Oral History Interview mit Friedrich Zawrel - 3. Teil [Ausschnitt 2]
Katalogzettel
| Titel | Oral History Interview mit Friedrich Zawrel - 3. Teil [Ausschnitt 2] |
| Titelzusatz |
Geboren 1929 in Lyon (Frankreich): Überlebender der NS-Kindereuthanasieanstalt „Am Spiegelgrund“, Hilfsarbeiter, Vater, Pensionist |
| Spieldauer | 00:03:54 |
| Mitwirkende |
Zawrel, Friedrich [Interviewte/r]
[GND
]
Maier, Michael S. [Interviewer/in] Österreichische Mediathek [Produzent] |
| Datum |
2010.08.30 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Wien [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Gesellschaft ; Politik Österreich ; Politik ; Interview ; Alltag ; Besatzung ; Faschismus und Nationalsozialismus ; Justiz und Rechtswesen ; Straftaten ; Parteien - historisch / NSDAP ; Kinder und Jugend ; Soziales ; Sozialpolitik ; Zweiter Weltkrieg ; Unveröffentlichte Eigenaufnahme der Österreichischen Mediathek |
| Örtliche Einordnung |
Österreich
Frankreich Deutschland, Deutsches Reich USA - Vereinigte Staaten von Amerika Sowjetunion |
| Typ | audio |
| Format |
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, e13-00693_b02_k02 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Information
Inhalt
Auszug aus dem Interviewprotokoll
wurde eines Tages um 14 Uhr von einem Pfleger geholt und zum Pavillon 15 geführt, er ist in Schweiß ausgebrochen, glaubte, er müsse nun sterben, dachte an seine Mutter, er wurde dann in einen kleinen Raum geführt, musste sich völlig nackt ausziehen, Schüttelfrost, Untersuchung durch Primarius Illing, war damals 14 Jahre alt, wurde von ca. 25 angehenden Krankenpflegerinnen begutachtet, schämte sich, weil er splitternackt vor ihnen stehen musste, bat Gott, dass er ihn erlöst, diese Bitte wurde ihm nicht erfüllt, Dr. Illing hat anhand seiner Rückenpartie erklärt, was die äußeren Kennzeichen dafür wären, dass er „erblich schwer belastet“ sei, warum er „erbbiologisch und soziologisch minderwertig“ sei, der letzte Satz von Illing hat sich bei ihm eingeprägt: „Die Fortpflanzung einer solchen Kreatur wäre die Verschmutzung des deutschen Blutes“
wurde eines Tages um 14 Uhr von einem Pfleger geholt und zum Pavillon 15 geführt, er ist in Schweiß ausgebrochen, glaubte, er müsse nun sterben, dachte an seine Mutter, er wurde dann in einen kleinen Raum geführt, musste sich völlig nackt ausziehen, Schüttelfrost, Untersuchung durch Primarius Illing, war damals 14 Jahre alt, wurde von ca. 25 angehenden Krankenpflegerinnen begutachtet, schämte sich, weil er splitternackt vor ihnen stehen musste, bat Gott, dass er ihn erlöst, diese Bitte wurde ihm nicht erfüllt, Dr. Illing hat anhand seiner Rückenpartie erklärt, was die äußeren Kennzeichen dafür wären, dass er „erblich schwer belastet“ sei, warum er „erbbiologisch und soziologisch minderwertig“ sei, der letzte Satz von Illing hat sich bei ihm eingeprägt: „Die Fortpflanzung einer solchen Kreatur wäre die Verschmutzung des deutschen Blutes“