomische Höhen steigen lässt

Kurz nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine ist der Preis für Weizen an der Börse von Chicago auf ein historisches Hoch geschnellt. Die Folge war eine weltweite Verteuerung von Brot. Eine Entwicklung, die noch nicht abgeschlossen ist. Aber was hat die Teuerung mit dem Krieg zu tun -bislang fehlt ja noch kaum Getreide auf den Märkten? Und hat der Preisanstieg bei Lebensmitteln wirklich nur mit dem Krieg zu tun, oder verweist er auf zentrale Probleme der Landwirtschaft?

Mutmaßlich, denn die moderne Landwirtschaft wird getrieben von einem ungeheuren Hunger nach fossiler Energie wie Gas und Diesel. Beides ist schon gegen Ende des vergangenen Jahres sehr teuer geworden. Infolgedessen ist der Preis für Düngemittel massiv gestiegen. Für die industrielle Landwirtschaft ein Horrorszenario. Biobauern dürfen diese Düngemittel gar nicht einsetzen.

Was bedeutet die Krise für sie, sind sie vielleicht sogar die Gewinner dieser Ausnahmesituation? Ist Bio die Lösung, oder machen sich Müller und Bäcker im Moment vielleicht sogar ein Körberlgeld auf Kosten der Konsumenten?

Am Schauplatz-Reporter Robert Gordon war in ganz Österreich unterwegs und hat mit Bäckern, Bauern und Düngemittelproduzenten über all diese Fragen gesprochen.
Am Schauplatz [2022.05.19]
Gute Russen, böse Russen
Datum: 2022.05.19 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage, wie der Ukraine-Krieg den Alltag von RussInnen in Österreich verändert hat.

„Ein falsches Wort und es fliegen die Fetzen“ erzählt Alek, der den russischen Kulturverein „Balalaika“ in Wien betreibt. Vor dem Krieg sind hier Menschen aus allen ehemaligen Sowjetstaaten zusammengekommen, um zu feiern, jetzt herrscht im Club gähnende Leere. „Die Ukrainer rufen an und fragen, ob Russen da sind und umgekehrt“, erklärt der Clubbetreiber.

Die Russin Jana plagt wiederum ein schlechtes Gewissen, deshalb steht sie mehrmals die Woche am Wiener Hauptbahnhof, um ukrainischen Flüchtlingen zu helfen. „Wir Russen die gegen den Krieg sind, werden von allen Seiten angefeindet. Von der ganzen Welt, wie alle Russen, aber auch von den Russen, die für den Krieg sind.“
Am Schauplatz [2022.05.05]
UFOs über Österreich
Datum: 2022.05.05 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Menschen die UFOs beobachtet haben wollen und solche die vom Glauben abgerückt sind.

Für die UFO-Gläubigen war es ein Paradigmen-Wechsel, als die US-Regierung im vergangenen Sommer in einem neun-seitigen Papier bestätigt hat, dass unerklärliche Flugphänomene in der Atmosphäre beobachtet werden. Irgendetwas scheint es also doch zu geben, was genau wird im Bericht aber nicht erwähnt. Worum es sich dabei handeln könnte, versucht Schauplatz-Reporter Alfred Schwarzenberger in der heimischen UFO-Szene zu ergründen.

Es war am 6. August 2020 am späten Vormittag. Sonja und Franz Promock haben gerade alles vorbereitet, um auf ihrer Terrasse ein umfangreiches Frühstück zu genießen, als ihnen über dem Untersberg eine silbrig glänzende Scheibe ins Auge fällt. Minutenlang beobachten sie das Phänomen, dass die beiden als UFO identifizieren. Es sei ein Privileg gewesen, dies beobachtet zu haben, sagen die beiden.

