Interview mit Leo Kuhn - 1. Teil
Katalogzettel
Information
Inhalt
Leo Kuhn spricht zunächst von seinem familiären und politischen Sozialisation als Kind und Jugendlicher. Aus einer bürgerlichen Familie stammend, wurde er durch Freunde und den Arbeiterturnverein bald sozialdemokratischen politisiert. Er erzählt von den geschichtspolitischen Ereignissen während der Ersten Republik, der Arbeitslosigkeit und den paramilitärischen Formationen aller Parteien, dem "Schattendorf-Urteil" und dem Justizpalastbrand, den "Februarkämpfen" 1934 und den Umständen, die schließlich zum Zusammenbruch der Demokratie und der Ersten Republik geführt haben und zur Etablierung des austrofaschistischen Ständestaates unter Engelbert Dollfuss. Seitdem war Leo Kuhn im Widerstand, bald im kommunistischen Widerstand tätig, der vor allem darin bestand, Zellen zu bilden, sowie Flugblätter und Zeitungen herzustellen. Während des Austrofaschismus wurde er wegen seiner illegalen Tätigkeit zu 14 Tagen Freiheitsstrafe verurteilt, kam wieder frei und führte zusammen mit seiner Gruppe widerständige Tätigkeiten auch während des NS-Regimes fort. Ein halbes Jahr nach dem "Anschluss" Österreichs an Hitlerdeutschland, am 15. November 1938, wurde seine Widerstandsgruppe erneut, diesmal von der Gestapo festgenommen. Für Leo Kuhn folgten Verhöre durch die Gestapo, Haftaufenthalte in der Gestapo-Leitstelle am Morzinplatz in Wien, im Landesgericht Wien, in Berlin-Moabit, im Zuchthaus Stein, im Arbeitslager Moosbierbaum und schließlich im KZ Mauthausen und im KZ Ebensee, wo er zur Arbeit in der Todeskolonne "Attnang-Puchheim" eingeteilt wurde. Nur mit viel Glück hat er Gefängnis und Konzentrationslager überlebt.
Grund der Verfolgung während des NS-Regimes:
Sozialistischer/Kommunistischer Widerstand
Orte der Inhaftierung:
Gestapo-Leitstelle Wien Morzinplatz
Landesgericht Wien
Untersuchungshaftanstalt Berlin Moabit
Zuchthaus Stein an der Donau
Arbeitslager Moosbierbaum
KZ Mauthausen
KZ Ebensee