Ringparabel - Nathan der Weise
Katalogzettel
| Titel | Ringparabel - Nathan der Weise |
| Spieldauer | 00:02:12 |
| Urheber/innen |
Lessing, Gotthold Ephraim
[GND]
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| Mitwirkende |
Sonnenthal, Adolf von [Sprecher/in]
[GND
]
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| Datum |
1903 |
| Schlagworte | Literatur ; Theater ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme |
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20. Jahrhundert - Nullerjahre
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| Typ | audio |
| Format |
CD [Compact Disc] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, 8-30340_b03 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Information
Inhalt
Adolf Ritter von Sonnenthal (1834 - 1909). Hofschauspieler und Regisseur, provisorischer Leiter am Wiener Burgtheater. Gastspiele in Amerika. Publikumsliebling seiner Zeit. Aufnahme: 1903
Und also, fuhr der Richter fort, wenn ihr
Nicht meinen Rat, statt meines Spruches, wollt:
Geht nur! Mein Rat ist aber der: ihr nehmt
Die Sache völlig wie sie liegt. Hat von
Euch jeder seinen Ring von seinem Vater:
So glaube jeder sicher seinen Ring
Den echten. Möglich; daß der Vater nun
Die Tyrannei des einen Rings nicht länger
In seinem Hause dulden wollen! Und gewiß;
Daß er euch alle drei geliebt, und gleich
Geliebt: indem er zwei nicht drücken mögen,
Um einen zu begünstigen. Wohlan!
Es eifre jeder seiner unbestochnen
Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Es strebe von euch jeder um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott
Zu Hilf'! Und wenn sich dann der Steine Kräfte
Bei euern Kindes-Kindeskindern äußern:
So lad ich über tausend tausend Jahre
Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich; und sprechen. Geht! So sagte der
Bescheidne Richter.
Nicht meinen Rat, statt meines Spruches, wollt:
Geht nur! Mein Rat ist aber der: ihr nehmt
Die Sache völlig wie sie liegt. Hat von
Euch jeder seinen Ring von seinem Vater:
So glaube jeder sicher seinen Ring
Den echten. Möglich; daß der Vater nun
Die Tyrannei des einen Rings nicht länger
In seinem Hause dulden wollen! Und gewiß;
Daß er euch alle drei geliebt, und gleich
Geliebt: indem er zwei nicht drücken mögen,
Um einen zu begünstigen. Wohlan!
Es eifre jeder seiner unbestochnen
Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Es strebe von euch jeder um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott
Zu Hilf'! Und wenn sich dann der Steine Kräfte
Bei euern Kindes-Kindeskindern äußern:
So lad ich über tausend tausend Jahre
Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich; und sprechen. Geht! So sagte der
Bescheidne Richter.