Für seine Reportage „UFOs über Österreich“ trifft Alfred Schwarzenberger unter anderem auch einen Weltraumphysiker, der definitiv nicht an UFOs glaubt, oder einen Künstler, der seit 30 Jahren versucht herauszufinden, was er einst tief in der Nacht beobachtet hat. Auf der Reise durch die heimische UFO-Szene präsentiert Schwarzenberger Schätze aus dem ORF-Archiv, aus denen hervorgeht, dass auch Gendarmen in den 60igern Außergewöhnliches erleben und dass Gänserndorf ein beliebter UFO-Landeplatz ist.
Am Schauplatz [2022.04.28]
Beklatscht, bedroht, ausgebrannt
Datum: 2022.04.28 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über das Gesundheitspersonal zwischen Pandemie und Personalmangel

Zu Beginn der Pandemie wurde das Gesundheitspersonal noch beklatscht, zwei Jahre später sind viele ausgebrannt und fühlen sich alleine gelassen. Spitäler in ganz Österreich haben Betten und Stationen gesperrt, in manchen wurden nur mehr Notfälle behandelt. „Wir waren oft in der Situation, dass wir operieren und helfen wollten, aber es nicht konnten“, sagt Nina Thurnher, Leiterin der Gefäßchirurgie im Krankenhaus Göttlicher Heiland in Wien.

Teresa Roscher hat die ersten Monate der Pandemie noch in einem Pflegeheim gearbeitet. „Die Bewohnerinnen und Bewohner sehen dich nicht mehr als Mensch, wenn du in Schutzkleidung zu ihnen kommst“, erzählt sie. „Du machst ihnen Angst.“ Roscher wechselte wegen der hohen Belastung in ein Krankenhaus. Sie ist Teil eines Foto Projekts des Krankenpflegers und Fotografen Günter Valda: Unter dem Titel „Gesichter der Pandemie“ hat er Selfies von Gesundheitspersonal in der Coronakrise gesammelt und als Fotoband veröffentlicht.

Lisa-Maria Kellermayr ist praktische Ärztin in Seewalchen am Attersee. Seit sie ein Video von einer Demonstration von Impfgegner/innen vor dem Krankenhaus in Wels im Internet veröffentlicht hat, bekommt sie Hassnachrichten. Nach einer Morddrohung im November bewacht jetzt ein bewaffneter Sicherheitsmann die Ordination. Rund 70.000 Euro hat sie für den Security und Umbauten wie Notfallknöpfe oder Kameras bis April ausgegeben, sagt Kellermayr, deren Situation sich bis heute kaum verändert hat: „Diese Drohungen sind wie Zähneputzen und gehören zu meinem Alltag.“

Am Schauplatz-Reporterin Nicole Kampl war in Österreich unterwegs und zeigt, wie das Gesundheitspersonal mit Belastungen und Bedrohungen umgeht. Wie geht es denen, die das Wohl der anderen stets vor das eigene Stellen nach zwei Jahren Ausnahmezustand?
Am Schauplatz [2022.04.21]
Suche Frau, biete Hof II
Datum: 2022.04.21 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Warum es für Bauern immer schwerer wird eine Frau fürs Leben zu finden

Ist es für Bauern oder Bäuerinnen schwerer, Partner zu finden als für andere Berufsgruppen? Geht es bei der Suche um die Arbeit oder um die Liebe? Wie hat sich das Leben von Landwirten und Landwirtinnen über die Jahrzehnte verändert? Diese Fragen haben wir vor einem Jahr mehreren Single-Landwirten gestellt - und jetzt nachgefragt, was in der Zwischenzeit passiert ist.

Siegried Marth ist seit mehreren Jahren single. Ins Südburgenland, wo er seinen Bio-Hof seit Jahrzehnten führt, will bisher keine Frau ziehen, meint er, das sei zu sehr am Anfang von Österreich. Im Vorjahr hat er eine Zusatzausbildung als Pferdewirt abgeschlossen und züchtet jetzt auch selbst Pferde.

Am Schauplatz-Redakteurin Tiba Marchetti hat einen Vier-Generationen-Betrieb besucht, mit einer Forstwirtin geredet und zwei ältere und zwei jüngere Single-Bauern begleitet.

Florian kommt aus Oberösterreich und ist zu Viktoria ins Waldviertel gezogen. Er hat einen Job als Bauleiter gefunden, nebenher hilft er Viktoria bei der Land- und Forstwirtschaft, die sie geerbt hat. Florian ist also Nebenerwerbsbauer. An einer Kahlfläche in Viktorias Wald setzten sie und Florian junge Bäume. Die beiden leben seit einem knappen halben Jahr zusammen im Waldviertel. Verheiratet sind sie noch nicht.

