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Nyau - Maskentänze im südlichen Malawi

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Katalogzettel

Titel Nyau - Maskentänze im südlichen Malawi
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Kubik, Gerhard [Wiss. Verfasser/in]
Österreichisches Bundesinstitut für den Wissenschaftlichen Film [Produzent]
Datum 1982.03.14 [Aufnahmedatum]
1986 [Jahr des Copyright]
Schlagworte Gesellschaft ; Wissenschaft und Forschung ; Ethnologie ; Tanz ; Feste ; Feiern ; Wissenschaftlicher Film ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme
Örtliche Einordnung Malawi
20. Jahrhundert - 80er Jahre
Typ video
Format DFFFV1 [FFV1-Codec im AVI-Container]
DFMPG [Dateiformat: MPG]
VKAUlb [Videokassette, Umatic, LB]
VKAUhb [Videokassette, Umatic, HB]
Sprache Originalton
Signatur VX-01823_01_k01, VX-01823_01, VX-01824 P 2058
Medienart Mediendatei

Information

Inhalt

„Dieser Film dokumentiert zwei Maskentraditionen im südlichen Malawi: "Gule wa Chimang'anja" (Maskentanzspiel in der Tradition der Amang'anja) und "gule wa aChipeta", (Maskentanzspiel in der Tradition der Achipeta). Er wurde anläßlich eines öffentlichen Erinnerungsfestes ('chikumbutso') für ein verstorbenes Mitglied des Maskengeheimbundes der Amang'anja in Singano village, T.A. Kuntaja, Blantyre District, Malawi, am 14.3.1982 gedreht.“ (Zeitschrift Wissenschaftlicher Film; Nr. 36/37; Jahr Juni 1987; Seite 115)
Unter „nyau“ bezeichnet man einen Maskenbund bzw. Geheimbund der Chewa, einer ethnischen Gruppe der Bantu-Völker aus Zentral-und Süd-Afrika. Die Nyau Gesellschaft besteht aus initiierten Mitgliedern der Chewa und Nyanja. Um in den Bund zu initiieren müssen die Kandidaten Furchtproben bestehen und werden in die Geheimnisse („miyambo“) des Bundes eingeweiht. „Nyau- Gruppen operieren nicht nur in Malawi, sondern auch in den Cinyanja-sprachigen Gebieten der Nachbarländer Zambia und Mozambique.“ Das zwei unterschiedliche nyau-Traditionen („gule wa Chimang’anja“ der Maskentanzin der Chimang’anja-Tradition und „gule wa aChipeta“ der Maskentanz nach der Tradition der Achipeta) im selben Dorf aktiv sind, resultiert aus historischen Gründen. Wichtige Unterschiede zwischen „gule wa Chimang’anja“ und „gule wa aChipeta“ liegen in den auftretenden Maskentype und ihrer Kostümierung, der Organisation der Trommelbegleitung, etc. „Die Masken der Amang’anja sind stumm, ihr Kommunikationskanal zu den entfernt stehenden Zuschauern ist somit ausschließlich nicht-verbal; die instrumentale Steuerung ihrer Pantomime erfolgt durch einen Satz abgestimmter Trommeln […]. Gesungen wird weder von den nyau-Mitgliedern noch vom Publikum. Die Kostümierung der am Tage auftretenden Maken besteht aus ausladenden farbigen Roben, die den ganzen Körper umhüllen.“ Im Gegensatz dazu steht die Maskentradition der Achipeta, der ein Hauptmaske („kapoli“) zu Grunde liegt. Diese besteht aus einer Kopf und Gesichtsbedeckung aus Hühner- und Perlhuhnfedern, einem Tanzschurz und einer Arm- Beindekoration aus vegetabilem Material. Der Oberkörper des Darstellers ist nackt und wird durch Einreiben mit Schlamm verfremdet. Im Gegensatz zu den stummen Masken der Amang’anja, besitzen die kapoli-Masken eine Stimme, mit der sie singen. Das weibliche Publikum klatscht mit den Händen und stimmt nur spezifische, für nyau-Veranstaltungen typische Gesänge an. Jeder „kapoli“ hat einen Führer, der ihm mit einer Rassel („njedza“) den Weg zeigt. Trotz der großen Unterschiede zwischen beiden Traditionen wird die Initiation in die eine, oder andere wechselseitig anerkannt. Nyau hat eine öffentliche und eine nicht-öffentliche Dimension. „Nicht-öffentliche sind die Initiation, die regelmäßigen Zusammenkünfte der Mitglieder, die Herstellung der Maske im Verstek (dambwe), die Zwischenstation auf dem Weg zum Tanzplatz (bimbiro) usw. Öffentlich mit gewissen Einschränkungen sind die Maskentänze auf dem Tanzplatz im Dorf, die vom Bund organisiert werden. Es existieren drei Anlässe zu einer öffentlichen nyau-Veranstaltung: 1. Wenn ein Mitglied des Bundes stirbt; 2. Wenn an das Begräbnis eines Mietglieds erinnert werden soll. Eine Erinnerungsfeier („chikumbutso“). 3. Nyau-Darsteller können des Weiteren von den Organisatoren einer weiblichen Initiationsfeier („chinamwali cha akazi“) anläßlich des Heimkehrfestes eines initiierten Mädchens eingeladen werden. Eine Initiation erfolgt in der Regel bei einem Erinnerungsfest. Für eine Nyau-Initiation bedarf es folgende Personen: a) den Initiand („namwali“), b) dessen Betreuer („phungu“) c) den Leiter der lokalen Vereinigung („nkulu wa gule“) und schließlich d) die prinzipielle Lehrkraft („nànkungwi“). Hinzu kommt der Leiter des Tanzplatzes („nkulu wa bwalo“), der die öffentlichen Vorführungen plant und überwacht. (vgl. Zeitschrift Wissenschaftlicher Film; Nr. 36/37; Jahr Juni 1987; Seiten 115-123)

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