Mitwirkende:
Traxl, Martin [Moderation]
Datum:
2019.06.17 [Sendedatum]
| Schlagworte: |
Kultur
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Reportage
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Dokumentation
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TV-Mitschnitt
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Typ:
video
Inhalt:
Nachruf Elfriede Ott - Franco Zeffirelli - Wilhelm Holzbauer | Stillstand in der Kulturpolitik? | Brasilien wohin? | Mark Ronson | Caleb Landry Jones
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Grüne Schatzkammern - 100 Jahre Bundesgärten
Vor hundert Jahren, nach dem Zusammenbruch der Monarchie, gingen die k&k Hofgärten in den Besitz der Republik Österreich über. Seither sind die geschichtsträchtigen Anlagen - wie der Schönbrunner Schlosspark, der Belvederegarten sowie Volksgarten, Burggarten und Augarten in Wien, ebenso wie der Hofgarten und der Park rund um Schloss Ambras in Innsbruck - viel gepriesen und weltweit bewundert.
Pflanzen wurden manchmal mit Spiegeln versehen, um ihr Wirkung zu erhöhen und ihren Wert zu betonen
Weniger bekannt ist, wie emsig und mit welch ungeheurem Einsatz an Ressourcen im Hause Habsburg Pflanzen gesammelt und weitervermehrt wurden. Der Kaiser – ohne eigene Kolonien – holte sich auf diese Weise die Welt in sein Reich und demonstrierte Macht.
Exotische Pflanzen und Blumen untermauerten Reichtum und Macht der Herrscher
Viele der Sammlungen sind der Öffentlichkeit bis heute nicht zugänglich, weil die Pflanzen kostbar sind und Besucherströme für sie belastend wären.
In hunderten Werken dokumentierten Forscher und Gärtner die Ergebnisse ihrer Expeditionsreisen
Doch heuer im Jubiläumsjahr, werden die grünen Schatzkammern geöffnet und dem Publikum präsentiert. Da finden sich tausende Arten und Sorten aus allen Erdteilen, darunter Orchideen, Kakteen und Sukkulente, Farne, fleischfressende Pflanzen und exotische Früchte.
Aber auch vermeintlich Banales, wie etwa Eriken oder Pelargonien, die heute wie selbstverständlich in jedem Balkonkasten blühen, deren Wildformen jedoch einst mit Gold aufgewogen wurden.
Pflanzen, die heute ein paar Cent kosten, wurden früher mit Gold aufgewogen
Unter den 100 verschiedenen Zitrusarten und -sorten, die nach langen Reisen unter widrigsten Bedingungen in den kaiserlichen Glashäusern ankamen, gibt es 190 Jahre alte Bäume, deren Früchte im Winter, wenn sie reif sind, auch von Besuchern erworben werden können.
4 Hauben-Koch Heinz Reitbauer bezieht einen Großteil seine Zitrusspezialitäten von Gärtnermeister Heimo Karner in Schönbrunn
Im Alpengarten des Schloss Belvedere gedeihen Gebirgspflanzen aus aller Welt, die an ihrem Naturstandort bereits ausgerottet sind.
Im Alpengarten des Schloss Belvedere wachsen vom Aussterben bedrohte oder bereits ausgerottete Pflanzen
In Wien befindet sich die mit 600 Jahren älteste Topfpflanze der Welt und in Innsbruck eine der größten Seerosen.
Der Film von Rike Fochler erzählt nicht nur, wie all die Pflanzen im Auftrag des Kaisers nach Österreich gelangten und wie sie bis heute von hingebungsvollen Gärtnern und Gärtnerinnen umsorgt werden, sondern auch warum dieser grüne Schatz mit jedem Jahr noch wertvoller wird.