Der 32-jährige Johannes Halbartschlager zum Beispiel, der den sonnigen Hof am Mitterberg in Niederösterreich von seinem Adoptiv-Vater übernommen hat, war auf der Suche nach einer Frau, die das Leben am Land schätzt wie er. „Ich heirate nur, wenn ich die Frau liebe,“ schwärmte Johannes. Und fügte schmunzelnd hinzu, „ob es eine Bäuerin ist oder eine Ingenieurin, die das Geld heimbringt, ist Nebensache.“

Es ist weder eine Bäuerin noch eine Ingenieurin geworden - und verheiratet sind die beiden auch noch nicht. Aber es gibt eine Frau in Johannes’ Leben. Bei unserem Besuch vor ein paar Wochen hat uns Petra begrüßt. Sie ist 33 und studierte Umweltökonomin, die ihre Büroarbeit jetzt vom Hof aus erledigt. Und auch Stallarbeit macht. „Früher habe ich Sport gemacht, jetzt arbeite ich am Hof“, lacht die blonde Wienerin, die mit Johannes eine Familie gründen will.
Am Schauplatz [2022.04.14]
Flucht in die Heimat
Datum: 2022.04.14 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] „Wir kehren zurück und bauen nach dem Krieg alles wieder auf, denn es ist auch unser Land!“ Das sagen vier österreichische Manager aus den unterschiedlichsten Branchen, die etwa 20 Jahre in der Ukraine gelebt haben und nun mit ihren Familien nach Österreich flüchten mussten. Am Schauplatz-Reporterin Gudrun Kampelmüller hat die Auswanderer besucht.

Gemeinsam mit ihrem verstorbenen Vater Erich haben die beiden Brüder Nils und Tobias Grolitsch aus Kärnten in den späten 1990er Jahren in der Ukraine eine Handelsfirma aufgebaut. Der florierende Betrieb beschäftigt 1200 Mitarbeitern in Schitomir.

Die Firma Eurogold ist europäischer Marktführer bei der Produktion von Bügeltischen und Wäscheständern. In Spitzenzeiten liefen rund 1,6 Millionen Stück vom Band, jetzt steht das Werk still. „Ich glaube nicht, dass alles weg sein wird“, sagt Tobias Grolitsch, zuversichtlich, „auch wenn Bomben das Werk zerstören, wir kommen zurück und fangen wieder neu an“.

Thomas Brunner wiederum, studierte Handelswissenschaften in Linz und hatte schon immer ein Faible für Osteuropa. Seinen Zivildienst absolvierte er in Moskau, 2004 wurde er von einem Weltkonzern als Marketingleiter in die Ukraine geschickt. Damals habe er, so sagt er „dieses unglaublich weite Land, mit den dynamischen Menschen kennen und lieben gelernt“.

Seit 16 Jahren führt er nun eine 1200 Hektar große Landwirtschaft und betreibt eine Schweinefarm in Timoshivka. Zwei Tage nach Kriegsbeginn hat er sein Zuhause schweren Herzens verlassen und ist mit seiner ukrainischen Frau und seinen beiden Kindern auf den elterlichen Hof nach St. Florian in Oberösterreich geflohen. Von dort versucht er seinen Betrieb am Laufen zu halten und hat mit Freunden eine großangelegte Hilfsaktion für seine zweite Heimat initiiert.
Am Schauplatz [2022.03.31]
Krieg statt Ernte
Datum: 2022.03.31 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Wie der Krieg ukrainische ErntehelferInnen bedroht und wie österreichische Bauern versuchen ihren Mitarbeitern zu helfen.

Nina ist studierte Agrarwissenschafterin und eine von 3000 ukrainischen SaisonarbeiterInnen in Österreich. Seit über zehn Jahren fährt sie im Frühjahr nach Österreich, um hier Salat, Erdbeeren oder Mais zu ernten. Heuer kommt sie früher als geplant und nicht zum Geld verdienen. Sie flieht vor dem Krieg.

Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer hat Nina an der ukrainischen Grenze mit ihrer Schwiegertochter und ihrem neun Monate alten Enkelsohn getroffen. „Unser Leben hat sich grundlegend verändert. Früher wollten wir mehr Geld für unser Haus, unser Leben. Jetzt wünschen wir uns nur mehr Frieden,“ sagt sie unmittelbar nachdem sie ihre Heimat verlassen hat.

