Oral History Interview mit Hans Ulrich - 1. Teil [Ausschnitt]
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Inhalt
Auszug aus dem Interviewprotokoll
1:09:40 Sanitäter auf Lazarettzug
Als Sanitäter auf Lazarettzug gekommen, 15-20 Waggons, Rotes Kreuz am Dach, zwei Ärzte dort, Assistenzarzt war sehr sympathisch und Anti-Nazi, der Oberarzt war überzeugter Nazi, hatte eigenen Waggon, mussten Verwundete aus dem Osten nach Deutsch-land bringen, war gefährlich, der Zug fuhr sehr langsam durch russische Wälder, Angriffe durch russische Partisanen, sprangen auf und warfen Handgranate auf Zug, immer schlimmer, da immer mehr Bomben, auch auf Rote Kreuz-Waggons wurden Bomben geworfen, Schrecken des Krieges gesehen, das ist bis zum Ende des Krieges so weiter gegangen; Assistenzarzt hat zum Glück eigenen Zug bekommen, Oberarzt wollte Herrn Ulrich auf Offiziersschule schicken, dazu hätte er einen „Ariernachweis“ vorlegen müssen, der Assistenzarzt hat verhindert, dass Herr Ulrich auf diese Schule gekommen ist.
01:18:20 Kriegsende/Heimkehr
Nähe von Bayreuth in Warmensteinach, Amerikaner, sehr großzügig, kamen in ein Lager, haben dortige Bevölkerung ärztlich versorgt, ein paar Hundert Soldaten, Kontrolle, ob bei der SS, hatten am linken Innenarm Zahl eintätowiert, SS-Soldaten wollten von ihm, dass er das entfernt, hat es nicht gemacht, hätte ja auch nichts gebracht, auch viele Unschuldige dabei, ein „Volksdeutscher“, hatte eigentlich nichts mit SS zu tun, wurde aber als ein solcher behandelt; Amerikaner wollten Lager so schnell als möglich auflösen, auf den Straßen war aber sehr viel Verkehr, daher nicht möglich, alle gleichzeitig frei zu lassen, er gab an, seine Familie sei nach Warmensteinach geflüchtet, daher haben sie ihn entlassen.
Ist von dort zu Fuß nach Wien gegangen, bei Perg über die Grenze gekommen, durch die gesamte Wachau gegangen, hat von einem Fleischhauer Gewand bekommen, gebettelt, im Heuschober übernachtet, circa sechs Wochen, circa 800 km, bei Dürnstein über die Donau mit einer Fähre, glücklich nach Wien zurück, hat die Wohnung in der Reisnerstraße sehr ramponiert vorgefunden.
1:09:40 Sanitäter auf Lazarettzug
Als Sanitäter auf Lazarettzug gekommen, 15-20 Waggons, Rotes Kreuz am Dach, zwei Ärzte dort, Assistenzarzt war sehr sympathisch und Anti-Nazi, der Oberarzt war überzeugter Nazi, hatte eigenen Waggon, mussten Verwundete aus dem Osten nach Deutsch-land bringen, war gefährlich, der Zug fuhr sehr langsam durch russische Wälder, Angriffe durch russische Partisanen, sprangen auf und warfen Handgranate auf Zug, immer schlimmer, da immer mehr Bomben, auch auf Rote Kreuz-Waggons wurden Bomben geworfen, Schrecken des Krieges gesehen, das ist bis zum Ende des Krieges so weiter gegangen; Assistenzarzt hat zum Glück eigenen Zug bekommen, Oberarzt wollte Herrn Ulrich auf Offiziersschule schicken, dazu hätte er einen „Ariernachweis“ vorlegen müssen, der Assistenzarzt hat verhindert, dass Herr Ulrich auf diese Schule gekommen ist.
01:18:20 Kriegsende/Heimkehr
Nähe von Bayreuth in Warmensteinach, Amerikaner, sehr großzügig, kamen in ein Lager, haben dortige Bevölkerung ärztlich versorgt, ein paar Hundert Soldaten, Kontrolle, ob bei der SS, hatten am linken Innenarm Zahl eintätowiert, SS-Soldaten wollten von ihm, dass er das entfernt, hat es nicht gemacht, hätte ja auch nichts gebracht, auch viele Unschuldige dabei, ein „Volksdeutscher“, hatte eigentlich nichts mit SS zu tun, wurde aber als ein solcher behandelt; Amerikaner wollten Lager so schnell als möglich auflösen, auf den Straßen war aber sehr viel Verkehr, daher nicht möglich, alle gleichzeitig frei zu lassen, er gab an, seine Familie sei nach Warmensteinach geflüchtet, daher haben sie ihn entlassen.
Ist von dort zu Fuß nach Wien gegangen, bei Perg über die Grenze gekommen, durch die gesamte Wachau gegangen, hat von einem Fleischhauer Gewand bekommen, gebettelt, im Heuschober übernachtet, circa sechs Wochen, circa 800 km, bei Dürnstein über die Donau mit einer Fähre, glücklich nach Wien zurück, hat die Wohnung in der Reisnerstraße sehr ramponiert vorgefunden.