Oral History Interview mit Izeta Fatic - 1. Teil [Ausschnitt]
Katalogzettel
| Titel | Oral History Interview mit Izeta Fatic - 1. Teil [Ausschnitt] |
| Titelzusatz |
Migrationshintergrund - Kriegsflüchtling - Arbeiterin |
| Spieldauer | 00:01:11 |
| Mitwirkende |
Fatic, Izeta [Interviewte/r]
Wiesinger, Judith [Interviewer/in] Österreichische Mediathek [Produzent] |
| Datum |
2010.08.14 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Linz [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Gesellschaft ; Politik Österreich ; Politik ; Interview ; Alltag ; Familie ; Krieg ; Migration ; Minderheiten ; Tod ; Unveröffentlichte Eigenaufnahme der Österreichischen Mediathek |
| Örtliche Einordnung |
Österreich
Jugoslawien Bosnien-Herzegovina USA - Vereinigte Staaten von Amerika Bundesland / Oberösterreich Serbien und Montenegro Kontinente / Europa Kroatien Slowenien |
| Typ | audio |
| Format |
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, e13-00727_b01_k02 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Information
Inhalt
Auszug aus dem Interviewprotokoll#13 0:13:07 Tod des Bruders#13
Im Dezember 1994 ist ihr Bruder getötet worden, das war schlimm für Izeta, denn die beiden sind sich sehr nahe gestanden, sie vergaß in Folge sogar auf ihre Kinder und war vollkommen mit ihrer Trauer beschäftigt, wollte daraufhin trotz des Krieges zurück nach Sarajevo zu ihren Eltern;
#13#13
00:15:03 Rückkehr nach Sarajevo#13
Der erste Blick auf die Stadt war ein Schock, es sah aus wie nach einer Katastrophe, überall kaputte Häuser, Autos, arme Menschen usw., sie erkannte die Menschen ihrer Heimatstadt nicht mehr;
Die Menschen hatten unter dem UNO-Flughafen einen Tunnel gebaut, um Essen zu bekommen; Wiedersehen mit den Eltern, als der Vater sie sah, sagte er, dass er jetzt sterben kann, weil er seine Tochter noch einmal gesehen hat, ihre Eltern wirkten sehr leblos, kein Lächeln, der Vater war etwas stärker; Izeta hat zu sich selbst gesagt, dass sie ihren Eltern Kraft geben muss, betete zu Gott, dass er ihre Eltern zu sich nehmen soll, weil es ihnen so schlecht ging; Izeta ging jeden Tag zum Grab ihres Bruders und war oft den ganzen Tag dort, ohne es zu merken, hat dort gesessen, geraucht und mit ihrem Bruder gesprochen, sie hat diese Nähe gebraucht;
Izeta hat versucht, ihren Eltern Kraft zu geben, hat mit ihnen gesprochen, war viel mit ihnen unterwegs, hat jeden Tag Freunde besucht;
Im Dezember 1994 ist ihr Bruder getötet worden, das war schlimm für Izeta, denn die beiden sind sich sehr nahe gestanden, sie vergaß in Folge sogar auf ihre Kinder und war vollkommen mit ihrer Trauer beschäftigt, wollte daraufhin trotz des Krieges zurück nach Sarajevo zu ihren Eltern;
#13#13
00:15:03 Rückkehr nach Sarajevo#13
Der erste Blick auf die Stadt war ein Schock, es sah aus wie nach einer Katastrophe, überall kaputte Häuser, Autos, arme Menschen usw., sie erkannte die Menschen ihrer Heimatstadt nicht mehr;
Die Menschen hatten unter dem UNO-Flughafen einen Tunnel gebaut, um Essen zu bekommen; Wiedersehen mit den Eltern, als der Vater sie sah, sagte er, dass er jetzt sterben kann, weil er seine Tochter noch einmal gesehen hat, ihre Eltern wirkten sehr leblos, kein Lächeln, der Vater war etwas stärker; Izeta hat zu sich selbst gesagt, dass sie ihren Eltern Kraft geben muss, betete zu Gott, dass er ihre Eltern zu sich nehmen soll, weil es ihnen so schlecht ging; Izeta ging jeden Tag zum Grab ihres Bruders und war oft den ganzen Tag dort, ohne es zu merken, hat dort gesessen, geraucht und mit ihrem Bruder gesprochen, sie hat diese Nähe gebraucht;
Izeta hat versucht, ihren Eltern Kraft zu geben, hat mit ihnen gesprochen, war viel mit ihnen unterwegs, hat jeden Tag Freunde besucht;