Der Tiroler Stefan Müssigang ist Ninas Arbeitgeber. Er und sein Kollege Romed Giner sorgen sich nicht nur um ihre MitarbeiterInnen, sondern auch um ihre Ernte. „Ich mag noch gar nicht daran denken, was bei uns für ein Chaos ausbricht, wenn die Leute nicht da sind“, sagt Stefan Müssigang im Schauplatz-Interview. Die österreichische Landwirtschaft ist abhängig von Menschen aus Drittstaaten wie der Ukraine. Durch den Krieg könnte die Ernte vorn Spargel, Erdbeeren und Gurkerl heuer mager ausfallen.

Beate Haselmayer und Nicole Kampl dokumentieren nicht nur die Sorgen der österreichischen Bauern, sondern auch ihre Hilfsbereitschaft. Weil es in der Ukraine am Notwendigsten mangelt, beladen Romed Giner und Stefan Müssigang einen LKW mit Lebensmitteln, Medikamenten und Verbandsmaterial und brechen auf in Richtung Krieg.
Am Schauplatz [2022.03.03]
Blackout - Plötzlich ohne Strom
Datum: 2022.03.03 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Immer mehr Menschen rüsten sich in Österreich für ein „Blackout“, also einen großflächigen, langandauernden Stromausfall.

Stromgeneratoren, Kurbelradios und Wassertanks werden nachgefragt wie nie zuvor.

Bei Familie Zwingel zu Hause ist alles für einen drohenden Blackout vorbereitet. Mehrere Wochen lang könnte sich die Familie selbst mit Strom, Wärme und Nahrung versorgen. Alle Familienmitglieder sind außerdem geprüfte Funkamateur*innen und trainieren regelmäßig für den Ernstfall. Barbara Zwingel sagt: „Viele Leute haben die Blackout-Gefahr überhaupt noch nicht realisiert. Das ist schon heftig. Denn im Fall des Falles ist in einer Sekunde das Licht aus und nichts geht mehr.“

Robert Spevak (Sicherheitsmanager, Metro Österreich) und Andreas Artner (Geschäftsleiter, Metro St. Pölten) zeigen, welche Lebensmittel eine vierköpfige Familie daheim bevorratet haben sollte, um für einen möglichen Blackout vorzubereitet zu sein.

Länder, Gemeinden und Kasernen investieren aktuell viel Geld, um die Bevölkerung wachzurütteln. Das Geschäft mit dem drohenden Stromausfall boomt: In Supermärkten werden bereits „Blackout“-Produkte zum Sonderpreis angeboten.

Kaserne Fliegerhorst Brumovski in Langenlebarn soll stromautark werden. Das Bundesheer rechnet mit einem Blackout in den nächsten 5 Jahren.

Seit Pandemiebeginn ist die Angst vor einem großflächigen Stromausfall in der Bevölkerung massiv gestiegen. Ist das irrationale Panik oder wird die Gefahr eines Blackouts erst jetzt zu Recht erkannt? Am Schauplatz-Redakteurin Kim Kadlec war quer durch Österreich unterwegs, um herauszufinden, wie groß die Blackout-Gefahr tatsächlich ist.
Am Schauplatz [2022.02.17]
Betongold an der Piste
Datum: 2022.02.17 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Grundstücksspekulationen und Millionenprojekte in Österreichs Ski-Hochburgen.

Immobilien in Österreichs Skidestinationen boomen mehr denn je. Die Preise für Appartements oder Chalets steigen seit Jahren ungebremst. Laut einer aktuellen Datenanalyse sind die Immobilienpreise allein innerhalb eines Jahres um 12%, in Kitzbühel sogar um 24% gestiegen. Corona hat den Run auf das Betongold und den Zweitwohnsitz noch befeuert. Unzählige Projekte sind am Entstehen, oder warten darauf, umgesetzt zu werden.

Am Pass Thurn im Salzburger Pinzgau entsteht Österreichs luxuriösestes Skiresort: Six Senses Kitzbühel Alps. Obwohl Kitzbühel 20 Kilometer entfernt ist, lässt sich der Name gut vermarkten. Fünf Millionen Euro zahlt man für ein Chalet an einer sehr frequentierten Passtrasse.

