Interview mit Johann Gross - 1. Teil
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Inhalt
Johann Gross wuchs bei Pflegeeltern auf, zu seiner Mutter hatte er nie Kontakt, sein Vater war Geburtsinvalide, Alkoholiker und lebte in ärmlichen Verhältnissen. 1938 kam er das erste Mal ins Waisenhaus und wurde zunächst in die Erziehungsanstalt Mödling gebracht. Die Anstalt wurde sehr militärisch geführt, als Strafe gab es häufig harte Schläge. Nach mehrmaligen Fluchtversuchen, bei denen Gross immer wieder eingefangen wurde, wurde er auf den Spiegelgrund überführt. Dort nahmen die Strafen eine andere Form an: er spricht von Kaltwasserbehandlung für Bettnässer und von verschiedenen Spritzen, den so genannten "Speibinjektionen" und der "Schwefelkur". Letztere war besonders schmerzvoll, eine Spritze in den Oberschenkel verursachte über einen Zeitraum von zwei Wochen so große Schmerzen in den Beinen, dass das Gehen und Stehen unmöglich gemacht wurde. Johann Gross erzählt auch von der NS-"Euthanasie", den Kindern, die am Spiegelgrund getötet wurden, deren Gehirne und andere Körperteile der NS-Arzt Heinrich Gross für seine Forschung weit über das Jahr 1945 hinaus nutzte.
Grund der Verfolgung während des NS-Regimes:
Verfolgung als "schwer erziehbar"
Orte der Inhaftierung:
Erziehungsanstalt Mödling
Heil- und Pflegeanstalt "Am Steinhof" - Kinderfachabteilung "Am Spiegelgrund"