Adelheid Popp - Über allem steht die Organisation
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Katalogzettel
| Titel | Adelheid Popp - Über allem steht die Organisation |
| Titelzusatz |
Baumeisterinnen der Republik |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Popp, Adelheid [Gefeierte Person]
[GND
]
Streicher, Dagmar [Gestaltung] Kloc-Radakovits, Andrea [Sprecher/in] ORF 3 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2019.02.09 [Sendedatum] 2018 [Jahr des Copyright] |
| Schlagworte | Politik Österreich ; Portrait ; Dokumentation ; Frauen ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-20542 |
Information
Inhalt
[Senderinformation] Sie war eine der ersten weiblichen Nationalratsabgeordneten und forderte schon Anfang des 20. Jahrhunderts die Gleichstellung der Frau in der Ehe und im Beruf, den legalen und kostenlosen Schwangerschaftsabbruch, die Einführung der Karenzzeit u.ä.m. ORF III portraitiert eine der wichtigsten Politikerinnen der Ersten Republik.
„Einer großen Sache aus Begeisterung dienen, gibt so viel innere Freude und verleiht dem Leben einen so hohen Wert, dass man viel ertragen kann ohne mutlos zu werden. So wie der Sozialismus mich verwandelt und stark gemacht hat, so würde er dies auch bei anderen vermögen.“ schreibt Adelheid Popp (1869-1939) in ihrer Autobiographie, die bereits 1909 erschien.
Ihre politische Agenda war von ihrer Kindheit in Armut und den frühen Jugendjahren als Fabrikshilfsarbeiterin geprägt. Die Genossen sahen Arbeiterinnen oft als billige, lohnsenkende Konkurrenz am Arbeitsmarkt und kümmerten sich wenig um deren Rechte. Adelheid Popp erkannte schnell, dass die Frauen aus eigener Kraft für ihre Anliegen und Rechte eintreten mussten. Viele ihrer Forderungen waren zu progressiv für ihre Zeit. So verlangte sie schon vor mehr als 100 Jahren die Einführung der Karenzzeit, die Errichtung von Entbindungsanstalten, die Gleichstellung der Frau in der Ehe und im Beruf, den legalen und kostenlosen Schwangerschaftsabbruch, das Frauenwahlrecht und eine Quotenregelung.
Adelheid Popp hat die Entwicklung der österreichischen revolutionären Arbeiterbewegung zu einer Massenpartei maßgeblich mitgestaltet und war für die Frauen innerhalb dieser Bewegung eine Leitfigur. Schon mit 17 schwang sie mitreißende politische Reden. Mit 23 war sie - trotz geringer Schulbildung - Chefredakteurin der Arbeiterinnen-Zeitung. Mit 24 war sie die erste Frau, die im Wiener Parlament sprach. Oftmals reiste sie als erste weibliche Delegierte der österreichischen Sozialdemokratie zu Kongressen der sozialistischen Internationale. 1918 zog sie als eine der ersten weiblichen Abgeordneten in den Nationalrat ein.
Dem sozialdemokratischen Aufbruch im roten Wien, in dem sie auch Gemeinderätin war, folgte die Zerschlagung der Bewegung mit der mörderischen Gewalt der Heimwehr und der Nationalsozialisten. Von der Vision der „neuen Zukunft“ in einer egalitären Gesellschaftsordnung war nichts geblieben. Ihr Lebenswerk zerstört.
In der Folge „Adelheid Popp - Über allem steht die Organisation“ aus der ORF-III-Serie „Baumeisterinnen der Republik“ hat Regisseurin und Autorin, Dagmar Streicher, mit Filmschauspielerin Maria Hofstätter Zitate aus Popps Tagebucheintragungen, Zeitungsartikel, Reden und Briefe in einer Lesung erarbeitet. Diese Szenen sind in selten gezeigte historische Filmaufnahmen eingebettet und erstmals - wenn auch nur wenige Sekunden lang - ist Adelheid Popp auf Filmarchivaufnahmen von einem Parteitag 1926 zu sehen.
„Einer großen Sache aus Begeisterung dienen, gibt so viel innere Freude und verleiht dem Leben einen so hohen Wert, dass man viel ertragen kann ohne mutlos zu werden. So wie der Sozialismus mich verwandelt und stark gemacht hat, so würde er dies auch bei anderen vermögen.“ schreibt Adelheid Popp (1869-1939) in ihrer Autobiographie, die bereits 1909 erschien.
Ihre politische Agenda war von ihrer Kindheit in Armut und den frühen Jugendjahren als Fabrikshilfsarbeiterin geprägt. Die Genossen sahen Arbeiterinnen oft als billige, lohnsenkende Konkurrenz am Arbeitsmarkt und kümmerten sich wenig um deren Rechte. Adelheid Popp erkannte schnell, dass die Frauen aus eigener Kraft für ihre Anliegen und Rechte eintreten mussten. Viele ihrer Forderungen waren zu progressiv für ihre Zeit. So verlangte sie schon vor mehr als 100 Jahren die Einführung der Karenzzeit, die Errichtung von Entbindungsanstalten, die Gleichstellung der Frau in der Ehe und im Beruf, den legalen und kostenlosen Schwangerschaftsabbruch, das Frauenwahlrecht und eine Quotenregelung.
Adelheid Popp hat die Entwicklung der österreichischen revolutionären Arbeiterbewegung zu einer Massenpartei maßgeblich mitgestaltet und war für die Frauen innerhalb dieser Bewegung eine Leitfigur. Schon mit 17 schwang sie mitreißende politische Reden. Mit 23 war sie - trotz geringer Schulbildung - Chefredakteurin der Arbeiterinnen-Zeitung. Mit 24 war sie die erste Frau, die im Wiener Parlament sprach. Oftmals reiste sie als erste weibliche Delegierte der österreichischen Sozialdemokratie zu Kongressen der sozialistischen Internationale. 1918 zog sie als eine der ersten weiblichen Abgeordneten in den Nationalrat ein.
Dem sozialdemokratischen Aufbruch im roten Wien, in dem sie auch Gemeinderätin war, folgte die Zerschlagung der Bewegung mit der mörderischen Gewalt der Heimwehr und der Nationalsozialisten. Von der Vision der „neuen Zukunft“ in einer egalitären Gesellschaftsordnung war nichts geblieben. Ihr Lebenswerk zerstört.
In der Folge „Adelheid Popp - Über allem steht die Organisation“ aus der ORF-III-Serie „Baumeisterinnen der Republik“ hat Regisseurin und Autorin, Dagmar Streicher, mit Filmschauspielerin Maria Hofstätter Zitate aus Popps Tagebucheintragungen, Zeitungsartikel, Reden und Briefe in einer Lesung erarbeitet. Diese Szenen sind in selten gezeigte historische Filmaufnahmen eingebettet und erstmals - wenn auch nur wenige Sekunden lang - ist Adelheid Popp auf Filmarchivaufnahmen von einem Parteitag 1926 zu sehen.