Aber nirgendwo sind die Immobilienpreise so hoch wie in Kitzbühel. Bis zu 20.000 Euro pro Quadratmeter sind keine Seltenheit. Viele deutsche Millionärinnen und Milliardäre besitzen hier einen rustikalen Zweitwohnsitz. Und so mancher deutsche Unternehmer ist in der Vergangenheit selbst ins Kitzbühler Immobiliengeschäft eingestiegen.

Am Schauplatz-Reporterin Nora Zoglauer war für Ihre Reportage in ganz Österreich unterwegs. Sie zeigt, wie Millionäre und Spekulanten mit viel Geschick Gesetze umgehen und an den schönsten Plätzen des Landes ihre Zweitwohnsitze errichten. Von den Bürgermeistern kommt meist nur wenig Widerstand - aber es gibt auch politische Erfolge im Kampf gegen den Ausverkauf.
Am Schauplatz [2022.02.03]
Fische essen
Datum: 2022.02.03 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über das Nahrungsmittel Fisch und die oft problematischen Produktionsbedingungen.

Fische sind seit Menschengedenken ein Grundnahrungsmittel, egal ob aus dem Meer oder aus Binnengewässern. Wien hat Jahrhunderte lang von Fisch gelebt, der tonnenweise aus der Donau gefischt wurde.

Moderne Ernährungswissenschaftler geben den Fisch-Essern früherer Tage Recht: Besonders für die Gesundheit des modernen, gestressten Menschen, der sich nicht immer ideal ernährt, wäre Fisch wichtig. Leicht verdaulich sei er und voll von wichtigen Fettsäuren. Aber als Nahrungsmittel hat Fisch inzwischen einen eminenten Nachteil: Es gibt zu wenig davon. Die Meere sind zu großen Teilen leer gefischt und aus heimischen Flüssen und Seen ist er so weit verschwunden, dass er für die Ernährung keine Rolle mehr spielen kann.

Doch es gibt Ideen, die den Fisch als Nahrungsmittel retten sollen. Robert Gordon war bei Fischzüchtern, Fischern und Futterproduzenten, um herauszufinden, wie es mit dem Nahrungsmittel Fisch weitergehen könnte.
Am Schauplatz [2022.01.13]
Immer unterwegs
Datum: 2022.01.13 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Wie LKW-Fahrer:innen unter widrigen Bedingungen Österreichs Wirtschaft am Laufen halten

In Großbritannien kam es im Herbst zu einer Versorgungskrise, weil durch den Brexit plötzlich 100.000 LKW-Fahrer:innen aus Osteuropa fehlten. Den Fahrermangel gibt es auch in Österreich: Geschätzte 8.000 Fahrer:innen fehlen, dazu kommt eine Pensionierungswelle in den kommenden Jahren.

„So wie es einen Wettbewerb um Kunden gibt, gibt es auch einen um Fahrer“, erzählt Unternehmer Fritz Müller. Vor allem wenig Junge kommen nach, trotz Anreizen. Dem 20jährigen Denis Radojcevic wurde der LKW-Führerschein vom AMS finanziert, weil er eine Einstellungszusage eines Betriebs in der Tasche hat. „Man fühlt sich wie der König der Straße“, schwärmt er – große Fahrzeuge haben ihn schon immer fasziniert. Dennoch leidet die Branche unter einem schlechten Image und geringer Wertschätzung. „Wir verstopfen nur die Straße und jetzt im Winter sind wir wieder die, die die Autofahrer ausbremsen“, ärgert sich manch Fahrer während der Ruhepause am Rastplatz.

Dabei haben sie gerade in Zeiten der Pandemie die Versorgung in Österreich sichergestellt. „Wir sind keine Helden, wir haben einfach nur unsere Arbeit gemacht“, meint Markus Müller aus Vorarlberg - er sei seit 32 Jahren „Fahrer aus Leidenschaft“. Müller kämpft für einen besseren Zugang zu sanitären Einrichtungen und leistbare Verpflegung entlang des Straßennetzes, nachdem in den Lockdowns viele Raststationen geschlossen hatten.

