"Da drauss‘ am Favoritner Gürtel" (1922)
Katalogzettel
| Titel | "Da drauss‘ am Favoritner Gürtel" (1922) |
| Spieldauer | 00:03:12 |
| Urheber/innen |
Löhner-Beda, Fritz [Text]
[GND]
Strecker, Heinrich [Komponist/in] [GND] Gribitz, Franz [Text] [GND] |
| Mitwirkende |
Engel, Adolf [Gesang]
Victor [Label] Victor Talking Machine Company [Produzent] |
| Ort |
Wien [Ortsbezug]
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| Schlagworte | Musik ; U-Musik ; Volksmusik - Wiener Lied ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme |
| Örtliche Einordnung |
Bundesland / Wien
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20. Jahrhundert - 20er Jahre
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| Typ | audio |
| Format |
SCS [Schallplatte, Schellack] |
| Nummern |
78074 [Bestellnummer] 78074 B [Matrizennummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, 22-21267_a_or, 22-21267_a_b02 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Bild: CC BY-SA 3.0 AT. Österreichische Mediathek 2015.
Information
Inhalt
Wenigstens als Adresse gab es ihn nie, den Favoritner Gürtel, aber "Wiedner Gürtel" hätte nicht so vorstädtisch geklungen. Zwischen Gürtel und Arsenal lassen Fritz Löhner-Beda und Heinrich Strecker das alte Wien genüsslich untergehen – in einem Wienerlied, das gemächlich von gestopften Bläsern, also den Instrumenten des neuen "Jazz", begleitet wird. "Neue Steuern, neue Streiks und neue Reiche, das ist heut' mein Wien" klingt es zu Beginn noch so, als wäre das Neue – die Steuerpolitik des Roten Wien und die Streiks der Arbeiter/innen – zu bedauern. Doch dann ist das Thema nur das Neue selbst – Tanz und Sex, die in den frivolen 1920er Jahren so eng zusammengehörten. Das vergangene Wien erweist sich dagegen nur noch als eine Chimäre.#13#13 Löhner-Beda war einer der gewandtesten Textdichter von Schlagern der 1920er und 1930er Jahre. Erstaunlich ist, dass Löhner-Beda bei diesem satirisch-frivolen Lied mit Heinrich Strecker zusammenarbeitete, der ein Jahrzehnt später zum aktiven Nazi sowie Vertreter einer massiv antisemitischen und konservativen Kulturpolitik wurde. Als NS-Vizepräsident der AKM drängte er den Juden Löhner-Beda aus dem Vorstand. Löhner-Beda wurde 1942 in Auschwitz erschlagen, während Strecker seine erfolgreiche NS-Karriere in der Nachkriegszeit ungebrochen fortsetzte und hoch geehrt wurde.