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16. Januar 2026

Von den Vorzügen Audioarchivar zu sein

Sich beim Anschauen eines Films an eben erst digitalisierte Interviews mit dem Regisseur zu erinnern, ist nur wenigen Menschen vergönnt.

Für den Radiosender der US-amerikanischen Nachkriegs-Informationsagentur (USIA) hat der Wiener Drehbuchautor und Filmjournalist Friedrich Porges (1890-1978) ein Interview mit Billy Wilder geführt, um mit diesem über Hollywood, das Filmbusiness und seinen jüngsten Film “Some Like It Hot” (1959) zu sprechen. Besondere Qualitäten bekommt das Interview durch die persönliche Bekanntschaft der beiden, die in den 1920er Jahren in Wien für die Zeitschriften “Die Bühne” oder “Die Stunde” arbeiteten. Von den gemeinsamen Anfängen als Journalisten in Wien entwickelten sich sehr unterschiedliche Karrieren. Porges eröffnete das Interview mit dem Hinweis auf die Wiener Zeitungsredaktion, wo Billy Wilder sein Kollege war und man seinen Namen noch "Wi:lder" aussprach (und nicht “Weilder”). Und Wilder verspricht Porges am Ende des Gesprächs, beim nächsten Besuch in Wien in der Canisiusgasse bei der ehemaligen Redaktion vorbeizuschauen und dort “Hallo für dich” zu sagen.

In der Online-Sammlung der Mediathek ist dieses Porges-Interview und viele weitere verfügbar. Stefan Kaltseis erinnert sich beim Filmschauen an Interessantes, das er von und über Billy Wilder, Fritz Lang, Romy Schneider und anderen beim Digitalisieren der Tonbänder gehört hat.

Zum Archivist's Choice: Das Rössl auf dem Schachbrett – Ein Interview mit Billy Wilder in Hollywood

Zu den Interviews von Friedrich Porges in der Online-Sammlung der Österreichischen Mediathek

Billy Wilder und Marylin Monroe am Set von "Some Like It Hot" (Wikimedia Commons)

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