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Der Türmer

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Katalogzettel

Titel Der Türmer
Titelzusatz alternativer Titel: Der Totentanz; mit Orchesterbegleitung (Danse macabre)
Spieldauer 00:03:47
Urheber/innen Goethe, Johann Wolfgang von [Text]
Saint-Saëns, Camille [Komponist/in] [GND]
Mitwirkende Hoffmann-Harnisch, Wolfgang [Rezitator/in] [GND ]
Schlesinger, ...
Gramola [Label]
Datum 1927.09.22 [Aufnahmedatum]
Ort Berlin, Singakademie [Aufnahmeort]
Schlagworte Literatur ; Lyrik ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme
20. Jahrhundert - 20er Jahre
19. Jahrhundert
Typ audio
Format SCS3078 [Schallplatte, Schellack - 30 cm, 78/min]
Nummern AN 106 [Katalognummer]
4-041000 [Bestellnummer]
CWR 1168-1 [Matrizennummer]
Sprache Deutsch
Signatur Österreichische Mediathek, 2-08548_a_k02
Medienart Mp3-Audiodatei

Information

Inhalt

Der Türmer, der schaut zu Mitten der Nacht#‍13
Hinab auf die Gräber in Lage;#‍13
Der Mond, der hat alles ins Helle gebracht;#‍13
Der Kirchhof, er liegt wie am Tage.#‍13
Da regt sich ein Grab und ein anderes dann:#‍13
Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann,#‍13
In weißen und schleppenden Hemden.#‍13#‍13

Das reckt nun, es will sich ergötzen sogleich,#‍13
Die Knöchel zur Runde, zum Kranze,#‍13
So arm und so jung, und so alt und so reich;#‍13
Doch hindern die Schleppen am Tanze.#‍13
Und weil hier die Scham nun nicht weiter gebeut,#‍13
Sie schütteln sich alle, da liegen zerstreut#‍13
Die Hemdelein über den Hügeln.#‍13#‍13

Nun hebt sich der Schenkel, nun wackelt das Bein,#‍13
Gebärden da gibt es vertrackte;#‍13
Dann klippert's und klappert's mitunter hinein,#‍13
Als schlüg' man die Hölzlein zum Takte.#‍13
Das kommt nun dem Türmer so lächerlich vor;#‍13
Da raunt ihm der Schalk, der Versucher, ins Ohr:#‍13
Geh! hole dir einen der Laken.#‍13#‍13

Getan wie gedacht! und er flüchtet sich schnell#‍13
Nun hinter geheiligte Türen.#‍13
Der Mond, und noch immer er scheinet so hell#‍13
Zum Tanz, den sie schauerlich führen.#‍13
Doch endlich verlieret sich dieser und der,#‍13
Schleicht eins nach dem andern gekleidet einher,#‍13
Und, husch, ist es unter dem Rasen.#‍13#‍13
Nur einer, der trippelt und stolpert zuletzt#‍13
Und tappet und grapst an den Grüften;#‍13
Doch hat kein Geselle so schwer ihn verletzt,#‍13
Er wittert das Tuch in den Lüften.#‍13
Er rüttelt die Turmtür, sie schlägt ihn zurück,#‍13
Geziert und gesegnet, dem Türmer zum Glück,#‍13
Sie blinkt von metallenen Kreuzen.#‍13#‍13
Das Hemd muß er haben, da rastet er nicht,#‍13
Da gilt auch kein langes Besinnen,#‍13
Den gotischen Zierrat ergreift nun der Wicht#‍13
Und klettert von Zinne zu Zinnen.#‍13
Nun ist's um den armen, den Türmer getan!#‍13
Es ruckt sich von Schnörkel zu Schnörkel hinan,#‍13
Langbeinigen Spinnen vergleichbar.#‍13#‍13
Der Türmer erbleichet, der Türmer erbebt,#‍13
Gern gäb er ihn wieder, den Laken.#‍13
Da häkelt – jetzt hat er am längsten gelebt –#‍13
Den Zipfel ein eiserner Zacken.#‍13
Schon trübet der Mond sich verschwindenden Scheins,#‍13
Die Glocke, sie donnert ein mächtiges Eins,#‍13
Und unten zerschellt das Gerippe.

Sammlungsgeschichte

Schellacksammlung Teuchtler

Anmerkungen zum Inhalt

"Gramola"-Aufnahmen

Technische Anmerkungen

Schellackdigitalisierung - automatisierte Signalverbesserung

Elektrische Aufnahmetechnik

Verortung in der digitalen Sammlung

Schlagworte

Literatur , Lyrik , Publizierte und vervielfältigte Aufnahme

Teil der Sammlung

Schellacksammlung Teuchtler
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