Am Schauplatz Reporterin Nicole Kampl war in ganz Österreich unterwegs und zeigt in ihrer Reportage den Alltag und die Arbeitsbedingungen jener, die die Versorgung zwischen Wien und Vorarlberg sicherstellen und auf die trotzdem oft vergessen wird. Ihre Lenk- und Ruhezeiten sind strikt getaktet, der Termindruck ist hoch und die Kontrollen streng.
Am Schauplatz [2021.12.09]
Nicht ohne meine Tiere
Datum: 2021.12.09 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Wie Haustiere dabei helfen, mit Einsamkeit besser umzugehen

Der vierte Lockdown und die Weihnachtszeit – wer allein lebt, fühlt sich jetzt vielleicht einsamer als je zuvor. „Mein einziger Trost ist mein kleines Hundi“, sagt Herr Wölfig. Mit oder ohne Lockdown ist „Bella“ meist seine einzige Gefährtin. Zu Weihnachten bekommt sie von ihrem Herrchen Geschenke und ein Festessen.

Auch Mutzi, Nero und Jerry werden am Heiligen Abend verwöhnt. Ihre Frauchen und Herrchen würden für sie ihr letztes Hemd geben. Und das, obwohl sie selbst von der Mindestpension leben. Der „Pfotenmarkt auf Rädern“, eine Tiertafel in Wien, versorgt Tierbesitzer:innen mit geringem Einkommen. Gabi Kollmann arbeitet ehrenamtlich mit. Sie liefert nicht nur Futter, sondern nimmt sich auch Zeit für Gespräche. „Für viele sind ihre Tiere die einzigen Ansprechpartner. Wenn wir kommen, sind diese Menschen oft sehr redefreudig“, erzählt sie.

Martin Hrdlicka und Gabi Kollmann engagieren sich ehrenamtlich im „Pfotenmarkt auf Rädern“, einer Tiertafel in Wien. Sie liefern gespendetes Futter an Tierbesitzer:innen mit geringem Einkommen.

Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer portraitiert Menschen, denen ihre Hunde und Katzen Halt geben. Und sie zeigt was passiert, wenn die Tierliebe endet. Zu Beginn der Pandemie haben sich viele Menschen aus Angst vor Einsamkeit ein Haustier zugelegt. Im Sommer, als Corona vorbei zu sein schien, wurden zahllose Hunde und Katzen einfach wieder ausgesetzt.
Am Schauplatz [2021.11.25]
Die Corona Gurus
Datum: 2021.11.25 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über den Boom umstrittener, alternativer Therapien in Zeiten der Pandemie.

Die Branche der Energetiker boomt – gerade in Zeiten der Pandemie. Ob, Raum-, Tier-, oder Humanenergetik, österreichweit gibt es derzeit rund 30.000 Gewerbetreibende, die bei der Wirtschaftskammer gemeldet sind.

Raumenergetiker schwören auf das Ausräuchern von Räumen, so würden schlechte Energien wie Angst „hinausgeputzt“ werden.

Globuli vor und nach der Impfung, die Reinigung der Aerosol-verschmutzten Räume mit Hilfe von Räucherwerk, oder herzstärkende Übungen im Wald nach Anleitung eines selbsternannten Covid19 Spezialisten – die Angebote zur Stärkung des Immunsystems sind vielfältig.

Impfung II ist eine Rostock-Essenz, die in Zeiten von Corona helfen soll. Es gibt Produkte für vor, während und nach der Impfung. Außerdem div. Longcovid-Produkte.

Die Wirkung vieler „Corona“-Produkte und Therapien ist höchst umstritten. Experten warnen vor Heilsversprechen, man dürfe den eigenen Verstand nicht ausschalten und immer hinterfragen, wem die ganze Sache wirklich nütze. Denn, Fakt ist: die Branche boomt wie noch nie. Geschätzte zwei Milliarden Euro werden jedes Jahr mit esoterischen Produkten umgesetzt.

Albert Emmanuel Kessler bietet seinen Kunden eine herzstärkende Baumtherapie an, er bezeichnet sich selbst im Internet als „Covid19 Coach“.

Am Schauplatz-Reporterin Gudrun Kampelmüller hat sich in der Energetikerszene umgehört und fragt: Wo beginnt dubiose Geschäftemacherei, wo wird es wirklich gefährlich und warum hat die Esoterik aktuell einen derartigen Zulauf? In der Reportage spricht sie mit Kritikern der „Fakemedizin“ und lässt Ärzte zu Wort kommen, die sich von der Schulmedizin abgewendet haben und nun auf alternative Methoden schwören.
Am Schauplatz [2023.11.23]
Am Würstelstand
Datum: 2023.11.23 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Milieustudie über die Wiener Vorstadt in Zeiten von Teuerung und Frustration.

