MenschenLeben – Eine Sammlung lebensgeschichtlicher Erzählungen

Ein Wiener bezeichnet sich selbst als „Monarchist“, da er im Sommer 1918 zur Welt kam. Eine Frau aus der Oststeiermark erzählt, wie sie im ersten Winter nach dem Zweiten Weltkrieg ihre einziges Paar Schuhe verlor – und die Familie damit in finanzielle Not stürzte. Ein Vorarlberger Unternehmer berichtet, wie er es 1967 riskierte, sich mit einer Materialseilbahn selbständig zu machen. Die Aufnahme von Flüchtlingen in Folge des Jugoslawienkrieges wird durch die Schilderungen einer Sozialarbeiterin in Erinnerung gerufen.
Eine Puppenspielerin aus Wien erzählt von ihrer ganz großen Liebe. Ein 61-Jähriger beschreibt seine halsbrecherische Flucht aus der CSSR im Jahr 1986. Ein Bergbauer aus dem Ennstal berichtet von der harten Holzarbeit, aber auch vom Vergnügen des Tiefschneefahrens. Eine Frau, Jahrgang 1915, erzählt aus ihrer jahrzehntelangen ungeliebten Tätigkeit als Straßenbahnschaffnerin. Eine Hundertjährige lässt uns am Abendessen teilhaben, bei dem sie einst die Wahl zwischen zwei Verehrern getroffen hat.
Die detaillierten Schilderungen aus dem Alltag einer Alleinerzieherin zu Beginn des 21. Jahrhunderts wiederum dokumentieren aktuelle Lebenslagen.

Das sind nur ein paar Beispiele aus den im Projekt MenschenLeben aufgezeichneten Gesprächen, die so vielfältig sind wie das Leben selbst. Jeder Mensch, jede Lebensgeschichte, jede Erinnerung, jede Erfahrung, jedes Schicksal hat hier Platz.

Seit 2009 berichteten bislang über 1600 Frauen und Männer - vom jungen Erwachsenen bis zum betagten Menschen - in mehrstündigen Gesprächen über ihr Leben.
MenschenLeben ist ein Oral History Projekt, das thematisch offen ist und keinem vorgegebenen Fragenkatalog folgt.
Die Gesprächspartnerinnen und – partner bekommen Zeit und Raum, ihre Lebensgeschichte frei zu erzählen. Anschließend wird vertiefend nachgefragt und zur Reflexion angeregt.
Auf diese Weise entsteht eine Sammlung, die einzigartige Quellen für Forschungen aller Art bietet.

Die Interviewten des Projekts MenschenLeben sind zwischen 10 und 110 Jahre alt. Sie erzählen von Kindheitserinnerungen, Natur- und Urlaubserlebnissen, Freizeitvergnügen und Hobbies sowie Erfolgen und Misserfolgen in Schule und Beruf. Sie beschreiben ihre Eltern und ihre Familie und lassen uns an Schicksalsschlägen, Krankheiten, Tiefpunkten und Tod teilhaben. Diese Schilderungen verweben sich direkt oder indirekt mit den ‚großen‘ Entwicklungen Österreichs und der Welt, von den letzten Jahren der Monarchie über die Zwischenkriegszeit, die Zeit des Nationalsozialismus und der alliierten Besatzung bis in die Gegenwart. Aus der Perspektive und mit den Worten jener, die all dies erlebt haben, bildet dieser Querschnitt durch die österreichische Gesellschaft in einzigartiger Weise Erlebnis-, Erfahrungs- und Erinnerungswelten des 20. und 21. Jahrhunderts ab und bewahrt damit ein Stück österreichischer Geschichte.
Die großzügige Förderung eines privaten Geldgebers ermöglicht es, Interviewpartnerinnen und Interviewpartner in ganz Österreich zu befragen. Das Projekt wurde von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Jagschitz initiiert und bis zu seinem Tod im Sommer 2018 von ihm geleitet.

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Oral History Interview mit Gabriele Rose - 2. Teil [Ausschnitt]

Gabriele Rose erzählt vom Verkauf ihrer australischen Farm, wodurch die Rollen zwischen ihr und ihrem Mann neu verteilt wurden.

00:04:42
Oral History Interview mit Heinz Brüstle - 2. Teil [Ausschnitt]

Heinz Brüstle erzählt von seiner beruflichen Tätigkeit und privaten Tüfteleien.

00:05:45
Oral History Interview mit Germar Gassner - 4. Teil [Ausschnitt]

Germar Gassner beschreibt seine Heimkehr nach dem Zweiten Weltkrieg.

02:14:51
Oral History Interview mit Marianne Schreder - 1. Teil

Marianne Schreder erzählt ihre Lebensgeschichte

00:03:54
Oral History Interview mit Christine Rothstein - 1. Teil [Ausschnitt]

Christine Rothstein erinnert sich, wie Arminio „Habakuk“ Rothstein Marionetten gebaut hat.

00:01:25
Oral History Interview mit Maria Steinhauser - 1. Teil [Ausschnitt]

Maria Steinhauser erinnert sich, dass sie als Kind abends gern im Hühnerstall war.

Diese Ausstellung ist im Rahmen des Projektes Österreich am Wort entstanden.
Ein Großteil der Medien ist dort in voller Länge abrufbar.