Interview mit Alois Kaufmann - 1. Teil
Katalogzettel
Information
Inhalt
Alois Kaufmann erzählt von seiner Kindheit während des Nationalsozialismus, die er als uneheliches Kind bei diversen Pflegeeltern und schließlich in der "Kinderfürsorgeanstalt" am Spiegelgrund durchlebte und die von sexuellen und körperlichen Mißhandlungen geprägt war. Sehr eindrucksvoll spricht er von den Zuschreibungen der Nazis, die Kinder wie ihn als "minderwertig" einstuften, und sie gleichzeitig mit Nazi-Ideologie indoktrinierten. Er spricht auch von den Tötungen und den Versuchen von Dr. Heinrich Gross, und vor allem über die Kontinuitäten der Kindesmisshandlungen in Kinderheimen nach 1945 bis in die 1970er Jahre. Auch thematisiert er das Schweigen über den Spiegelgrund nach 1945 z.B. durch die sozialdemokratische Partei, die sogar Dr. Heinrich Gross durch seine Aufnahme in den Bund sozialistischer Akademiker/innen (BSA) eine Art Persilschein ausstellte.
Grund der Verfolgung während des NS-Regimes:
Verfolgung als "schwer erziehbar"
Orte der Inhaftierung:
Heil- und Pflegeanstalt "Am Steinhof" - Kinderfachabteilung "Am Spiegelgrund"