Das Reichsorchester - Die Berliner Philharmoniker und der Nationalsozialismus
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Katalogzettel
| Titel | Das Reichsorchester - Die Berliner Philharmoniker und der Nationalsozialismus |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Sánchez Lansch, Enrique [Regie]
[GND
]
Sánchez Lansch, Enrique [Drehbuch] [GND ] Nilchian, Fariba [Kamera] Bayerischer Rundfunk [Sendeanstalt] |
| Datum |
2008.04.25 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Musik ; E-Musik ; Dokumentation ; Faschismus und Nationalsozialismus ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
ISO-Image [von-DVD] DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-04615 |
Information
Inhalt
[Senderinformation] Zum ersten Mal wird in der Dokumentation von Enrique Sánchez Lansch die Rolle des weltberühmten Orchesters in der Zeit des Nationalsozialismus untersucht. Schon kurz nach der Machtergreifung sichert sich Joseph Goebbels den vollen Einfluss auf die Berliner Philharmoniker und unterstellt sie seinem Ministerium. Eine wirtschaftliche Schieflage des bis dahin unabhängigen Orchesters hatte diesen schnellen Zugriff ermöglicht. Die Berliner Philharmoniker bildeten den musikalischen Rahmen der Reichsparteitage in Nürnberg und der Olympischen Spiele 1936; Hitler und Goebbels hielten viele ihrer Reden direkt vom Orchesterpodium aus; regelmäßig gab es Konzerte für das Winterhilfswerk und die KDF-Bewegung. Zahlreiche Auslandsreisen sollten die Verbindung von deutscher Erneuerung und Hochkultur eindrucksvoll unter Beweis stellen. Wie es dazu kam und warum trotzdem eine umfassende Nazifizierung des Orchesters ausgeblieben ist, beschreibt Enrique Sánchez Lansch in einer Dokumentation, die sich ausschließlich auf persönliche Erinnerungen ehemaliger Orchestermitglieder und deren Angehörige stützt. Der Kontrast dieser persönlichen Erinnerungen zu offiziellen Dokumenten aus Partei und Staat erzeugt ein Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Naivität einerseits und dem Herrschaftsanspruch einer "arisierten Volkskultur" andererseits. Der Filmautor sucht nicht "Mitläufer", "Schuldige", "Widerständler" und "innere Emigranten", um sie einem späten Urteil auszusetzen, sondern zeigt in einer Art Innenansicht des Orchesters den manchmal banalen Alltag von Musikern ebenso wie ihre ungeheuerliche Nähe zu Hitler, Goebbels und Göring. Sánchez Lansch verzichtet auf einfache Antworten und nimmt den Zuschauer mit auf eine Expedition in die Abgründe deutscher Zeit- und Kulturgeschichte.