Bei den Würstelständen abseits des touristischen Wiens, dreht sich alles um die Sorgen und Ängste des sogenannten kleinen Mannes. Hier versuchen viele bei Wurst und Bier dem Alltag zu entfliehen. Am Würstelstand geht es um den Leistungsdruck bei der Arbeit, Beziehungen oder einfach ums liebe Geld, das bei manchem nicht bis zum Monatsende reicht. Schuld an all dem sei oft die hohe Politik, von der sich viele hier weder gehört noch verstanden fühlen.

Am Schauplatz-Reporter Ed Moschitz war in den vergangenen Monaten in der Wiener Vorstadt unterwegs und lernte einen Ort kennen, an dem neben Würstl und Bier auch Enttäuschung und Einsamkeit ihren Platz finden.
Am Schauplatz [2021.10.28]
Ein Land, zwei Welten - Eine Reportage zwischen Intensivstation und Anti-Corona-Partei
Datum: 2021.10.28 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Die vierte Corona-Welle baut sich weiter auf, die Intensiv-MedizinerInnen blicken nervös auf die erneut steigenden Infektionszahlen. Voller Sorge, dass ihre Stationen schon bald wieder überlastet sind und eine Situation wie im Herbst letzten Jahres erneut Realität werden könnte.

Die Leiterin der Intensivstation im Wiener AKH, Frau Dr. Eva Schaden, wird nicht müde zu betonen, dass auf den Intensivstationen fast ausschließlich ungeimpfte PatientInnen liegen.

Nach wie vor sind in Österreich nur 6 von 10 Personen geimpft - zu wenige für eine schützende Herdenimmunität. Während andere Länder in Europa viele Corona-Maßnahmen bereits beenden, weil über 70% der Bevölkerung geimpft sind, deuten in Österreich die neuesten Zahlen eher auf eine steigende Impfmüdigkeit als auf eine Trendwende hin. Viele Menschen werden mit Falschnachrichten über das Corona-Virus, die Impfung und die Situation auf den Intensivstationen verunsichert – auf Demonstrationen, in sozialen Medien und seit Kurzem in neu gegründeten Parteien.

ImpfskeptikerInnen, Pandemie-LeugnerInnen und Corona-DemonstrantInnen haben sich mittlerweile auch in politischen Parteien zusammengefunden. Eine davon zieht jetzt sogar in den oberösterreichischen Landtag ein.

Am Schauplatz-Reporter Emanuel Liedl hat in seiner Reportage die zwei Welten der Corona-Pandemie in Österreich besucht. Jene in der größten Intensivstation des Landes, im Wiener AKH, wo ÄrztInnen und PflegerInnen seit eineinhalb Jahren um das Leben von Menschen kämpfen. Und jene Welt der Pandemie-LeugnerInnen, ImpfskeptikerInnen und Maßnahmen-KritikerInnen, die seit Beginn der Pandemie demonstrieren und jetzt sogar bei Wahlen erfolgreich sind.
Am Schauplatz [2023.10.19]
Die Macht der Tracht
Datum: 2023.10.19 [Sendedatum]
Schlagworte: Gesellschaft ; Reportage ; Bekleidung und Mode ; TV-Mitschnitt
Typ: video
Inhalt: [Senderinformation] Eine Reportage über Dirndl, Lederhose und Heimatgefühle

Dirndl und Lederhosen sind in Österreich angesagter denn je. Egal ob Stadt oder Land, religiöse Feste, rauschende Partys oder einfach nur „Sommerfrische“ - Tracht zu tragen ist modern. Besonders bei jungen Menschen. Woher kommt diese Sehnsucht nach Tradition und Brauchtum in Zeiten globaler Krisen?

Am Schauplatz Reporterin Julia Kovarik war in Wien, aber auch im Salzburger Pinzgau und im Salzkammergut unterwegs, um herauszufinden, warum sich plötzlich so viele Menschen in Lederhose und Dirndl kleiden und kollektive Heimatgefühle entwickeln.

Katalogzettel

Titel Am Schauplatz
Urheber/innen und Mitwirkende ORF 2 [Sendeanstalt]
Typ video

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