Als audiovisuelles Archiv speichert die Österreichische Mediathek seit 1960 hör- und sehbare Dokumente aus dem zeitgeschichtlichen österreichischen Geschehen um sie der Öffentlichkeit zu erhalten und zugänglich zu machen. 1967 berichtete der damalige Leiter Eckehard Bamberger stolz von 7000 Platten im Bestand der Mediathek - heute sind dies mehr als 170.000. Unzählige weitere Bestände von Ton- und Videoträgern und digitalen Files bilden den aktuellen, stets wachsenden Bestand von über 2 Millionen Aufnahmen unterschiedlichster Art.
Online verfügbar sind davon bereits rund 137.000 Medien, in denen bedeutsames wie kurioses gefunden, gehört und gesehen werden kann. Genau vor 60 Jahren wurde im Radio die Antrittsrede des damals frisch gewählten Bundespräsidenten Franz Jonas übertragen. Und am gleichen Tag im Jahr 1984 wurde der 50. Geburtstag von Donald Duck im Mittagsjournal gewürdigt.
Mit Vergnügen und Faszination entdecken auch die Archivarinnen und Archivare der Österreichischen Mediathek immer wieder verschiedenste Aufnahmen in der Sammlung, auf die sie dann in der monatlichen Reihe “Archivist's Choice” aufmerksam machen. Noch mehr über archivarische Arbeit erfährt man in Oral-History-Interviews mit Kolleg:innen anderer Archive, wie der Österreichischen Kinemathek und dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes.
Im heurigen Jahr 2026 wird an die Rolle von Archiven in der gesellschaftlichen Dynamik um Recht und Gerechtigkeit gedacht. Archive gewährleisten mit ihrer zentralen Aufgabe im Bewahren und Bereitstellen von historischen Quellen und Erinnerungen eine Dokumentation früherer Ereignisse, öffnen die Interpretation der Vergangenheit und sind dadurch eine elementare Stütze demokratischer Gesellschaften.
In der Geschichte Österreichs bieten beispielsweise die Dokumente zum Justizpalastbrand von 1927, die Erinnerung an die Jahre 1938-1945 oder der Bericht zur Arenabesetzung von 1976 gute Gelegenheiten diese Rolle der Archive zu reflektieren.