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Bemalte Schädel, steinerne Bücher - Totengedenken im Salzkammergut

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Katalogzettel

Titel Bemalte Schädel, steinerne Bücher - Totengedenken im Salzkammergut
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Huber, Klaus [Gestaltung]
Wanka, Rudi [Sprecher/in]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2007.11.01 [Zeit im Bild Nachmittag]
2007 [Jahr des Copyright]
Schlagworte Kultur ; Dokumentation ; Tod ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format ISO-Image [von-DVD]
DVD [DVD]
Sprache Deutsch
Signatur 12-04118

Information

Inhalt

Diese Dokumentation zum Feiertag Allerheiligen zeigt Formen des Totengedenkens, wie sie nur den im Salzkammergut lebenden Menschen selbstverständlich sind, Menschen, die stark von der imposanten Landschaft und in ihr entstandenen Überlieferungen geprägt sind.
Der Mensch braucht Pilgerstätten, Orte, an die er sich in Zeiten innerer Not flüchten kann, die er im höchsten Glücksgefühl zur Danksagung aufsucht, und auch Plätze, an denen er seinen verstorbenen Angehörigen besonders nahe ist. Religiöse Symbole und persönlich formulierte Inschriften unterstützen das Gedenken, halten die Erinnerung lebendig.
Namen an Felswänden verewigt
Am Höhepunkt der Gegenreformation durften jedoch Österreichs Protestanten nicht auf Friedhöfen begraben werden. Keine Grabsteine, keine Kreuze, nichts sollte an sie erinnern.
Deshalb verewigten Hinterbliebene die Namen ihrer toten Angehörigen – oder wenigstens deren Anfangsbuchstaben – an möglichst unzugänglichen Felswänden, zum Beispiel am Baalstein hoch über Traunkirchen. "Steinerne Totenbücher"
So entstanden die "steinernen Totenbücher".
Diese Dokumentation führt uns an die versteckten Felsen, das Fernsehteam und seine Traunkirchner Helfer schleppten neben der "üblichen" aufwändigen Ausrüstung sogar ein Stromaggregat durch den Wald, um die beklemmend interessanten Zeichen an der finsteren Wand filmen zu können.
Auch während der Gegenreformation wollten freilich nicht alle Katholiken die Begräbnisse protestantischer Mitbürger verhindern. Immer wieder wurden Verstorbene, die sich geweigert hatten, ihre Sünden dem katholischen Pfarrer zu beichten, dennoch in geweihter Friedhofserde begraben. Klammheimlich, im engsten Kreis, in schwarzer Nacht.
Ökumene im Tod
Auch in Hallstatt, dem zweiten Hauptschauplatz dieser Feiertagsdokumentation, wo übrigens Katholiken und Protestanten auf demselben Friedhof beerdigt werden. Ökumene im Tod.
Im Beinhaus unter der kleinen Michaelskirche sind Hunderte bemalte und beschriftete Totenköpfe aufgeschichtet. Denn in Hallstatt, malerisch an die steilen Abhänge am See gebaut, herrscht Platzmangel. Überall. Auch am Friedhof. Deshalb blieben die Toten nur zehn bis zwanzig Jahre im Grab.
Totenschädel erzählen aus der Vergangenheit
Dann wurden sie exhumiert, ihre Gebeine übereinander geschlichtet, die Schädel geputzt, in Sonnen- und Mondlicht gebleicht, dann bemalt und im Karner gestapelt.
So erzählen Hallstätter Totenschädel aus der Vergangenheit, offenbaren heute noch Namen und Lebensdaten, oft auch Berufe, zum Beispiel Totengräber...
In der Kirche, auf dem Friedhof, in Wohnzimmern, im Gebirge und auf einer "Fuhr", wie die Hallstätter ihre im Stehen geruderten Boote nennen, führt Klaus Huber berührende Gespräche über das Leben danach. Bewohner des Salzkammergutes – Jung und Alt, vom Totengräber bis zum Pfarrer und abgeklärten Wissenschafter – offenbaren darin ihre Einstellung zum Tod.
Ihr besonders enger Bezug zur Natur, zum allgegenwärtigen Werden und Vergehen, lässt die meisten dieser Menschen dem Tod ohne Angst entgegengehen. Was sie fürchten, ist der Tod von anderen, Angehörigen und Freunden, nicht der eigene.

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