Neujahrsrede 1948 im Radio
Katalogzettel
| Titel | Neujahrsrede 1948 im Radio |
| Titelzusatz |
Zweimal schuldlos in den Krieg hineingezogen |
| Spieldauer | 00:10:08 |
| Urheber/innen |
Figl, Leopold
[GND]
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| Datum |
1948.01.01 |
| Schlagworte | Politik ; Reden und Ansprachen ; Außenpolitik ; Rückblick ; Besatzung ; Staatsvertrag ; Radiosendung-Mitschnitt |
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20. Jahrhundert - 40er Jahre
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| Typ | audio |
| Format |
TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, 9-03940_b09 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Information
Inhalt
Das hier vermittelte Geschichtsbild muss als äußerst verkürzt bezeichnet werden: Angesichts der Rolle Österreichs und eines beträchtlichen Teiles seiner Bevölkerung 1914 und 1938/39 kann wohl kaum von einem zweimaligen schuldlosen Hineinziehen in den Krieg gesprochen werden. Umgekehrt wird als alleiniger Schuldiger der "preußische Ungeist" identifiziert. - Es ist schwer vorstellbar, dass diese Verkürzung Figls tatsächliche Einschätzung der Geschichte des 20. Jahrhunderts wiedergibt. Vermutlich orientierte er sich bei dieser Äußerung daran, dass Österreich in der Moskauer Deklaration der Alliierten 1943 als - im Gegensatz zu Deutschland - zu befreiendes Land bezeichnet wurde (allerdings wurde dabei ausdrücklich auf die Mitverantwortung Österreichs verwiesen). Dieser Unterschied war politisch sehr wichtig und wurde daher immer wieder herausgestrichen. Außerdem dürfte Figl, wie viele Politikerkollegen, davon ausgegangen sein, dass in der krisenhaften Nachkriegssituation eine wirkliche Auseinandersetzung mit Fehlern der Vergangenheit gefährlich sei. So wurde eher ein Wunschbild gezeichnet: Das österreichische Volk - eines der friedfertigsten der Welt. Mehr erwünschtes Zukunftsbild als Wiedergabe der Vergangenheit?