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Kreuz und Quer [2013.10.29]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Kreuz und quer

Katalogzettel

Titel Kreuz und Quer [2013.10.29]
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Tatzreiter, Helmut [Redaktion]
Gebauer, Florian [Gestaltung] [GND ]
Guggenberger, Christoph [Redaktion] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2013.10.29 [Sendedatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Religion ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DVD [DVD]
Signatur 12-09885
Gesamtwerk/Reihe Kreuz und quer

Information

Inhalt

Herr Schuh und der Tod
Es ist eine merkwürdige Liebe, die da von den Wienern gepflegt und gehätschelt wird, mit der sie selbst im Suff in den Heurigen der Vorstädte noch kokettieren: die Liebe zum Tod, zur eigenen Vergänglichkeit und zu den Toten. Der Tod selbst – so heißt es in einem Volkslied – sei sogar ein Wiener gewesen. Als „schene Leich“ wird ein schönes Begräbnis, eine Bestattung mit Pomp, mit Würde und mit ausreichend Trauergästen genannt. Doch: wie hat sich im Zeitalter der Individualisierung und Säkularisierung der Umgang mit dem Tod, die Verabschiedung vom Toten und das Totengedenken verändert? Eine Dokumentation über den Umgang mit dem Sterben und dem Tod in einer Gesellschaft, die „die schene Leich“ in ihren Liedern besingt, in der das Thema aber mehr und mehr zum Tabu gemacht wird.
Franz Schuh am Zentralfriedhof
„Ich glaube einfach nicht, was ich sicher weiß - nämlich dass ich eines Tages tot sein werde. Und solange ich nicht daran glauben muss, also noch Distanz oder Zeit habe, befasse ich mich mit dem Tod“ – so beginnt der Essayist Franz Schuh seine Reise an die Grenze des Lebens. Was passiert, wenn wir nicht mehr sind? Gibt es die Möglichkeit, sich mit dem eigenen Nicht-Sein zu versöhnen? Und wer sind die Menschen, die täglich mit dem Tod konfrontiert sind? Diesen Fragen gehen der Autor Franz Schuh und der Filmemacher Florian Gebauer in ihrem Film „Herr Schuh" und der Tod nach."

Begräbnissänger am Wiener Zentralfriedhof
Der Film führt Franz Schuh zu den Mumien in der Michaelergruft, auf die Wiener Anatomie, wo Ärzte aus der ganzen Welt an frischen Kadavern ihre Fertigkeiten üben, und auf Friedhöfe, wo „Thanatopraktiker“ (Leichen-Kosmetiker), Grabredner und Begräbnissänger ihrer Profession nachgehen. Biologisch ist der Tod bloß ein Verwesungsprozess, biographisch aber ist er der Strich durch die Rechnung, die man ein Leben lang eröffnet hat. Der Tod als Synthese aus Sichtbarem und Unsichtbarem. Der Film ist eine Suche nach den drängenden Antworten, die der Tod aufwirft. Franz Schuh sagt dazu: „Gibt es die Möglichkeit, sich mit dem eigenen Nicht-Sein zu versöhnen? Ja, man kann den Tod akzeptieren, man kann ihn hinnehmen, man kann ihn sogar suchen - aber versöhnen, also mit dem Tod eins werden, das scheint mit dem menschlichen Dasein unmöglich.“
Wie absurd ist unser Leben? - Albert Camus und die Frage nach dem Sinn
Diese Erfahrung ist wohl kaum jemandem fremd: dass sich das Gefühl bodenloser Sinnlosigkeit breitmachen kann - ob im Trott des Alltags oder unter dem Eindruck eines schweren Schicksalsschlags. Ist alles Zufall, gibt es weder Richtung noch Ziel der Geschichte? Ist der Gottesglaube bloßes Trostpflaster gegen die Sinnlosigkeit? Ist die Frage nach dem Sinn selbst sinnlos? Der französische Philosoph Albert Camus - er wurde vor 100 Jahren geboren - betrachtete das Leben als grundsätzlich absurd. Für ihn war dies aber kein Widerspruch zur Bejahung des Lebens. Kann das Glück des Menschen, wie Camus meinte, gerade in den nie endenden Anstrengungen gegen eine absurde Welt gefunden werden?

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