Oral History Interview mit Friedrich Zawrel - 2. Teil [Ausschnitt]
Katalogzettel
| Titel | Oral History Interview mit Friedrich Zawrel - 2. Teil [Ausschnitt] |
| Titelzusatz |
Geboren 1929 in Lyon (Frankreich): Überlebender der NS-Kindereuthanasieanstalt „Am Spiegelgrund“, Hilfsarbeiter, Vater, Pensionist |
| Spieldauer | 00:04:40 |
| Mitwirkende |
Zawrel, Friedrich [Interviewte/r]
[GND
]
Maier, Michael S. [Interviewer/in] Österreichische Mediathek [Produzent] |
| Datum |
2010.08.30 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Wien [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Gesellschaft ; Politik Österreich ; Politik ; Interview ; Familie ; Faschismus und Nationalsozialismus ; Justiz und Rechtswesen ; Straftaten ; Tod ; Parteien - historisch / NSDAP ; Kinder und Jugend ; Regierung ; Sozialpolitik ; Zweiter Weltkrieg ; Unveröffentlichte Eigenaufnahme der Österreichischen Mediathek |
| Örtliche Einordnung |
Österreich
Frankreich Deutschland, Deutsches Reich USA - Vereinigte Staaten von Amerika Sowjetunion |
| Typ | audio |
| Format |
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, e13-00692_b01_k02 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Information
Inhalt
Auszug aus dem Interviewprotokoll
0:11:41 Am Spiegelgrund/Dr. Heinrich Gross
Kam wieder in die Kinderübernahmestelle und nach kurzer Zeit auf den Spiegelgrund (Pavillon 7), hörte als allererstes: „Die Nazis drahen alle Deppaten ham“, tröstete sich damit, dass er nicht zu dieser Gruppe gehört, das stellte sich als Irrtum heraus, Unter-suchung, der Arzt sprach mit ihm kein Wort, hörte wie dieser sagte, dass er in einer „unterrichtslosen Gruppe“ untergebracht werden soll, bei diesem Arzt handelte es sich um Dr. Heinrich Gross, dieser wurde sein „Schicksalsarzt“
Er hat danach nie mehr in eine Schule besucht, kam nach drei oder vier Wochen in ein Kloster in die Dreherstraße, dort waren die Kinder von Kriminellen und Alkoholikern untergebracht, neuerliche Untersuchung, hörte wie ihn ein Arzt als „minderwertig“ eingestuft hat, erfuhr später, dass er aufgrund seiner Herkunft erblich „schwerstens belastest“ sei, „kein vollwertiges Mitglied der ‚Volksgemeinschaft‘“, hatte niemandem etwas getan, Erwachsene bestimmten sein Schicksal, von seinem alkoholkranken Vater wurde auf ihn geschlossen, war selbst nie betrunken, kam dann nach Ybbs
0:11:41 Am Spiegelgrund/Dr. Heinrich Gross
Kam wieder in die Kinderübernahmestelle und nach kurzer Zeit auf den Spiegelgrund (Pavillon 7), hörte als allererstes: „Die Nazis drahen alle Deppaten ham“, tröstete sich damit, dass er nicht zu dieser Gruppe gehört, das stellte sich als Irrtum heraus, Unter-suchung, der Arzt sprach mit ihm kein Wort, hörte wie dieser sagte, dass er in einer „unterrichtslosen Gruppe“ untergebracht werden soll, bei diesem Arzt handelte es sich um Dr. Heinrich Gross, dieser wurde sein „Schicksalsarzt“
Er hat danach nie mehr in eine Schule besucht, kam nach drei oder vier Wochen in ein Kloster in die Dreherstraße, dort waren die Kinder von Kriminellen und Alkoholikern untergebracht, neuerliche Untersuchung, hörte wie ihn ein Arzt als „minderwertig“ eingestuft hat, erfuhr später, dass er aufgrund seiner Herkunft erblich „schwerstens belastest“ sei, „kein vollwertiges Mitglied der ‚Volksgemeinschaft‘“, hatte niemandem etwas getan, Erwachsene bestimmten sein Schicksal, von seinem alkoholkranken Vater wurde auf ihn geschlossen, war selbst nie betrunken, kam dann nach Ybbs