Faust's Tod: Faust und Lemuren
Katalogzettel
| Titel | Faust's Tod: Faust und Lemuren |
| Titelzusatz |
aus "Faust, 2. Teil" |
| Spieldauer | 00:04:29 |
| Urheber/innen |
Goethe, Johann Wolfgang von [Text]
|
| Mitwirkende |
Moissi, Alexander [Rezitator/in]
[GND
]
Polyphon Record [Label] |
| Datum |
1920 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Berlin [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Theater ; Literatur ; Drama ; Lyrik ; Sprache ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme |
| Örtliche Einordnung |
Deutschland, Deutsches Reich
Österreich |
|
20. Jahrhundert - 20er Jahre
19. Jahrhundert |
|
| Typ | audio |
| Format |
SCS3078 [Schallplatte, Schellack - 30 cm, 78/min] |
| Nummern |
50088 [Bestellnummer] 130003 [Katalognummer] 25AN [Matrizennummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, 2-07972_b_k02 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Information
Inhalt
Die Nacht scheint tiefer tief hereinzudringen,#13
Allein im Innern leuchtet helles Licht;#13
Was ich gedacht, ich eil' es zu vollbringen;#13
Des Herren Wort, es gibt allein Gewicht.#13
Vom Lager auf, ihr Knechte! Mann für Mann!#13
Laßt glücklich schauen, was ich kühn ersann.#13
Ergreift das Werkzeug, Schaufel rührt und Spaten!#13
Das Abgesteckte muß sogleich geraten.#13
Daß sich das größte Werk vollende,#13
Genügt ein Geist für tausend Hände.#13#13
Wie jung ich war und lebt' und liebt',#13
Mich deucht, das war wohl süße;#13
Wo's fröhlich klang und lustig ging,#13
Da rührten sich meine Füße.#13#13
Wie das Geklirr der Spaten mich ergetzt!#13
Es ist die Menge, die mir frönet,#13
Die Erde mit sich selbst versöhnet,#13
Den Wellen ihre Grenze setzt,#13
Das Meer mit strengem Band umzieht.#13#13
Nun hat das tückische Alter mich#13
Mit seiner Krücke getroffen;#13
Ich stolpert' über Grabes Tür,#13
Warum stand sie just offen!#13#13
Aufseher!#13#13
Hier!#13#13
Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,#13
Verpestet alles schon Errungene;#13
Den faulen Pfuhl auch abzuziehn,#13
Das Letzte wär' das Höchsterrungne.#13
Eröffn' ich Räume vielen Millionen,#13
Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen.#13
Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Herde#13
Sogleich behaglich auf der neusten Erde,#13
im Innern hier ein paradiesisch Land,#13
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,#13
Und wie sie nascht, gemeinsam einzuschließen,#13
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.#13
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,#13
Das ist der Weisheit letzter Schluß:#13
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,#13
Der täglich sie erobern muß.#13
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,#13
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.#13
Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn,#13
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.#13
Zum Augenblicke dürft' ich sagen:#13
Verweile doch, du bist so schön!#13
Es kann die Spur von meinen Erdetagen#13
Nicht in Äonen untergehn.#13
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück#13
Genieß' ich jetzt den höchsten Augenblick.
Allein im Innern leuchtet helles Licht;#13
Was ich gedacht, ich eil' es zu vollbringen;#13
Des Herren Wort, es gibt allein Gewicht.#13
Vom Lager auf, ihr Knechte! Mann für Mann!#13
Laßt glücklich schauen, was ich kühn ersann.#13
Ergreift das Werkzeug, Schaufel rührt und Spaten!#13
Das Abgesteckte muß sogleich geraten.#13
Daß sich das größte Werk vollende,#13
Genügt ein Geist für tausend Hände.#13#13
Wie jung ich war und lebt' und liebt',#13
Mich deucht, das war wohl süße;#13
Wo's fröhlich klang und lustig ging,#13
Da rührten sich meine Füße.#13#13
Wie das Geklirr der Spaten mich ergetzt!#13
Es ist die Menge, die mir frönet,#13
Die Erde mit sich selbst versöhnet,#13
Den Wellen ihre Grenze setzt,#13
Das Meer mit strengem Band umzieht.#13#13
Nun hat das tückische Alter mich#13
Mit seiner Krücke getroffen;#13
Ich stolpert' über Grabes Tür,#13
Warum stand sie just offen!#13#13
Aufseher!#13#13
Hier!#13#13
Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,#13
Verpestet alles schon Errungene;#13
Den faulen Pfuhl auch abzuziehn,#13
Das Letzte wär' das Höchsterrungne.#13
Eröffn' ich Räume vielen Millionen,#13
Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen.#13
Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Herde#13
Sogleich behaglich auf der neusten Erde,#13
im Innern hier ein paradiesisch Land,#13
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,#13
Und wie sie nascht, gemeinsam einzuschließen,#13
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.#13
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,#13
Das ist der Weisheit letzter Schluß:#13
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,#13
Der täglich sie erobern muß.#13
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,#13
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.#13
Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn,#13
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.#13
Zum Augenblicke dürft' ich sagen:#13
Verweile doch, du bist so schön!#13
Es kann die Spur von meinen Erdetagen#13
Nicht in Äonen untergehn.#13
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück#13
Genieß' ich jetzt den höchsten Augenblick.
Sammlungsgeschichte
Anmerkungen zum Inhalt
Mit Stempel des Plattengeschäftes "Dreimäderlhaus" in Wien IV
Die Aufnahme wurde im Vergleich zum Original-Text gekürzt