kultur.montag [2025.09.29]

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Katalogzettel

Titel kultur.montag [2025.09.29]
Urheber/innen und Mitwirkende ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2025.09.29 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Reportage ; Interview ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-42886
Gesamtwerk/Reihe kultur.montag

Information

Inhalt

[Senderinformation] Das Phänomen „Fledermaus“ | Dan Browns neuer Bestseller "The Secret of Secrets" | Boykott gegen jüdische Kunstschaffende | Historikerin Eva Menasse im Interview | Die Barockmalerin Michaelina Wautier im KHM | Andreas Prochaskas Horrorthriller „Welcome Home Baby“ | Der Musiker Marco Donnarumma beim musikprotokoll | Black + White: Jazzlegende Oscar Peterson
[Senderinformation] Black + White - Jazzlegende Oscar Peterson
Der kanadische Jazzpianist Oscar Peterson war schon zu Lebzeiten eine Legende.

Anlässlich seines Geburtstags, der sich am 15. August zum 100. Mal jährt, zeigt der ORF ein Porträt des Klaviervirtuosen.

Der kanadische Regisseur und Produzent Barry Avrich hat für seinen Film unzählige Archiv-Ausschnitte von Radio-, Fernseh- und Konzert-Auftritten zusammengetragen und lässt Musik-Größen wie Quincy Jones, Herbie Hancock und Billy Joel in Erinnerungen an das große Vorbild schwelgen.

Vor allem aber erzählt Oscar Peterson selbst von seiner mehr als 70-Jahre andauernden Karriere: Schon als Kind bekommt er Musikunterricht und muss nach einer Tuberkulose-Infektion im Alter von 5 Jahren statt Trompete Klavier spielen. Den ersten öffentlichen Auftritt absolviert er als seine Schwester – die nebenbei auch seine Klavierlehrerin war – ihn bei einem nationalen Wettbewerb des öffentlich-rechtlichen kanadischen Rundfunks angemeldet hat: Oscar gewinnt, spielt erste Konzerte und nur kurze Zeit später lädt ihn niemand Geringerer als Norman Granz ein, im Rahmen der „Jazz at the Philharmonic“-Reihe in der Carnegie Hall in New York aufzutreten.

Als Teenager avanciert er zum professionellen Musiker mit wöchentlichen Radioauftritten. Bereits in seinen Zwanzigern eilt ihm der Ruf als einer der brillantesten Pianisten seiner Zeit voraus. Damals sitzt Peterson unter anderem für Fred Astaire und Roy Eldridge hinter dem Flügel. Der große Duke Ellington gibt ihm schließlich den Rat solo Piano zu spielen. Und der Rest ist wohl Geschichte: Wo immer Oscar Peterson auftritt, wird er umjubelt.

Stark geprägt haben ihn die Erfahrungen mit Rassismus, die er als Jugendlicher bei Konzerttourneen durch den Süden der USA gemacht hat: In den 1920er- und 1930er-Jahren herrschte dort strikte Rassentrennung: es gab getrennte Hotels, getrennte Trinkbrunnen und getrennte Toiletten. Die damaligen Erlebnisse im Hinterkopf, schreibt er 1962 die Melodie für „Hymn To Freedom“, die bald zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung rund um Martin Luther King wird.

Barry Avrichs Film gewährt auch Einblicke in Oscar Petersons Privatleben – etwa wenn er in späten Interviews reflektiert, dass seine Familie im Vergleich zur Musik oft zu kurz gekommen sei. Oder wenn er über die Folgen des Schlaganfalls spricht, den er 1993 erlitten und von dem er sich nur mühsam erholt hat. Nur ein Jahr später trat er im Rahmen des Jazzfestes Wien in der Wiener Staatsoper auf. Eines seiner Highlights war der Auftritt auf der Bühne des Wiener Musikvereins im Jahr 2003. Der Mitschnitt dieses Konzerts hat ihm Platin eingebracht.

Im Alter von 82 Jahren stirbt Oscar Peterson am 27. Dezember 2007. In seiner mehr als 70-jährigen Karriere hat er 200 eigene Alben veröffentlicht und ist auf etwa 400 weiteren zu hören. Er hat mehr Platten verkauft und mehr Konzerte gegeben als jeder andere Pianist in der Geschichte des Jazz. Oscar Peterson hat sein Leben der Musik gewidmet.
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